Siebenwindhomepage   Siebenwindforen  
Aktuelle Zeit: 11.05.26, 10:13

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Die Invasion
BeitragVerfasst: 31.07.02, 23:36 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 11.12.01, 12:05
Beiträge: 1201
Wohnort: Weiten des Irrsinns
Nun ist es wohl an der Zeit, Licht in das Dunkel zu bringen. Niederzuschreiben, was heute, am diesen wohl verhängnisvollen Tage geschehen ist.
Nicht kann ich behaupten, dass ich all die Dinge wirklich verstehe, oder sie verarbeitet habe – nein, jetzt wohl noch nicht – aber trotzdem muss ich es niederschreiben, solange die Erinnerung noch frisch ist.

Ich war heute früh auf, da ich Nordre versprochen hatte, sein altes Rüstlager einzuschmelzen, so er genug Material hat, neue, bessere Rüstungen anzufertigen. Nun, so stand ich schon zu früher Stunde an der Esse vor der Donnerschmiede und arbeitete. Zuerst traf ich Bruder Kentor an, welcher mir kurz behilflich war, indem er mir ein paar Gussformen brachte.
Kaum hatte er sich niedergelegt, kamen die beiden Brüder Granwhor und Bugul. Während ich meinem Werke nachging, unterhielten wir uns über dies und jenes, wenig von Belang für die weiteren Geschehnisse. Die Zeit verflog schnell, sodass es bald spät nachts war und die Beiden sich niederlegten, um sich auszuruhen. So blieb ich alleine zurück, alleine zwischen Rüstungen, einer heißen Esse und nötigem Werkzeug.
Von Minute zu Minute wurde es ruhiger im Tale, keinen Laut vernahm ich mehr, außer meinen eigenen Atem und die Töne meines Arbeitens. Schleierhaft dunkel ward es, nur die Esse spendete noch karges Licht, was mich dennoch nicht sonderlich störte. Auch im Dunkeln vermögen wir gut zu sehen, so ist es wohl nicht verwunderlich, dass es mir vorerst gar nicht auffiel, welch Dunkelheit sich über das Tal legte.
Es war aber nicht die Dunkelheit der Nacht, es war eine finstre Düsternis, die sich in die Ecken legte und das Sehen unmöglich machte. Die Sterne waren verdeckt von einem pechschwarzem Vorhang, welcher sich über das gesamte Tal spannte. Verstört blickte ich gen Himmel und um mich herum, doch bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, ertönte ein dumpfes Poltern, ein leises Rumoren. Es war derart leise, dass man sich nicht direkt im Klaren darüber sein konnte, ob es wahrlich war, oder nur in einem müdem Geiste ertönte. Doch war ich überzeugt, dass ich etwas gehört hatte und nicht nur Gespenster sah.
Es kam aus der Richtung der Nordmine, wie es vor langer Zeit bereits aus dieser Richtung kam, als der Seelenfresser das letzte Mal auftauchte. Spielten mir die Sinne einen Streich? Wenn ich dort alleine an der Esse saß, ohne dass ich einen andren Dwarschim vernehmen konnte, war dies durchaus möglich. Doch ich zweifelte auch daran, dass mich meine Sinne trügen sollten.
Dies wurde dadurch bestärkt, dass das Tal wie ausgestorben wirkte. Natürlich, es war späte Nacht, doch auch Richtung Taverne hörte man nichts mehr. Gar, als wären alle ansässigen Dwarschim in einen tiefen, ruhigen Schlaf verfallen, aus dem sie nicht mehr erwachen sollten!
Ich ging die zwei Schritte von der Esse zu Nordre’s Türe, in der Hoffnung, ihn oder Kentor wecken zu können. Jedoch wurden meine Rufe und mein Klopfen nur von der allumfassenden Stille beantwortet, während meine Stimme von den Bergen wiederhallte.

Dies bereitete mir noch mehr Sorgen, und so entschloss ich mich, alleine in die Mine zu gehen und nachzusehen, da ich Gewissheit haben wollte, ob ich nun langsam ein Greis werde, oder ob es tatsächlich etwas Beunruhigendes gab. Auf dem Weg zur Zunftmine, ich war wohl etwa bei der Höhe der Grollbarts angekommen, ward ganz klar ein dumpfes Pochen aus der Mine zu hören. Es klang, als sein ein halb erstickter Dwarschim in einem abgeschlossenen Raum gefangen und klopfte mit einem Hammer gegen die Steinwand. Doch hätte dies niemals eine solche Lautstärke annehmen können, schon gar nicht hätte es sich angehört, als Pocht der ganze Berg!

