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 Betreff des Beitrags: Der Ruf des Hetmanns
BeitragVerfasst: 4.06.02, 23:06 
Altratler
Altratler
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Wandeltag, 2. Dular ( 2. April 2002 ) Tag 1

Es kam ihr wie eine halbe Ewigkeit vor, bis Siebenwind außer sichtweite war, aber in Wirklichkeit waren es nur wenige Minuten. Das Westhever Becken hatte das Drachenboot längst passiert und die Insel war schon mit dem bläulich schimmernden Meer verschmolzen. Dennoch konnte Thara ihren Blick nicht abwenden. Sie stand am Heck des Schiffes, ihren Falken Munin auf der Schulter und der Wind zerzauste die blonden Locken. Das Nortraven Dorf war ihre Heimat geworden und sie wusste nicht, ob sie je wieder lebend einen Fuß auf diese Insel setzen würde, ganz zu schweigen von der Vorstellung, nie wieder Arlan umarmen zu können. Ihr schauderte dieser Gedanke und sie versuchte, ihn schnell beiseite zu drängen. Irgendwie war er die letzten beiden Tage merkwürdig geworden, so kalt und abweisend. Ihr Eindruck wurde durch die letzte halbe Stunde in Westhever nur verstärkt. Sie hätte sich wahrlich gewünscht diese paar Minuten vor der Abfahrt mit ihm allein sein zu können doch seine Ratsaufgaben gingen eben vor...

Sie wandte dem Meer den Rücken zu und lies ihre Blicke über das Drachenboot schweifen. Ein 3 Master, die Segel wurden vom Wind aufgebläht und das Schiff machte gute Fahrt. Eydis hat es wohl eilig uns in Endophal zu sehen. An Bord war reges Treiben, Matrosen kletterten in den Wanten herum und der scheinbar erste Maat des Schiffes brüllte Befehle in den Wind, Thara war sich sicher, das die Seeleute auch ohne die Anweisungen des Maats wussten, was sie tun sollten.
Ihr Blick wanderte weiter und blieb bei einer Gruppe Berserkern hängen. Jeder einzelne Bärenmaskenträger überragte sie mindestens um einen Kopf. Ob Kelthwen wohl auch in Endophal ist?
Einer der Berserker drehte den Kopf zu ihr, er war gut über 40, hatte ein narbiges Gesicht, das teils von den blonden Haaren und dem zotteligen Bart verdeckt wurde. Er grinste breit und schritt mit festem aufrechtem Gang auf sie zu. Die Bärenmaske trug er stolz auf seinem Haupt. „Noch ein Weib hier an Bord, das lob ich mir!“ er schrie seinen Kameraden zu „schmeißt Hjun aus der Kombüse, jetzt haben wir 2 Frauen auf dem Schiff die mit Sicherheit besser den Kochlöffel schwingen, als dieser Bastard! Willst du uns den Vogel heute Abend zu essen servieren?“ er deutete auf ihren Falken. Die Berserkermeute grölte. Thara wandte den Blick auf die See um ihm dann im selben Moment mit kalten Augen anzustieren „Deine Freundin Fynia wird bestimmt noch eine Hand brauchen, die beim Kartoffeln schälen hilft!“ fuhr er fort. „Das einzige, das ich schälen werde ist dein Gemächt, das ich dir vorher eigenhändig abschneide, wenn du dein verdammtes Maul nicht hältst!“ diesmal hatte Thara die Lacher auf ihrer Seite und erntete einen erbosten Blick des Berserkers. „Ist das die Art einem Berserker Respekt zu zollen? Red gefälligst mit mir so wie es mir gebührt! Ich, Ulf Falkjion, bin seid 20 Jahren Berserker im Zeichen Halgirs und ich verbiete einen solchen Ton gegenüber einem Berserker!“ „Ich rede so wie ich will, wann ich will, mit wem ich will und ich entscheide selbst wer meinen Respekt verdient und wenn du 20 Bärenmasken auf dem Kopf trägst!“ entgegnete sie trocken. Ulfs Augen verzogen sich zu schmalen Schlitzen die kampfeslustig funkelten. „Mal sehen ob du genauso gut kämpfen kannst, wie frech sein!“ er zog die Axt von seinem Rücken und hielt sie mit beiden Händen drohend vor sich.

