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"Marie, wir kommen viel zu spät!" sagte Jamila als sie durch den Wald stapften.Der Wald schien endlos lang, doch spürten beide, dass sie ihrem Ziel näher kamen. Mit einer Fackel in der Hand, die ihnen das nötige Licht spendete, liefen die beiden in Richtung des Baumes. Bären und Wölfe beobachteten die beiden Frauen, begleiteten sie schützend durch den Wald. Als die beiden ankamen, sahen sie 3 Gestalten aus der Ferne. Langsam kam man sich näher und erkannte einander. Aishira war schon da, wie auch Ryanlynn und Esheya die Waldelfen, mit denen die Hexen vor langer langer Zeit, diesen Baum des Avatars beschwuren, als Hilfe -und Schutzruf für Finsterwangen und ihrem Wald, ihrer Heimat. Man lernte sich schnell kennen, trotz Verständigungsproblemen, da Esheya nur Elfisch sprach, so musste Ryalynn übersetzten. Jamila und Marie stellten einen Korb voll Früchte an den Baum , den sie durch den Wald zusammen getragen hatten und legten eine Rose dazu. "Als Zeichen unserer Liebe zu der Mutter" sprach eine, "um auch ihr mal etwas zu schenken, was sie für uns täglich macht." Die Anwesenden unterhielten sich, bis eine Hexe leider gehen musste. Doch nur wenige Momente später kam Jariel, der Hexer zu uns.
Ein wenig traurig sass Marie auf einem Stein, hatte sie sich doch mehr Anteilnahme gewünscht. Nur 3 Hexen und 1 Hexer fanden den Weg zum Baum, hatte sie doch 14 Tage voher schon bescheid gegeben. Sie erklärte den beiden anderen Kindern der Mutter die Besorgniss Caitlins und gab in kurz den Inhalt eines Briefes wieder, erzählte von der Erscheinung Silberhaar. Verstehend nickten die beiden und die 3 rafften sich auf. "Lasst uns die Mutter rufen, um ihr zu zeigen, das wir an sie denken und sie lieben" , war der allgemeine Gedanke zwischen ihnen. Jariel, Jamila und Marie stellten sich im Kreis um den Baum und fassten sich an den Händen. Teils mit geschlossenen Augen , teils mit Blick auf die Baumkrone des wunderschönen Baumes sprachen die 3 gemeinsam:
Erde unten, Himmel oben, lasst mich Eure Liebe loben Urnatur und Kraft der Erde, helft mir, dass ich mächtig werde Wasserläufe, Frühlingsregen, gebt mir Euren sanften Segen Sommerfeuer, Flammenlicht, ohne Euch gedeih ich nicht Wind des Herbstes, Atemluft, zeigt mir Euren reinen Duft Kreis ringsum und Licht in mir; Unsere Kraft vereint sich hier
Das letzte Wort war grade gesprochen, als ein warmer, überraschender Windstoss, an einem windstillen Tag , in die Baumkrone des Baumes fegte. Etwas kleines, im ersten Moment nicht erkennbares, segelte langsam von der Krone runter, landete sanft auf dem Boden. Ein Wechselspiel mit Blick auf die Krone, Blick auf Gegenstand entwickelte sich; neugierig kamen alle zusammen und betrachteten den Fund. Ein Samenkorn war es, geschenkt vom Baum, geschenkt von der Mutter selbst? Rasch packte Jamila den Samen ein und die 3 beschlossen schnell, den Korn am kommenden Fest einzupflanzen.
Langsam brach die Nacht herein und es beschlossen alle nach Hause zu gehen. Bei der Verabschiedung mit den Elfen beschlossen sie, dass die Gemeinsamkeit, die durch die geringe Anteilnahme zu kurz kam, auf jeden Fall nachgeholt wird. So verschwanden alle im tiefen Wald und die Lichtung wirkte so verlassen wie nur Stunden zuvor. Einzig und allein eine rote Rose und ein Früchtekorb gaben die Erscheinung, dass an diesem Abend hier etwas passierte...
Zuletzt geändert von Marie: 3.08.02, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.
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