Siebenwind - Die Welt des Rollenspiels - Mondtag, 15. Carmar 29 nach Hilgorad
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Informationen über 'Jorge Borgiacremo'

Allgemeines

Erstellt am16.09.2010 18:36:17
NameJorge Borgiacremo
GeschlechtMännlich
Alter78
Familienstandledig
GottheitKeine Gottheit
ElternhausSahra und Ludger Borgia (Pflegeeltern)
RasseMensch
KlasseGrauer Magier

Erscheinung

HaartypKeine Haare
HaarfarbeGrau
BarttypKein Bart
BartfarbeGrau
Hautfarbehellbraun

Charakterzüge

Positive
  • Berechnend
Neutrale
  • Distanziert
Negative
  • Intrigant

Beschreibung

Bisheriges LebenIn welchem Jahr Jorge Borgiacremo das Licht Felas erblickte, kann nicht genau gesagt werden. Es mag 50 Jahre vor jenem Ereignis gewesen sein, als die Seeleute der Norland dieses geheimnisvolle Eiland erblickten.

Über Kindheit und Jugend des Jorge Borgiacremo ist nicht viel zu berichten. Nur so viel, dass er von der Familie Borgiacremo, die als Waldbauern in der Baronie Kadamark nahe der Stadt Gofilm ein karges Dasein fristeten, als Säugling aufgenommen wurde und in dieser Familie in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs.
Kaum dem Knabenalter entwachsen verließ er das Heim seiner Pflegeeltern. Er schlug sich recht wacker durch das Leben, verdingte sich in vielerlei Diensten und hatte so stets sein Auskommen, um ein Leben zu führen, das von dem Leben anderer sich nicht sonderlich unterschied. Das mag wohl auch der Grund sein, dass er als gereifter Mann ebenso wenig in Erscheinung trat wie als Mann in gesetztem Alter. Dass er wohl niemandem sonderlich aufgefallen ist und somit auch niemandem in Erinnerung ist, mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass er stets sehr zurückgezogen lebte, nie eine Freundschaft pflegte oder sonstig die Nähe zu Anderen suchte. Erst recht nicht bandelte er mit einem Weibsbild an, und der Gedanke, sich einem Weibe in Liebe anzuvertrauen, war für ihn völlig abwegig, ja ihm wohl gar zuwider.

Wohl Viele werden es gewesen sein, welche den Jorge Borgiacremo aufgrund auch seiner äußeren Erscheinung für gering, ja für nichtig eingeschätzt haben. Klein von Wuchs kommt die Statur des Jorge Borgiacremo einem Gnom gleich, kaum größer als 1 Schritt. Dabei, wenn man ein Maßband um seinen Bauch legen würde, käme man zu dem gleichen Ergebnis. Und manch einer hat sich ein mitleidiges Schmunzeln nicht verkneifen können, so er den Jorge Borgiacremo zum ersten Mal hat sprechen hören – ein Lispeln wie man es selten hört.

Doch hier sei gesagt, dass dieses Bild ein falsches war, welches diese Leute von dem Jorge Borgiacremo sich gemacht haben. Gleichwohl Jorge Borgiacremo sie stets in diesem Glauben ließ, in ihm nur einen Unbedeutenden, Geringen anzusehen, war er doch in Wahrheit ein gänzlich anderer Mensch, als die in ihm sahen, die ihn kennen lernten.

In manchen Situationen hätte man den wahren Charakter des Jorge Borgiacremo erahnen können. Dieses immer dann, wenn er mit anderen disputierte, was er gerne tat und regelrecht herausforderte. Bei diesen Disputationen wurden seine Worte manchmal bestimmend, sein Ton herrisch. Vor allem aber zeigte sich das wahre Gesicht des Jorge Borgiacremo , wenn über lebensfreudige, genießerische Lebensarten, die Künste und andere Sinnesfreuden gesprochen wurde. Die nüchterne Strenge, die Lebensfeindlichkeit, der Freudenhass des Jorge Borgiacremo trat dann zu Tage. Mit welch hochmütigem Starrsinn er dann das Lachen und die Schönheit, die frohen Formen der Sitte, Musik, Dichtung und Tanz geißelte und gar verurteilte als Verbrechen, ließ eine an sich schon düstere Welt noch eine besondere Düsternis annehmen, und selbst der Enthaltsame und Keusche erschreckte sich und fürchtete sich, so er den Worten des Jorge Borgiacremo lauschte. Furcht flößte er dann manch einem ein, wenn er leicht vorgebeugt stehend, mit der Kraft der Rede, die genährt wurde durch seinen Hass auf alles Helle und Schöne gegen die Einfalt der Unbekümmerten, der Sorglosen wetterte.

