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 Betreff des Beitrags: Tagebuch des Jarail du Soleil
BeitragVerfasst: 3.04.02, 22:52 
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Wir auf jeder meiner vielen Reisen in meinem langen Leben werde ich ein Tagebuch führen, und sollte die Reise auch mein ganzes, restliches Leben Dauern.

*schwungvoll unterzeichnet*

Jarail du Soleil, Bard Telyn da Talagant

*Das ganze Buch ist in elfisch geschrieben und nur für Elfen lesbar.*


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 11.09.02, 18:43, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mittentag, 3. Dular – Vitamahoch, Ankunft auf Siebenwind
BeitragVerfasst: 3.04.02, 22:53 
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Das Schiff hat endlich angelegt. Draußen regnet und stürmt es immernoch, kein schönes Wetter für ein Vitamahoch, aber ich habe schon unangenehmeres Wetter erlebt. Das Schiff hatte am Hafen von Tiefenbach angelegt, leider nicht in Brandenstein wohin mich mein Freund rief. Ich habe mir einige Stunden lang Tiefenbach angesehen, eine recht einfache Hafenstadt, mit einer kleinen Garnison. In Tiefenbach traf ich den ersten Bewohner von Siebenwind, ein hochgewachsener Galadonier auf einem Pferd. Er beschimpfte mich mit Spitzohr und zog eine Axt um zu bedrohen, es scheint viele Elfen auf Siebenwind zu geben die auf solche Provokation hereinfallen, dass er diese simple Masche an mir probierte. Ich fragte in einem Gasthaus nach dem Weg nach Brandenstein. Das Gasthaus selbst lag am Ufer und hat einen Wunderschönen Ausblick auf die Bucht vor Tiefenbach, ich muss dort unbedingt mal wieder hin. Der Weg nach Brandenstein sei nur über die Hauptstadt Siebenwinds, Rohehafen, sicher, versicherte mir die Wirtin.

Nach einem kurzem Fußmarsch über eine große, steinerne, Brücke und durch ein kleines Waldstück kam ich an die Stadtgrenze Rohehafens. Ich war überrascht, habe ich doch nicht solch Prachtbauten auf Siebenwind erwartet. Der Weg nach Rohehafen führt über eine große Marmorbrücke auf der mindestens Zwei Reiter neben einander reiten können. Dann kommt man an einem Fey Viertel vorbei, zur linken hand eine Prächtige Schwimmhalle zur rechten Hand einige Wohnhäuser und ein Säulensaal, bis man auf die breit angelegte Hauptstrasse gelangt. Von dort aus winden sich enge Gassen und Pfade zu den unterschiedlichsten und prächtigsten Marmor Häusern die ich eine lange Zeit lang gesehen habe. Sie erinnerten mich fast an die Prunkbauten von Kanath. Wenn man sich durch die engen Gassen windet kommt man irgendwann ins Zentrum der Hauptstadt, einem kleinen Marktplatz vor einem Bankgebäude. Auf diesem Marktplatz tummeln allerlei Leute, Menschen, Elfen, Zwerge und rechte viele Halblinge, prozentual sogar mehr als in Draconis, schätze ich, was mich etwas stutzig machte, sind die vom kleinen Volke doch nicht gerade für ihre Fremdenliebe bekannt, aber vielleicht war es auch nur der Feiertag.

Doch bevor ich Rohehafen betrat viel mit etwas drastisches ins Auge. Vor den Stadttoren standen Schilde, dass in Rohehafen das Kriegsrecht gelte, wegen einem Verdacht von Krimineller Aktivität. Was hat das zu bedeuten? Ein paar klein kriminelle aus einer Diebesgilde, die sich in hohe Posten vorgeschwindelt haben? Und dafür das Kriegsrecht ausrufen? Das wirkt doch sehr drastisch, unter diesen Umständen würde in Draconis das Kriegsrecht immer gelten.

In Rohehafen traf ich einige interessante Leute. Auf dem Marktplatz machte ich mich mit zwei Fey bekannt, Llandon einem Kesselflicker, ein freundlicher Fey und Lathis der leider viel faszinierte war dem Marktschreier ein paar Reagenzien abzukaufen als sich weiter mit uns zu unterhalten. Während der Dunkelphase, bei der man sich wegen des Kriegsrechtes in Häusern aufzuhalten hat, sprach ich mit einer jungen Menschenfrau namens Miriam, eine Bardin des Ritterhofes zu Schieferbruch. Ich sang einige Lieder, und sie schien recht begeistert, dabei waren es nur sinnlose Limericks, aber ich denke ich kann hier eine Freundin finden. Doch leider konnte ich nicht so genau auf mein Gespräch mit Miriam achten weil ich ein laut geführtes Gespräch vom Marktplatz belauschte. Dort redeten zwei Fey und lachten scheint es mir über die Biundai, die Menschen. In der herablassenden art wie ich es leider von vielen Jungen Fey kenne, spotteten sie über die Biundai, überlegten sich ob sie die Menschen mit dem Gebrauch der Elfensprache hereinlegen sollten. Ich erkannte mein jüngeres Selbst in diesen Fey, und versuchte sie mit einem Scherz auf ihr Arrogantes Tun hinzuweisen. Eine kleine Anekdote brachte ich, ich sagte „Wisst ihr wie die Fey’Simil, die Elfen des Waldes, uns Fey der Städte manchmal nennen? Sie nennen uns Fey’Biundai weil wir doch so sehr sind wie die Menschen.“ Ich dreht mich um und ging, in der Zuversicht, dass sie vielleicht verstanden hätten. Aber ich musste zusammenzucken als einer der beiden Fey mir laut hinter herief: „Wenn ein Biundai das zu mir sagen würde, dann würde ich ...“, doch da hörte ich schon nicht mehr zu.

Schade ist es das viele junge Fey es nicht verstehen, das gerade die Toleranz und die Akzeptanz des anders seins ist, die uns Fey gegeben ist und uns weitergehen lässt. Denn wer nicht über sich selbst und seien Fehler lachen kann, ist nicht besser als das was man mit Abscheu als „stinkende Biundai“ bezeichnet, die Biundai die angeblich ja sogar „die Ratten in die Städte gebracht haben“. Ach wüsstet ihr jungen Fey nur, das lange vor den Biundai wir Fey Städte gebaut haben, in denen es Ratten genau wie in jeder Stadt.

Ich kleide mich wie ein Biundai, ich ziehe mich an wie ein Biundai, ich habe sogar eine kurzen Haarschnitt wie ein Biundai, und doch bin ich ganz anders. Denn ich achte alles Leben, ich toleriere jedes Anderssein bin offen für alles Neue, und bewahre in meinen Liedern und Texten doch das Alte. Die Zeit und mein Alter haben mir gezeigt das es das ist was uns Fey von den Biundai unterscheidet und nicht das wir über wir Fey hochnäsig auf die anderen Rassen hinunter schauen und uns über ihre Unfähigkeit und Minderwertigkeit lustig machen.

Traurig war ich, als ich später wieder auf Lathis traf, den der Reagenziensammler vom Marktplatz, und er mir sagte: „Jarail du bist viel eher ein Biundai als ein Elf, trägst kurze Haare und sprichst ihre Wörter“. Schade das er meine Anekdote nicht verstanden hat, denn wenn das was ich bin ein Biundai ist, dann bin ich auch gerne ein Fey’Biundai, denn die Fey die über sich selbst und den Vergleich mit den Biundai nicht lachen können sind kaum anders als eben diese.

Morgen werde ich nach Brandenstein aufbrechen.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 4.04.02, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Sonnentag, 4. Dular - Regen und Regen, Im Geiste wie im Gemü
BeitragVerfasst: 4.04.02, 16:37 
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Sonnentag heißt er vielleicht, aber ich habe den ganzen Tag nur Regen gesehen. Der Tag fing schon unfreundlich an, in der Nacht hörte ich erste Gerüchte das Brandenstein, mein Zielort von einer Armee Goblins belagert wird. Wir soll ich je ihre Linien durchbrechen? Kurz darauf hörte ich eine weiter schreckliche Meldung, in Tiefenbach, dem schöne Küsten Städtchen in dem ich ankam, sähe es noch viel schlimmer aus, der ganze südliche Teil würde brennen. Ich war schockiert und irritiert über diese Meldungen und suchte mir einen Platz zum rasten.

Als ich aufwachte regnete es schon, und dieser Regen sollte den ganzen Tag über, über Rohehafen hängen. Die Meldungen von gestern bewahrheiten sich, und stündlich kamen neue Botschaften vom Vernichtungs-Ausmaß in Tiefenbach nach Rohehafen. Auch der Weg nach Brandenstein sei nicht passierbar, Horden von Goblins belagerten die Wege.

So entschied ich mich vorerst in Rohehafen zu verweilen und lief eine Weile durch das prächtige Elfenviertel und traf dort einige interessante Fey. Ich redete mit ihnen über die Dinge dich ich gestern erlebt hatte, und erstaunlicher weise traf ich auch wieder eine der beiden Elfen vom Marktplatz, sie scheint einen versteckten Zorn oder Hass gegen die Biundai zu hegen. Auch traf ich eine Elfe namens Aylin, sie sorgte sich um ihren geliebten Valshir, der in Brandenstein verweilt, ich erheiterte sie mit ein paar Reimen, um ein bisschen von der Lage in Brandenstein abzulenken.

