Siebenwindhomepage   Siebenwindforen  
Aktuelle Zeit: 24.01.26, 14:22

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 13 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: immer wieder....
BeitragVerfasst: 12.08.02, 18:21 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Tief zog sie die noch frische, morgendliche Luft ein, als sie barfüßig die vom Tau nasse Wiese überquerte, auf welcher ihr niah` graste. Schnaubend hob er den Kopf an, als er ihre Anwesenheit wahrnahm, und kurze Zeit später verließen sie zusammen den Wain, für einen morgendlichen Ausritt. Sie schloss einfach die Augen, weit über den Hals des großen, dunklen Tieres unter sich gebeugt – und lies ihn den Weg suchen. Erst als sein Traben ins stocken geriet öffnete sie diese wieder, und vor ihr erhoben sich die mächtigen Mauern von Rohehafen, welche von der morgendlichen Sonne noch in ein rotgoldenes Licht getaucht waren. Ein Gefühl der Beklemmung überkam sie, ein Gefühl der Kälte und des Unbehagens. Weshalb hatte Eskaldir sie nun hierher geführt ? Lange war sie nicht mehr innerhalb dieser beklemmenden, leblosen Mauern gewesen, lange wandelte sie nicht mehr auf dem leblosen Grund unter sich zwischen den Biundai. Und vermisst hatte sie es sicherlich nicht. Leise seufzend, und doch mehr widerwillig lies sie Eskaldir weitertraben, seine Hufe klapperten auf dem Marmor unter diesen. Auch die Haim hatte ihr Gesicht verändert, es schien als läge ein Schatten über dem sonst so penibel reinen Marmor, und den sonst so unnatürlich gepflegten und gestutzten Blumen, Bäumen und Büschen. An einem schmalen Wiesenstück lies sie Eskaldir weitergrasen, und ihre hastigen Schritte über den Marmor stockten vor einer mächtigen, steinernen Treppe. Wiederum nahm sie einen tiefen Luftzug, in dieser Stadt welche ihr vielleicht zu sehr die Luft abschnürte, und trat auf die erste Stufe hinauf. Sie nahm die Ausrufe des Mannes hinter sich gar nicht wahr, doch das Gefühl der Beklemmung, ja schon fast ein Gefühl das kalten Angst wurde stärker – als eine Gestalt die Straße entlang schritt, nicht in ihrem Sichtfeld.
Sich überwindend trat sie auf die zweite Stufe, und daraufhin auf die dritte – ein Schatten überfiel sie, und so hob sie langsam den Kopf, und somit auch ihren Blick an, und zu erkennen wer auf dem Treppenabsatz stünde. Ausdruckslos lag Vargs Blick auf ihr, sie gar anstarrend. Völlig bewegungsunfähig starrte sie aus ihren dunkelgrünen Augen zurück.
Bis ER neben sie trat – das Gefühl der Angst, des Unbehagens verstärkte sich noch, doch nahm sie die Gestalt neben sich zunächst gar nicht wahr, so sehr war sie gefangen von dem Anblick des Mannes, von seinen bitteren braunen Augen… schon einmal …. diese Augen…. Eine kalte Meeresbrise streifte sie, umringt von kalten Mauern… „Sieh das Meer“ hauchte er ihr zu…. Beklemmung… Angst… Bewusstlosigkeit… salzige Tränen auf ihrer Haut … Beinahe verlor sie sich in den Schatten dieser Erinnerungen, beinahe…. Bis ER neben ihr auf sich Aufmerksam machte, bis Varg an ihre andere Seite trat. Die junge Elfe erstarrte vollkommen, mit jeder Faser ihres Körpers war sie sich der Anwesenheit der beiden um sich bewusst – hektisch atmete sie ein und aus, nahm restliche Menschen um sich herum gar nicht mehr wahr. Erst auf einen Wink, oder war es ein Wort…? Der Gestalt neben sich hin, bewegte sie mechanisch und stockend ihre Beine, trat die Treppenstufen weiter hinauf, trat auf den Hof welcher dahinter lag – folgte schlichtweg dem rothaarigen. Umringt waren sie von Menschen…Menschen…lauter Menschen welche sie nicht wahrnahm, nicht wahrnehmen wollte… und welche sie auch nicht wahrnehmen konnte. Nur auf die Gestalt war ihr Blick gerichtet, auf seine Augen…seine Augen…. Varg trat wieder neben sie, doch schien sie auch diesen nicht wahrzunehmen. Wie erstarrt, aufrecht und steif stand sie da, das lange wallende Haar wehte leicht in der kühlen, tröstend-anmutenden Brise, der waldgrüne Mantel bauschte sich unter dieser leicht auf. ER unterhielt sich mit jemandem… nur entfernt bekam sie mit wie jener ihn angriff…die mächtige Bardiche in seiner Hand… der verbogene Dolch welcher zu Boden schepperte…
…..sie versuchte sich auf etwas zu besinnen – doch war sie unfähig sich in irgendeiner Art und Weise zu rühren….wieder umspielte sie diese salzige Brise… fühlte die Klauen? Hände? Ihren Hals umfassen wie bei eben jenem Manne vor sich… fühlte sich hochgehoben…. Blutroter Himmel…Schmerz in ihrem Kopf……NILL! …sanfte Hände, dunkelgrün schimmerndes Haar vermischt mit ihrem… ein rotes Blatt.. .feuerrot… aggressiv…beschützend. Sanft strichen ihre Finger über das Holz ihres Bogens… Sie wurde sich Vargs Blicken bewusst, welcher sie immerzu anzustarren schien – kurz erwiederte sie diesen, ihre dunkelgrünen Augen schienen nahezu schwarz. Die Gestalt trat nun vor sie beide, sprach flüsternd und arrogant zu ihnen. Wieder war ihr Blick nur auf diesen gebannt, gefangen… nicht losgelassen… Bruder, wo war ihr Bruder...? „Bruder, ich wollte dir jemanden vorstellen….“mit einem kalten Schmunzeln kamen diese Worte über seine Lippen „…doch mir scheint ihr kennt euch schon.“ Schweigen, keinerlei Reaktion von seiten Vargs, die Elfe indes erstarrte immermehr. „Ja.“ Ruhig erwiedert. Schwach nur drangen die nächsten Worte zu ihr... der Rest ging schlichtweg unter. Doch ob dieser erstarrte sie, nackte Angst, Panik ergriffen sie – und sie wollte etwas erwiedern, widersprechen – irgendetwas. Doch war sie auch hierzu unfähig, kein Laut kam über ihre Lippen. Weg – war ihr einzigster Gedanke, ihr Wunsch . Das Herz schien ihr bis zum Halse zu schlagen, und zugleich immer langsamer zu werden. Nichts mehr nahm sie ums ich herum wahr. In Trance fast drehte sie sich um, hektisch und doch unendlich langsam schritt sie davon, durch die Menge der Menschen. Wie in Zeitlupe stieg sie Stufe um Stufe hinab, sich der Anwesenheit aller um sich herum nicht mehr bewusst. Weg. Bis eine Hand, fest und sanft zugleich, sie an der Schulter berührte. Abrupt blieb sie stehen, abwartend. Für einen Augenblick sag sie klar um sich sah die aufgebrachten Menschen, das Gesicht des Mannes, das feuerrrote Haar – das Gesicht der Ritterin hinter sich. Unwirsch riss sie sich los. Nur weg. Mit alter, gewohnter Gewandheit riss sie sich los, schob sich an der Laterne vorbei und auf Eskaldir zu. Die Ritterin folgte ihr, ebenso Varg. Rasch zog sie sich auf den Rücken ihres Niah` - und fühlte sich in diesem Moment unendlich befreit, zuhause… . Eine einzelne Träne rann ihr ihre linke Wange hinab, und das einzigste was ihr über die Lippen kam war ein …“weg“ gefolgt von wenigen unverständlichen elfischen Worten. Kurz noch sah sie Varg vor sich, sah sein Gesicht…wieder überkamen sie Erinnerungen, Worte…Taten. Erinnerte sich an ihn, sah ihn butüberströmt im Walde liegen, bedeckt von Laub. Hörte seine Worte, sah wie seine Hand sich verkrampfte und aus dem Stumpen des kleinen Fingers das Blut floss. Es schien sie zu zerreissen, sie konnte nicht… durfte nicht… wusste nicht zu ihm zu sprechen. Zu lange war es her, zu bedrückend die Last der Dinge welche ob der Bekanntschaft, der … Verbindung zu ihm folgten . Wieder durchfuhr ein heftiger Stich sie. Wieder sah sie ihren Bruder blind vor Hass, sah ihren Iama auf die Knie sinken – sah sich selber umringt von kalten Mauern. Kalte Mauern…leblose Mauern…. Nifiel… wie ein warmer Hauch schien der Name durch ihren Kopf zu geistern, kraftgebend, stützend. Nifiel… wieder und wieder ….