Mit zunehmendem Alter hielt sich Jorge Borgiacremo mit solchen Reden zurück, wurde solcher Dispute mehr und mehr überdrüssig, letztlich mied er gänzlich das Zusammentreffen mit anderen Menschen und wandte sich irgendwann nur noch dem Studieren von Schriften zu. Dieser Wandel mag unter anderem dadurch zu erklären sein, dass Jorge Borgiacremo mit zunehmenden Alter sich in seinem Handeln und Denken mehr und mehr durch Besonnenheit auszeichnete. Er ließ sich nicht mehr leiten von gefühlvollen, gar romantisch verklärten Impulsen. Dieses fiel ihm auch nicht sehr schwer, hatte er eigentlich nie Heldisches eines Herrschers ans sich, kannte aber dafür das Geheimnis des Wartens und sich Geduldens, das den Erfolg sicherer verbürgt als der rasche, leidenschaftliche Elan. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er die Beweggründe wie die Ziele seines Handelns nie anderen kundtat; doch waren sie stets weit gesteckt, seine Pläne stets klug und weit blickend überdacht.

Es war aber noch ein anderer Grund, der ihn veranlasste, sich mehr und mehr zurückzuziehen, gleichwohl es auch mit seinen Studien zu tun hatte. Im Fokus seiner Studien standen stets Schriften über die Magie, doch allein war dieser Interesse nur theoretischer Natur. Doch eines Nachts geschah es, es las gerade eine Schrift im fahlen Schein einer Kerze. Doch vermochte er nicht recht sich auf diese Schrift zu konzentrieren und starrte gedankenverloren in die lodernde Flamme. Gar nicht bewusst wurde ihm, dass mehr und mehr das Züngeln der Flamme ihn in seinen Bann zog, seine Gedanken mehr und mehr um das Licht der vor ihm stehenden Kerze rankten. Auf die Kerze nun starrend wuchs in ihm der Wunsch, das Licht der Kerze, dessen Helligkeit zu beeinflussen. Vieles über diese Kunst hatte er schon gelesen, doch nun war es zum ersten Male, dass er sich wünschte, selbst solches zu vollbringen. Eine Ewigkeit starrte er in die Flamme der Kerze, getrieben von diesem nun unbändigen Wunsch, das die Kerze heller erstrahlen zu lassen. Seine Hände zitterten, als plötzlich, für einen kurzen Moment das Licht der Kerze gleißend hell und den ganzen Raum erhellte wie die Strahlen Felas.

Das Studieren von Schriften war es, mit dem sich Jorge Borgiacremo schon immer beschäftigt hatte über all die Jahre. Nach diesem Vorfall aber war es in den letzten Jahren seine einzige Beschäftigung, in den Bibliotheken des galadonischen Reiches Schriften zu studieren, wenn man einmal von den Mühsalen der Reisen zu den Bibliotheken absieht. Vor allem Schriften der Magie und Schriften waren es, welche von Geweihten des Ordens der Diener Astraels verfasst waren, die im Fokus seiner Studien standen. Aber es gelüstete ihn in der kommenden Zeit nicht, sich selbst zu prüfen, welch magische Fähigkeiten ihm wohl innewohnen. Allein das Wissen um die Magie war es, die ihn interessierte.

Wenn behauptet wird, dass das Schriftenstudium einzig es war, dass das Leben des Jorge Borgiacremo erfüllte, so ist dieses nicht ganz richtig. Regelmäßig begab er sich in einen Schrein der Viere - vorzugsweise in einen Astrael geweihten Schrein - und betete zu den Vieren. Dieses Tun als Indiz dafür zu werten, dass seine Seele eine fromme und tief erfüllt vom Glauben an die Viere, wäre sicherlich eine Übertreibung. Der Gang in einen Schrein der Viere und das Gebet zu den Vieren war eher eine Gewohnheit und zugleich eine Pflichterfüllung, was sich wohl auch daraus erklärt, dass seine sehr frommen und vieregläubigen Pflegeeltern ihn dazu erzogen hatten, so zu tun.

