|
starr und mit gesenktem haupt blickte sie zu boden.
sie atmete nur schwach.
die kälte dieser gemäuer, tief unter der erde, durchdrang sie mit einer eisigen bedrohlichkeit und durchfuhr ihren körper bis in die fingerspitzen, welche noch immer kraftlos auf der schweren eisentür lagen, an welcher sie lehnte.
der quietschende lärm als sie zufiel, schien noch immer durch den schwach beleuchteten gang zu hallen.
ohne regung stand sie dort, als hätten ihre gedanken sie betäubt.
dann blickte sie auf, zu den fackeln an den steinwänden. ihre lodernden enden ragten schräg in den raum und schienen sie mit einer feindlichkeit anzublicken... die gleiche feindlichkeit, welche sie zuvor in seinen weit aufgerissenen augen sah.
"geh weg! geh!!!" hatte er geschrien, die wangenknochen noch immer eingefallen und blass. schweiss hatte ihm auf der kalten stirn gestanden.
zuvor hatte sie noch sanft prüfend ihre hand über sie gleiten lassen.
vielleicht hätte sie ihn nicht wecken sollen...
er schien so schwach, und schlief friedlich. das ergebnis der prüfung hatte ihm schwer zu schaffen gemacht. es war doch nur eine prüfung...
sachte schüttelte sie den kopf.
was vermochte deren ausgang über die magie in seinem herzen zu sagen?
zögernd wendete sie sich. blickte starr gegen die eisentür. dann schweifte ihr blick zum griff hinunter. langsam zog sie daran, öffnete die tür so geräuschlos es ging, nur einen spalt... einen ganz kleinen nur...
unsicher linste sie in den schlafsaal der grauen garde.
zusammengekauert lag er am kopfende seines bettes und blickte mit einem irren ausdruck in den augen zur decke. er zitterte am ganzen körper.
ihr blick senkte sich wieder. kurz schloss sie die augen, um dann ihre hände gleiches mit der türe geschehen zu lassen.
es quietschte.
sie lauschte, doch vom inneren des schlafsaales drang kein laut nach aussen. er hatte sie also nicht registriert.
nach einer weile begab sie sich langsamen schrittes zur treppe. stieg sie ebenso langsam hinauf, hebte ihren blick nicht einmal, als sie den wartenden fuchs der garde passierte.
sollte er nach ihm sehen...
sie schien mit ihren versuchen zu helfen nur das gegenteil zu erreichen...
es regnete in strömen als sie auf ihr pferd stieg.
dieses wusste schon wohin, ohne dass sie auch nur einmal an den zügeln ziehen musste.
sie hätte ohnehin nicht die kontrolle über das pferd wahren können, kraftlos, wie sie im sattel hing. die langezogenen rythmischen laufbewegungen des pferderückens liessen sie hin und her wanken.
der regen fraß sich durch ihre kleidung, liess ihr haar noch strähniger erscheinen als sonst. wild hing es ihr ins gesicht, verdeckte ihren leeren, ausdruckslosen blick.
sie musste klar im kopf werden.
das pferd trottete mit ebenso hängendem kopf und nasser zerzauster mähne den matschigen weg entlang, lief dorthin, wo es immer hinlief...
_________________
|