Ich schreibe das in der Mitte des sechsten Zyklus, ich werde mich nun aufmachen und versuchen eine Möglichkeit zu finden nach Brandenstein zu kommen, auch wenn ich denke dass es Aussichtslos ist.

Ein lustiger reim von Aylin: „Ein richtiger Poet, wie er leibt und lebt.“

Danke Aylin!


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 4.04.02, 17:23, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Sonnentag, 4. Dular – Nachtrag, Regen auch im Verständnis
BeitragVerfasst: 5.04.02, 02:31 
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Es ist wie ich befürchtete, ein heutige Reise nach Brandenstein wird immer unwahrscheinlicher. Den Nachmittag verbrachte ich damit Neuigkeiten zu sammeln. Süd Tiefenbach soll fast ganz niedergebrannt sein. Brandenstein steht nach wie vor unter Belagerung. Ich erstand eine Ausgabe des Siebenwind Boten. Ein Erlass der Siebenwind Ritter war darin abgedruckt. Das Kriegsrecht wurde auf die ganze Insel ausgebreitet, Tiefenbach und Brandenstein zum Sperrgebiet erklärt. Das macht die Lage noch verzwickter, wer weis wie lange das Kriegsrecht noch in Kraft bleiben wird? Vielleicht sollte ich bei einem Ritter um eine Sondererlaubnis bitten um nach Brandenstein zu reisen.

Mein Aufenthalt in Rohehafen wird sich so wohl noch verlängern, was mir nicht all zu Recht ist. Heinrich wartet auf mich, außerdem scheine ich immer wieder diese Junge Elfe, Eriasia, zu treffen, die Elfe vom Marktplatz gestern. Ihr verhalten lässt den grauen Tag mir noch grauer wirken. Ich traf sie spielend und tollend mit einem Biundai Mann auf dem Marktplatz, welch lächerlicher Anblick, die stolze Kriegerin vom Vortag, auf dem Boden rollend mit einem Biundai, ich muss zugegeben ich war amüsiert. Auch schien sie sich lustig darüber zu machen das ich einen Biundai mit Höflichkeit behandelte. „Vor einem Kind würde ich mich nie beugen.“, sagte Eriasia. Wie traurig, woher sollen die Kindern denn Demut, Freundlichkeit und Höfflichkeit lernen, wenn es ihnen niemand vormacht? Aber sie scheint ja, Großmut, Feindseligkeit und Unhöfflichkeit über diese Tugenden zu stellen. Aber auch sie wird eines Tages erwachen.

Morgen werde ich wohl einen Ritter suchen müssen, oder einen anderen Weg finden wie ich irgendwie nach Brandenstein komme.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 5.04.02, 02:42, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Endtag, 5. Dular – Der Weg nach Brandenstein
BeitragVerfasst: 5.04.02, 18:06 
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Der Regen hörte gegen Mittag auf. Ich beschloss nach Schieferbruch zu gehen um dort vielleicht neues über die Lage in Brandenstein zu erfahren. Kurz bevor ich aufbrach traf ich einen Fey namens Samir Baroni, es scheint als ob er auch gerne die Harfe spielt. Ich unterhielt mich mit ihn eine Weile. Er wirkte sehr vernünftig, und viel gelassener als die meisten anderen Fey die ich bisher auf Siebenwind traf.

Er war selbst gerade auf dem Weg nach Schieferbruch und er und ein weiterer Fey reisten mit mir. Der weg nach Schieferbruch führt über weite Wiesen und offene Felder, auf dem Weg dorthin fiel mir ein Schild in Richtung Brockental auf. Es ist wohl eine Siedlung der Dwarschim. Wenn man sich Schieferbruch nähert kann man schon aus einiger Entfernung die Zinnen der Burg zu Schieferbruch sehen. Hoch streckt sie sich über die ansonsten recht kleine Siedlung. Das erste Gebäude an das man gelangt ist zur rechten Hand des Weges das königliche Gericht, kein Prunkgebäude, sondern eher ein zweckmäßig anmutendes Steinhaus mit einer kleinen Treppe und Zwei Statuen davor. Direkt neben dem Gericht ist die gigantische Burganlage. Die Burg hat einen breiten Schutzgraben mit Wassergefüllt, obwohl mir der Sinn entgeht da es zwei Eingänge zum vorderen Hofe gibt, einen über eine hochziehbare Fallbrücke, einen über eine kleine Steinbrücke und eine Stahltür, was sich der Architekt der Burg bei dieser Konstruktion gedacht hat ist mir nicht klar. Der hintere Teil der Burg ist dafür kaum einnehmbar und stark befestigt. Zur linken Hand der Hauptstrasse duckt sich im Schatten der Burg eine kleine Siedlung aus Holzhäusern und Blockhütten.

Leider fanden meine Reisegefährten und ich keinen Ritter in der Burg. So faste ich den Entschluss es einfach zu versuchen und mich auf meine mystische Musik zu verlassen. Samir wollte mich solange er konnte noch begleiten. Wir verließen Schieferbruch. Kurz nach der Stadtgrenze beginnt ein dichter Wald. Die Äste der Bäume biegen sich tief über die Strasse und Tiergeräusche übertönen das pfeifen des heftigen Windes der aufgezogen war. Nach einem kurzen Marsch durch den Wald kommt man an einen kleinen Flusslauf über den eine hölzerne Brücke führt. Kurz nach der Brücke erreichten wir einen kleinen Wachposten an dem wir einen Biunda und einen Lidim trafen. Sie schienen zwar gerade von Brandenstein gekommen zu sein, aber konnten uns leider nichts neues mitteilen.

Hinter dem Wachposten ist eine Weggabelung, die linker Hand nach Westehever und rechter Hand nach Brandenstein führt. Der Weg nach Brandenstein verläuft von dort aus erst über einige flache Wiesen bis man an einen Hohlweg gelangt der rechts und links von kleinen Schluchten und dichtem Wald begrenzt ist. Kaum hatten wir diesen Hohlweg betreten hörte ich lautes Stampfen wie von riesigen Füssen und tatsächlich ein gigantischer, zweiköpfiger Riese näherte sich uns. Ich nahm schnell meine Harfe zur Hand und spielte eine beruhigende Melodie, worauf der Riese uns nicht mehr zu bemerken schien und an uns vorbei stapfte. Wir liefen den Hohlweg weiter und etwas weiter vorne fanden wir die erste Leiche eins Goblins. Ich machte mich für das schlimmste bereit. Doch war ich nicht auf das vorbereitet was ich sehen sollte.

Samir und ich kamen aus dem Hohlweg und sahen von der kleinen Erhebung hinunter in die Bucht in der Brandenstein liegt. Um die Stadtmauern waren Hunderte von Goblins mit Keulen, und Kurzbögen zu sehen. Einige wenige Menschlichte Krieger sahen wir kurz vor uns die mit einer versplitterten Gruppe Goblins kämpfte. Aus einiger Entfernung konnte man schon sehen, dass das Stadttor wohl Offenstand, das heißt die Goblins müssen schon in der Stadt sein. Mir wurde bang. Ich wüsste nicht ob meine Musik ausreichen würde eine Solche Horde für kurze Zeit zu benebeln so, dass ich hinein rennen könnte. Leider verlor ich im Getümmel Samir aus den Augen, ich hoffe das er sich auf seinem Pferd zurück nach Schieferbruch retten konnte, auf das wir in zukünftigen Zeiten wieder zusammen Harfe spielen können.

Ich wagte es, ich lief langsam Richtung Stadttor. Schritt für Schritt lief ich auf das weit geöffnete Tor zu. Spielte meine Harfe und sang die magischen Wörter, und tatsächlich es klappte zunächst, eine kleine Gasse bildete sich in der Horde. Dann machte ich einen Fehler, ich begann zu rennen, das hätte ich nicht tun sollen, denn kaum hatte ich das Tor passiert brach der Bann der magischen Musik und zwei Goblins, ein Schamane und einer mit einem großen Knüppel rannten mir nach. Ich rannte so schnell ich konnte. Ich hatte keine Zeit mir die Strassen und Gebäude anzusehen, ich versuchte mich einfach auf der Hauptstrasse zu halten und sah in einiger Entfernung Palisaden an einer Brücke mit Menschen in Rüstungen hinter den Holzmauern. Ich fühlte mich schon in Sicherheit doch da hörte ich die kreischenden Worte des Schamanen hinter mir. Grässliche Töne formten sich aus seinem Mund und ich spürte wie ich langsamer wurde. Der Goblin mit Keule konnte zu mir aufschließen und streckte mit einem kräftigen Hiebe seiner groben Keule nieder. Mir wurde Schwarz vor Augen und gerade noch konnte ich sehen wir ein paar tapfere Krieger einen Ausfall von hinter den Palisaden machten.