Umgeben von Blättern, bäumen lag sie da… reglos auf dem Waldboden, nach Luft ringend… nachdenkend, fühlend, ins ich hörend –auf das Lied des Waldes hörend…vergessen…Nifiel….


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.08.02, 21:01 
Edelbürger
Edelbürger
Benutzeravatar

Registriert: 14.12.01, 13:08
Beiträge: 1012
Wohnort: Vandrien
...die Sonne begab sich erst auf dem Weg zu Höhe, aus welcher sie für Varg gnadenlos die Marmorplatten des Markplatzes beschien und ihm jedes schützende dunkele Eck nahm, in welchen er sich noch kurz zuvor vor seinem alten „Freund“ widerwillig verstecken musste.

Mit aufeinandergepressten Kiefern schritt er langsam, jedoch im Innern noch brennend, zur Treppe hin. Sein Blick war wie gewohnt glasig und nur trübe nahm er die Menschen und seine Umgebung wahr...
Als er den Blick zu den Stufen absank, vernahm er ein eisiges Gefühl, welches von der Brust aus in alle Glieder wanderte.

Am Fuß der Treppe stand sein Bruder Sha Naz Ghul, doch war nicht er die Ursache, sondern seine Begleiterin, auf welcher sein Blick zu erstarren schien. Im Innern brannte es nun umso mehr und am liebsten hätte er aufgeschrieen, doch das stechende Gefühl in ihm, welches er zuvor mit den unzähligen von Hilflosigkeit zeugenden Schnitte zu betäuben suchte, ließ seine Stimme versagen und er sah sie einfach nur an. Sein „Bruder“ an ihrer Seite sprach Worte zu ihm, welche er nur mit einem trockenen „Ja“ bestätigte... er sprach von Kennen und Folgen, doch waren ihm diese Worte gleich. Es schien er würde seinem Befehl folgen, doch wahrlich folgte er nur Miriamel, die zu seinem Bedauern Sha folgte. Sie war irgendwie anders und Sorge machte sich in ihm breit... auf dem Marktplatz stoppten sie allesamt und Sha Naz Ghul geriet an einen Gardisten. Varg stellte sich neben der Elfe und wendete den Kopf vollkommen zu ihr. Sie sah ihn nicht an. Er flüsterte ihr ein „Warum...?“ zu, doch sie sprach nicht zu ihm senkte den Kopf... Die Elfe, für welche er sein Leben gegeben hätte und die Bruderschaft in einem einstigen Moment gar hinter sich gelassen hätte, sprach nicht mehr zu ihm... Diese Tatsache war für ihn verletzender als das Schwert des Ritters McKevin, welches sich einst in seinen Leib bohrte und noch fieser als die Klinge des Zweifels... was ihm prophezeit wurde.
„Was hat Sha mit ihr getan?!“ war einer der viele Gedanken, welche in seinem hilflosen Geist umherspukten.
Er sah auf ihre nackte Haut, nach welche er sich früher so sehr sehnte, sie zu berühren und sie zu fühlen. Er verspürte den Drang noch immer und stubste ihr leicht gegen ihren nackten Arm... Sie zuckte unter der Berührung zusammen und am liebsten wäre er selbst zusammen gezuckt, doch der Schrecken hielt ihn auf den Beinen als er ihre schwarze Augen vernahm, während sein Gesicht so blass wie eines Toten wurde und seine hellbraunen Augen wie schwarz wirkten.
Seine Umgebung nahm er noch immer nicht wahr... er war nun wie in Trance und wollte mit ihr allein sein, doch traten „sie“ immer näher und bedrängten und bedrohten seine äußere Ruhe. So griff er wie benommen zu der Axt, welcher auf dem Rücken trug und schlug einmal hinter sich, wissend, dass es ein Gläubiger des „einzig wahren Herren“ war.

Varg interessierte das nicht.

Miriamel interessierte ihn.


Die Zeit verging für ihn, dass er ihr nicht folgen konnte und plötzlich rissen Shas Worte ihn aus seiner Hilflosigkeit und sprach, dass sie drei gehen wollten.
Varg folgte nicht Sha... er folgte der Elfe... und schenkte den Worten des „Bruders“ keine Beachtung, welche er allein Miriamel widmete... Sie floh vor einer ritterlichen Gestalt und die Axt hielt er selbst fest umgrffen, um sie eventuell vor ihnen zu schützen.
Keine Worte des Abschiedes sprach sie zu ihm... sie ritt fort.

Innerlich weinend sah er ihr schweigend nach... Hass machte sich in ihm breit „Sie hat keine Schuld... Mein angeblicher „Bruder“ hat sie..“ und wandte sich rasend um, um zu richten...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.08.02, 04:08 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Sie wusste nicht wie viel Zeit vergangen war wie oft die morgendliche Sonne sie kitzelte, wie oft sanfter Mondschein die kleine Lichtung in ein silbriges Licht tauchte. Sie lag einfach nur da, dachte nach, sammelte sich…immer waren es die Augen welche sie gefangen nahmen, dunkles grün…lauernd, geheimnisvoll…und gefährlich-Angst. Wie gebannt starrte sie darauf, während sich in ihrem ganzen Körper jenes Unbehagen wieder breit machte. Wieder hörte sie den sanften Klang des Namens … Nifiel … riss sie wieder aus diesem bösen Traum, blickte sie mit ihren Eisblauen Augen warm an… sie erwachte.

Langsam rappelte sie sich auf, die bloßen Beine und Arme, die Haut im Gesicht versehen mit feinen Spuren moosiger Erde, hing an ihr, krümelte ab, duftete. Mit leisen Schritten, sich jeder Wurzel unter ihren nackten Füßen bewusst trat sie durch den Wald, kehrte zurück zum Wain. Sicheren Schrittes sprang sie dort über die keinen Steine, und trat langsam, ohne die Hast auf die ihr wohlbekannten Elfen zu. Bei dem Anblick einer ihrer Geschwister stockte sie, war sie ihr doch die Liebste Schwester mit Nifiel. Reglos, innehaltend – sah sie sie an. Sah sie langsam auf sich zutretend, sah sie zusammen ins Gras sinkend, sich umarmend. Daheim schoss es ihr durch den Kopf, Nah…. Daheim … Fern. Soviel blieb zu erzählen, soviel zu erzählen. Daheim, Geborgen . Ein tiefes, sie völlig durchdringendes, wohliges Gefühl machte sich breit, als sie einfach nur in den Armen der Elfe verharrte, als ihr der Duft der frischen Apfelblüte in die Nase strich, sich der grasige Geruch mit dem Ihren nach Moos und Erde vermischte.

Viel später, als sie wieder alleine durch den Wald streifte, trieb es sie, unwillkürlich und unterbewusst an… bis sie schließlich, weit von Dorf entfernt den Wald wieder verlies, über die Wiese huschte – und sie sich bewusst wurde das sie geradewegs den Weg eingeschlagen hatte, welche sie normalerweise zu ihrer Niah` führte. Kurz, fast überrascht hielt sie inne- überlegte einen augenblick…

… eine frische, kühle Brise wehte den beiden Elfen entgegen, als sie gemeinsam, Arm in Arm auf dem Dach der kleinen Hütte saßen. Nifiel hatte die Arme um sie geschlungen, zuckte leicht und gab ihren Schmerz von sich. Hemmungslos weinte die Fey`simil, während Miriamel sie festhielt, ihr Halt gab, die leise Melodie ihres Liedes summte, und dabei aufs Meer hinausblickte. Es schien Ewigkeiten anzudauern, bis schließlich die Tränen der Elfe in ihren Armen versiegten, noch viel länger bis ein wieder ein leichtes lächeln auf deren Lippen lag. Am liebsten wäre sie nicht mehr gegangen, hätte ihre Niah` nie allein gelassen, wäre nicht selbst allein gewesen. Ungern dachte sie daran zurück, was es letztendlich war das sie unwiderruflich miteinander verbunden hatte. Wollte nicht mehr daran denken, an ihn…die Kälte und die Mauern, den Schmerz. Mit einem lächeln blickte sie auf die Elfe…

Langsam nur nahm sie ihre Schritte wieder auf, nicht wissend was sie erwarten würde. Am Rand des kleinen Waldes stand er, nur schemenhaft waren seine Umrisse erkennbar, sein Kopf in der Form eines Bären. Regungslos, wie angewurzelt gar, blieb sie stehen – bis sein Schatten sich löste, und er hervortrat. Lediglich die stechend gelben Augen waren unter der Maske erkennbar. Er fragte sie weshalb sie hier wäre, und ohne groß zu überlegen sagte sie, sie würde Nifiel suchen….

