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 Betreff des Beitrags: Mirons Geschichte
BeitragVerfasst: 12.06.02, 23:03 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 9.12.01, 02:53
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Wohnort: Recklinghausen
Es knarrte.
Miron schaute sich um. Er saß gerade in einem Zimmer an seiner kleinen Truhe.
Er war gerade erst 15 Jahre, aber er werkelte schon an der kleinen Truhe, die ihm selbst gehörte, herum um sie ohne Schlüssel aufzubekommen. Hinter ihm tauchte sein Vater auf.
„Na, Jungchen? Versuchst du es immer noch?“, grinste Gernot ihn an. Miron nickt nur kurz und machte weiter. Er wusste so ein knarren könnte ihn später den Kopf kosten, wenn er es unbeachtet lassen würde. Gernot wusste das auch und kam immer wieder heimlich vorbei um seinen Sohn daran zu erinnern. Er schaute den kleinen Miron zu, wie er sich an dem Schloss zu schaffen machte. Miron war noch sehr ungeschickt mit seinen kindlichen Händen. Er hatte von seinem Vater gesagt bekommen, er solle dieses Schloss versuchen zu knacken, so versuchte er es. Es machte ihn ja auch Spaß. Er kam ja auch beim knacken des Schloss dahinter, was für Gedanken sein Vater nachhing. Die beiden waren nie sehr reich. Man kann noch nicht mal von einer normalen Bürger sprechen. Sie waren Arm. Sehr Arm. Mirons Vater ging Morgens los und kam Abends wieder. Miron wusste nicht genau was sein Vater machte. Im Prinzip war es ihm egal. Er stellte aus Klugheit schon keine Fragen mehr. Er lernte schnell, wann man den Mund zu halten hatte. Er musste sich schon oft Prügel von seinem Vater gefallen lassen. Vorzüglich war es deswegen, weil Miron fragte warum die ganzen Dunklen Gestalten hier ein und ausgingen, in ihrer Holzbaracke. Miron verstand es so schnell keine unnötigen Fragen zu stellen. Er war generell kein herzensguter Mensch, genauso wie sein Vater eben. Er mied die anderen Kinder. Er hasste sie sogar. Sie hatten mehr Geld und waren besser gekleidet, als er. Zwar war Papin-Stadt eine reiche Hauptstadt, aber es gab natürlich Armenviertel. In eben einer diese Elendsviertel lebte Gernot mit seinem Sohn Miron. Die beiden sind von eher schmächtiger Natur, deshalb waren sie auch keine guten Landarbeiter. Sie waren auch zu schmutzig um irgendwie Arbeit in einer Taverne zu bekommen. So hat sich Gernot einer kleinen Diebesgilde angeschlossen und versichert sein Sohn werde ein nützlicher Schlösserknacker werden.

Sein Vater schrieb ihm eigentlich nichts vor. Er sollte nur keine dummen oder einfach nur zu viele fragen stellen. Er hatte mit der Religion nie viel am Hut. Er hörte das Bellum ein Gott der Gerechtigkeit sei. Das wäre kein Gott den er anbeten könnte. Er ist zwar den Vieren gläubig, aber entschied sich nur ab und zu Vitama ein Gebet zu schenken.

So hatte sich die Gilde der Diebe sich Mirons angenommen. Miron kam sehr gelegen. Er bekam die Aufmerksamkeit die ihm gebührte. Er wurde ordentlich im Umgang mit dem Dolch gelehrt, um sich eventuell Zeugen vom Hals zu schaffen, falls er erwischt werden sollte. Er lernte effektiv mit dem Dolch zu kämpfen und ihn gut zu verstecken unter seiner Kleidung. Somit ist er dann bis zum 18 Lebensjahr hier und da im Vorgehen eines Schlösserknackers und Einbrechers geschult worden. Er lernte, wie man sich leise bewegt und sich auch, wenn nötig, fast unsichtbar zu machen. Er machte sich eigentlich keine Gedanken darüber, warum er nicht gelehrt wurde Schlösser zu knacken. Die Diebesgilde war nämlich der Meinung erst den schmächtigen Jungen gehörig in der Kunst des Dolches zu lehren, um ihn nicht gleich wieder zu verlieren, wenn er erwischt werden würde.