Da stand ich nun, vor dem Eingang der Mine, aus dem diese so merkwürdigen Geräusche drangen und Unheil verkündeten.
Ich nahm meinen Mut zusammen und setzte einen Fuß vor den Anderen, wobei mir ganz und gar unwohl war. Einerseits sträubte ich mich, hinein zu gehen, anderseits musste ich Gewissheit haben. Das Pochen musste ja schließlich irgendwoher kommen.
Als ich den Torbogen passierte, bemerkte ich sofort die düstere Stimmung, welche in der Luft lag. Gar so, als wäre lauter Ruß in der Luft und als würde man von jeder Seite her beobachtet werden, wobei jene Beobachter es alles andere als gut mit dir meinen.
Ich sah in beide Gänge, doch vorerst konnte ich rein gar nichts ausmachen. Nur mit großer Mühe konnte ich die Finsternis durchdringen und die Stollen betrachten, ohne etwas Bemerkenswertes zu erblicken. Doch dann, plötzlich, fegte ein eiseskalter Schauer durch den Eingang der Mine, sodass die Esse beinahe komplett verlosch und Staub aufgewirbelt wurde. Woher dieser Hauch des Bösen kam, konnte ich nicht bestimmen, er war einfach da, bis er auf die gleiche, unerklärliche Weise wieder verschwand.

Ich entschloss mich, den Gang Richtung Brücke einzuschlagen, um dort nach dem Rechten zu sehen. Doch bevor ich auch nur einen Schritt machen konnte, erklang dieses Pochen wieder. Diesmal pulsierte es regelrecht, sodass ich es am ganzen Leibe spüren konnte, wobei es mir bis ins Mark drang. Entsetzt sah ich mich um, konnte aber rein gar nichts ausmachen. Was immer mich antrieb ich ging einen Schritt voran, fest entschlossen, dem Spuk ein Ende zu bereiten, oder wenigstens den Aufrührer zu enthüllen. Soweit kam es jedoch nicht, denn kaum setzte ich mich in Bewegung, lachte es hinter mir auf: Tief, hohl.
Als wolle es mich wegfegen, meinem Leibe das Leben aushauchen. Es bereitete mir Schmerzen, verwirrte meinen Geist und ließ mich geradezu in Panik ausbrechen.
Sofort fuhr ich herum, doch hinter mir war nichts zu sehen, kein Schatten, keine dämonische Gestalt, kein Anblick des hereinbrechenden Todes!
Immer noch klang das Lachen von hinten an mich ran, als hätte sich das Wesen um mich herum geschlichen. Panisch drehte ich mich im Kreise, mich gehetzt umsehend. Mir gelang es trotzdem nicht, ihn auszumachen. Nein, ER war nicht dort, wo ich hinsah, er war immer direkt hinter mir.
Selbst für mein altes Dwarschimherz, was schon vieles erlebte und durchmachen musste, ward dies zuviel. Mit einem entsetzten Aufschrei sprang ich in Richtung Ausgang, wobei ich über etwas metallenes am Boden stolperte und mit voller Wucht an die Steinwand krachte. Benommen, und von der Wucht des Aufpralls zu Boden geschleudert, lag ich nun dort. Nein, nicht für lange, denn gepeinigt rappelte ich mich wieder auf und wankte durch den Torbogen nach draußen, wo mich die düstere Stimmung für eine halbe Sekunde verließ, um dann mit noch stärkerer Macht zurückzukommen.
Denn laut hörte ich es wieder, das Pochen, während eine Windböe mich erfasste. Als wäre diese Böe geradezu lebendig, flüsterte sie mir zu. Nein, sie sang gar! Unmissverständlich waren diese Worte zu vernehmen, geschmückt in ein Lied des Untergangs: „ES ist mein!“