…fest hielt er sie mit seinen Armen, beinahe zu fest. Langsam näherte er sich ihrem Gesicht – und fletschte die Zähne. „Willst du immer noch Teilen?“


Zuletzt geändert von Miriamel: 17.08.02, 05:29, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.08.02, 05:18 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Wie fühlte es sich an zu sterben? Teilen? Nehmen…geben… immer wieder durchwanderten diese wenigen Worte ihre Gedanken, prägten sie, brachten sie zum nachdenken. So bemerkte sie gar nicht, das Eskaldir sie wieder alleine trug, bis er irgendwann abrupt stehen blieb. Gedankenverloren saß sie auf dem Rücken des Pferdes, völlig in Gedanken. Am Abend zuvor, als sie mit Aethion am Feuer saß, versuchte sie es ihm zu erklären… doch brachte sie kein Wort über ihre Lippen. Mit den Fingerspitzen berührte sie die 5 schmalen Einstiche… spürte wieder wie sich die Fingernägel? Krallen? Hineindrückten… sah diese Emotionen, und lies zu das er weiter drückte.
Sie spürte mehr die Anwesenheit als das sie diese sah, und so rutschte sie vom Rücken des Pferdes. Nur schwach nahm sie die Anwesenheit der Fey um sie herum war, als her hervortrat, und sie wiederum mit seinen stechend gelben Augen anstarrte. An der Bärenmaske hing eine feuerrote, fast aggressiv wirkende Blume. Irgendwann trat er auf sie zu, dicht an sie heran. Löste ihr weißes Haarband, und band sich dieses selbst um sein Handgelenk. Statt dessen gab er ihr seines, welches sie sich langsam, verwirrt wieder ins Haar flocht. Wieder starrte er sie an.

Wie im Traum nur, durch einen dichten Nebelschleier bekam sie die Versammlung im Dorf mit, realisierte kaum den Ernst dessen. Die feuerrote Blume welche an ihrem Haarband steckte, leuchtete in einem intensiven rot. Irgendwann erwachte sie aus ihrem Traum, fand sich alleine auf den Bänken wieder, längst war ihre Kleidung von der strahlenden Sonne getrocknet worden. Woran hatte sie gedacht ? Vie durchwanderte ihre Gedanken, doch im Angesicht der Sonnenstrahlen, welche ihre Haut wärmten wischte sie alle betrübenden Gedanken weg, und erhob sich.
Als sie den schmalen Weg überquert hatte, sich dem Brunnen näherte –stockte ihr der Atem. Dort stand sie, groß und gertenschlank, fast dünn – fast genauso dünn wie sie selbst. Rabenschwarzes Haar, ein Schild unter dem Mantel verborgen, das Schwert an ihrer Seite… wie festgewachsen stand Miriamel da, starrte auf die Elfe. Um sie herum tapste ein fey`simil, welchen sie jedoch nur vom sehen kannte. In leisem, melodischen singsam trat er um sie herum, streckte hie und da seine Hand aus – nur um sie wieder zurückzuziehen. Betrachtet die Blume in ihrem Haar… sprach von dem Wolf, von der Blume, von dem fremden das er mit sich trug, seinen Schmerz den er nicht teilte. Nach einem schier ewig wirkendem Augenblick wand die Elfe sich um, so das nun auch ihr Blick auf Miriamel fiel. Langsam traten sie aufeinander zu.. und fielen sich in die Arme. Leise Worte sprachen sie, ein Glücksgefühl bemächtigte sich ihrer. Nifiel. Tief atmete sie ein, zog die Elfe mit sich, und sie begannen zu sprechen.
Ein leichtes Hungergefühl machte sich in ihr breit, lange hatte sie es ignoriert, wie immer aß sie nur das nötigste wenn es sein musste. So sprangen beide zugleich rasch auf, und huschten über die Wiese. Eskaldir graste dort, und Ly saß im Gras, beobachtet starr das Tier. Nifiel zog sie an der Hand mit in seine Richtung, und hielt erst kurz vor ihm inne. Sie sprach irgendetwas, und er wendete seinen Bick, doch sah er nicht Nifiel an, sondern starrte nur wieder mit seinen stechend gelben Augen auf die Elfe neben ihr. Leisen Schrittes ging Nifiel, doch bemerkte die Elfe dies nicht, so sehr war sie von diese Blick gebannt… „Wie die Metallzähne des Biunda, dabei nicht festgebunden….Wie der Bär in der Falle des Biunda, langsam… schmerzend. Aber nicht zugeschnappt. Trotzdem bleibst du darin. Hat Ly es nicht gesagt, hat er es dich nicht gewarnt ?“ „ Nill…dha“…beide sprachen sie nur leise, ein flüstern mehr, als er direkt vor ihr stand. „Ly wird nehmen…“ „Nehmen…*tonlos*..teilen.“ erwiederte sie wiederum, die letzten Worte verschluckend. Sie bemerkte die beiden Elfen neben sich gar nicht, welche hinzugetreten waren. Wieder flüsterte er, leise, kaum hörbar, wispernd. „Dha, nehmen… um zu teilen.“
Weiterhin starrte er sie an, bis er mit einem mal nach ihrer Hand griff, und sie kraftvoll, unsanft, an sich riss. Ohne jeglichen Widerstand hing ihr kraftloser, geschwächter Körper in seinem Griff. Immer weiter, näher drückte er die Elfe an sich ….

…. Und es erklang ein leises knurren, lauter werdend, fast fordernd. Langsam nähert sich sein Kopf dem Ihren, seine Augen funkeln animalisch, fast bedrohlich – jeder Muskel in ihrem Körper schien angespannt.
„Willst du immer noch teilen?“

Und er fletschte die Zähne…

Am nächsten morgen, mit einem letzten blick auf die schlafende Gestalt neben sich, suchte sie nach dem Heiler des Dorfes, saß mit ihm in der morgendlichen Sonne. Aufmerksam betrachtete er sie, folgte den schmalen Linien der aufgeritzten Haut von ihren Wangen hinab, bis zum Hals unter ihr Hemd. Hie und da breiter werdend, die Haut fast aufgerissen, versehen mit Einstichen als hätte sich etwas in diese verkrallt. Lange träumte sie, träumte… lauschte auf sein Lied, spürte wie etwas prickelndes, frisches durch ihren Körper fuhr, sich auf ihre Haut legte. Als sie aufwachte, stand Nifiel neben ihr, zog sie mit in den Wald, um zu reden.
Was dachte sie ? Was tat sie ? Sie erzählte von dem, welcher Dunkler war als der dunkle Reiter, das jener wieder gekommen wäre. Die Elfe verkroch sich fast in den Armen ihrer Niah`. Und sie erzählte von dem Raubtier, lauschte den Worten ihrer Freundin.

Teilen? Nehmen? Geben?
So geborgen fühlte sie sich in diesem Augenblick, doch würde dies anhalten,…


Zuletzt geändert von Miriamel: 17.08.02, 07:53, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19.08.02, 20:51 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 17.08.02, 11:20
Beiträge: 5
Wohnort: Umbra
Er stand noch immer mit dem Rücken zur der Elfe. Warum war sie noch hier? Hatte sie ihn nicht genug gequält? Hatte er nicht heute genug Schmerz genommen von der Menschen Frau? Warum war sie noch immer hier? Warum sprach sie von teilen? Verstand sie nicht das wenn sie mit ihm teilen wollte leiden müsste? Leiden wie er ...

Seine Hände zogen sich langsam über ihre Arme, zerrissen ihre Kleider. Verlangen pochte im Geist des Wolfes.