Die an Deck befindlichen Nortraven hatten ihre Arbeit niedergelegt und guckten neugierig auf Ulf und Thara. Von den Westhever Nortraven konnte sie keinen erkennen. Sie warf den rot gefärbten Umhang auf die Planken neben ihren Rucksack und zog in einer fließenden Bewegung einen von den zwei überkreuzten Säbel vom Rücken. Vom Zug der Waffe aufgescheucht flatterte der Falke auf einen Masten hinauf. Die umherstehende Menge wich ein paar Schritte zurück um nicht in den drohenden Kampf verwickelt zu werden. „Bereit Weibsstück?“. Thara stellte ein Bein nach vorne, hielt den Säbel mit der rechten Hand dicht vor ihrem Gesicht und winkte Ulf mit der linken nahezu spielerisch heran. Dieser lies sich die Geste nicht noch einmal zeigen und stürmte mit einem wilden Kampfesschrei auf sie los. Thara riss den Säbel in die Luft und staunte nicht schlecht als die hinunterrasselnde Axt den Säbel in 2 Teile zerlegte. Was für ein Schlag... Sie warf den Griff weg und blickte in Ulfs breit grinsendes Gesicht „Na Weib, entschuldigst du dich nun?“ Die Menge johlte „Nicht mal wenn Thjarek jetzt herabsteigen würde und es mir befiehlt!“ keuchte sie und griff nach dem andern Säbel. Ein Raunen ging durch die Menge und für einen Moment war es so still auf dem Schiff, das man die Wellen gegen das Boot prallen hören konnte. Dich nicht erwischen lassen, er ist stark, aber langsam.
Erneut stürzte sich Ulf auf sie, wie ein Wolf auf ein lahmendes Reh, doch das war Thara keinesfalls und drehte sich geschwind zur Seite. Ulf stürzte ins Leere und die Axt bohrte sich in die Planken. Thara stand hinter ihm und trat ihm mit dem Stiefel gegen die Arschbacke. Ulf fiel nach vorne, konnte sich aber gerade noch vor einem blamierenden Sturz auf den Boden retten. Wütend fuhr er herum, und die Zornesröte lies sein Gesicht leuchten wie eine reife Tomate „Dir werd ich es zeigen, Miststück!“ er ließ die Axt stecken und rannte mit geballten Fäusten auf Thara zu. Noch ehe sie ihren Säbel zur Seite werfen konnte um einen waffenlosen Kampf nicht zu gefährden rammte ihr Ulf die Schulter in den Magen und riss sie zu Boden. Uff...
Hilflos lag sie auf den Planken und rang nach Luft, während Ulf keuchend wie ein Bulle sie am Boden hielt, sie fühlte sich von Tonnen begraben und nicht in der Lage sich zu bewegen. Er hob seine Faust und holte aus, doch noch bevor sie in Tharas Gesicht landen konnte, wurde Ulf von ihr runtergezerrt. Glück gehabt. Sie erkannte Leif und einen andern Berserker wie sie Ulf weg zogen. Leif wandte sich mit bösem Gesichtsausdruck zu ihr: „Mach mir keinen Ärger Weib, sonst schmeiß ich dich persönlich ins Meer und du kannst nach Wattwürmern Ausschau halten!“ noch ehe sie etwas entgegnen konnte, hatte Leif ihr den Rücken gekehrt und erkundigte sich bei Ulf nach dem Vorfall.

Die Sonne versank im Meer und Asgorn bahnte sich seinen Weg durch die sternenklare Nacht. Das Drachenboot glitt ruhig über die See und ein leichter Wind hielt die Segel straff. Wäre sie nicht so erschöpft von dem Kampf gewesen hätte sie wohl noch eine halbe Ewigkeit den Einklang von Thjarek und Eydis bewundert. Sie schnappte sich ihren Umhang und den Rucksack und schlenderte auf den momentan Befehlshabenden an Bord zu. „Gibts hier noch irgendwo ne freie Hängematte?“ fragte sie den bärenartigen Nortraven, dessen Zähne schon lange keine Pflege mehr gehabt hatten. „ Der Kapitän Oljaf hat gesagt, das die Nortraven aus Westhever bei den Seemännern mit schlafen, ne Weiberkabine gibts net!“ er deutete auf den hintersten von den 3 Niedergängen beim Heck des Schiffes. „der mittelere Niedergang führt in den Frachtraum und der vorderste zu den Schlafplätzen der Berserker, also Mädel verirr dich bei Thjarek net in den, der Ulf rupft dich wie ein Huhn.“ fuhr er mit seine Brummstimme fort. Thara verspürte nicht im geringsten die Lust noch einmal unter Ulfs massiven Körper zu geraten und verschwand im besagten hinteren Niedergang.
Sie kämpfte sich ihren Weg an schnarchenden Seemännern vorbei zu einer leerstehenden Hängematte. Es roch nicht gerade angenehm und hier und da quiekten ein paar Ratten auf, die sich beim durchschreiten des Raumes gestört fühlten. Langsam lies sie sich in die Hängematte gleiten und nicht all zu lang lies der Schlaf auf sich warten.