Der Alptraum schien kein Ende zu nehmen, so legte ich mir meine kräftigen Hände auf die Ohren und fing laut an, gegen den Winde anzubrüllen. Laut schrie ich nach meinen Freunden, nach meinem Volke – dass sie mich retten mögen, oder mir wenigstens beistanden. Nichts dergleichen geschah. Ich ward alleine gelassen, obwohl doch in jedem Haus um mich herum ein, oder gar mehrere Dwarschim schlafen müssten!
Der Wind ebbte langsam ab und ich fand mich, niedergekniet, vor der Mine wieder. Meine Ohren immer noch zuhaltend und am ganzen Körper zitternd, starrte ich in die Dunkelheit hinaus. In diesem Moment bereute ich es, überhaupt geboren worden zu sein. Die Qual, soeben alleine mit Worten in die Flucht geschlagen worden zu sein, derart verlassen zu sein ... selten war ich derart verloren gewesen, bei keiner Schlacht war es so gewesen, bei keinem verlorenem Kampfe. Ich ward ganz alleine, mit einem übermächtigen Dämon, der es geradezu nur darauf auslegte, mich in die Knie zu zwingen. Und das hatte er geschafft!
Diese Erkenntnis schürte in mir den Trotz, der Wille zu Kämpfen flammte auf und erwärmte mein Herz wieder, welches ich vor einigen Sekunden nicht einmal mehr in meiner Brust getragen hatte.
Ich stand auf, fest entschlossen mich zur Wehr zu setzen. Erst jetzt, als ich mich auf den Weg zu meinem Haus machte, fiel mir auf, dass das Pochen vergangen war. Kein Lachen konnte ich vernehmen, kein einziges Geräusch hallte durch die Nacht. Das Letzte, was ich vernommen hatte, war ein irres, verhöhnendes Lachen – danach kehrte die gespenstische Stille ein, die geradezu es mit all dem davor an Schrecklichkeit aufnehmen konnte. Denn sie signalisierte mir umso mehr, wie alleine ich doch war.
Auf meine Rufe war kein Dwarschim erschienen, niemand war mir zur Hilfe geeilt. In diesem Moment war ich sogar überzeugt, dass sie allesamt tot waren und nur ich noch als einzige lebende Seele im Tal verweilte, um als grausames Spielzeug dem Bösen zu dienen, sodass er noch ein wenig Spass an mir hatte, bevor er mich vom Antlitz Tares fegen würde.
Diese Erkenntnis hielt mich davon ab, mich bei dem Gedanken an meinem Plan selbst auszulachen. Denn wie sollte ich, ein einzelner Dwarschim, der sich der Bergarbeit verschrieben hatte, einem Dämon besiegen, dessen Macht an die des unheiligsten Gottes heranzureichen schien?
In jenem Moment interessierte mich diese Frage wahrlich wenig, denn schon stand ich vor meiner Haustüre und schloss sie auf. Zum ersten Male griff ich in die gut gesicherte Kiste, um das Meisterwerk der Schmiedekunst herauszuholen, mit dem Vorsatz, dieses heilige Metall im Kampfe zu tragen. Ich rüstete mich eilig, wenn auch nicht eingehend. Ein starkes Kettenhemd aus Fethril zierte meine Brust und meine Arme, eine Kettenhose aus demselben heiligen Metall schützte meine Beine. Darüber trug ich schwere Stiefel, die schon manchen Kampf gesehen hatten und die ich vor langer Zeit von meinem verstorbenen Freund Gimilkhad eingetauscht hatte. Dazu griff ich nach dem gesegnetem Kriegstreitkolben und einem kupfernem Rundschild. Während ich mich anzog, glaubte ich von der Ferne her etwas arg Merkwürdiges zu vernehmen, es klang, als ob eine große Schar Vögel am Himmel kreiste und derweil wundersame Schreie ausstieße.
Nun, so gerüstet stapfte ich zurück zur Mine, mit grimmigem, fest entschlossenem Gesicht. Kaum in der Mine angelangt, war mein Mut wieder kräftig gesunken, doch das rüttelte nicht an meiner Entschlossenheit, so machte ich einige Schritte in den Gang hinein, den ich auch schon vorher betreten hatte. Ich kam nicht viel weiter als wie zuvor, denn plötzlich zerbarst ein Knochen laut, ohne dass ich bestimmen konnte, woher dieses Geräusch kam.
Ich hatte nicht vor, mich noch einmal von meinem Unternehmen abhalten zu lassen und marschierte, schweißnass, weiter. An der Abbiegung angekommen, ging ich den Gang Richtung Mine entlang, als plötzlich der Gang vor mir sich zu bewegen schien. Es sah aus, als führte er in die Höhe, hinauf in den Himmel, doch schon nach einigen Metern konnte ich nichts mehr ausmachen, undurchdringlich Dunkel war es dort.

Ich beugte mich dem Urteil und drehte wieder um, um den anderen Gang zu nehmen, welcher in die Zunftmine führte. Doch kaum bog ich in ihn ein, erwartete mich ein weiterer, schrecklicher Anblick. Ein Skelett, aufrecht stehend, blickte mich mit dunklen, hohlen Augen an. Es bewegte sich nicht, sondern stand starr da, trotzdem fühlte ich mich durch es beobachtet. Seine Größe ließ darauf schließen, dass es einst einer aus unserem Volke war, ein verlorener Bergarbeiter, der vor vielen Jahren unter Obolosch gestorben war und nun für die Zwecke des Seelenfressers benutzt wurde!
Wir starrten einander einige Zeit an. Unmöglich ist es mir, die Zeit genau zu definieren, es können Sekunden, als auch Stunden gewesen sein. Doch, wann immer es war, die Knochen wurden auf einmal mit Leben gefüllt, als ein weiteres Gelächter aus dem Berge erschallte. Das Lachen ließ die Knochen marschieren, und jenes widerliche Ding stapfte ungelenk, aber direkt auf mich zu.
Ich riss meinen Schild hoch und blockte seinen Angriff vorerst ab, um selber zum Schlag zu kommen. Die wandelnden Knochen hielten sich nicht lange, zu wütend war mein Gemüt und zu sehr sehnte sich mein Streitkolben danach, Rache zu tun. Kaum fielen die Knochen vor mir auf den Boden, stürzten die nächsten Wesen auf mich zu, sodass ich in einen gewaltigen Kampf verflochten wurde. Mehrmals trafen sie mich schwer, und nicht nur einmal ging ich zu Boden, doch trotz allem konnte ich mich der Untoten erwehren, die unnachgiebig auf mich einschlugen. Mittlerweile stand ich in der Mine, durch den Kamf dorthin getrieben. Nun stand ich schließlich gleich drei dieser grässlichen Wesen gegenüber. Wieder hörte ich das Lachen, diesmal schrie ER, selbstsicher und fanatisch, die Worte: „ES ist mein! HAR HAR!“
Mit letzter Kraft zerschmetterte ich einen Eindringling, doch sah ich mich immer noch den anderen zweien staksigen Knochen gegenüber. Ich war erschöpft und keineswegs sicher, diese Beiden bezwingen zu können, doch plötzlich tauchte ein weiterer Dwarschim auf um gnadenlos seinen schweren Kriegshammer durch die Knochen der Feinde zu treiben.
Ich wankte zurück und betrachtete, wie der Gardist Garinox die Mine, in die ich getrieben worden war, von den Knochen säuberte, indem er sie mit lautem Kampfgeschrei zerbarst. Königlich war der Anblick für mich, der sich schon verloren glaubte. Es lebte also doch noch jemand in diesem Tale, ich war nicht der Einzigste!