Das nächste an das ich mich erinnern kann war das ich hinter den Palisaden auf der Brücke zu Bewusstsein kam. Ich war noch mal mit dem Schrecken davon gekommen und hatte nur eine große Beule am Hinterkopf. Ich ruhte mich eine weile Aus und fragte mich dann bei den Bürgern der Stadt nach den Räumlichkeiten des Siebenwind Boten durch. Auch diesmal achtete ich kaum auf die Gebäude Brandensteins, viel zu aufgewühlt war ich um mir diese im Detail anzuschauen. Das werde ich nachhohlen sobald sich die Lage hoffentlich beruhigt hat. Mir wurde gesagt, dass der Bote seine Räume über der Markthalle Brandensteins hat. Diese fand ich schnell und lief die steilen Treppen ins dritte Stockwerk des Gebäudes und lies mich auf einem Stuhl nieder. Der siebte Zyklus hat eben begonnen, nun sitze ich hier, schreibe diese Zeilen und ruhe mich ein wenig aus.

Hoffentlich kommt Heinrich bald.


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 Betreff des Beitrags: Endtag, 5. Dular – Nachtrag, Erholung und ein überraschendes
BeitragVerfasst: 6.04.02, 00:11 
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Ich ruhte ein paar Stunden, leider ist Heinrich bisher noch nicht aufgetaucht, ich hoffe ihm ist nichts passiert. Dafür traf ich einen Fey wieder den ich gestern schon getroffen hatte, Golorias Fian, ein Freund von Samir und nun auch von mir. Wir redeten etwas über die prekäre Lage hier in Brandenstein, und er schien sichtlich erstaunt über meine Anwesenheit, wie so häufig scheinen manche mein Handeln auf den ersten Blick zu unterschätzen. Gut so. Ich freue mich aber schon darauf mit Golorias in ruhigeren Zeiten über viele Dinge zu sprechen.

Golorias und Ich halfen ein paar Biundai dabei ein paar Kisten durch das dunkle Brandenstein zu schleppen, dabei hörte ich das vor dem Tor ein großes Feuer gelegt wurde das die Goblins abhalten soll für eine Weile, es wird sich zeigen wie effektiv diese Taktik ist.

Der achte Zyklus neigt sich nun zum Ende und der neue Tag bricht an, ich hoffe ich kann Heinrich in der Nacht noch ausfindig machen, sonst werde ich ihn morgen suchen gehen.


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 Betreff des Beitrags: Mondstag, 6. Dular – Warten auf einen Freund
BeitragVerfasst: 6.04.02, 15:38 
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Die Nacht war unruhig, von draußen hörte ich immer wieder die Aktivitäten der Verteidiger. Leider konnte ich auch während der Nacht Heinrich noch nicht finden, hoffentlich kommt er bald.

Den Morgen und den Vormittag verbrachte ich in der großen Markthalle, über der die Räume des Siebenwind Boten sind. Wenn man die zweiseitige Treppe von oben hinab kommt erreicht man ein eine Empore. Auf der Empore sind viele kleine Marktstände für den Wochenmarkt. In der Mitte der großen Halle ist eine Schmiede an der im Moment fast ununterbrochen gearbeitet wird. Die Schmiede besseren Waffen und Rüstungen aus die im Kampf gegen die Goblins beschädigt wurden. Als ich die Treppen herunterkam hörte ich ein lautes Gespräch. Ich ging an das Holzgeländer heran und sah im Halbdunkel der Halle einen kleine Gruppierung von Leuten. Es schien um einen Streit zwischen einem Ghorgor und einem Biunda zu gehen. Man merkte deutlich das die Nerven aller anwesenden Blank lagen, doch zum Glück kam es nicht zu weiteren Handgreiflichkeiten. Auch sah ich Golorias, der sich zu erst einmischte doch dann weise handelte und sich zurückhielt.

Während ich leise mit Golorias über die Lage sprach, und anmerkte wir nervös alle wären, betrat zu meinem erstaunen ein Fey’amrai die Markthalle. Ich war erst sehr erstaunt einen Fey der Auen hier auf Siebenwind zu sehen, und dann auch noch in einer Biundai Stadt. Er stellt sich als Eldanor Schattenklinge vor. Er schien mir sehr erschöpft, redete er zum Teil doch etwas wirr, und wieder bemerkte ich diese Unterschwellige Abneigung gegenüber den Biundai, die mir jetzt schon so häufig auf Siebenwind begegnet ist. Er erzählte mir das es mehr Fey’amrai auf Siebenwind gäbe, und nordwestlich von Schieferbruch eine Siedlung in den Amrai läge, Avindhrell nannte er sie. Wir redeten ein wenig über seine Erfahrungen der letzten Tage, er beklagte den Verlust seiner Ausrüstung und Erinnerungstücke. Ich merkte an dass es keinen Sinn hätte über verlorene Materielle Dinge zu trauern, darauf erwiderte das ich nicht verstehen könnte.

Natürlich verstehe ich nicht, wie auch? Wie könnte ich mir anmaßen irgend etwas zu verstehen? Eldanor sagte, dass für die Fey’amrai in den Städten der Biundai kein Terthao sei. Aber wer sagt wo das Terthao ist, und wo nicht? Während dem Gespräch fiel mir ein Vers über das Terthao ein, denn ich einmal gehört habe.

„Wer handelt, verdirbt;
Wer ergreift, lässt entgleiten.
Weil der Weise nicht handelt, verdirbt er nicht,
Weil er nicht ergreift, lässt er nicht entgleiten.

Die Angelegenheiten der Biundai werden oft einen Schritt vor Vollendung verdorben;
Durch Behutsamkeit am Ende, gleich wir am Anfang, wird Misslingen verhütet.

Darum begehrt der Weise, kein Begehren zu haben,
Und hält Gegenstände nicht wert, die schwer zu erlangen sind,
Lernt das, was ungelernt ist,
Und gibt zurück, was die Menge verloren hat,
Damit er den Ablauf der Natur fördern möge,
Und sich nicht unterfange, einzugreifen.“


Der sechste Zyklus ist nun angebrochen, ich hoffe Heinrich kommt bald.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 25.04.02, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mondstag, 6. Dular – Nachtrag, Vertrauen
BeitragVerfasst: 7.04.02, 03:49 
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Ich bin eingenickt, der Mondstag ist eigentlich schon vorbei, doch ich erwache durch das Räuspern einer bekannten Stimme. Ich erblickte das Gesicht von Heinrich. Endlich habe ich meinen Freund gefunden wegen dem ich nach Siebenwind reiste, lange und ausführlich redeten wir über all die Dinge die von Bedeutung sind. Ich bin aber zu Müde um alles im detail niederzuschreien, dafür werde ich Zeit haben wenn ich die Dinge einzeln angehe. Doch das wichtigste: Er bittet mich die Position des Chefredakteurs des Siebenwind Boten zu übernehmen. Die Gründe sind mannigfaltig, und ich fühle mich geehrt von seinem Vertrauen. Ich werde ihn nicht enttäuschen, sein Vertrauen soll gerechtfertigt sein.

Dass er mir eine solche Aufgabe geben würde, hatte ich nicht erwartet, doch bin ich freudig überrascht und freue mich schon auf die Arbeit für den Siebenwind Boten. Ich beredete mit Heinrich noch einige Organisatorische Dinge und brachte Vorschläge wie wir den Boten verbessern könnten. Die nächste Tage werden sicher sehr Arbeitsreich, da es uns an Mitarbeitern mangelt. Doch ich denke wir werden es schaffen.

Nachdem Heinrich zu Bett gegangen war, ging ich noch ein wenig durch die dunklen Gassen Brandensteins. Dort traf ich eine interessante Frau, namens Zamar Faraqh. Eldanor der mit mir durch die Strassen lief hielt sie zuerst für eine Khalandrierin, doch mir vielen die südländischen Züge in ihrem Gesicht auf. Ich redete ein wenig mit ihr über ihre Herkunft und sie erzählte mir das ihre Mutter aus Endophal kam. Eine wahrlich interessante Persönlichkeit, ich werde sie im Auge behalten.

Morgen, oder besser, Heute werde ich noch viel Arbeit vor mir haben.


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 Betreff des Beitrags: Wandeltag, 7. Dular – Schwarzer Tag
BeitragVerfasst: 8.04.02, 11:26 
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Der Tag fing ganz ruhig an, ich hörte nur wie die letzten Tage von unten die leisen Geräusche der in die Markthalle einquartierten. Ich begann denn Tag damit die Archive des Siebenwind Boten durch zu arbeiten. Ausgabe für Ausgabe nahm ich mir vor und las die Artikel. Bald schon merkte ich was Heinrich gemeint hatte. Ich werde ihn nicht enttäuschen.

Gegen Mittag wollte ich durch Brandenstein gehen um einen Bericht der Lage für den Boten zu verfassen, da hörte ich von unten laute Schreie. Ich ging vorsichtig zur Treppe und gerade als die ersten Stufen hinab gehen wollte hörte ich was die Stimmen riefen.