Wieder stand sie vor ihm, rutschte von dem Pferd herunter. Warum war sie wieder gekommen? Er hatte ihr doch gesagt sie sollte nie zurück kommen. Wollte sie wirklich teilen? Gab es wirklich jemanden der bereit war die Schmerzen mit Ly zu teilen? Langsam trat er auf sie zu. An der Maske eine feuerrote Blume. Noch einen Schritt. Er zog ein grünes Stirnband unter der Kleidung hervor und reichte es ihr. Langsam nahm sie es entgegen, er zog ihr das weiße Stirnband vom Kopf und band es sich um das rechte Handgelenk. Warum tat sie das? Warum schreckte sie nicht zurück wie alle? Sie nahm sein Stirnband und band es sich um den Kopf. Ruhig flocht er die Blume daran. Von hinten flatterte ein Rabe heran und tönte aufgeregt von bösen Biundai. Langsam wand sich der Wolf ab und wusste das er sie wieder sehen würde.

Seien Zähne gruben sich in ihr Fleisch, unsanft verschlang er sie. Seine Zunge eins mit ihrer, was um sie herum geschah interessierte ihn nicht, er verschlang sie, nahm sie.

Teilen, nehmen, geben? Er sagte ihr er könnte nur nehmen, doch er wusste er sprach nicht die Wahrheit. Er konnte geben, doch hatte er Angst davor. Angst davor mit ihr zu teilen. Angst das sie fortlief wie alle andern.
Die Amrai die sie Umgaben waren ruhig, doch ihre Körper waren es nicht, zuckten von Leidenschaft. Seine Finger gruben sich durch ihre reine Haut.

Er würde ihr den Ruf zeigen, den Ruf des Simil. Er würde sie in den Blutwald bringen und mit ihr teilen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.08.02, 06:01 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Rot, wie blut waren die Blätter der Bäume um sie herum. Blau, wie ein tiefer See waren die Augen welche sie ansahen. Und wiederum rot, rot wie Blut, war der Himmel als die Sonne über dem Wald unterging. Rot, in ein blutiges rot wurde sie getaucht, als der wolf sich auf sie stürtzte....

Langsam, und in einer sanften Bewegung strich Isaion ihr über die Wange, verteilte die wärmende Salbe auf den drei Wunden, welche-wie von Krallen zugefügt - vom linken auge aus, die Wange hinab bis zum kinn führten. Wie ein kleines Mädchen hielt er die Schwester in Armen, summt leise, und irgendwann durchfuhr ein prickeln ihren Körper, stärkend und wärmend zugleich.
Gemeinsam wollten sie sich auf die Wiese setzen, Essen sollte sie... Essen, was sie viel zu lange viel zu wenig getan hatte. Dünn war sie geworden, und die einst kraftvollen Bewegungen waren nur noch wie ein Schatten... .
Als sie auf die Wiese traten erblickte sie zunächst den Fey`simil, welcher da saß, und in den sumpfigen Boden starrte. Weiter hinter ihm, neben ihrem Niah`Eskaldir, dem dunklen braunen Pferd saß er, starrte mit gelben Augen zu ihr. Sie blieb einfach stehen, von einem zum anderen wanderte ihr blick, bis er schließlich zu ihr kam.

Teilen...Ly wird nehmen... Geben...

Metallisch funkelte es an seinem Handgelenk, ein Amulett geschmolzen mit einer seltsamen, fremden Rune darauf. Der Findil der Frau der Kranken Sippe. Sie würden kommen, und ihn sich holen wollen. Sie.... ein dunkelbraunes Augenpaar, eine kühle Meeresbrise... immer wie gleiche Erinnerung durchzuckte sie, schmerzte sie. Einen Teil von ihr hatte er, eine Teil von sich hatte sie gegeben. Wieder durchzuckten sie Vanyars Worte, seine Blicke... wie konnte sie so abstoßend sein ? Sie hatte sich gelöst, auch wenn es sie einen Teil ihrer selbst gekostet hatte. Und wieder.. sie würden kommen und das Amulett haben wollen.
Kaltes Metall auf ihrer Haut, kaltes, schwarz gerußtes Metall welches er gegen sie drückte, ihr Zusammenzucken, ihre Qual nicht beachtend. Was wenn er käme, könnte sie ihm entgegentreten ? Was wenn auch Er käme.... Weiter dachte sie nicht, wieder blickte sie auf ds metallische Funkeln, daraufhin in die gelben Augen, gelb wie ein helles Feuer.

Teilen...

Der Blick ihrer Schwester, hin und hergerrissen zwischen Kummer, Besorgnis, und einen glücklichen lächeln verließ sie nicht. Wie lange sollte sie noch warten, wie lange sollte sie ihre sich sorgende, liebende Schwester warten lassen? Verstehen...
Wann würde sie die Zeit finden, die Möglichkeit sich ihr mitzuteilen, ihr zu erzählen und mit ihr zu fühlen ?
Er sagte, sie würde nach A. etwas anderes suchen.... . Er fragte, wieso sie besorgt wäre, ... Teilen, sie solle auch ihren Schmerz mit ihm teilen. Und so tat sie dies, teilte ihre Tränen mit ihm...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Dunkler Paladin...
BeitragVerfasst: 22.08.02, 06:40 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Wieder glitzerte es metallen in der Sonne, das Amulett, die Kette an seinem Arm. Sie würden es wiederhaben wollen, sie würden ihn suchen. Stockend blieben sie stehen, als sie die 6 Gestalten sah, ein leises seufzen durchfuhr sie, kurze Erinnerung... ein roter Himmel, von Blitzen durchzuckt... Flügel .. rasch wischte sie diese beiseite, fixierte ihren blick auf die Myten, bis diese wieder weg waren.
Sie würden ihn haben wollen, sie würden es haben wollen. Er wollte, konnte... nicht in den Auen bleiben. und so ging sie mit ihm. Gemeinsam in den simil, gemeinsam zum Hain. Wachen stand er, Zyklus um Zyklus dort... irgendwann schreckte auch Nifiel auf, und gemeinsam traten sie zu ihm. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter, Ly`s Hand.

Ly wird auch dich beschützen...

Wachsam, im dickicht standen sie - lauschend, und wissend das sie dort draussen waren. Einer unruhigen Katze gleich wachte Nifiel, bis er kam, vor sie trat. Aufrecht, an die 2 Schritt groß, lange Schwarze Haare und in eine Nachtschwarze Robe gehüllt. Wie ein Blitz durchfuhr es sie, und ruckartig trat sie zurück in den Schatten des dickichts, verschmolz mit diesem. Alun.... leise, geisterhaft wbaerte dieser Name durch ihen Kopf... .
Ly spannte seinen Bogen, nur die stechend gelben Augen waren unter der Maske erkennbar. Gelb, gelb wie helles Feuer... .Ebenso tat es Nifiel... und als er sein wort an sich richtete, umkreisten sie ihn. Von seiner Schwester sprach er, von seinem allmächtigen Herren ... doch all dies ging an ihr vorbei, sie starrte ihn einfach nur an. Auch er war einer jener? wieder sah dieses braune Augenpaar sie an, die roch die salzige Brise regelrecht, fühlte die kalten Mauern. Irgendwann trat sie wie mechanisch vor, aus dem Dickicht herraus und in sein Sichtfeld. In seinem Redefluss stockte er, die leicht hervorquellenden Augen legten sich auf sie, fixierten sie. Kein Hass war in diesem Blick, keine unehrlichkeit, vielmehr etwas wie Hoffnung. Er sprach sie an, mit Namen, überrascht, sie würde ihn doch kennen, könne bestätigen das er nicht Lügen würde. Doch sie starrte ihn nur wie versteinert an, starrte Alun an, und sah Varg. Sah Varg wie er ihren Bruder niederschlug, sah Varg wie er Kahli tötete... und nichts erwiederte sie, lediglich ein unendlich trauriger Blick trat in ihre Augen, als sie ihn ansah, als sich zum letzten Male ihre Blicke trafen. und eine einzelnde Träne rann aus ihrem linken Auge ihre Wange hinab...
Nifiel schrie ihn an, beschützend, er solle sie in ruhe lassen. Ly knurrte ihn an, er hätte ihre Schmerzen gespürt, und nicht nochmal würde er mir solche zufügen. Nill, das war nicht Alun gewesen...