Hier möchte ich vorerst meinen Bericht beenden, um am morgigen Tage weiter zuschreiben. Mit Schwermut erfüllt mich der Gedanke an die Geschehnisse, so will ich nicht zuviel auf einmal über mich ergehen lassen.


[Edit: War gestern etwas müde, habe jetzt einige Fehler ausgebessert + stilistisch sollte es schöner sein ...]


Zuletzt geändert von Balkazar: 1.08.02, 11:44, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 1.08.02, 14:41 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 11.12.01, 12:05
Beiträge: 1201
Wohnort: Weiten des Irrsinns
Nun habe ich wieder Kraft und Zeit gefunden, weiterzuschreiben. Weiter über die Erlebnisse dieses grauenvollen Tages zu berichten. Nötig ist es für mich, als auch für die kommenden Generationen, denn es darf nicht vergessen werden, was hier passiert ist, oder passieren wird.
Denn hätte Obolosch es damals nicht getan, wären wir niemals soweit gekommen, oder wären erst gar nicht hier. So werde ich nun weiterberichten:

Garinox hatte die übrigen Skelette in der Mine zerschlagen und stand nun schweißgebadet vor mir. Es dauerte wohl eine Zeit, bis ich es realisierte, was soeben geschehen war. Garinox’ Auftauchen bedeutete, dass ich nicht mehr alleine im Tale war, wohl lebten noch andere Dwarschim. Je düster, wie die Welt vor Minuten noch aussah, umso heller erschien sie mir nun. Denn er war gekommen, um mir beizustehen, gekommen, um mich zu retten! Davon war ich in diesem Moment überzeugt, und es sollte sich auch als nicht ganz falsch herausstellen.
Der Krieger erzählte mir davon, dass in der Kammer des Grauens, jener Kammer in der Feste, über die schon so viele Geschichten erzählt wurden, wieder Geräusche zu hören seien. Geräusche, als regen sich die verstorbenen Dwarschim ein weiteres Mal in der Binge. Er war geschickt worden, um die Mine zu kontrollieren und um mich zu finden.
Es blieb uns keine Zeit, für weitere Erklärungen, so marschierten wir eilig los, in Richtung Feste. Auf dem halben Wege kam uns Rumgosch entgegen, gepanzert in Gold. Seine mit Handschuhen geschützten Hände trugen jene mächtige Waffe, die ich ihm vor einiger Zeit überreichen durfte. Einen Kürzer, den wir aus der Binge geborgen hatten, wahrlich heldenhaft war dieses Antlitz des mächtigen Kriegers. Der Anblick des Grag’tors, welcher so schön gerüstet und so stark bewaffnet war, ließ mein Herz schneller schlagen. Mein Schwermut und die letzten Überreste meiner Angst waren verflogen, doch immer noch spukten die geschehenen Dinge in meinem Kopfe herum, sodass es mir nicht gelang, einen wirklichen Gedanken zu fassen.

Schon erzählte Garinox dem ‚Grag’tor krell Bragarim’, was er in der Mine vorgefunden hatte, nämlich mich, im Kampfe mit drei wandelnden Knochen! Auch hier blieb uns nicht die Zeit, ausführlich die Lage zu klären, denn Rumgosch erzählte, dass die schwere Tür zur Kammer des Grauens aufgebrochen worden sei. Ungläubig vernahm ich seine Worte, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass derart starke Tore niedergeschmettert werden konnten. Doch als mir einfiel, was ER mit meinem Leibe vor kürzester Zeit noch getan hatte, ward mir klar, dass Türen ihn sicherlich nicht aufhalten konnten.
Da wir aber nicht wussten, ob wir nicht vielleicht einen Schlüssel benötigen würden, um die Kammer, oder die Binge dahinter zu betreten, lief ich eilig in mein Heim zurück und holte die Fethrilskulpturen, welche wir vor langer Zeit fanden. Diese fungierten als Schlüssel, so man sie an die Türen drückte.
Auch rüstete ich mich stärker, mit einem goldenen Helm, mit gleichartigen Armschonern und ledernden Kragen und Handschuhen.