„Pest! Der Schwarze Tod kommt und holt uns! Versiegelt die Halle!“

Bei den Neun Mächten, was kommt als nächstes und straft die Bürger Brandensteins? Ich blieb in den Räumen des Boten und verschloss die Türen, Essensvorräte hatte ich noch eine Weile, und Notfalls würde ich über ein Fenster mit einem Seil die Halle verlassen. Mens Verstand sei Dank das ich die Pest nicht fürchten muss. Ich konnte nichts anderes Tun als weiter die Archive zu durchwühlen.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 8.04.02, 13:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mittentag, 8. Dular – Ausharren in der Siechenhalle
BeitragVerfasst: 8.04.02, 14:36 
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Die Sonne zeigte sich am Fenster der Redaktionsräume des Siebenwind Boten. Ich war über einem Schriftstück eingeschlafen. Langsam erhob ich mich und überlegte was ich tun konnte. Ich entledigte mich meiner Kleider und Habseeligkeiten, legte eine einfache graue Robe an und stellte eine Wasserschüssel für meine Wiederkehr auf.

Vollkommen still war es in der Markthalle als ich die Treppen hinabging. Der Geruch des Todes lag in der Luft. Unten in der Halle sah ich ein paar Dahinsiechende, doch keinen Arzt, niemand der sie verpflegte. Ich ging zu den Türen der Halle, alle waren von außen verriegelt. Gibt es in dieser Stadt denn kein Pesthaus? Wollen die Bürger Brandensteins den Erkrankten nicht helfen und sie aus der Markthalle heraus hohlen? Wenn die Kranken weiter hier liegen ohne Hilfe, ist es ihr sicherer Tod.

In der Mitte der Halle liegen die angesammelten Güter die für die Krieger gedacht waren, die ihre Waffen, Rüstungen und Kleidung im Kampfe verloren, all das muss nun verbrannt werden. Ich versuchte den Kranken so gut ich konnte zu helfen, doch bin ich kein Heiler, oder Alchimist der entsprechend gegen die Krankheit vorgehen kann. Nachdem ich mein möglichstes gegeben hatte, ging ich wieder nach oben, legte die Robe ab, wusch mich gänzlich und setzte mich in den Redaktionsräumen hin diese Zeilen zu schreiben.

Die Lage hier wird immer aussichtsloser. Ich muss irgendwie eine Botschaft nach draußen bringen, doch wie? Der sechste Zyklus bricht bald an, und ich sehe noch keine Hilfe nahen.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 8.04.02, 14:44, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Sonnentag, 9. Dular – Flucht aus der Siechenhalle
BeitragVerfasst: 9.04.02, 18:10 
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Heinrich und ich hatten uns am Vorabend in den Redaktionsräumen eingeschlossen, wir wagten es nicht in die Halle nach unten zu gehen. Selbst ich war mir nicht sicher wie viel mir meine elfische Herkunft an Immunität gegen über dem Schwarzen Tod geben würde. Von unten hörten wir das Leiden und Gejammer der Siechenden, doch wussten wir nicht wie wir ihnen helfen könnten. Es schien als ob die Türen unten von außen versiegelt wurden. So kann kein Heiler herein um den Menschen unten zu helfen, wenn sich nichts tut sind sie dem Tod geweiht.

Am Nachmittag verschlechterte sich die Lage, der Gestank des Todes drang schon langsam die Treppe hinauf. Heinrich und ich beschlossen das wir fliehen müssten wenn wir überleben wollten. Gerade als wir uns überlegten zu fliehen, hörten wir von draußen einen lauten Tumult. Ein Dwarschim namens Dolgan schien verzweifelt ob der Lage das sein Freund Kiran in der Halle eingeschlossen ist ohne Hilfe. Er nahm eine Axt zur Hand und wollte die Tür einbrechen, doch hörte es sich an als ob die Wächter ihn daran hindern konnten. Bei Vitama haben sie den vor die Menschen im unteren Stockwerk alle sterben zu lassen?

Doch Heinrich und ich wurden ebenfalls immer verzweifelter, ohne Möglichkeit den anderen zu helfen wollte ich wenigstens Heinrich und mir helfen und schlug vor aus einem der Fenster zu springen. Wir suchten ein Fenster in den Redaktionsräumen doch war es zu Hoch um den Sprung unbeschadet zu überleben, und ein Seil hatten wir nicht. Heinrich meinte wir würden über ein Fenster weiter vorne hinter einer verschlossenen Tür mit den Bürgern sprechen können. Er nahm eine Axt zur Hand und schlug diese Tür ein. Von dort aus sahen wir schnell das es eine Stelle gab wo man auf die Treppe vor der Markthalle springen konnte, der Höhenunterschied war dort nur ein Stockwerk. Wir wagten es und sprangen hinab.

Wir liefen so schnell wir konnten zum Hospiz, ich entledigte mich meiner Robe die ich über meine Kleider getragen hatte, und lies mich von Dr. Urunkel untersuchen, doch zum glück zeigte sich bei mir kein Anzeichen der Pest, war ich doch die ganze Zeit im oberen Stockwerk gewesen. Auch Heinrich lies sich untersuchen und auch bei ihm zeigte sich nichts von der Krankheit. Vitama war uns gnädig gewesen.

Doch werde ich diesen Geruch des Todes nie vergessen, er legt sich über alles wie ein süßlicher Modergeruch und verbindet sich mit dem Gestank von Fäulnis das sich einem der Magen herumdreht. Die neun Mächte mögen den Biundai in der Halle gnädig sein.

Ich wusch mich mehrfach sorgfältig ab und zog dann wieder frische Kleider an. Der siebte Zyklus bricht jetzt an, wer weiß ob die Gnade Vitamas vielleicht nur kurzweilig ist, den noch immer sind die Goblins vor den Toren. Heinrich ruht sich eine weile aus, ich werde mich nachdem ich die Zeilen geschrieben habe zum Tor aufmachen und nach Neuigkeiten hören.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 9.04.02, 18:57, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Sonnentag, 9. Dular – Nachtrag, Die Stunden der Befreiung
BeitragVerfasst: 10.04.02, 00:59 
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Ich hatte mich gerade darauf eingerichtet noch eine weitere Nacht unter der Bedrohung der Goblins zu schlafen als ich laute Stimmen von außerhalb des Hospizes hörte. „Die Befreier kommen!“, hörte ich und, „Die Ritter kommen und vertreiben die Goblins!“.

Ich erhob mich aus der Ecke im Untergeschoss des vollbelegten Hospizes zu Brandenstein, in der ich mich niedergelassen hatte, und ging auf die Strasse. Gerade noch sah ich einen Gardisten das Pflaster hinabrennen, ich folgte ihm. Er lief über die Brücke in der Mitte der Stadt zur Vorstadt und über die Hauptstraße bis zum Stadttor. Dort angekommen sah ich schon eine große Schar Krieger, die letzten die sich noch auf den Beinen oder Pferden halten konnten. Vor ihnen stand der Hauptmann der Stadtwache Totila, er rief die Leute zur ruhe. Nach einer Weile gab er den Befehl zum vorrücken, eine kleine Gruppe Krieger marschierte zum Stadttor, unter ihnen sah ich die Rote Robe eines Ignis Priesters aufblitzen. Sie würden wohl versuchen die Holzpalisaden der Goblins niederzubrennen.

Von östlich der Stadtmauer hörte man schon den Lärm der Schlacht. Das Kreischen der Goblins vermischte sich mit den Rufen der Krieger und Ritter. Währen dessen schaffte es die kleine Truppe wirklich die Palisaden einzureißen und der Hauptmann gab den Reitern den Befehl vorzurücken, ich nutzte die Gelegenheit und bestieg die Stadtmauer. Von dort oben sah ich das ganze Ausmaß der Schlacht, über das ganze Tal streckte sich eine Riesige Horde von Ogern und Goblins, die Frontal von einer kleinen Streitmacht menschlicher und elfischer Krieger angegriffen wurde. Von hinten stürmten Gerade die brandensteiner Verteidiger auf die Horde zu. Das schien auszureichen, die Goblins wurden weniger, und die Verteidiger mit ihren Unterstützern gewannen die Oberhand.

Ich bin kein Kriegsberichterstatter und kann mich leider nicht über Taktik und Strategie des Heeres äußern, ich kann nur berichten das nach einer für mich schier endlos scheinenden Zeitspanne voll Gewalt und Tod, auch die letzten Goblins erschlagen wurden und ihre Schiffe in brand gesteckt wurden. Die Frust und der Hass der Verteidiger gegen ihre Peiniger war zu spüren in der Gewalt die sie den Goblins zuteil werden ließen.

Nachdem die Schlacht beendet war ging ich die Stufen der Stadtmauer hinab. Ich wagte es nur bis kurz vor die Stadttore zu gehen. Dort sah ich die sich stapelnden Goblin Leichen, den brennenden Unrat der Goblins und der Geruch des Todes kroch wieder in meine Nase, den ich erst heute Nachmittag gehofft hatte für eine Weile verabschieden zu können. Ein paar hohe Beamte und der Hauptmann der Wache zu Brandenstein berieten gerade einige Dinge. Ich stellte mich kurz vor, doch verlies das Schlachtfeld schnell wieder, ich habe in den letzten Tagen genug Tod gesehen für eine lange Zeit.