Dieses nur anerzogene, keineswegs inbrünstige Sich-Hingezogen-Fühlen zu den Vieren machte Platz einer Gleichgültigkeit, einer Ignoranz gar, welche sich einstellten nach einem einschneidenden Ereignis. Es geschah dieses Ereignis in einem Kloster des Orden der Diener Astrael, in welchem sich Jorge Borgiacremo zu Studienzwecken aufhielt. Schon bei seiner Ankunft in diesem Kloster kam ihm zu Ohren, dass der Abt des Kloster auf dem Sterbebett wohl mit dem Tode ringt. Eine gewisse Teilnahme, die in solchen Fällen geboten ist, zeigte Jorge Borgiacremo, jedoch ließ er sich andererseits von seinem Ansinnen, dass Skriptorium alsbald aufzusuchen, nicht ablenken.
Wohl drei Tage studierte er Schriften, hatte keine Gedanken mehr an den Sterbenden, bis im Morgen des Vierten Tages eine Novize an ihn herantrat auf der Suche nach einer helfenden Hand. Mit Tüchern und einer Schalen kühlen Wassers betrat er das Sterbezimmer. Nachdem er beides auf einen kleinen Tisch abgestellt hatte, nahm er auf einem in der Ecke des Zimmers stehenden Stuhl Platz und schaute zwei Dienern des Astrael zu, die um das Bett der Sterbenden herum standen und selbigen pflegten und Linderung zu verschaffen suchten. Lag der sterbende Abt zunächst noch ruhig auf dem Bett, so nahmen seine Bewegungen bald zu. Beobachtet Jorge Borgiacremo zunächst teilnahmslos das Geschehen, so erregte eine plötzliche schreckliche Unruhe der auf dem Bett Liegenden seine Aufmerksamkeit, denn er meinte in dieser Unruhe eine unsägliche Angst und Not zu erkennen; ein unentrinnbares Verlassenheits- und Hilflosigkeitsgefühl ohne Grenzen musste diesen, dem Tode ausgelieferten Körper vom Scheitel bis zur Sohle erfüllen. Jorge Borgiacremo erhob sich von seinem Stuhl, trat an das Bett des sterbenden Astraeldiener und sah dessen Augen, die ihn anschauten. Es waren arme, flehende, wehklagende und suchende Augen, die ihn anschauten, die sich ab und bei den röchelnden Drehungen des Kopfes manchmal mit brechendem Ausdruck schlossen oder sich so sehr erweiterten, dass die kleinen Adern des Augapfels blutrot hervortraten. Es mag einem seltsam erscheinen, Jorge Borgiacremo selbst empfand es seltsam, als er sich dabei ertappte, dass in ihm der Anblick dieses sterbende Astraelgeweihten nicht Gefühle des Mitleids oder der Trauer weckten, sondern er den Anblick dieser suchenden Augen eines Geweihten als erbärmlich und sogar als widerwärtig empfand.
Jorge Borgiacremo hatte sich wieder auf den Stuhl gesetzt, als der Sterbende in einen Schlaf fiel. Wohl einigen Stunden waren so vergangen, bis dann der Kampf aufs Neue begann. Jorge Borgiacremo ging wieder zu dem Bett. Jorge Borgiacremo sah nicht ein Ringen des Astraelgeweihten mit dem Leben um den Tod, er sah ein Ringen mit dem Tod um das Leben. Mehr noch als zuvor schürte dieser Anblick in Jorge Borgiacremo Gefühle des Abscheus und des Ekels.
Weitere Stunden später, die Nacht war schon angebrochen, konnte der Kampf nicht mehr schlimmer werden. Der Abt, im Krampfe aufgerichtet und mit weit geöffneten Augen, stieß mit den Armen um sich, als griffe er nach einem Haltepunkt oder nach Händen, die sich ihm entgegenstreckten. „Nein, ich will nicht! Lasst mich! Lasst mich!“ Diese Worte des Abtes erfüllten das Zimmer, die er mal schreiend, mal wimmernd wehklagend sprach. Als schon der Morgen wieder anbrach, trat ein Augenblick der Ruhe ein. Und dann, ganz plötzlich, ging über die gealterten und vom Leiden zerrissenen Züge des Abtes ein Zucken, eine jähe Angst, eine tiefe, schauernde, furchtsame Entsetztheit. „NEIN! NICHT! NEIN! NICHT!“ rief der Abt, schreiend, flehend ... und verschied.