Er sprach weiter, sprach für sich, seine Schwester, seinen "Glauben" oder was auch immer... wieder hörte sie es nur am Rande, nur ein Teil von ihr bekam es mit. Wieder starrte sie ihn nur wie versteinert an, ein Rabe flatterte um sie herum, um sie alle, krächzte leise... Zusammen gemeinsam....
Die Fey`rith hatten ihn eingekreist, er durfte nicht mehr gehen, irgendetwas hatte er gesagt... was ? Nill, sie ließen ihn nicht gehen, er sprach viel, und sicherlich auch ehrlich... hatte sie doch gelernt, das ein solcher nie Lügen würde. Vielleicht hatten sie jedoch andere Vorstellung von "Wahrheit". und eine zweite Träne verließ langsam ihr linkes Auge...
Wieder sah sie ihn... sah ihn, Ravija, Varg... seine hervorquellenden Augen lagen auf ihr, musterten sie...

Und da legte Ly den Pfeil auf die Sehne, gräulich schimmerte er. Nifiel tat es ihm gleich... und ebenso gleichzeitig schoßen sie... und sein Pfeil traf, traf mitten in Alun`s Auge, so dass jener zusammensackten, zu Boden fiel, das Gesicht blutüberströmt ... . Wie in Zeitlupe ging sie auf ihn zu, die mittlerweile dritte Träne löste sich aus ihrem Auge...neben ihm sank sie auf die Knie, und die Träne verließ ihr Gesicht, versiegte auf ihm. Sie spürte Leyonas Hand auf ihrer Schulter kaum, nur Alun starrte und starrte sie an. "Du hast ihn gekannt?" Leise, rauh und nur wispernd, Ly `s Stimme neben ihr. Ly legte seine Hand auf Aluns Wunde, die Rune auf seiner Hand schimmerte grünlich...
Er trug Alun in den Wald, und sie folgte ihm. Gemeinsam verbrannten sie seinen leblosen Körper, ließen ihn wieder eins werden. Seine Asche verwehte im Winde.... so wie er es gewollt hätte, murmelte sie leise... wie ein Rauschen im Winde....

Wieder sah sie ihn zusammensacken, auf die Knie, und gänzlich zu Boden. Auch in diesem Augenblick, in seinem letzten sprach er noch, betete, lebte - und starb für seinen Glauben.

Gemeinsam verließen sie den Simil, kehrten in den Hain zurück. Sie trug seine Asche noch in ihrer Hand, diese fest zu einer Faust geballt, als wolle sie die Asche nicht verlieren. Gemeinsam standen sie vor dem Feuer. Ly sank auf die Knie...
"Übergib seine Asche dem Ewigen Feuer.. "
Langsam streckte sie den Arm aus, aufrecht dastehend, mit steinerner Miene.... öffnete ihre Handfläche... spreizte ihre Finger und drehte die Hand um... und so verwehte die letzte Asche des Dunklen Paladin, des Tardukai Alun Tringad.
Einst brachte sie einem das Leben, und nun den Tot.
Doch hatte Ly seinen Findil erlöst.


Immernoch stand sie da, aufrecht und die Hand von sich gestreckt, wenige Aschreste klebten an dieser fest. Ly trat neben sie, streckte seine Hand aus, an welcher das Blut des Paladin klebte, und legte sie an ihre. Blut und Asche mischten sich... fortgespült von reinem Wasser, vergangen im Feuer und verweht vom Winde... eins geworden...zurückgekehrt...


Und sie würden wiederkommen ...


Zuletzt geändert von Miriamel: 22.08.02, 06:43, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22.08.02, 16:00 
Festlandbewohner
Festlandbewohner

Registriert: 22.08.02, 15:54
Beiträge: 1
Der Rabe krächzte, als der Mann fiel, getroffen von Pfeilen. Durch seinen Körper war nur ein sanfter Ruck gegangen, als wäre nur noch diese eine, sachte Berührung nötig gewesen, um ihn zu töten. Fast lautlos sackte der Mensch in sich zusammen. Unter der schwarzen Robe zeichnete sich sein Körper ab, die beiden Pfeile wirkten wie Parasiten in dem Körper, der eben noch voller Leben gewesen war.
Wie immer, wenn der Rabe das Sterben spürte, so deutlich und nahe bei sich, verschwamm die Welt, wie er sie sonst sah. Grausam klar sah er das Sterben aller, die nahe waren, das Sterben von allem um ihn herum. Und jedes Sterben ließ Raum für neues Leben. Er krächzte.
Der Klang war misstönend, ließ aber das allzu klare Bild, das er sah, zerspringen.
Flatternd, halb angezogen, halb abgestoßen, umkreiste er die, die um den Toten standen. Er konnte spüren, wie verbunden sie einander waren, die drei Krieger und Jäger und der Tote. Es brauchte nicht viel, um zu erkennen, dass sie tief verstrickt waren in dem, was sie ausmachte, sie verband und sie trennte. „Erdenschwer, zu schwer...“ Sein Krächzen ging unter, aber es war auch nicht für sie bestimmt gewesen, für niemanden, vielleicht für den Wind. Für einen Augenblick wünschte er mit aller Macht, ihnen wenigstens einen Fetzen der Freiheit schenken zu können, die ihm geschenkt worden war, irgendwo zwischen Erde und Himmel. Wieder krächzte er, Spott über die Torheit seines eigenen Gedankens. Behutsam zog er sich zurück. Sein Krächzen würde den reinen Klang der drei so verwobenen Lieder stören, zumindest in diesem Augenblick.
Er trauerte. Auf seine eigene, rabenschwarze Art empfand er Trauer für den Tod des Fremden. Der Mensch war, das spürte er, im Herzen schon mehr als einen Tod gestorben.

„Dunkel wie zerbroch’nes Licht
Und zerbrochen wie reine Finsternis
Kannte die Kraft von Träumen nicht
Und was Feuerblumes Herz zeriss...“

Rabe störte sich nicht daran, dass der Klang seiner Stimme misstönend war. Das Lied war nicht entstanden, um schön zu klingen.

„Trat vor der Katze blanke Krallen
Und des Wolfes Feuerblick
Zu retten jene, die gefallen,
Zu holen sie für sich zurück...“

Einen Augenblick lang schwieg er, lausche dem Klang der eigenen Worte nach, die wie von selbst ihren Weg in seinen Geist gefunden hatten. Das Ergebnis überraschte ihn. Der Wind zerrte an den schillernd schwarzen Rabenfedern, die er trug.

„Kein heller Tag, kein frischer Wind,
Dunkel schien alles aus Rabensicht
Er trauert für die, die gefallen sind,
Obwohl er nichts weiß, er kannte sie nicht...“

Kreisten nicht die Raben hungrig über den Toten? War es die Trauer, die Nähe des Todes selbst oder das tote Fleisch, das den Raben nährte? Erschrocken über die eigenen Gedanken wollte er aufspringen, aber dann tat er es doch nicht, kauerte sich hin.

„So findet alles mal ein Ende
Zu finden einen Neubeginn
Denn hinterm Tod ist eine Wende
Zum Leben hin, zum neuen Sinn.“

Die Worte, so gebrochen und zusammengestückelt das Rabenlied auch klingen mochte, beruhigten ihn.

„Frei ist dein Geist nun, fremdes Herz,
Zu finden die Ruhe, die es braucht,
Doch geboren aus jedem Todesschmerz
Ist stets neues Leben mit eingehaucht...“

Der Rabe schwieg. Die Worte waren unvollkommen und das machte sie passend. Weil sie unvollkommen und misstönend waren, hatte er sie singen müssen.
Entfernt konnte er den Rauch des Feuers sehen, in dem der tote Körper verbrannt wurde. Der Rauch stieg ölig und schwarz zum Himmel auf. Aber wenn er den Kopf in den Nacken legte und hinaufblinzelte, konnte er sehen, wie der Rauch immer mehr zerfaserte, je höher er aufstieg. Muster bildeten sich an seinen Rändern, wirbelten die Schwärze auf und mischte sie zu einem unbestimmten Grau.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.08.02, 14:36 
Edelbürger
Edelbürger
Benutzeravatar

Registriert: 14.12.01, 13:08
Beiträge: 1012
Wohnort: Vandrien
An den Zaun hinter sich gelehnt, sitzt Varg auf einer der Bänke auf dem Markplatz und sieht zum regnerischen Himmel auf, welche Schönheit aber nicht an die der Nacht herankommt. Nieselnd erreicht ihn das Wasser und scheint ihn tröstend über die Haut zu rinnen.
Sein Ausdruck bleibt starr und seine Gedanken schweifen ab...