Wir sputeten uns, sodass wir kurz darauf in der Feste, vor der aufgebrochenen Türe, auf den Flammenweber Ufretin und auf Granwhor, einen ‚Rogal krell Bragarim’ trafen. Der junge Anwärter stand schützend vor Ufretin, vor ihm lagen die zerschmetterten Knochen eines Unholdes.
Nachdem wir kurz unsere Wunden versorgt hatten, fiel mein Blick auf die Türe, welche anscheinend halb geschmolzen war. So hatten sie es also geschafft, einen Weg in die Feste zu finden. Sie hatten die Türen aufgeschmolzen, mit unheiligem Feuer! Erbost über diese Erkenntnis machten wir uns bereit, die Kammer zu stürmen. Rumgosch riss die Türe auf und mit lautem Kampfgeschrei sprangen wir in die Unheil verkündende Kammer, aus der man schon Knochen barsten und klappern hörte.
Über diesen Kampf vermag ich wenig zu berichten, außer, dass er äußerst blutig und wild vonstatten ging. Ufretin wurde von den elenden Hexern stark bedrängt, sodass durchgehend unheilige Flammen um ihn züngelten. Diesen Kampf konnten die Skelette, selbst mit ihren Hexern, nicht gewinnen. Der Grag’Tor und seine Waffe wüteten unbarmherzig unter den Feinden, genauso schlugen Garinox und Granwhor mit aller Kraft Skelett um Skelett nieder. Mir gelang es, einige Schläge auf meine Freunde mit dem Schilde abzuwehren, und auch hier und da mal einen Arm, oder ein Bein, abzutrennen.

Schließlich hatten wir die Kammer gesäubert, wobei unser ehrenwerter Flammenweber schwer verletzt wurde. Zu stark war die Macht gewesen, die diese dunklen Hexer auf ihn ausgeübt hatten. Doch seine Gebete zu Arkadon blieben nicht unerhört, sodass seine Wunden sich durch die heiligen Flammen schlossen.
Wir anderen hatten auch die kleine oder größere Wunde zu versorgen, so machten wir eine kleine Pause. Nachdem wir uns gestärkt hatten, befahl Rumgosch sowohl Garniox, als auch Ufretin die Feste weiter zu bewachen, während der Rest der Truppe mit in die Minen gehen würde, um dort nach dem Rechten zu sehen.

Also marschierten wir in einer geschlossenen Formation durch das Tal und in die Mine. Wir nahmen erst den Gang Richtung Brücke, doch dort war nichts Besonderes zu finden. Die seltsame Wölbung, die ich sah, als ich dort alleine war, schien verschwunden zu sein. So gingen wir in die Mine, in der mich Garinox fand. Auch dort lagen nur noch die Knochen der gefallenen Krieger herum, kein wandelndes Skelett konnten wir ausmachen, bis ich schließlich in einen Gang einbog, welcher noch nicht vollständig fertig gestellt war. Gute 15 Schritte vor mir stand ein Skelett, bewaffnet mit einem großen Hammer und mit tiefen, leeren Augen. Ich rief meinen Brüdern zu und diese eilten mir sofort zur Hilfe. Nicht lange konnte sich das Skelett der vereinten Kräfte dreier Dwarschim erwehren, so war frühzeitig von ihm nichts weiter als ein großer Haufen Splitter über.
Da wir nun die gesamte Nordmine abgesucht hatten, marschierten wir zurück zur Feste, um dort Garinox und Ufretin zur Seite zu stehen.

Dort angekommen, ruhten wir uns kurz aus, dann begaben wir uns weiter vor, bis wir die Fallen unter der Treppe erreichten. Geschickt gingen wir den richtigen Weg, sodass keine Falle ausgelöst wurde. An der Türe zur Binge angekommen, konnten wir schon wieder das Klappern von Knochen hören, welches wohl seinen Ursprung hinter der Türe hatte. Wir fassten den Plan, dass ich die Türe öffnen und dann eilig aufziehen sollte, wobei Rumgosch und die restlichen Krieger der Bragarim in die Binge stürmen würden.
Nun drückte ich die richtige Skulptur an die Türe und zerrte daran, sodass sie aufsprang. Sofort stürmte die Bragarim in die Binge und schon waren die ersten Kampfgeräusche zu vernehmen. Auch ich setzte mich in Bewegung und durchschritt die Türe, um sogleich einer richtigen Schlacht gegenüber zu stehen. Unsere Krieger hatten die, wohl überraschten, Untoten an die Wand gedrängt und befassten sich dort mit ihnen. Die überlegenen Dwarschim hatten innerhalb von kürzester Zeit die erste Reihe niedergeschmettert, doch die wahre Gefahr ging von den Magiern aus, die am anderen Ende des kleinen Ganges, welcher sich hinter der Türe befand. Denn unermüdlich schickten sie Welle um Welle von feurigen Bällen auf uns zu.

Nachdem die unheiligen Krieger gefallen waren, zogen wir uns ein Stück in den Gang zurück, um zu beraten. Dieser Gang machte hier eine Biegung, sodass die Hexer uns nicht angreifen. Genau in diesem Moment ertönte ein grausames Lachen, welches direkt aus dem Stein zu kommen schien. Laut schrie es von sich:
„HIER werdet ihr mich nicht finden!“
Dies brachte Rumgosch’ Wut zum Ausbruch, er schrie lauthals die Gemäuer an und schwor bei Bellum, dass er IHN finden würde und dass er IHN persönlich vernichten werde! Erzürnt schrie der feige Seelenfresser zurück, der es nicht wagte, sich selber sehen zu lassen.
Ich entsinne mich weder recht, was wir alle riefen, noch konnte ich alles verstehen, denn viele Dwarschimkehlen brüllten, und der unheilige Dämon tat dies ebenso. Doch erinnere ich mich an das fiese Lachen, dass uns alle umgab.