So kam es dann, das er mit 21 Jahren für reif gehalten wurde, endlich in die Kunst des Einbruchs eingeweiht zu werden. Er wurde einem Meister-Einbrecher bei Seite gestellt, der ihm die Tricks und Kniffe zu zeigen, die man zum Einbrechen und Schlösserknacken braucht.
Miron lernte einige Wochen mit dem Meistereinbrecher und er bekam eigens angefertigte Dietriche zum Einbrechen und Schlösserknacken. Er lernte so einiges und war somit unterer Durchschnitt. Die Diebesgilde war bereit Miron zu Prüfen. Miron ging mit dem Meister los und sie hatten sich schon ein Ziel ausgemacht: Ein kleines Haus eines reichen Händlers.
Diese Händler sind sehr unaufmerksam und dekadent, wurde Miron erzählt. So machten sich die beiden auf den Weg dorthin. Zu ihrem Glück war das Haus weit ab von anderen Häusern und sie konnten es somit bestimmt gut ausnehmen.

Sie gelangten am Haus an. Sie hatte vor im Zweiten Stock einzubrechen. Sie nahem extra für dieses Vorhaben Wurfanker mit. Sie warfen diese aus. Direkt auf den Balkon. Miron dachte sich schon, sie können keine schweren Dinge stehlen. Es würden wohl Schmuck oder Dukaten sein. Er wusste es nicht genau. Miron hatte auch nicht nachgefragt. Das machte ihn auch so beliebt. Die Gilde schätzte es, dass Miron nicht viel nachfragte.
Sie erklimmten also den Balkon und standen vor einer großen Tür.
„Dann behaupte dich mal, Miron“, herrschte der Meistereinbrecher den jungen Mann an. Der Meister war immer barsch in seiner Tonwahl. Er mochte Miron nicht. Das spürte Miron schon immer, aber er lies es auf sich beruhen, da er viel von dem Meister lernte.
So machte sich dann Miron schweigend an das Schloss und erinnerte sich an die vielen Lektionen, die er gelernt hatte und griff instinktiv nach den Diebeswerkzeugen und knackte schnell die einfache Schlossvorrichtung. Der Meisterdieb nickte nur schroff und sie gingen in das Zimmer.

Der dicke Glombo, der reiche Händler und Besitzer schlief schnarchend. Seine Frau wurde durch ein Poltern in der zweiten Etage geweckt. Sie weckte ihren Mann, der darauf ein grunzen von sich lies und aufstand. Er hatte keine Lust mehr auf dieses schreckliche Weib. Immer ist Sie so schreckhaft, dachte er. Er torkelte also nach oben mit einem Kerzenhalter.
Er hörte Stimmen und nahm sich sofort seinen Knüppel aus dem Wandschrank.

„Meinst Du wir haben die Besitzer nicht geweckt?“, raunte Miron seinem Lehrer zu. Der Meister herrschte ihr darauf an: „Stell’ nicht solche Fragen. Der Händler ist ein fettes und faules Schwein. Er würde sich nie hier raufbewegen und sein Weib ist zu Schreckhaft und zu Ängstlich, also wird sie kaum hier hochkommen und uns Ärger machen.“
Miron schien diese Antwort zu beruhigen. Er folgte so dann seinen Lehrmeister der zielstrebig auf ein Wandbild zuging. Der junge Kerl folgte ihm auf den Fuße. Der Lehrmeister nahm das Bild ab und Mirons Augen enthüllten sich ein Hohlraum mit einer goldenen kleinen Kiste darin. „Diese werde ich Knacken, Miron.“ Flüsterte der Lehrmeister, „sorg du dich um den restlichen Schmuck in den kleinen Kästchen.“
Gesagt getan.....
Miron machte sich an den Schmuck ran und steckte alle glitzernden Dinge ein, die er sah.
Derweil hat sich der alte Lehrmeister an die Kiste zu schaffen gemacht.
Der alte Haudegen nutzte all sein Können aus um das Schloss der Kiste zu knacken.