Vor wenigen Tagen stand sein Bruder vor ihm, voller Zorn aber auch gleichzeitig irritiert über die Art Vargs und das was er ihm sagte. Nach Vargs Verständnis standen sie sich nur noch als Brüder gegenüber, nicht mehr als Freunde... Varg erzählte ihm von Talisha, der Schülerin Aluns. Es gab nicht viel über sie zu erzählen und ohne Umschweife hieß es.

„Deine Schülerin ist tot.“

Alun fragte nach dem Wie? und dem Warum?, und Varg erzählte ihm von dem Geschehenen...
Von einem Kampf gegen Elfen, welche geschlagen sich in den Wald zurückzogen, getrieben von dem Tardukai, welcher den Elfen im Wald nichts anzuhaben schien und wie er wieder nach Talisha sehen wollte, war ihr bereits feige die Kehle aufgeschnitten worden.

Alun war aufgebracht von dem ihm Erzählten und verlangte, den Ort zu wissen, welchen er auch erfuhr. Sein Gegenüber wies ihn daraufhin, dass er nichts Unüberlegtes tun und sich an den Kodex erinnern solle.

„Tot wirst du dem Herren nichts nutzen.“

Sein Bruder ging von ihm...

Nun sitzt er allein auf der Bank... Tage sind vergangen und Varg ist sich bewusst, dass Alun von ihm ging und „hier“ nicht mehr wiederkehren wird. „Er dient nun bei dem Herren in Mandor... Es muss so sein!“ Etwas anderes konnte er nicht akzeptieren. Mit dem vernarbten Handrücken der rechten Faust wischt Varg sich die Nässe von dem Gesicht... etwas was er eigentlich achtlos über sich ergehen ließ und genoss. Der Regen verstärkt sich...
Varg betrachtet seinen Handrücken und sieht wie benommen darauf... Bitterkeit kehrt in seinen Augen heim.
Mit einer ruckartigen Bewegung wirft er die Tropfen von seiner Hand als seien sie lästig, nicht gemäß eines Tardukais... er öffnet die Faust und blickt auf die zwei Ringe, über die er mit den Fingern streichelt.

„Tränen, verloren im Regen, so bedeutungslos... Die Pflicht lässt der Trauer keinen Platz.“


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 4.09.02, 02:11 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Etwas unschluessig hielt sie zunächst das kleine Stöckchen in Händen, ehe sie langsam begann mit diesem schmale Linien in die aufgeweichte Erde zu zeichnen. Ein Strich senkrecht, vier von diesem ab, wobei zwei sich wieder treffen. Etwas schief sahen die vagen Striche schon aus, doch genuegte diese Zeichnung ihrem alten Niah`Tragantor, um erste Schluesse zu ziehen, so schien es zumindest. Leise murmelte er einige Worte vor sich her. Mit einem schrägen Seitenblick zu ihm auf, vernahm sie diese. Als er sprach, sah sie vage einige Bilder vor sich, einen Rune, ähnlich der Zeichnung, eingeritzt in Haut...Blut... .

Sie gingen zusammen wenige Schritte durch den Simil, es verhalf ihr wieder zur Ruhe. Langsam, in ein Gespräch vertieft traten sie aus dem Dickicht, suchten die Bruecke zu ueberqueren, doch gebot ihnen eine Person einhalt. Ein Mensch, von recht großer und bulliger Statur. Hinter diesem ein weiterer, gekleidet ihn eine rote Robe, die Kapuze dieser bis tief ueber den kopf und ins Gesicht gezogen, so dass nur noch eine finstere Schwärze darunter erkennbar war.
Sie wollten sie nicht ziehen lassen, zumindest nicht zusammen, nur einer sollte die Bruecke ueberqueren, und die andere bleiben, zu sprechen mit dem berobten.Tragantor weigerte sich, sie alleine zu lassen, erst nach einigen Drohungen, und dann auf die fast resignierte bitte Miriamels hin, verlies er die Bruecke.
"Warte bei den Lath`, mir...wird schon nichts geschehen, niah`ma", waren ihre letzten Worte, ehe er sie verließ, und die zwei Menschen sich ihr zuwandten. Äusserlich wie meisst unberuehrt, durchzog nun doch innerlich ein zittern ihren Körper, als ihr Blick nunmeht erneut, musternd auf den Mann in roter Robe fiel.Schwer schluckte sie, ließ sich jedoch nichts anmerken und blickte beiden nur weiter ruhig entgegen. Ebenso lies sie es auch geschehen, als man sie zu zweit in ein nahegelegenes, sehr dichtes Waldstueck brachte, abgelegen vom Wege.Eingekeilt zwischen beiden, hielten sie inne, und der berobte bat sie auf dem Waldboden Platz zu nehmen. Ohne weitere umscheife begann er mit seinen Fragen, während der andere - in einer drohende Art - neben ihr stand, sie zu halten sollte sie fliegen wollen. Wenige blicke warf sie um sich, der Wald war dicht und dunkel, wie wollte ein bulliger Mensch in Ruestung sie aufhalten, sollte sie auch nur einen Satz nach hinten machen? Innerlich musste sie schmunzeln, dennoch blieb sie wie erstarrt sinken, als sie die Hand an seiner Waffe sah. Leise begann er zu sprechen, die Stimme lies ihr jedoch einige kleine Schauder ueber den Ruecken laufen.

Ich suche einen Bruder, vielleicht kennt ihr ihn, habt ihn gesehen. Sein Name ist Alun, Alun Tringad.

Ihr stockte der Atem, und einen kurzen Moment sah sie wieder den Mann vor sich, getroffen von den Pfeilen der Fey`simil zusammensacken.Jedoch ließ sie sich auch diesmal äußerlich nichts anmerken.
Nach kurzen zögern, weiterem unangenehmen Bohren begann sie stockend zu erzählen, erzählte von dem Wolf, und der Katze. Der Wolf schuetzt sein Rudel, ohne Gnade.
Wieder sprach er, fragte, doch sie hörte schon lange nicht mehr richtig zu, als wäre es nicht sie, die ihm wie automatisch, unter Druck antwortete. Ihre Sinne hatten sich zurueckgezogen, nein, vielleicht eher ausgeweitet. Bewusst fuehlte sie die knorrige Rinde in ihrem Ruecken, welche ihr doch so weich und gar liebkosend schien. Ebenso, warm und lebendig den moosigen Waldboden unter sich, das sanfte rascheln der Blätter im Winde.

Irgendwann zeichnete sie wohl mit einem Stöckchen wieder jene Linien in die Erde - doch ehe er ihr Antwort gab, schraken alle drei von einem Knacken auf, als wäre jemand auf ein Stöckchen getreten. Etwas hektisch sah sie sich um, erspähte etwas, und ein leichtes lächeln huschte ueber ihre Lippen. Der bullige Mann postierte sich anders vor ihr, drohender. Und der berobte, sie sah nicht zu ihm, doch es schien ihr, als wuerden die Schatten die die Bäume um ihn warfen sich zusammenziehen, etwas ungutes, unheimliches schien von ihm auszugehen. Selbst der Wind schien einen Augenblick in seinem rauschen innezuhalten, die Tiere des Waldes den Atem anzuhalten.
Wenige Augenblicke später, es schien eine Ewigkeit anzuhalten, brachen auf einmal einige Vögel unter einem Blätterdach hervor, faltterten gen Himmel, doch löste sich mit ihnen nicht die Anspannung. Sie schloss angestrengt ihre Augen, um sie herum schien etwas zu krabbeln sie zu beruehren, tausende Kleine Insekten krochen an ihr, um sie herum entlang. Wieder musste sie innerlich schmunzeln, wollte er ihr mit Tieren etwa Angst einjagen?
Doch schien dies nicht alles zu sein, vielmehr schienen sie nicht mehr allein zu dritt, nein, sie hörte, spuerte, leisen, irgendwie heiseren Atem an ihrer Seite, dann auf der anderen, spuerte etwas um sich herumhuschen, neben sich, vor sich-neben ihm. Ihr wurde eiskalt, es schien als wäre ihr Körper eingefroren, und wieder fuehlte sie den Aten neben sich, hörte fast ein leises und doch bedrohliches säuseln an ihrem Ohr.