Seit diesem Geschehen geschah es über die Zeit immer seltener, dass Jorge Borgiacremo einen Schrein der Viere aufsuchte, um zu den Vieren zu beten. Irgendwann tat er nur noch so bei Festlichkeiten oder anderen Gelegenheiten, wo es der Anstand gebot und die Etikette. Der Grund dafür war eben jenes Ereignis, der Tod dieses Astraelgeweihten. Erbärmlich war in den Augen des Jorge Borgiacremo, auf welche Weise sich der Astraelgeweihte seinem Schicksal stellte. Zweifel kamen in ihm auf, da er sich fragte, wie es sein kann, dass ein Diener der Viere solch Angst vor dem Tod haben kann. Je öfter er sich diese Frage stellte, um so mehr wurde sein Glaube an und sein Vertrauen in die Viere erschüttert. Oft hatte er Leute reden gehört von Wundern der Viere, die irgendeinem angeblich widerfahren sind. Doch mehr und mehr zweifelte er an diese Geschichten und kam letztlich zu dem Schluss, dass er nicht daran glauben würde, dass alles ein Werk der Viere, so er nicht mit eigen Augen sehen würden, was ihn davon überzeugen würde. Auch zweifelte er daran, dass es Astrael sei, der Schenker des Wissens und der Magie sei. Vielmehr war er mehr und mehr davon überzeugt, dass allein sein Werk es ist, das Verdienst seiner Mühen, geschuldet den vielen Stunden in Bibliotheken und Skriptorien, die sein Wissen über Vielerlei, vor allem auch über die Magie, mehren würden. Jorge Borgiacremo wusste aber auch um die Gefahren darum, solch eine Meinung zu haben. Denn er hatte oft gehört davon, dass man solche der Ketzerei bezichtigte, aburteilte und auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ. Darum mied er Gespräche und Disputationen über den Glauben, gleichwohl er vor allem mit Dienern des Astrael sehr gerne über andere Themen sprach.



Diener des Astrael waren es auch, von denen er zum ersten Mal hörte über jene unheilvolle Prophezeiung, nach welcher ein Kampf bevorstehen würde, der über alles entscheiden würde. Zu Beginn schenkte er dieser Geschichte nicht allzu große Bedeutung und seine Zweifel an der Wahrhaftigkeit wurden erst recht größer, als man ihm von den Amuletten erzählte. Und doch – die Gedanken an dieser Prophezeiung, an diesem Eiland Siebenwind, sie ließen ihn nicht mehr los. In den letzten 10 Jahren drehten sich seine Studien nur noch um dieses eine Thema. Diese Studien waren es auch, die ihn wieder an seinen Geburtsort führten – nach Gofilm, um in den „Grauen Höhlen“ sein Wissen über die Magie, wie er anderen kundtat, zu erweitern. In Wahrheit aber hoffte er mehr zu erfahren über jene Mondamulette.
In einer Taverne in Gofilm hatte er sich ein Zimmer genommen. Entgegen seiner Gepflogenheit hatte er sich sogar ab und zu in den Schankraum gesetzt, gesellte sich sogar ab und zu zu den anderen Gästen und nahm an einem Gespräch teil. Er ließ sich manchmal sogar hinreißen, in Disputen all das zu geißeln, was er auch zu früheren Zeiten stets verdammt hatte. Vor allem aber wetterte er über jene zwei Lehenbündnisse, schimpfte sie ein Werk des Frevels und hieß sie gar ein Werk des Namenlosen.

Eines Abends geschah es, dass Jorge Borgiacremo mit seinem kleinen Bündel im Schankraum stand. „Wirt, sagt mir, was ich Euch schuldig bin. Ich muss meines Weges gehen.“ „Oh, Herr Borgiacremo, Ihr wollt uns verlassen? Das ist aber schade.“ „Es muss sein, es muss sein.“ Darf man fragen, wohin Euer Weg Euch führen wird, Herr Borgiacremo?“ „Nach Venturia.“ „Nach Venturia?“ „Ja. Dort wartet ein Schiff auf mich, dass mich bringen wird zu dem Eiland Siebenwind. Dorthin muss ich gehen.“ Bei den Vieren, nach Siebenwind wollt Ihr aufbrechen? Mögen die Viere Euch beschützen.“ „Ich weiß, dass all das, was ich weiß, nicht den heiligen Vieren ist, und dass all das, was ich begreife, ihnen nicht ähnlich ist.“ Bei diesen Worten wurde der Wirt leichenblass, brachte kein Wort mehr heraus und nahm schweigend, den Blicken des Greises ausweichend, die Münzen entgegen.