Tag 2

Heftiges Trampeln über ihr weckte Thara an diesem Morgen. Müde schaute sie sich im Raum um. Die meisten Hängematten waren leer. Eilig schlüpfte sie in ihre Lederhose und zog sich ein kurzes Hemd über. Aus dem hinteren Teil des Raumes drang ein lüsternes Grunzen. Thara brauchte sich nicht um zu drehen um zu wissen, das es da einen gab, der sich gewünscht hätte, damit sie mit dem Umziehen nicht so schnell fertig war. „Machs dir selber!“ rief sie ohne dem Mann einen Blick zu zu werfen. Sie zog ihre schwarzen Stiefel an und stapfte mit schweren Schritten an Deck.
Der Wind blies ihr ins Gesicht und die Sonne blendete sie für einen Moment. Es herrschte reges Treiben und jeder hatte alle Hände voll zu tun. Berserker waren noch nicht zu sehen. Munin saß an einer einigermaßen windgeschützten Stelle und putzte sich sein Gefieder.
Sie wickelte sich Arlans schwarzes Kopftuch um und marschierte mit festem Schritt auf den Mann zu der wild Befehle verteilte. „Ich will mich nützlich machen!“ sagte die Blondine zu dem Herumschreier. Dieser beäugte Thara etwas skeptisch und blieb mit den Augen an ihren muskulösen Oberarmen hängen „Wir sind hier auf einem Schiff Mädchen! Du könntest dir einen Nagel abbrechen!“ „Ich hab 18 Jahre meines Lebens auf einem Drachenboot verbracht, keine Sorge, ich weiß wie ich gute Arbeit verrichten kann ohne mich um meine Nägel sorgen zu müssen!“ Der Befehlshaber verkniff sich ein zufriedenes Grinsen „RAFF!“ brüllte er einen braungebrannten, jungen Mann heran. Raff war etwa Anfang 20, hatte kurz geschorene Haare und es scheinbar noch nicht nötig sich zu rasieren. Er entsprach nicht unbedingt dem typischen nortravischen Mannsbild vom Gesicht her. Er war etwa 2, 15m groß. Sein Körper strotzte nicht gerade vor Muskeln, aber dennoch konnte man erkennen das er nicht schwach war. „Setzt ein weiteres Segel ihr beiden, und Raff, pass auf, dass das Weib nachher wieder heil auf den Planken steht.“ er wandte sich ab und schrie ein paar herumstehende an, sie sollten ihre Ärsche bewegen.
Raff lächelte sie leicht mit seinen blaugrauen Augen an. Durch die kurzgeschorenen Haare konnte man eine lange Narbe erkennen, die quer über seinen Hinterkopf verlief. „Können wir, Thara?“ „Woher kennst du meinen Namen?“ entgegnete sie seiner Frage „Denkst du irgendwer hat gestern die Auseinadersetzung mit Ulf und dir nicht mitbekommen?“ „Mir egal!“ murrte sie und kletterte flinke wie ein Äffchen in die Wanten. Raff hatte Mühe ihr zu folgen. Obwohl sie seit fast 2 Jahren nicht mehr auf einem Schiff gearbeitet hatte, waren ihr die Aufgaben noch bekannt und wurden mit einer Leichtigkeit erledigt über die manch anderer an Bord nur staunen konnte. Eine Hand zum Festhalten, die andere zum Arbeiten und wenn es die Situation zu lies mit beiden Händen schuften.