Jetzt sitzt ich wieder hier im Hospiz, der Endtag hat schon begonnen. Ich muss mir nun Gedanken machen wie ich all dies für den Boten niederschreibe, und vor allem, wie ich ob der schwierigen Lage in der Markthalle überhaupt einen Siebenwind Boten drucken lassen kann. Heinrich schläft schon tief und fest, wenigstens kann ich morgen mit der erfreulichen Nachricht wecken, dass Brandenstein befreit ist.


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 Betreff des Beitrags: Endtag, 10. Dular – Der Zeit hinterher laufen...
BeitragVerfasst: 10.04.02, 21:06 
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Gelaufen bin ich heute, der Zeit hinterher gelaufen. Der Zeit die den Menschen in der Siechenhalle in Brandenstein noch bleibt, oder eben fehlt. Erst lief ich in Brandenstein umher, fragte jeden den ich traf, nach einem Heiler. Immer nur schüttelten die Leute den Kopf.

Dann traf ich einen Fey, namens Valshir, der Geliebte von Aylin. Auch ihm erzählte ich von den Eingeschlossenen in der Markthalle, dass sich kein Heiler hinein traut. Er sagte in Rohehafen gäbe es einen Fey Heiler, Lundil Mondlicht. Ein Chance vielleicht? Also weiter laufen. Diesmal schneller und weiter, bis nach Rohehafen. Ein weiter weg zu Fuß, doch die Menschen in der Todeshalle leiden.

Es regnete und ich lief. In Rohehafen, wie immer, war es belebt und die Passanten ließen nichts von der Bedrücktheit der Brandensteiner spüren. Ich lies mir von einem Wächter, namens Haplo, das Hospiz zeigen. Lundil war leider nicht zugegen. Enttäuscht lief ich weiter, in der Hoffnung ihn irgendwo in Rohehafen zu finden.

Auf der breiten Hauptstrasse fiel mir eine bekannte Gestalt auf. Samir saß auf einem Pferd und neben ihm eine war eine Elfe, auch auf einem Ross. Ich lief hin, und schilderte wieder das Problem, und erstaunlicher stellte sich die Fey als Heilerin heraus. Sie erklärte sich gleich bereit nach Brandenstein zu reiten und zu helfen. Hatte ich endlich Hilfe gefunden? Hoffentlich!

Da ich versuchen wollte ebenso zu helfen, redete ich nur kurz mit Samir und machte mich wieder auf den Weg nach Brandenstein. Ich lief durch das dunkel des siebten Zyklus, durch Schieferbruch, durch die Wälder und über Brücken, bis ich wieder nach Brandenstein kam.

Erschöpft lasse ich mich nun auf dem Marktplatz nieder, im Schatten der überlebensgroßen Hilgorad Statue sitze ich und schreibe diese Zeilen und innerlich laufe ich noch immer. Denn leider konnte ich Lenara nirgends sehen, und von hinter mir höre ich noch immer die verzweifelten Schreie der eingesperrten. Vitama schick jemand der endlich diese Türen öffnet!


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 Betreff des Beitrags: Endtag, 10. Dular – Die Rettung aus der Siechenhalle oder di
BeitragVerfasst: 11.04.02, 03:11 
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Endlich! Wir haben es geschafft. Ich bin noch ganz durcheinander. Ich bin durchnässt und mir ist kalt, hocke auf einer Kiste im Hospiz zu Brandenstein, aber ich bin glücklich und froh. Doch ich sollte chronologisch berichten.

Nachdem ich verzweifelt umher gelaufen war und scheinbar keine Möglichkeit fand den Eingeschlossenen zu helfen traf ich auf der Brücke in Brandenstein, den Hauptmann Totila und Sir Lannister, einen Falken Ritter aus Schieferbruch. Auch ihnen redete ich zu, doch schienen ihre Ohren erst taub, wollten erst die Heiler die Lage begutachten lassen. Ja wenn nur einer aufzufinden wäre! Ich bat sie die Türen öffnen zu lassen, doch ohne eine Heiler wollten sie das nicht. Also suchte ich weiter, ging mit Sir Lannister zum Hospiz von Brandenstein.

Dort endlich fand ich die Hilfe, die die Leute in der Halle so dringend brauchten. Fay die Leiterin des Hospizes war da, sie selbst schien durch die Belagerung noch recht erschöpft, doch ohne zu zögern nahm sie ihre Sachen und folgte uns zur Halle.

Dort angekommen sammelte sich schnell eine Gruppe Menschen an. Ich plädierte wieder dazu die Türen aufbrechen zu lassen, das die Leute untersucht werden könnten. Doch der Hauptmann und der Ritter stellten sich erst taub, meinten es gäbe irgendwo einen Schlüssel. Doch schien niemand diesen Schlüssel auf finden zu könne, zudem waren die Türen mit Brettern vernagelt, mit einem Schlüssel hätte man da nicht viel machen können. Ich konnte den Hauptmann schließlich überzeugen und er befahl einer Gardistin die Tür aufzubrechen. Nach einer weile schafften sie es, leider zerstörten sie dabei die Türe gänzlich. Fay, die Heilerin ging darauf in die Halle und begann sogleich die handvoll Leute zu untersuchen die in der Halle waren.

Eine lange Zeit des Wartens und Ausharrens begann, einige Schaulustige sammelten sich, darunter auch ein Mann der mir auffiel weil er eine Brosche mit dem Emblem des Siebenwind Boten am Hals trug. Wie sich herausstellte handelte es sich um Sagoth Morbias, den stellvertretenden Geschäftsführer des Siebenwind Boten. Ich unterhielt mich ihm kurz, während wir darauf warteten das die Heilerin uns mitteilte was zu tun sei. Es scheint ein sehr gebildeter und aufmerksamer Mann zu sein, ich werde mich mit ihm demnächst etwas länger hinsetzen und alles weitere für den Boten besprechen.

Doch im Moment pocht in mir noch die Aufregung der letzten Stunden! Nach einer ewig scheinenden Zeitspanne meldete sich die Heilerin Fay endlich aus der Halle. Eine Trage, Roben und eine Decke sollten wir hohlen. Wenn wir die Trage hätten sollten zwei Leute den Kranken ins Hospiz tragen. Ich wusste es musste sich bei dem Kranken um Kiran handeln, den armen Mann den ich schon vor einigen Tagen in der Halle gesehen hatte. Ich zögerte nicht lange. Zog die Kleider aus und wechselte in die Blauen Reisekleider die ich noch vom Festland mit gebracht hatte. In der Zwischenzeit hatten Marek und Sir Lannister, eine Trage, eine Robe und eine Decke besorgt. Marek zog sich ebenfalls um, nur Sir Lannister musste in seiner Rüstung bleiben, die viel zu lange zum ausziehen gebraucht hätte. So blieb er draußen stehen während Marek und ich die Siechenhalle betraten.

Wieder schlug mir der Geruch des Todes entgegen, der süßliche Modergeruch hing wie dichter Nebel in der Halle. Das Kopftuch vor den Mund gezogen trugen Marek und ich die leere Trage in die Halle. Am hinteren Ende sahen wir Fay und Scire ihren Gehilfen stehen. Auf dem boden auf ein paar Fellen lag Kiran in Verbänden gewickelt. Langsam näherten wir uns und stellten die Trage ab. Kiran versuchte sich aufzurichten. Ich sprach kurz mit ihm, wie unendlich groß war meine Freude das ich das Versprechen halten konnte ihm zu helfen. Er war leider kaum in der Lage sich zu bewegen so hoben wir ihn auf die Trage und gingen dann langsam aus der Halle heraus Richtung Hospiz.

Grau war der Himmel als wir aus der Halle traten, und ein starker Wind war aufgezogen. Hoffentlich beginnt es nicht zu regnen dachte ich noch doch da fielen auch schon die ersten Regentropfen. Schnell eilten wir durch den Regen und brachten Kiran auf der Trage ins obere Geschoss des Hospiz. Marek und ich verweilten nicht lange dort. Wir liefen schnell zu Halle zurück, hatte Fay doch gesagt das alles was in der Halle war verbrannt werden musste.

Vor der Halle wartete schon Sir Lannister auf uns. Er selbst schien vor Müdigkeit fast umzufallen, hatte er doch Tage voll Kampf hinter sich. Gestern noch hatte er gegen die Goblins gekämpft. Es war ihn nicht möglich uns zu helfen, so mussten Marek und ich es alleine schaffen. Ich bin nicht besonders Kräftig, doch ergriff mich ein Mut und ein Tatkräftigkeit die ich selten erlebt hatte so. Marek und ich begannen die Markthalle auszuräumen und alles was nicht fest gemacht war auf dem Marktplatz zu stapeln. Noch immer regnete es in strömen, und ich bettete inständig zu Ignis das uns es gelingen würde ein Feuer zu entfachen, und tatsächlich als ob er mich gehört hätte fingen ein paar Tuniken Feuer.