Später am Abend saßen Gäste um einen Tisch herum, die sich über den Jorge Borgiacremo und den obigen Vorfall unterhielten.

"Mir ist der Herr Borgiacremo schon immer unheimlich gewesen. Gewiss ein scharfsinniger Geist, doch wenn er den Frohsinn und andere Freuden geißelte, dann machte er mir immer Angst."
"Ja, so erging es auch immer mir, wenn der Herr Borgiacremo sprach. Obwohl das in letzter Zeit immer seltener vorkam. Er schien mir in letzter Zeit immer verschlossener gegenüber anderen."
"Das mag wohl sein. Doch andererseits schien es mir, dass er sich sehr wohl Sorgen um einen auch machte und vor allem wohl um das Seelenheil eines Jeden sich sorgte, aber auch um das Wohl und Wehe des Reiches. Gewiss – auch mir wurde manchmal bang, wenn er davon sprach, dass die Seele unendliche Qualen einst wird erdulden müssen, so man nicht davon ablassen würde, sich von dem Frohsinn und den Freuden einzig leiten zu lassen und allein nach diesen Freuden strebe. Oder wenn er davon sprach, dass diese zwei Bündnisse es sind, die dem Namenlosen den Weg bereiten werden. So denke ich, dass wir uns um den Herrn Borgiacremo keine Sorgen machen müssen. Wenn Ihr mich fragt, dann wird er sich dem zuwenden, was ich schon immer in ihm sah. Er wird tun ein frommes Werk und sich kümmern darum, sein Wissen zu erweitern, was auch immer es sein mag."
"Hm, hm.. er ist aber recht verschlossen doch. Wenn er Gefahren sieht und andere warnen will, sollte er aber zugehen können auf Andere." "Da mögt Ihr wohl Recht damit haben. So wird er vielleicht sich in ein Kloster der Ordens der Diener des Astrael begeben und dort viel seiner Zeit mit dem Studium alter Schriften verbringen. Er hockte doch immer in der hiesigen Bibliothek. Das wird er auch dann wohl tun. Und ich habe gehört, dass manche der Priester in diesem Orden oft und lange eigentlich gar nichts tun, eigentlich nur so herumsitzen und irgendwelche Verse ständig wiederholend vor sich herbrabbeln." "Du einfältiger Tor, das machen sie, um den Vieren nahe zu sein, auf dass diese ihnen Gehör schenken. Letztlich tun die Priester dieses auch, auf dass die Götter sich auch deiner verdammten Seele erbarmen, du alter Saufbold." "Ich glaube auch, dass der Herr Borgiacremo sich wohl nach diesem sehnt und darin sein Seelenheil zu finden hofft. Zudem - wenn er das Wort ergriff, dann waren seine Worte stets weise und wohlbedacht. Aber ich gestehe, manchmal lehrten diese seine Worte auch mich das Fürchten."