Nun endlich ward es zuviel und laut schreiend rannten die Dwarschim auf die Skeletthexer zu, welche Feuerball um Feuerball auf uns niederprasseln ließ. Die Kleider fingen an, Feuer zu fangen, doch Arkadons Macht, gebündelt in Ufretin, erlosch sie wieder. So kämpften wir dort, wutentbrannt und ständig unter Beschuss. Doch dieses mal war das Kriegsglück nicht mehr auf unserer Seite, denn Rumgosch’ Kleidung entflammte sich lichterloh und unser tapferer Grag’Tor taumelte durch die Dwarschimreihen Richtung Feste zurück, während er weithin brannte.

Wie er es überlebte, vermag ich nicht zu sagen, denn ich war beschäftigt, nicht selber ein Opfer der unreinen Flammen zu werden. Kurzerhand befahl ich den Rückzug, denn wir alle hatten eingesehen, dass wir es mit dieser Streitmacht momentan nicht aufnehmen konnten. So wankten wir, voller Pein, den Gang zurück, während die Hexer weiter auf uns schossen. Kaum hatten wir die Hälfte des Ganges zurückgelegt, bebte der Berg kräftig und die Decke fing an, Risse zu bekommen. Gleich darauf fielen die ersten Steinbrocken hinter uns nieder, bis letztendlich der gesamte Gang hinter uns voller Steine war und die Skelette keine Möglichkeit hatten, uns zu folgen.

Die nächsten Minuten taten wir unser Bestes, die Flammen, welche aus unseren Kleidern sprossen, zu löschen. Als wir dies schafften, fingen wir an, unsere Verwundeten, vor allem Rumgosch, zu versorgen.


Schwach ist meine Hand geworden, bei den Erinnerungen an diesen Kampf. Auch will ich jetzt nicht mehr Schreiben, denn mein Herz pocht wie toll und meine Stirn ist voller Schweiß. Nun werde ich einige Gebete sprechen, auf dass ich bald wieder Kraft finde, weiterzuschreiben.


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 2.08.02, 21:06 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 11.12.01, 12:05
Beiträge: 1201
Wohnort: Weiten des Irrsinns
Die Angriffe halten an, unsere Kräfte werden schwächer, da wir immer noch zuwenig Unterstützung aus dem Volke bekommen. Doch während den Unterbrechungen zwischen den Scharmützeln finde ich doch Zeit, zu schreiben.
Der letzte Ansturm ist einige Stunden her, sodass ich fürchte, dass bald wieder das Kampfgetöse anschwellen wird.

Ich stoppte damit zu berichten, dass wir in den Gang zur Binge saßen, vom Rauch umnebelt. Die Hexer waren von uns abgetrennt, worüber wir bierfroh waren, da wir kaum die Kraft besaßen, sie zu besiegen.
Sobald als möglich rappelten wir uns wieder auf, wobei Rumgosch – Bellum sei Dank – nur leichte Verbrennungen davongetragen hatte. Erschöpft und unter Pein schleppten wir uns in die vermeintliche Sicherheit der Feste zurück. Dort wurden wir von Grimma und Bugul in Empfang genommen, welche sich ausführlich über das Geschehene berichten ließen.
Nachdem wir Xerxses geweckt hatten, versorgte er Rumgosch’ Verbrennungen sorgfältig, während auch wir unsere Wunden weiter versorgten. Während dies passierte und ich schon fast einem Halbschlaf verfiel, ließ Bellum mir ein Wissen zuteil werden, welches sich als äußerst nützlich herausstellen sollte. Ganz klar ward es in meinem Kopf, die Lösung des ersten Rätsels!
Der „Mittelpunk“, den wir suchen sollten. Ja, woher ertönte denn immer das Pochen? Wo ward es, als ER mich daran hinderte, mich diesem Orte zu nähern? Es war die Nordmine, dort hatten wir zu suchen, dort mussten wir im Mittelpunkt graben. Die Erkenntnis hatte sich in meinem Barte verfangen und wollte auch nicht mehr los lassen!
Kurzerhand, nachdem ich den anwesenden Dwarschim meinen Verdacht erläutert hatte, marschierten wir zu der Nordmine und Bugul und ich bestückten uns mit Spitzhacken.
Da ich nicht annahm, dass die Zunftmine gemeint war, sondern die hinterste Mine, denn dort wurde ich ja am Zutritt gehindert, liefen wir dorthin. Nachdem wir den Stollen vermessen und den Mittelpunkt bestimmt hatten, fingen wir an, nach Leibeskräften, so sie uns noch erhalten waren, zu graben. Schon bald stießen wir auf dunklen Ton, welcher einen äußerst unangenehmen Geruch ausströmte. Doch wir ließen uns nicht von dem Gestank aufhalten, sondern arbeiteten hart weiter, bis nur noch dunkler Ton um uns herum zu sehen war. Das Loch war nun schon einen Schritt tief und die Haufen um das Loch herum schwollen an. Der Gestank war kaum noch zu ertragen, als meine Hacke auf etwas stieß, welches von der Wucht des Schlages zersplittert wurde.
Überrascht und erfreut zugleich kniete ich mich vollständig nieder und begann, das Ding unter mir genauer zu betrachten. Wenige Momente später hatte ich eine Kiste aus Holz ausgemacht und schon fingen Bugul und ich an, sie aus dem Düsterton zu befreien. Dies geschafft, legte ich mein Werkzeug beiseite und öffnete voller Erwartung den hölzernen, morschen Deckel. Das erste, was mir entgegen kam war ein Schwall üblen Gestanks, welcher mich in einen Hustenanfall ausbrechen ließ. Die Kiste war randvoll gefüllt mit Düsterton.
Uns blieb kein anderer Weg, als in diesen Ton hereinzulangen und ihn nach und nach auszusieben. Nachdem wir gute 20 Fingerbreit durchgesucht hatten, ohne etwas zu entdecken, stießen wir plötzlich auf Rubine. Immer mehr Rubine fanden wir in dem Ton, bis wir schließlich 21 an der Zahl gefunden hatten. Derweil waren wir auch auf einen Beutel gestoßen, welcher prall mit Gold gefüllt war. Man konnte seinen Inhalt auf gut 2000 Dukaten schätzen. Nach einigen Momentan griff ich plötzlich an etwas Ledernes und zog daran. An diesem Lederriemen hing ein Anhänger, welcher vollkommen verdreckt war. Erst später, nachdem ich ihn gesäuberte hatte, bemerkte ich, dass dieser Anhänger aus Holz bestand, nicht aus Metall. (Derweil hatte Bugul einen weiteren Beutel voller Dukaten aus dem Dreck geholt.)