Wir räumten alles aus, Kisten voll mit Waffen und Lederrüstungen, Tische, Stühle und Kleider. Selbst ein Spinnrad und einen Webstuhl zerrten wir aus der Halle heraus und auf den Scheiterhaufen, der inzwischen lichterloh brannte. Mir begannen langsam die Sinne zu schwinden, bin ich solch harte körperliche Arbeit doch nicht gewohnt, und als ich einen Stuhl in die Flammen werfen wollte stolperte ich. Ich kippte vornüber und stolperte in die Flammen. Meine Weste begann fast sofort an zu brennen und ich zog sie nur im letzten Augenblick aus und warf sie ins Feuer. Eine Brandwunde am Hals blieb zurück.

Marek, der sehr kräftig ist und so viel mehr tragen konnte als ich, und ich schufteten bis auch wirklich das letzte Stückchen aus der Halle entfernt war. Wir entledigten uns unserer Kleider ,die wir in der Halle getragen hatten, wuschen uns gänzlich und legten die Kleider wieder an, welche wir woher abgelegt hatten. Es war geschafft.

Erschöpft, entkräftet aber froh standen wir vor den Flammen und ich bettete noch einmal zu Ignis, dass er mit seinen Flammen den Schwarzen Tod verzerren solle. Müde schleppte ich mich zum Hospiz, wo ich hier auf einer Kiste sitze und mein durcheinander wirbelnden Gedanken niederschreibe. Danke Marek für deine Hilfe, ich werde es dir nie vergessen mein Freund.

Kiran werde gesund, Vitama wird dir beistehen!


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 11.04.02, 12:21, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mondstag, 11. Dular – Arbeit, Demut, Freude
BeitragVerfasst: 12.04.02, 01:31 
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Der Tag heute war voll Arbeit. Ich arbeitete für meinen Freund Heinrich. Es war harte Arbeit. Ich dachte über die vergangen Tage nach. Ich ging im Kopf die Geschehnisse der Tage durch und es ist erstaunlich, was mir am meisten durch den Kopf ging waren nicht die Geschehnisse der letzten Tage hier in Brandenstein, die Goblins und die Pest, sondern das Verhalten der Fey hier auf Siebenwind.

Die harte Arbeit heute, für einen Biunda, einen Freund, war voll Demut, und zugleich voll Freude über das Erschaffene und noch viel mehr Freude jemandem geholfen zu haben. Doch all das bedeutet gar nichts.

Ein Reim fällt mir ein, ein Reim Jahrtausende Alt von einem Meister des Terthao geschrieben:

„Der Weg des Himmels

Wahre Worte sind nicht wohlklingend.
Wohlklingende Worte sind nicht wahr.
Ein gutes Wesen streitet nicht mit den Worten.
Wer mit den Worten streitet, ist kein gutes Wesen.
Der Weise weiß nicht vieles;
Wer vieles weiß, ist nicht weise.

Der Weise häuft für sich nichts auf.
Er lebt für andere Wesen
Und wird selbst reicher;
Er gibt den anderen Wesen
Und hat größeren Überfluss.

Das Terthao des Himmels
Segnet, aber schadet nicht.
Der Weg des Weisen
Vollbringt, aber strebt nicht.“


Das Terthao, bin ich auf der Suche danach verschollen? Es zu suchen war der Fehler von Anbeginn.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 25.04.02, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Wandeltag, 12. Dular – Leere Gefühle
BeitragVerfasst: 13.04.02, 15:32 
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Wieder bin ich viel gelaufen, nach Tiefenbach, was von Brandenstein zu Fuß recht weit ist. Wenn ich aktuelle Artikel schreiben will, muss ich mir morgen ein Pferd kaufen. Aber die Langsamkeit hat auch Vorteile, man spricht eher mit den Leuten die man trifft.

Auf dem Weg nach Tiefenbach, wo ich einen Artikel über die Zerstörung schreiben wollte, traf ich ein Mädchen, dass ich vorher schon einmal getroffen hatte. Äußerlich wirkt sie als sei sie nicht einmal Zwanzig Jahre, was sie mir auch bestätigte, aber sie hat eine Art die mich eine weile faszinierte. Sie wirkt vollkommen kalt und zeigt nicht eine Gefühlsregung.

Ich sprach eine kurze Zeit mit ihr, und sie erzählte über sich, dass sie noch nie Gefühle hatte, keine Angst, keine Furcht aber auch keine Liebe und keine Freude. Rein logisch betrachtet sie die Welt. Doch wie kann das sein? Löst sich reine Logik nicht irgendwann auf? Wenn Logik sich selbst in frage stellt, müsste sie doch eine Logische antwort finden warum sie existiert. Was wenn sie aus logischer Sichtweise keine Antwort auf diese Frage findet? Sondern nur auf der irrationalen Gefühlsebene?

Ich versuchte ihr diese Gedanken mitzuteilen, doch sie schien verwirrt und konnte nicht richtig darauf antworten. Wo liegt dann die Logik? Belügt sie sich nicht selbst wenn sie sagt sie hat keine Gefühle? Nichts kann lange existieren ohne Gefühl was lebt, den ohne den Willen zu Leben kann nichts existieren. Und ein Wille ist ein Verlangen, und Verlangen ist ein Gefühl. Doch konnte ich ihr das wohl nicht begreiflich machen.

Sie redete von anderen, die so sind wie sie, und deutete auf den Vulkan im Nordosten der Insel. Waren dort mehr Menschen wie sie? Oder was meinte sie damit?

Doch sie wollte nicht antworten, schien etwas Verbergen zu wollen, was mich wieder zweifeln lies ob sie rein logisch denkt. Wie kann man ein Geheimnis vor jemanden mit Verstand logisch erklären? Es ist kaum machbar, außer der Geheimnisträger denkt, das Gegenüber würde verstehen können. Schade dann hat das Mädchen mich wohl nicht verstanden. Denn ich verstehe, das ist wofür ich lebe. Wer alle Dinge versteht, weiß das er nichts weiß.

Doch meine Gedanken laufen ins Leere, ins Leere der Gefühllosigkeit von dem Mädchen auf dem unbesattelten Pferd.

Ich hatte noch Arbeit zu tun, als sie fort ritt, ging ich weiter nach Tiefenbach wo ich auch übernachten werde. Ich lies mich von einem Feldwebel der Garnison, Madran hieß er, durch die Stadt führen. Die Vernichtung ist bei weitem größer als in Brandenstein, und noch immer konnte man auf den breiten Strassen Tiefenbachs den Gestank des Feuers riechen. Die verkohlten Überreste der Häuser erinnerten mich an den Anblick Venturias. Vor langer zeit war Venturia einmal fast gänzlich niedergebrannt, und ich lief am nächsten Tag durch die Ruinen. Diese Bilder kamen in mir wieder hoch, und ich konnte fast wieder die verzweifelte Stimme der Frau hören, die mit mir damals durch Venturia ging und ihr Kind suchte. Wie viele Leute sind hier in Tiefenbach wohl umgekommen?

Ich löste mich von diesen Gedanken, und verbrachte den Abend in dem Gasthaus, das ich schon bei meiner Ankunft auf Siebenwind gesehen hatte, wenigsten war es verschont geblieben.

Morgen muss ich noch einmal nach Brandenstein, ein Pferd erwerben, und dann wieder nach Tiefenbach. Johann wartet.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 13.04.02, 15:35, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mittentag, 13. Dular – Grinsende Katze
BeitragVerfasst: 14.04.02, 17:32 
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*eine kleine grinsende Katze ist unter den heutigen Eintrag gemalt*

Der Vormittag war wie ich ihn gestern geplant hatte, ich lief zurück nach Brandenstein, empfing eine neue Redakteurin, die junge Anna, und stellte sie ein. Eine recht stille Frau, wie sie sagt streng Morsan gläubig. Es wird sich zeigen ob sie geeignet ist eine feste Anstellung zu bekommen.

Danach kaufte ich ein Pferd beim Handelsbund, ein gutmütiges Ross namens Jess. Es ist nicht allzu schnell, aber es ist kräftig und gesund. Beim Namen zeigten die Züchter vom Handelsbund recht wenig Fantasie, aber vielleicht nenne ich Jess ja noch um.

Am Abend machte ich mich wieder auf den Weg nach Rohehafen, wo ich einen Freund traf, Mestoph Schattenspiel. Er ist ein elfischer Barde, der mir gestern eine faszinierende Idee offenbarte, er hat einen Zirkel von Künstler gegründet, den Circulum Rosae. Dieser soll die freischaffenden und professionellen Künstler Siebenwinds unterstützen und Zusammenhalt und Gemeinschaf erzeugen. Eine wahrlich hoch interessante Idee, ich erklärte mich bereit ihn zu unterstützen.

Auf dem Marktplatz von Tiefenbach traf ich noch jemand Anderen. Als ich über die Marmorplatten des Platzes lief, hörte ich Reime gesungen und gesprochen von einer markanten Frauenstimme. Vor einer der Bänke stand eine Frau, gekleidet in ein grelles grünes Hemd, grotesk geschminkt, mit einer roten Narrenkappe auf dem Kopf. Ihr Gesicht war mit einer weißen Schminke bedeckt. Der Mund war übertrieben rot geschminkt. Ein faszinierender Anblick, verbarg sich unter der lächerlichen Schminke wohl ein hübsches Junges Mädchen, ich nahm vor ihr Platz und lauschte ihr eine Weile.