"Ihr Toren, seid Ihr denn blind und taub? Erinnert Euch der Worte, die dieser alte Mann zu dem Wirt gesprochen. Gewiss – er mag sein Leben nun weihen einem Gott, mag predigen in dessen Namen, mag sich in einem Orden in den Exerzitien üben, um nahe zu sein seinem Gott. Doch wird er nicht den Vieren dienen, deren Namen wir preisen, auf dass sie uns beistehen und beschützen mögen. Nein – so lest doch diese Zeilen – er hat sich dem Namenlosen verschrieben: Angamon, diesem Gott, welcher Unheil über uns bringen will, hat er sich verschrieben, diesem will er dienen, auf dass viele Seelen erfüllt werden von Hass und Zorn, von Missgunst und Neid, von Gier und frevlerischem Laster. Er wird predigen das Wort des Namenlosen, das Gift des Namenlosen in die Herzen pflanzend, auf dass die Seelen derer, die seiner Predigt lauschen, Angamon verfallen."
"Bei den Vieren, Ihr habt wohl damit Recht, dieses zu sagen. Die Zeilen auf diesen Pergamenten lassen befürchten, dass es so geschehen wird, wie Ihr sagt. Und schlimmer noch, fürcht ich, wird er dem dunklen Reich Angamons zu dienen wissen. Ihr sagtet wohl zu Recht, dass der Herr Borgiacremo ein kluger Kopf ist, aber gleich zutreffend ist's auch, dass er verschlossen oftmals sich gab. Ich sah darin nur, dass er verschlagen ist und sich zu verstellen weiß. In meinen Augen ist er ein Mann, der es vermag, ein Werk zu vollbringen, wie es einst jener Fürst zu vollbringen vermochte... jener Fürst, welcher einst herrschte über Vandrien. Erinnert Euch daran, was uns die Priester erzählten, wie Diener des Namenlosen Geschöpfe zu täuschen und zu verführen vermögen, so dass sie trotz ihrer Weisheit Gerechtigkeit und Gutes nicht mehr zu erkennen vermögen. Der Namenlose wird sich dieses Herrn Borgiacremo wohl zu bedienen wissen. In seinem Namen wird dieser Greis es vermögen, ein Netz zu spinnen, in denen sich verfangen werden die guten und frommen Seelen. Locken wird er manchen mit freiem Gedankengut, doch werden seine Worte trügerisch sein, denn einzig dienen sie ihm dazu, dass wir uns abwenden von den Vieren und unsere Ohren sich verschließen den Melodien der Viere. Schlimmer noch mag es ihm gelingen, dass er solche um sich schart, welche ihm bei seinem Werk beistehen, ohne dass jemand davon etwas bemerkt. Bedenkt auch dabei, wie voller Abneigung und Abscheu von den Freuden und dem Frohsinn dieser alte Mann oft hier sprach. Hat er nicht immer grimmig dreingeschaut, wenn ein Musikant in der Taverne eine schöne Melodie zum Besten gab? Ich sage Euch, er hatte einen Neid und Hass auf alles, mit welchem uns beschenkten die Viere. Ja – ich sage Euch: Die Seele dieses Greises ist zerfressen vom Neid und Hass auf all dieses, was uns die Viere schenkten."
"So denkt ihr etwa, dass der Herr Borgiacremo es fertig bringt und entführt unsere jungfräulichen Töchter, um sie gar schrecklich zu entstellen?" "Frau – was erzählst du da für einen Unsinn! Zudem – der olle Borgiacremo ist doch auch nur ein Mensch wie du und ich. Und du weißt doch selbst nur all zu gut, dass er mit einem Weibe wohl nichts anzufangen wusste und nie mit einem Weibe anbändelte." "Aber die Priester sagen uns doch immer, dass der Namenlose seine Diener aufgefordert habe, dass sie sich Weiber nehmen sollen zu ihrem Gefallen und auf dass sie seinen Dienern Kinder gebären?!" "Ach Frau, sei doch ruhig!" "Gewiss ist es wohl so, dass der Herr Borgiacremo auf ein Weibe nie etwas gegeben hat. Doch müsse dieses nichts heißen. Er wird sich daran weiden und ergötzen, so er uns um unsere Töchter weinen und trauern sieht." "Ihr macht mir alle Angst mit Eurem Gerede. Gewiss war der Herr Borgiacremo ein sonderbarer Kauz und ich gestehe, in dem Weinkeller wäre ich ungern mit ihm allein gewesen. Aber so ich nun Euch hier so reden höre, bekomme ich wahrlich schauderliche Angst."
Ängste und SorgenSich zu irren oder fehl zu gehen. Etwas nicht zu verstehen oder getäuscht zu werden. Vor allem aber die Angst, die Kontrolle zu verlieren
BesonderheitenKlein von Wuchs kommt die Statur des Jorge Borgia einem Gnom gleich, kaum größer als 1 Schritt. Dabei, wenn man ein Maßband um seinen Bauch legen würde, käme man zu dem gleichen Ergebnis. Und manch einer hat sich ein mitleidiges Schmunzeln nicht verkneifen können, so er den Jorge Borgia zum ersten Mal hat sprechen hören – ein Lispeln wie man es selten hört.
ZieleDas Studieren von Schriften war es, mit dem sich Jorge Borgia schon immer beschäftigt hatte über all die Jahre. Aber in den letzten Jahren war dieses seine einzige Beschäftigung, in den Bibliotheken des galadonischen Reiches Schriften zu studieren, wenn man einmal von den Mühsalen der Reisen zu den Bibliotheken absieht. Vor allem Schriften der Magie und Schriften, welche von Geweihten des Ordens der Diener Astraels verfasst waren, waren es, die im Fokus seiner Studien standen.

Wertvorstellungen

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Ehrewichtig
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Wahrheitwichtig
Freiheitnebensächlich

Moral

ThemaStandpunkt
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Tötenwarum nicht