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*ein äußerst sauber beschriebenes Pergament erreicht die Ritterschaft*
Werter Sire Talliostro Barnabas,
werter Sire Hegtor von Garlon,
ein beschämendes Ereignis, welches mir am heutigen Tage widerfahren ist, zwingt mich dazu Euch dies Schreiben zu senden.
Am 13. Triar wurde ich Zeuge einer großen Menschenansammlung vor dem Eingang zur städtischen Kanalisation zu Rohehafen. Vertreter der Ritterschaft konnte ich nicht ausmachen, jedoch die sehr tüchtige und pflichtbewußte Rekrutin der Stadtwache Donna. Da sie die Lage unter Kontrolle zu haben schien, zog ich weiter.
Nur wenige Minuten waren vergangen, als ich in Begeleitung des ehrenwerten Stadtanwaltes Lario Anderus erneut an der genannten Stelle vorbeikam. Wir konnten feststellen, dass sich die Versammlung aufgelöst hatte. Jedoch lag vor dem Eingang eine verletze Dame, welcher schon von einem Heilkundigen geholfen wurde. Von diesen erfuhren wir, dass sich (Zitat) ''eine ganz Horde'' in die Kanalisation aufgemacht hätte.
Sicher werdet ihr mir zustimmen, dass es meine Stellung als Stadtrichter des Rohehafener Bezirkes erforderlich machte, den Sachverhalt näher zu untersuchen. Deshalb beschloß ich mit meinem Stadtanwalt die Lage in der Kanalistion vorsichtig in Augenschein zu nehmen.
Sogleich, als wir in die Kanalisation hinab gestiegen waren, stießen wir auf Bürgermeister Sterngriff. Auch er erkundete mit sorgenerfüllter Miene die Lage. Alsbald kam uns ein Krieger entgegen, welcher Tiefenbacher Abzeichen trug. Er berichtete kurz von einem Kampf, in dem er ''die anderen'' unterstützt hätte.
Wir beschlossen daraufhin, weiter vorsichtig in das Gewölbe vorzudringen.
Nach kurzer Strecke trafen wir auf einige Krieger. Unter ihnen die Rekrutin Donna, welche mir vorbildlich Bericht erstattete.
Wenige Augenblicke später kam der Knappe Augustin hinzu. Er sprach uns in schroffem, respektlosem und beleidigendem Ton an, woraufhin ich mich höflich vorstellte. Er sah sich jedoch nicht in der Lage in sachlichem Ton die Lage zu erklären, sondern forderte uns auf die Kanalisation zu verlassen. Dabei zog er in abfälligster Weise über mich und meinen Stadtanwalt her. Genauso wenig Respekt brachte er dem ehrenwerten Bürgermeister Sterngriff entgegen.
Ohne ersichtilichen Grund drohte er gar damit meinen Stadtanwalt festzunehmen. Ein solches heißsporniges, willkürliches Verhalten war in der Situation unangemessen und zeugt von mangelnder Abgeklärtheit oder gar Überforderung. Ein hinzugekommener zweiter Knappe zeigte hingegen keine Reaktion.
Überaus erstaunlich erschien es mir außerdem, dass der Knappe Vertretern der Tiefenbacher Wache oder auch Mitgliedern der löblichen Vereinigung Custos Neutralis mehr Rechte zugestand als meiner Wenigkeit.
Um den Knappen nicht weiter unter Druck zu setzen, zogen wir uns schließlich freiwillig zurück. Leider mit dem Wissen, unsere vom Baron übertragenen Aufgaben nicht in einer angemessenen Weise erfüllt zu haben, da wir daran gehindert wurden.
Ich weise ausdrücklich daraufhin, dass gem. §6 Abs. II Vertreter des Kleinen Strafgerichtes Durchsuchungen nach Gutdünken durchführen können. Desweiteren kann es nicht im Sinne einer starken Gerichtsbarkeit sein, wenn deren Mitglieder wie beschrieben vor den Augen anderer in solchem Umfang gemaßregelt werden.
Persönlich enttäuscht bin ich über die Tatsache, dass ich auch als Mitglied der Faeri Jassavia, welch schon mehrmals gemeinsam mit der Ritterschaft in die Schlacht ziehen durfte und Seite an Seite gekämpft hat, derart schäbig behandelt wurde. Dies wird dem bisherigen Verhältnis in keinster Weise gerecht.
Ich bitte Euch die Angelegenheit zu prüfen und bin mir sicher, dass ihr weise und gerecht die erforderlichen Maßnahmen ergreifen werdet.
Gerne stehe ich jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.
Für eine kurze Antwort wäre ich äußerst dankbar, da mich der Vorfall doch zutiefst erschüttert hat.
Ich verbleibe mit respektvollem Gruß.
Mögen die Viere über Euch wachen.
gez.
Samir Baroni
-Stadtrichter zu Rohehafen-
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