Reime voll Spott, Reime voll Bitterkeit aber auch Reime voll Freude hörte ich. Nach einer weile antwortete ich ihren Reimen und erzählte eine Geschichte. Die alte elfische Sage von Mineyl, oder wie aus einer Fackel durch die Elemente die Sonne entstand aber ich wandelte sie ab, dass sie auf die Menschlichen Götter passte und versah sie mit einem kleinen Spott.

Die Frau sagte ihr Name sei Grinsekatze, ich fragte nicht weiter, denn offenbar schien sie ihren wirklichen Namen nicht offenbaren zu wollen. Bald schon erkannte ich das sie die Fröhlichkeit wohl als Maske, oder als Schleier nutzte. Die ganzen Scherze, das Gelächter und Gebimmel verdecken eine Bitterkeit die tief in ihr vergraben ist. Sehr seltsam.

Aber trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, fasziniert mich Grinsekatze auf eine gewisse Art. Denn sie ist so veränderlich und sprunghaft, wie ich es überhaupt nicht bin. Eine solche Frau wäre bei den Rosen wohl wirklich gut aufgehoben, so boten Mestoph und ich ihr an ein teil des Zirkels der Rosen zu werden. Sie willigte ein, und mehr noch, sie führte uns zur Bibliothek von Brandenstein, zu der sie erstaunlicher weise einen Schlüssel hat. Dort zeigte sie uns ihre Leidenschaft die Bücher. Ich blätterte in einigen Büchern, doch wie Grinsekatze vorher schon gesagt hatte, fiel mir auf das die Bibliothek noch recht lehr ist.

Ich versprach Grinsekatze das ich ihr helfen werde. Ich werde im Boten ausrufen, Schriftstücke zu sammeln um sie in die Bibliothek zu bringen. Grinsekatze ist eine eigenartige Frau, fast wirkt es als ob zwei Herzen in ihrer Brust schlagen. Warum ist sie so verbittert? Doch wie immer, werde ich nichts daran ändern, denn sie hat sich entschieden so zu leben.

Ein Gedanke formt sich in meinem Kopf. Warum treffe ich so seltsame Frauen auf Siebenwind? Das leere Mädchen, die grinsende Katze? Beide sind erstaunlich, doch beide haben nichts mit mir gemein. Grinsekatze sprach davon das nichts ewig ist, wenn sie doch nur wüsste.

Die Schwarze Rose meinte Grinsekatze habe Talent, worauf ich sagte das sie aber einen vergrabenen Schmerz hat und Rose meinte, „das hat Jeder“. Manchmal denke ich es wäre einfacher dem wäre so.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 14.04.02, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Sonnentag, 14. Dular – Myneil im Herzen
BeitragVerfasst: 15.04.02, 02:31 
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Den Tag über gab es viel Arbeit beim Boten, worüber nicht viel zu schreiben ist. Am Abend ritt ich nach Tiefenbach. Mein Freund Johann hatte einen Brief an den Boten geschrieben, indem er darum bat einen Redakteur nach Tiefenbach zu schicken zur zweiten stunde des siebten Zyklus. Vertreter der Ritterschaft sollten durch die Ruinen Südtiefenbachs geführt werden, und die Pläne von Johann für den Wiederaufbau vorgestellt werden. Dass wollte ich selbst übernehmen und so ritt ich nach Tiefenbach um Johann nach so langer Zeit wieder zu treffen.

Der Ritt war ereignislos, doch das Wetter war wieder grau und trüb. Hört es diesen Vitama nicht mehr auf zu Regnen? Ich kam durch wieder durch Rohehafen, und als ich die Marmorgebäude sah, wanderten meine Gedanken wieder zu Grinsekatze. Ich hatte ihr ein Buch mitgebracht das ich auf der Schwelle der Boten Räume gefunden hatte kurz nach beginn der Belagerung. Es war von einem unbekannten Krieger geschrieben, es war auch nicht lang, oder sprachlich hochwertig, aber in ihm lagen die Emotionen eines Verzweifelten Mannes.

Kaum kam ich durch die Tore Tiefenbachs hörte der Regen auf, und als Jess über die Nassen Kopfstein Pflaster des Tiefenbacher Marktplatzes ritt, konnte ich auf dem Balkon des Gasthauses eine bekannte rote Narrenkappe aufblitzen sehen. Grinsekatze war also auch in Tiefenbach unterwegs. Doch wollte ich erst mal Johann begrüßen. Ich betrat das Gasthaus und grüßte Johann. Etwas weniger herzlich als ich es mir vorgenommen hatte, denn am Tisch im Gasthaus saß ein Ritter. Ein Ritter des Greifen. Ich begrüßte erst Johann, dann den Ritter. Er stellte sich mir als Sir Talliostro Barnabas vor. Grinsekatze schlich zu dem Zeitpunkt herein und begann schnell mit ihren Spottreimen. Es war Sir Barnabas deutlich anzusehen das er solchen Spott nicht ertrug. Wir warteten noch auf einen weiteren Ritter, Sir Athos, einen Lordritter des Falken. Ein Leutnant der Garnison, Datador, schloss sich uns noch an und Johann führte die Herren durch die Zerstörte Südstadt, fast den selben Weg den mich Feldwebel Madran vor zwei Tagen durch die Stadt führte.

Johann sprach über die Pläne für die Stadt. Er plant die Südstadt aufzugeben, da sie irreparabel Beschädigt ist. Die Ziegel und Mauereste der eingestürzten Häuser wolle er nutzen um die Nordstadt in die Bucht hin zu erweitern, was besser zu verteidigen wäre. Ein interessanter Plan, wenn er ihn durchführen kann, wird Tiefenbach eine Perle unter den Städten werden. Tiefenbach würde ein zweites Aventika. Darüber muss ich mit Johann unbedingt genauer sprechen, doch die Herren Ritter schienen recht ungeduldig so beschleunigten wie das Tempo.

Grinsekatze schloss zu uns auf, uns begann wieder mir ihren Scherzen. Sir Athos schien recht Amüsiert, doch Sir Barnabas war fast wütend auf sie. Grinsekatze schien das zu spüren und neckte ihn noch energischer. Nach der Besichtigung kehrten wir in Johanns Haus ein, das noch recht kahl ist, da er wohl erst kürzlich eingezogen ist. Johann erklärte den Rittern noch einige Details, doch schienen sie mir nicht sonderlich interessiert, wollten sie doch dringend wieder weiter. Sir Barnabas sagte sogar das er so oder so wahrscheinlich allem was Johann einreichen würde zustimmen wird. Ein interessanter Mann dieser Barnabas. Leich zu Manipulieren? Sie brachen kurz nach beginn des Dunkels auf, gerade als Senera, die Wirtin des Gasthauses, etwas zu essen zu Johanns Haus brachte. So entschied Johann das wir das Essen wohl alleine in der Taverne einnehmen würden, ohne die Herren Ritter. Wie aßen gerade und besprachen die Details von Johanns Plänen, als eine Junge Frau um Hilfe schreiend in die Taverne lief. Sie wurde von einem Feuerball in den rücken getroffen als sie in die Taverne stolperte und fiel bewusstlos hin. Etwas sonderbares folgte ihr in die Taverne, eine fette Ratte, aber nicht größer als normale Ratten, doch umgab sie eine magische Aura. Sie griff Johann an, der getroffen am Bein niedersank, zum Glück war noch ein Fremder da, der die Ratte mit einem Hieb seines Schwertes niederstreckte. Johann war noch bei Bewusstsein, doch die junge Frau lag Ohnmächtig auf dem Boden. Ich versuchte mein bestes und versuchte sie magisch zu heilen, doch Johanns Kräuterkunde half wohl besser, nach einer halben stunde kam sie zitternd wieder zu sich. Johann kümmerte sich um sie, denn ich musste wieder zurück nach Brandenstein, die Artikel verfassen über Tiefenbach.

Auf dem Weg zurück machte ich rast in Rohehafen, vielleicht war Mestoph im Gemeinschaftsraum. Doch fand ich ihn nicht, dafür traf ich eine Elfe namens Fayola. Sie schien traurig, irgendwie verloren in einem verdeckten Kummer. Ich sprach kurz mit ihr, doch schien sie sich gänzlich zu verschließen. Ihr Kummer wird wohl ihrer bleiben. Sie lief hinaus, und später als ich mir die Sonne nach der Dunkelphase ansehen wollte, traf ich sie wieder. Noch mehr in sich zurückgezogen wirkte sie. Doch beachtete ich sie kaum, viel mehr freute ich mich über Myneils Anblick. Die Sonne gibt uns Wärme und Leben. In ihr ist der Hauch des Terthao spürbar. Leiste summte ich das Lied von Myneil. Doch Fayola schien die Sonne nicht einmal wahrnehmen zu wollen.