Doch zu diesem Zeitpunkt kam uns alle derselbe Gedanke, welches Amulett dies sein könnte. Das Mondamulett, welches der Seelenfresser trug!
Aber es vermochte viel dagegen zu sprechen, schließlich konnte der Seelenfresser nicht das Amulett tragen, während ich es in der Hand ...

*Die Seite ist zu Ende, doch seltsamerweise ist die Rückseite nicht beschrieben, zumindest vermag man, auch beim genauerem Hinsehen, dort nichts erkennen. Was einem jedoch bei näherer Betrachtung ins Auge sticht, ist, dass anscheinend ein, oder mehrere Blätter aus dem Buch herausgerissen wurden.
Das die nächste sichtbare Seite ist auch leer, aber auf ihrer Rückseite wurden wieder Zeilen niedergeschrieben*

... Schwur abgenommen. Ich werde ihn niemals brechen, solange ich bei Sinnen bin. Sollte ich es nicht sein, so werde ich das tun, was nötig ist, um mein Volk zu schützen. Auch wenn es meinen Untergang bedeuten mag. Noch immer ist mir nicht wahrlich klar, welche Rolle dieses doch recht unscheinbare Ding spielt, trotzdem hat es eine Bedeutung, sonst hätte Obolosch uns nie zu ihm geführt.
Wenn ich es genau betrachte, so sehe ich einen vergilbten, ledernen Riemen. An ihm ist ein hölzerner Anhänger befestigt, über den ich aus verschiedenen Gründen nicht mehr schreiben will. Ich werde ihn stets sicher versteckt halt, sicher vor anderen Augen, sei er nun gut oder böse!


*Der Rest der Seite ist frei gelassen. Auf der nächsten Seite steht, dick unterstrichen*

3.Tag

Gestern gab es weitere Angriffe. Unsere beliebte Wirtin Aroscha starb bei einem Angriff auf die Taverne, der beinahe weitere Opfer gefordert hätte. Ragolosch und Ganeas konnten sich nur mit knapper Not der großen Übermacht erwehren, bis unser Grag’Tor Rumgosch, welcher ursprünglich nur in Ruhe ein Met genießen wollte, ihnen zur Hilfe kam. Das Kampfgebrüll schreckte auch unseren Bankmeister Xoragim auf, welcher weitere Hilfe holte, sodass die Untoten ein weiteres Mal geschlagen werden konnten.
Doch auch unser weiser Heiler, Xerxses Siechbruch, konnte Schwester Aroscha nicht mehr helfen. Sie starb wenige Minuten nachdem das letzte Skelett erschlagen worden war.

Ragolosch macht sich nun starke Vorwürfe wegen ihr, auch ich trauere um sie, doch ist zu befürchten, dass sie nicht die Einzige sein wird, um die wir in den nächsten Monden trauern werden.

Rückblickend können wir feststellen, dass die Nordmine, als auch die Feste die Hauptangriffsziele der unheiligen Feinde sind. Den Angriffen geht eh und je ein grausames, dumpfes Pochen voran, welches aus der Nordmine erschallt. Bis tief ins Mark spüren wir diese Erschütterungen, und auch wenn es viele abstreiten ... es macht uns Angst.