Ueberlegt euch gut, was ihr tut, und antwortet. Ihr spuert ihn wohl noch esser als ich.
Unklar an wen gerichtet, deutlich an ihrem Ohr, doch laut genug das es auch fer ihre Schwester hörbar war, drueckend, und drohend.

Schwer nur presste sie die Lippen zusammen, und begann leise, eigentlich nicht hörbar zu summen. Nichtmal der Mann ihr gegenueber vernahm es, dennoch wurde es bis zu ihrer Schwerster zwischen den Bäumen getragen, und wieder wurde sie sich der Lebendigkeit um sich herum bewusst, es stärkte sie, ihr summen wurde etwas kräftiger, im einklang mit dem sanften Rauschen des Windes, und unterlegt von der Singenden Stimme ihrer Schwester, welche sie zu stuetzen suchte. Und doch erstarrte sie wieder, als sie das kuehle, und doch zugleich brennende Metall unter ihrem Kinn spuerte, als sie fuehlte wie es sich langsam nur in ihre Haut bohrte - und sie brach das Summen ab....

Einzigst die klare Stimme ihrer Schwester, deren Lied sie stärkte, schuetzte war noch zu vernehmen, war das einzigste was sie in sich aufnahm, inenrlich weiter summend, den Mann vor sich, das Messer ignorierend.

Wenn ihr mir den Wolf nicht bringt, werde ich zum Wolf,der seine Sippe schuetzt. Ohne Gnade.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21.09.02, 02:57 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Mit einem mal stand er dort. Einen Augenblick zuvor noch, hatte sie ihn nicht bemerkt, so vertieft war sie vielleicht in den Anblick Aerendils, und den Gedanken des Aufbruchs.Langsam, vielleicht fast schon zu langsam, dreht sie sich zu ihm um - sie wusste bereits bevor sie ihn sah, wer es war, und auch was er wollte. Langes, seidiges Haar bedeckte das furchige, vernarbte Gesicht, welches in dem schwachen Licht wie immer einen recht bizarren und dennoch so vertrauten eindruck machte.Nur kurz, aus dem Augenwinkel nahm sie Mohadii war - zumindest dachte sie das er es wäre, unter der Kapuze konnte sie es nicht erkennen. Doch wer sonst sollte mit - Kirian hierherkommen ? Ihre Haltung verkrampfte sich etwas....

er wird kommen, zu umgarnen die Wölfin, zu besänftigen mit der Wölfin Blut.... krächzte der Rabe, irgendwann...

Langsam schweifte ihr Blick an ihm hinauf, daraufhin wieder herrab, während ihre Lippen sich zu einem schmalen, weissen Strich zusammenpressten. Als sein Blick sich auf sie fixierte nahm sie langsam eine reglose, fast erstarrte Haltung an, als wuerde der Blick der vielleicht das dahinter sie auch heute noch lähmen, und, unfähig sich zu ruehren starrte sie ihn einfach nur an, bis er schließlich begann zu sprechen.

Wolfsiama, die Zeit deines Verrates ist vorbei.

Nur ein leises fluestern war seine Stimme, rauh gesprochen, und sie hatte große Muehe damit, nicht merklich auf die Worte zu reagieren. Merklich Muehe damit, nicht zu zeigen wie sehr sie diese Worte dennoch trafen, wie sie ihr Angst einjagten - und wie sie sie zugleich wuetend stimmten. Aus dem Augenwinkel bemerkte sie wiederum Aerendil, fast spendete seine Anwesenheit ihr schon etwas Kraft - zumindest bis sie Kirians Hand sah, welche sich langsam an seinen Schwertgriff legte.

Fort von Ihr!

Fast ein fauchen war seine Stimme, als Aerendil sich ihr näherte, und als sein griff um das Heft der Waffe verkrampfter wurde, wuchs auch ihre Unruhe, ihre Nervosität mit an. Zuviele - widerspruechliche - Gedanken durchfuhren sie, als das sie auch nur einen klaren hätte fassen können, und in diesem Moment fuehlte sie sich fast nur ueberfordert und unsicher. Und dennoch nicht fähig zu gehen.

Nill, du nimmst nicht das letzte was mir noch geblieben ist, nicht noch das.

Etwas verwirrten sie diese Worte, zunächst nicht verstehend was er meinte.Was hatte sie genommen... wieso hatte sie genommen, wenn sie doch hatte teilen wollen, und teilte, obwohl er nicht gab?

...alles hast du mir genommen! Alles!

In Gedanken schuettelte sie ihren Kopf, und nur ein einzigstes Wort, ein Begriff kristallisierte sich aus ihren Gedanken herraus, wurde greifbar. Und nach und nach kehrte wieder diese Ruhe in sie ein, erfuellte sie und es schien fast als könnten weder seine Worte noch seine Waffe ihm etwas anhaben. Jedoch registrierte sie so auch nicht wirklich, wie er sich immer weiter hineinsteigerte, ihr seine Gedanken entgegenschrie, deren Inhalt sie dennoch nicht verstand. Wie sollte sie auch.

Ich lasse es nicht von mir nehmen, nie wieder soll jemand etwas von mir nehmen.
Ich lasse es nicht zu...
dann nehme ich den, der von mir nehmen will....


Und noch ehe diese Worte verklangen zog er ruckartig die Graue, einschneidig gebogene Klinge aus der Schwertscheide. Sie wusste nicht mehr was sie sagte, ihre Worte waren nur leise und nicht von Bedeutung, da sie wohl nicht bis zu ihm durchdrangen. Nur mit Ruhe sollten sie erfuellen. Das Schwert bemerkend trat sie einen Schritt zurueck, und als wuerde diese Geste sie beunruhigen schwand die Ruhe wieder, sie konnte sie nicht mehr halten. Langsam hob er etwas seinen Arm an, und deutet mit der Spitze des Schwertes auf sie.

Und sie, ist sie Königin genug fuer dich?
Dann nehme ich sie als Braut, wie der Wolf es tat.


Mit wem, mit was, sprach er? Kurz bemerkte sie das rote Pulsieren, bemerkte wie es sie anzog, gar ansprach.Weiter sprach, schrie, krächzte er, wenn auch seine Worte fuer sie kaum von Bedeutung waren, ihr Blick, ihre Sinne konzentrierten sich völlig auf etwas anderes. Als er auf sie zutrat, wiech sie nur aus Reflex einen Schritt zurueck, nicht weil sie es wirklich wahrnahm. Trotz ihres zurueckweichens griff er sie am Hals, schnuerte ihr die Luft ab und machte sie dadurch fast bewegungsunfähig. Sein anderer Arm bewegte sich, fast wie in Zeitlupe, auf sie zu - und während dieser Bewegung packte sie mir ihrer Hand nach seinem Handgelenk. Dennoch setzte er die Schwertspitze an ihren Hals, und began ohne zu zögern zuzudruecken. Sie spuerte wie sie sich in ihre Haut einschnitt, ehe dann die Klinge abglitt und sie sich aus seinem Griff herauswand, mit einem mal in einer ungewohnt kraftvollen Bewegung. Wutentbrannt, oder vielleicht auch verzweifelt folgte er ihrer Bewegung, immer wieder die Klinge anhebend, nach ihr hiebend. Wie von Sinnen wirkte er, doch war sie mehr verwirrt darueber und wiech seinen unkoordinierten Schlägen zunächst fast muehelos aus. Jedoch war einer der folgenden Schläge unausweichlich und traf sie an der Schulter. Doch anstatt sich durch Weste und Leder zu bohren glitt die Klinge beinahe achtlos daran ab. Immer und immer wieder hiebte er nach ihr, sie wollte schon garnicht mehr ausweichen, wollte ein Ende oder wollte es auch nur verstehen. Schier unendliche Trauer machte sich in ihr breit, und während sie manchen Schlägen wie in Trance auswiech, oder getroffen wurde sah sie vor sich nicht den wilden Fey, sondern den jungen Wolf im Grase sitzen. Fuer einen Moment schien sie die Erinnerung zu genießen, bis der blaue himmel hinter diesem sich blutrot färbte. Sie bemrkte nicht mehr die vielen Elfen um sich, bemerkte nicht den nachlassenden Regen und den Sonnenstrahl der sie traf. Ebensowenig fuehlte sie das etwas auf ihrer Haut.
Fern nur drangen seine Worte an sie herran, als er fast verzeifelt von ihr abließ, und erst auf diese hin tastete sie mit den Fingern vorsichtig ueber ihren Hals. Sie spuerte eine Wärme, von ihrem Körper ausgehen. Nur kurz fuehlte sie die schmale Kette die sich an ihren Hals schmiegte, und löste dann die Hand um diese nach Kirian auszutrecken. Immer weiter redend streckte er ihr einen dolch entgegen. "Miriamel...." sanft die Stimme Amarons. "Nill" eher ungläubig die Mohadii`s.