Es war spät am Nachmittag. Thara hatte sich in den Schatten eines Niederganges gesetzt und gönnte sich ein paar Minuten Pause, nachdem sie den ganzen Tag in den Wanten herumgeklettert war. Oljaf und Ulf kamen aus dem Niedergang und unterhielten sich. Da sie luvseitig standen hatte Thara keine Probleme damit ihre Worte zu verstehen.
„Wie viel Tage haben wir noch vor uns Oljaf?“ fragte Ulf. Oliaf warf einen Blick in die aufgeblähten Segel „Wenn Eydis uns weiterhin so einen guten Wind schenkt so an die 20 Tage, vielleicht ein paar mehr oder weniger.“ „Gut, dann haben wir noch etwas Zeit bis zur Ankunft in Orah-Ahii.“ mit schweren Schritten stapften die beiden in Richtung Bug. Thara verputzte den letzten Bissen ihres Brotes und hielt nach Raff Ausschau.



Tag 4

Wolken schoben sich vor die Sonne und verdunkelten den blauen Himmel. Es begann leicht zu tröpfeln, aber dennoch war es so warm, das viele der Seemänner oben ohne herum liefen.
„Meinst du ein Sturm kommt auf?“ Raff warf ihr ein Seil zu, dass Thara behände auffing. Sie warf einen skeptischen Blick gen Himmel und rümpfte die Nase. „Die Wolken verziehen sich wieder genauso schnell wie sie gekommen sind, nichts schlimmes.“ Sie zurrte das Seil fest, hangelte sich zu Raff und lies sich neben ihm nieder. „Noch nicht lang auf einem Schiff, was?“ „Um genau zu sein, ja. Das ist die erste Schiffsreise, die ich als Seemann mitmache.“ er zog die Füße auf den Masten, auf dem die beiden saßen. „Eigentlich bin ich Krieger,“ fuhr er fort „aber waren zu wenig Seemänner mit auf dem Schiff, deshalb hat man mich für die Überfahrt umfunktioniert. Schaden tut es auf jeden Fall nicht ein bisschen Ahnung mit Booten zu haben“ er deutete zu 3 Berserkern, die auf dem Achterdeck herum standen „Eines Tages will ich auch mal einer werden.“ sagte er mit einem verträumten Ausdruck in den Augen. Thara rümpfte erneut die Nase „Nur weil sie einen Bären auf dem Schädel tragen, sind sie nichts besseres als alle andern!“ murrte sie. Raff sah sie verständnislos an, noch ehe er etwas entgegnen konnte wurde ihr Gespräch von Oljaf unterbrochen.
„Wenn ihr faul herum sitzen wollt, dann ab ins Krähennest. Ischel hockt schon seit 13 Graden da oben drin und ihm fallen bald die Augen zu!“ Gesagt getan, flink wie eine Katze erklomm sie den mittleren Mast und verscheuchte Ischel aus dem Toppsgast, der nahm es ihr alles andere als übel und kletterte die Strickleiter hinab.

Wie Thara es prophezeit hatte, strahlte die Sonne nach einiger Zeit wieder auf das Drachenboot und brachte die Männer ins schwitzen. Sie döste gemütlich im Ausguck vor sich hin und lies Raff die scheinbar endlose See beobachten. Was ihr nicht auffiel war, dass Raff eher sie beobachtete als das Meer.