*es ist ein Absatz freigelassen*


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 3.08.02, 18:46 
Edelbürger
Edelbürger

Registriert: 11.12.01, 12:05
Beiträge: 1201
Wohnort: Weiten des Irrsinns
Ich habe den Rundgang abgeschlossen, es gab keine Kämpfe mehr, seit heute früh, als die Knochen auf Nordre’s Dach herumspuckten. Die Kopfschmerzen, welche mich seit Anbeginn der dunklen Tage plagen, haben heute etwas nachgelassen. Meine Rippen schmerzen mich dafür umso mehr und Xerxses ist nicht aufzufinden.
Erschöpft bin ich wohl, denn mich plagen Alpträume, die meinen Schlaf, der mir eigentlich neue Kraft für den nächsten Tag geben sollte, zum tiefen Schrecken macht. Schweißgebadet wache ich in der Früh auf, müder als am Tage zuvor! Lange werde ich nicht mehr so durchhalten können und ich fürchte, dass auch meine Brescha dies merken, denn manch einmal wird mir ein schiefer Seitenblick zugeworfen. Ich brauche dringend Schlaf, doch wage ich nicht mich niederzulegen, solange ich noch auf den Beinen stehen kann. Einerseits natürlich wegen diesen furchterregenden Träumen, anderseits muss ich einsatzbereit sein, sollte ein neuer Angriff erfolgen. Denn es gibt nicht viele Dwarschim, die ihrer Pflicht nachgehen und sich zu den Verteidigern gesellen.

*es sieht so aus, als wäre das Schreiben von etwas unterbrochen worden*

Gestern erfolgte noch etwas, dass mir große Sorgen bereitet.
Wieder ward aus der Nordmine ein dumpfes Pochen zu hören, welches uns mittlerweile zu bekannt vorkommt. Eilig suchte ich die anderen Brescha, die sich bereits zum Kampfe gerüstet hatten. Grimma und Bugul waren sogar schon in der Zunftmine gewesen und hatten dort gegen einige Unheilige gekämpft. Außerdem berichteten sie von einem seltsamen Körper, welcher in einer gewaltigen Blutlache liegen sollte.
Wir rückten durch den Gang in die Mine herein und was uns dort erwartete, ist kaum zu beschreiben!
Ich mag es auch nicht hier wiedergeben, denn es ist nicht würdig, so etwas grauenvolles festzuhalten.

Wir haben Obolosch, welcher noch nach seinem Tode einen unbekannten Feind bannte, daran gehindert, seinen Bann weiter aufrechtzuerhalten. So haben wir ein weiteres Wesen gegen uns stehen, welches IHM im Kampfe sicherlich Nutzen bringen wird.
Ich werde nicht schreiben, wie dies geschehen ist, denn Schande bringt es über mein Volk, als auch über Obolosch. Das Einzige, was ich niederschreibe, ist, dass Obolosch nun auf der Wiese zur Feste liegt, umgeben von Kerzen. Bald werden wir uns daran machen, ein Grabmal zu errichten, in dem er auf Ewig in Frieden liegen solle.

*wieder scheint es so, als ob der Schreiber eine Pause gemacht hätte, denn die Schrift des nächsten Absatzes ist krakeliger*

Heute, als ich erwachte und meinen morgendlichen Rundgang antrat, erblickten meine Augen Wirres.
Auf dem Dach von Nordre’s Schmiede standen gut ein Dutzend Skelette, welche mit tristem Trott einem, mir unbekannten, Werke nachgingen. Über eine Leiter waren sie auf das Dach gestiegen und hatten angefangen, etwas Unheiliges dort oben zu treiben. Nachdem wir sie von dort vertrieben hatten, betrachteten wir die Dinge, die außer dem zerschmetterten Knochen herumlagen.
Ich machte einige Haufen des dunklen Tons aus, welchen wir aus dem Boden schaufelten, als wir die Kiste in der Nordmine fanden. Doch nicht nur das, sondern auch Baumblätter lagen dort auf einem Haufen, wo doch allseits bekannt ist, dass es im ganzen Tale keinen einzigen Baum gibt!

Ich denke, dass diese Blätter etwas mit dem toten Druiden Obolosch zu tun haben, doch was es ist, vermag mir nicht in den Sinn zu kommen.


*erst auf der nächsten Seite geht es mit der unterstrichenen Überschrift weiter*

4.Tag

Der Tage neigt sich dem Ende zu und von keinem Angriff wüsste ich zu berichten. Das Tal ist ruhig, die Krieger sitzen hier und da herum und unterhalten sich leise, als ob sie fürchteten, dass laute Gespräche IHN aufwecken könnten.
Momentan ist das Handwerk immer noch nicht wieder aufgenommen worden, außer hin und wieder hört man Schläge aus der Schmiede, wenn dort neue Rüstungen für die Krieger geschmiedet werden.

Ich werde versuchen zu schlafen, denn heute hatte ich einige Stunden ruhigen Schlafes, welcher mir wahrlich gut bekam. Meine Kopfschmerzen sind verschwunden und meine Rippen stechen nur noch schwach.
Vielleicht ist das Ganze ja vorbei, vielleicht ...

*es wurde nicht weitergeschrieben*


Nach oben
 Profil E-Mail senden  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 76 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de