Die Treppe quietschte.
Glombo schwitzte am ganzen Leib. Es war zwar nicht warm, aber der dicke Händler hatte Angst. Ja es war Angstschweiß, obwohl er auch durch seine Körpermasse recht angesehen war. Er war nicht gerade klein und sein dicker Schmerbauch enthüllte doch eine recht große imposante Person.
Aber Diebe, das war nicht sein Fall. Er fürchtete sie. Glombo hat schon einiges von seinen Händlerkollegen gehört, was ihn nur umso mehr beunruhigte.
Endlich kam er schnaufend oben an. Er hielt den Kerzenhalter weiter hoch um etwas zu sehen.
Der dicke Händler kniff die Augen zusammen.
„Ist da wer?“, rief Glombo unsicher.

Miron zuckte zusammen.
Hat da etwa der Hausbesitzer gerufen. Er vernahm den Ruf sehr nahe von der anderen Seite des anderen Zimmer auf.
„Lass uns verschwinden!“, zischte Miron in Richtung seines Lehrmeisters. Dieser murmelte nur zurück: „Ach was, die Kiste muss ich knacken. Koste es was es wolle.“
Miron spürte Wut in ihm aufkommen, „Jetzt komm schon du Narr. Musst du erst in den Astreyon starren, bevor du begreifst? Der Händler ist hier!“, rief er schon halblaut.
Glombo nahm all seinen Mut zusammen und rief: „Los zeigt euch! Ich schlag euch nieder und ihr kehrt in den Kerker ein!“
Es war eigentlich nur eine hohle Drohung. Glombo hatte nicht wirklich vor sich auf einen Kampf mit irgendwelchen zwielichtigen Dieben oder Einbrechern einzulassen.
Doch Miron hatte es gereicht. Er rannte laut polternd los. Er rannte zum Balkon. Der Dummkopf von seinen Lehrmeister war immer noch da. Sollte doch der verdammte Schwarze Mond ihn auf ewig bescheinen und verfolgen, dachte sich Miron. Er nahm das eine Seil und warf es runter und nahm sich das andere und schwang sich nach unten. So verschaffte sich Miron eine Menge Zeit. Der dritte Tagzyklus würde bald anbrechen. Er musste sich so schnell wie möglich von dem Anwesen entfernen. Seinen Lehrmeister würde man schnappen, da war sich Miron sicher.
Der junge dunkel gekleidete Mann lachte grimmig in sich hinein. Er hatte eine gute Beute gemacht.
Miron machte sich mit dem erbeuteten Schmuck auf in die Hafenregion von Papin-Stadt.
Er verkaufte den Schmuck an einen zwielichtigen Händler aus Endophal.
Miron wurde das Gefühl nicht los, dass der Endophali ihn übers Ohr gehauen hat, aber er konnte halt den Schmuck nicht mitnehmen. Er wäre Gefahr gelaufen erwischt zu werden und dann noch den Schmuck bei sich zu haben, das Risiko konnte er nicht eingehen. Zudem war noch der Bund der Diebe ihn wahrscheinlich im Nacken. Er hätte sich schon längst melden müssen, aber er hat seinen Lehrmeister verraten und das würde ihm das Leben kosten, würde der Bund der Diebe ihn in die Hände bekommen.
Also machte er sich schleunigst auf den Weg, um diesen ehemaligen Kumpanen nicht in die Hände zu fallen, nach Siebenwind.
Der Endophali hatte ihn von dieser Insel erzählt. Sie sei vollkommen sicher, meinte der dunkelhäutige kleine Mann.
Also heuerte Miron in der Hafenanlage an einem kleinen Boot an und lief noch am selben Tag aus. Er konnte nichts riskieren.

Er schrubbte Tage und Wochen das Deck und hörte den Fischern und dem Kapitän zu, wie sie von Siebenwind erzählten. Er hielt nicht viel von diesen Seemännern. Sie stanken nach Fisch und hatten eine komische Aussprache. Er mochte generell Leute nicht die viel sprachen und Geld hatten.
So musste Miron das Geschwafel und Seemannsgarn, wie der Kapitän es nannte, vier lange Wochen lang über sich ergehen lassen.
Nach den vier Wochen kam er an. Er stieg vom Schiff und schaute sich um.
Er suchte ein Schild an dem er sehen konnte in welcher Stadt er von Siebenwind ankam.


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