In Gedanken war sie in Westhever, in Arlans Armen gekuschelt lauschte sie, wie sich der volltrunkene Volstagg über irgendwelche Darmausscheidungen lustig machte. Mundril saß in der Ecke der Taverne und stopfte sich ein ganzes Spannferkel rein. Aus der Schmied erklang Brours Hammer, der krachend das Eisen formte. Ein leises kichern von Rica und Nora während Volstagg ausgiebig von dem Zwergen in seinem Hintern berichtete, der ihm zu den unangenehmen Düften verhalf. Bjormir, der Skizzen zum Haus der Seedrachen anfertigte und sich gar nicht von Rahallas und Kagorns verliebtem Flüstern ablenken lies.
Was zum Henker hatte sie geritten das alles aufzugeben, vermutlich nie wieder mitzuerleben? Jetzt saß sie hier auf dem Weg nach Endophal, in einen Krieg, bei dem sie nicht wußte, wer der Feind war. Die Galadonier? Möglicherweise hatten sie einen Krieg provoziert und lassen es in ihren Schmierblättern so aussehen, als hätten die Zwerge damit angefangen. Im Endeffekt war das auch egal, die Zwerge hatten die Nortraven mit in den Krieg hineingezogen, als sie diese angriffen. Und dafür werden sie bluten. Hätte der Hetmann doch diesem Gala Pack niemals unsere Schiffe zur Verfügung gestellt. Schon einmal tat er dies, und die Galadonier versprachen dafür eine Autarkie, das Norland sollte zum größten Teil seine Freiheit wieder erlangen.
Doch noch Jahre später, nachdem Armgard Torbenson für den König die Nordwind gebaut, und sogar Siebenwind damit für Galadon entdeckte, befanden sich galadonische Truppen im Norland und sprachen den Nortraven ihre Freiheit ab. Frauen wurden weiter geschändet, Kinder ermordet und jeder der nicht Bellum zum Gruße sagen wollte, der Kopf abgeschlagen.
Und was hatte der Hetmann daraus gelernt? Anscheinend nichts! Er gab diesen ehrlosen Kaklapn wieder unsere Schiffe. Freiheit für Nortraven wird es erst geben, wenn kein Galadonier mehr über Tare wandert!

Sie zog Arlans Kopftuch tiefer ins Gesicht, zum einen um ihre Augen vor den blendenden Sonnenstrahlen zu schützen, zum andern um Arlans Geruch in sich aufzunehmen. Sie hatte das Gefühl seid Wochen von ihm getrennt zu sein, dabei waren es erst 4 Tage.
Raff grinste sie an „Wieder wach?“ „Ich hab nie geschlafen!“


Tag 20

Ihre blauen Augen funkelten in der gleißenden Sonne, Schweiß rann über ihre Stirn und der Fahrtwind des Bootes versprach kaum Kühlung. Raff saß neben ihr auf dem Masten und fuhr sich mit dem Handrücken über die Nase „Verdammte Hitze!“ knurrte er und entblößte seinen verschwitzten Oberkörper. Die letzten Tage waren mit gähnender Langsamkeit verstrichen und jede Meile, die das Schiff zurück legte, brannte die Sonne schlimmer auf der Haut. Eine Zumutung für jeden Nortraven.
Die Fahrt war recht ruhig verlaufen, ohne größere Komplikationen. Um eine weitere Konfrontation mit Ulf zu vermieden kletterte Thara meist in den Wanten herum oder machte es sich auf einem Masten gemütlich. Raff wich höchst selten von ihrer Seite und Thara konnte nicht behaupten, dass seine Anwesenheit sie störte. Im Gegenteil. Er konnte richtig unterhaltsam sein und vertrieb ihr die Zeit etwas.
Unter ihnen eilten die Nortraven hin und her. Thara konnte Cabal ausmachen, wie er seine Waffe schärfte. Dietger und Kurga standen mit ein paar Berserkern herum und Hrolf unterhielt sich angeregt mit einem stämmigen Blonden. Oljaf schlenderte aus dem mittleren Niedergang zu seinem Steuermann. Er wechselte ein paar Worte mit Mondian und richtete dann seine Stimme an die Nortraven. Mittlerweile hatten sich alle auf dem Schiff befindlichen Leute an Deck versammelt und das Gerede verstummte.
„Eydis hat uns die gesamte Fahrt über guten Wind beschert und die Küste Endophals ist nicht mehr weit, überprüft eure Ausrüstung, gegen Abend werden wir ankommen!“ Er rief einen großen dicken Nortraven zu sich „Panteri, verteil das unter den Leuten, das soll vor der senkenden Sonne schützen, der wir ausgeliefert sein werden.“ Oljaf reichte ihm einen großen Korb gefüllt mit kleinen Fläschchen. Panteri tat wie ihm geheißen und verteilte die Fläschchen an die Mannschaft. „Ich hol uns welche.“ Raff kletterte vom Masten und lies sich welche aushändigen. Im Nu saß er wieder neben ihr. Oljaf richtete wieder das Wort an die Nortraven „Ach ja, bevor ich es vergesse, trinkt das Zeug nicht, es schmeckt ekelhaft und gehört auf die Haut geschmiert.“ Oljaf wandte sich wieder zu Mondian und fuhr dann mit seiner Rede fort „Wir l

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„Probleme können nicht von den Personen gelöst werden, die diese erst verursacht haben.“


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