Stoß ihn mir ins Herz.


Sie nahm den Dolch, und ließ ihn vor ihm ins weiche Gras fallen. Immernoch bemerkte sie nicht die Elfen um sich herum. Er nahm den Dolch wieder auf, versuchte in ihr in die Hand zu druecken, und sie leistete keinen Widerstand. Sie hielt den Dolch, ohne jedoch die Hand zu bewegen. Die Trauer in ihr wurde größer, als sie begriff was er wollte, und als sie Begriff was sie tun wuerde, und tun musste. Er fuehrte ihre Hand, setzte die Spitze des Dolches an seiner Brust an - und sie schloss ihre Augen.

Miol at, Kirian.

Und stoß dann mit einem mal ruckartig zu, als wäre es nicht sie selbst die die Klinge fuehren wuerde.Leise und rasselnd folgten seine Worte...mi at ... ehe er langsam mit ihr in die Knie, und aufs Gras hinab sank. Sie legte ihre Wange an seine, strich ihm zärtlich, liebevoll ueber die andere, rauhe und vernarbte Wange, sah ein letztes mal in seinen nun glasigen Blick.

Tal at, Iama....

Fest und ruhig hielt sie ihn in ihren Armen, als wolle sie ihn nicht gehen lassen, ihn halten, oder mit ihm sterben.

Wo ist nun die Wahrheit?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.10.02, 21:24 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Sie spuerte jeden Grashalm unter ihrem Körper, wie diese sie im Nacken und in den Kniekehlen kitzelten. Sie schmeckte die salzige Brise, welche vom nahen Ufer herangeweht wurde, und starrte auf das dunkelrote, schimmernde Blättermeer ueber sich. Neben dem salzigen Geschmack, spuerte sie auch jetzt noch den Druck der Lippen des Fremden, den seltsamen Geschmack den diese hinterließen. Sah Augen vor sich, blau und tief wie ein kristallklarer See, irisierend mit gruen, und gelben, loderndem Feuer. Sie leckte sich einmal ueber die Lippen, als wolle sie die Reste des Geschmackes aufsaugen, fuehlte wieder den Druck, und hörte das Geschrei, das Gezeter. Der fremde Geschmack vermischte sich wieder mit dem Salz, und sie biß sich auf die Unterlippe, als wolle sie so den einst gefuehlten schmerz wiedererlangen. Den so gehassten, und nun so vermissten Schmerz. Auch als sie den Mann traf, und den Zwergen, bei welchem sie unweigerlich an Plätzchen denken musste, wenn auch sie sich nicht mehr entsinnen konnte weshalb, spuerte sie diesen Schmerz wieder, sehnte sich fast danach. Bis etwas ihn unterdrueckte, den Schmerz und die unausweichliche Erinnerung an das was damals folgte.
Ich hoffe wir sehen uns wieder... Miriamel.
Etwas merkwuerdig klang der Name aus seinem Mund, verlieh dem Lied einen etwas eigentuemlichen, fremden Klang. Zu Anfang so spottend, und verachtend waren seine Worte, und jetzt so..unsicher. Kein wunder das sie sagten, sie hätte ihn verflucht, auch wenn ihr der Vergleich zu den Frau'Simil noch immer etwas merkwuerdig erschien.
Wieder leckte sie sich einmal ueber die Lippen, erschauerte unter dem Geschmack ihres eigenen Blutes, und erhob sich dann aus dem Gras.
Ihre Gestalt hob sich nur noch schemenhaft von dem orangeroten horizont ab, und sie legte den Kopf in den Nacken und starrte hinauf, auf die rauschenden, schimmernden roten Blätter des Suil La'Tar. Wie ein schmaler, schier duerrer Schatten hob sie sich ab, ward in bald dunkelrotes Licht getaucht. Nur der Wind mag noch ihr Summen gehört haben, mag ebenfalls den salzigen Geschmack ihrer Tränen wahrgenommen haben, welche sich nach und nach aus ihren Augen lösten, und ihre Wangen hinabperlten.


Zuletzt geändert von Miriamel: 31.10.02, 21:25, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 6.11.02, 01:31 
Altratler
Altratler
Benutzeravatar

Registriert: 17.03.02, 14:15
Beiträge: 1015
Sie betrachtete die kleinen, stetig fallenden Schneeflocken um sich herrum, und fing schließlich einige auf ihrer Handfläche auf. Unwillkuerlich musste sie schmunzeln, war dies nicht ihre erste Tat gewesen als sie auf die Insel einst kam ? Die kleinen, kristallenen flöckchen schmolzen auf ihrer warmen Handfläche, benetzten diese mit kleinen Wassertröpfchen. Sie blickte um sich, ueber die vom Schnee bedeckten Wiesen und Wege - als ihr Blick an einem der näherkommenden Elfen hängenblieb. Im ersten Augenblick perplex sah sie diesen näher kommen, blaue, abgetragene Kleidung, das gepflegte rotblonde Haar... . Tarsinion... lag es ihr auf den Lippen. Wie viele Monde mag es hergewesen sein, das sie ihn zuletzt sah, das er die Insel verließ? Miriamel ! Fast ein Aufschrei seinerseits, und ehe sie ihre Gedanken weiterspinenn konnte, fiel ihr der junge Elf um den Hals. Dha, sie hatte ihn vermisst, diesen friedlichen, naiven niah`, welcher jedoch immer fuer sie dagewesen war. Gemeinsam setzten sie sich ans Feuer, und ueberschwenglich begann er zu erzählen, wie sein Weg ihn wieder zurueck auf die Insel, zurueck nach Avindhrell gebracht hatte. Sie saß einfach nur da, genoß seine Wiederkehr, seine Stimme, seine Nähe.

Das Haus fuellte sich, viele Elfen waren gekommen, teils waren fuer sie noch unbekannte Gesichter darunter. Ist soviel geschehen, als ich träumte, nicht hier war ?fragte sie sich, ohne jedoch wirklich eine antwort zu finden. Die Blicke mancher waren distanziert, die Blicke anderer jedoch unvoeingenommen, geschwisterlich und voller Wärme. Als sie sich Isaion gegenuebersah, sein warmes lächeln spuerte, fuehlte sie sich dennoch fast ueberfordert.
"....leid..so leid..." nur ein Hauch der letzten Worte ihrer Schwester vernahm sie, als diese fortrannte, fort von ihr. Konnte ihr nicht mehr vertrauen, hatte Angst, sah was unweigerlich kommen wuerde ?
Sie senkte ihre Blick, und suchte sich hastig einen Weg an ihm vorbei. Fast wie ein Heucheln erschien ihr in diesem augenblick das lächeln, schmerzhaft, obwohl sie wusste das es ehrlich, liebend war. Schon fast aus dem Haus, erblickte sie Kilian. Wieder ein Bruder, den sie lange nicht sah, einer jener, welche ihr am nächsten standen. Würde auch ihm das vertrauen fehlen ? Wuerde auch er weinend fortrennen, zusammenzucken wenn sie ihn beruehrte ? Kurz dachte sie an Qill, an sein Vertrauen in sie, trotz der unverkennbaren Angst in seinen Augen. Sie aaß neben Kilian, ihrem alten niah`auf der Bank. Langsam strich er ihr eine Haarsträhne beiseite, welche ihren Hals bedeckte.

Sie kniete im Schnee, alleine im Wald. Eben noch waren sie alle hier gewesen, ihre niah, ihre Geschwister, waren gekommen, um nach ihr zu sehen,s agten sie wären in Sorge gewesen. Es erleichterte sie, doch war diese Erleichterung begleitet von Schmerz. Schmerz und Angst um ihre Geschwister.

Es scheint als hättest du gefunden... wonach ich suchte ...

Sie schloss ihre Augen, und presste ihre Lippen fest aufeinander. Wieder die Worte ihrer Schwester, welche in ihr wiederhallten. Manche verloren das Vertrauen, manche bekamen Angst, manche wollten es fuer sich... doch was war mit der Elfe, wer fragte nach ihr.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 13 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron

Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de