Myneil leuchtet für mich, jeden Tag. Myneil leuchtet für dich, jeden Tag. Nach dem die Sonne das Dunkel vertrieben hatte, begann es zu regnen. Ich lief im Regen ein wenig durch das Viertel, bis es mir zu kalt wurde und ich mich unter das Vordach der großen Säulenhalle setzte. Langsam durch den Regen reitend sah ich Fayola dort wieder. In der Hand ein Pergament, immer wieder verwirrt davon aufschauend.

In Verwirrung wird sie wohl weitereilen. Ich sitze still auf dem Marmor boden, lausche dem prasselnden Regentropfen und schreibe diese Zeilen.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 15.04.02, 02:33, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Endtag, 15. Dular – Theater Erkundung
BeitragVerfasst: 16.04.02, 18:32 
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Langsam glaube ich der Regen hört nicht mehr auf. Einen solchen Vitama erlebte ich nicht mehr seit meiner Reise nach Khalandrien. Doch muss ich weiter arbeiten, organisatorische Dinge beim Boten nahmen meinen Tag ein. Anna schrieb ihre ersten Artikel für den Boten aber ich musste ihr bei einigen Dingen noch helfen. Ich denke sie lernt es schnell.

Am Abend machte ich mich auf den Weg nach Rohehafen, dort traf ich Samir. Ich hatte mir ein paar Möglichkeiten überlegt betreff des Theaters in Rohehafen. Warum soll es brach liegen wenn eine Gruppe Fähiger Künstler sich darum kümmern kann? Der Circulum Rosae den Mestoph ins Leben gerufen hatte wäre ideal geeignet sich darum zu kümmen.

So erzählte ich Samir von meinen Plänen und Ideen, ich lies ihn kaum zu Wort kommen, so übereifrig war ich, ganz ungewöhnlich für mich eigentlich. Doch der Circulum gibt mir die Inspiration und Energie die ich schon fast vergessen hatte. Ich erzählte auch von Grinsekatze und ihr Interesse für die Bibliothek. Als ich fertig erzählte hatte sagte Samir mir das es im Moment niemand gab der sich in Rohehafen um all die Dinge kümmerte. Ich war etwas erstaunt, doch das nächste was Samir sagte überraschte mich wirklich. Er schlug mir vor den Posten des Kultur Rates in Rohehafen zu übernehmen, er meinte er kenne keinen Fähigeren für diese Arbeit.

Ich war wie vor den Kopf geschlagen, erst der Chefredakteurs Posten, jetzt Kulturrat? Was sollte das? Ich will doch gar keine Macht, ich wollte nur helfen. Ich dränge und fragte ob er nicht jemand anders kenne, es müsse doch jemand geben. Aber er verneinte. Er sagte auch das all die Dinge die ich vorgeschlagen hatte sich mit diesem Amt schnell bewerkstelligen lassen würden. Ich saß in einer Zwickmühle, ich wollte eigentlich keine weitern Ämter oder Positionen, bin ich doch mit der Arbeit beim Boten sehr beschäftigt. Aber gleichzeitig war mir klar, wenn es niemand gab der sich darum kümmerte, würden das Theater und die andere Künstlerischen Aktivitäten in Rohehafen brach liegen. So willigte ich nach anfänglichem Zögern doch ein. Aber mir ist klar das ich diesen Posten nicht für lange besetzen will, und werde. Wenn ich jemanden finde der dafür geeignet ist. Werde ich das Amt abgeben. Denn niemand sollte Ämter sammeln wie manch ein Dwarschim Edelsteine.

Nachdem Samir erklärte was es zu Tun gab kam der erfreulichere Teil der Arbeit. Er holte einen Schlüsselbund mit fünf Schlüsseln hervor. Drei rote Schlüssel, von denen er einen abnahm und zurücklegte, einen schwarzen und einen blauen. Die Schlüssel fürs Theater. Freudig nahm ich sie entgegen. Mir war klar was meine erste Aufgabe als Kultur Rat sein würde, einen Intendanten für das Theater zu Rohehafen finden. Doch erst wollten Samir und ich das Theater besichtigen, da er selbst das Theater auch noch nicht gesehen hatte und er selbst ein begeisterter Schauspieler und Künstler ist. Wir liefen vom Rathaus durch die engen Gassen zum Theater. Das Theater selbst ist von außen schon prächtig anzusehen. Doch wenn es betritt und in die Vorhalle kommt bemerkt man erst die feine Arbeit der Handwerker. Mit Reliefs und kunstvollen Verzierungen sind die Marmor wände verschönert. Ausgewählte Gemälde und Bilder hängen zur Dekoration an den Wänden. Die Austattung und Möglichkeiten sind fast ideal, es gibt eine Gästegarderobe, eine kleine Gaststätte für die Pausen, eine kleinen Balkon und das beste einen akustisch fast idealen Saal mit einer großen Bühne und einem Orchestergraben. Die Details sind endlos die ich hier auflisten könnte.

Samir schien genau wie ich wirklich beeindruckt vom Theater. Nach der Besichtigung des Theaters verabschiedete ich mich von Samir und ich lief noch eine weile durch die dunklen Säle und Räume. Wir wunderbar es werden kann wenn diese Hallen sich mit Leben und Lachen erfüllen.

Ein heim für die Rosen ist gefunden. Morgen werde ich Schwarze Rose das Theater zeigen. Ich bin gespannt ob er annimmt. Später am Abend ging ich noch über den Marktplatz, traf interessante Leute, Hochwürden Donarius, Valshir und Aylin und andere. Ich war angefüllt an Inspiration und Esprit wie schon lange zuvor nicht mehr. Nur das Wetter trübt noch meinen Geist.


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 Betreff des Beitrags: Mondstag, 16. Dular – Theater der Rosen?
BeitragVerfasst: 18.04.02, 16:00 
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Ich überlegte schon die ganze Nacht, wer fähig sein könnte das Theater zu leiten. Doch immer wieder fiel mir nur Schwarze Rose ein. Er hat alle Fähigkeiten die ein Intendant braucht, und auch das Talent Leute zu finden die Leben ins Theater bringen können.

So suchte ich Schwarze Rose in Rohehafen und fand ihn in einem kleinen Geschäft, dem Roten Stern. Er kaufte gerade etwas Stoff für neue Kostüme, er hat noch viel mehr versteckte Talente als ich dachte. Ich half ihm den Stoff zu tragen und sagte ihm auch das ich einen Ort wüsste wo er den Stoff abstellen könnte. Er schien erst nicht zu verstehen doch als wir uns dem Theater näherten begannen seine Augen zu leuchten. Ich öffnete die Tür, schleppte den Stoff die letzten Schritte und lies mich Fallen. Einen Moment ruhte ich mich aus und, noch nach Atem ringend, schlug ich Schwarze Rose vor den Posten als Intendant zu übernehmen. Er schien erst überwältigt, doch willigte ein.

Ein großer Schritt für die Rosen und das Theater war getan, ich legte ihm die Schlüssel zum Theater in die Hände, nachdem ich ihn herumgeführt hatte. Doch ich musste leider schon wieder aufbrechen, der Bote in Brandenstein ruft.

Morgen muss ich einige Artikel setzen lassen und weiter in den Archiven des Boten lesen. Ich werde wohl nicht aus Brandenstein heraus kommen.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 18.04.02, 16:01, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Wandeltag, 17. Dular – Arbeit und Gedanken
BeitragVerfasst: 18.04.02, 16:03 
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Wie ich dachte, heute war ein Arbeitsreicher Tag und es gab kaum Möglichkeit etwas anderes zu Tun. Aber gleichzeitig wanderten meine Gedanken umher. Ich rief das Gespräch mit Donarius über die Myten in Erinnerung. Auch die Reime die ich mit Grinsekatze austauschte wanderten in meinem Kopf herum. Ein alter Vers über das Terthao und die Gegensätze viel mir wieder ein den ich auch Grinsekatze einmal vorgetragen hatte.

„Die Entstehung der Gegensätze

Wenn die Wesen Tares alle die Schönheit als Schönheit erkennen,
Entsteht (die Erkenntnis der) Hässlichkeit.
Wenn die Wesen Tares alle das Gute als gut erkennen,
Entsteht (die Erkenntnis des) Bösen.

Darum:
Sein und Nichtsein hängen im Werden voneinander ab;
Schwierig und Leicht hängen in der Durchführung voneinander ab;
Lang und Kurz hängen im Gegensatz voneinander ab;
Töne und Stimmen hängen im Zusammenklang voneinander ab;
Vorne und Hinten hängen im Zusammensein voneinander ab.

Darum der Weise:
Führt die Geschäfte ohne Tun;
Predigt die Lehre ohne Worte;
Alle Dinge steigen auf, aber er wendet sich von ihnen nicht ab;
Er gibt ihnen Leben, ergreift aber nicht Besitz von ihnen;
Er handelt eignet sich aber nicht an;
Vollbringt, beansprucht aber keine Anerkennung;

Und weil er keinen Anspruch auf Anerkennung erhebt,
Kann die Annerkennung ihm nicht genommen werden.“


Ich bin nicht weise.


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 Betreff des Beitrags: Mittentag, 18. Dular – Insel der Elfen
BeitragVerfasst: 23.04.02, 14:24 
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Am Abend ritt ich nach Rohehafen. Dort traf ich Ailyn und Tekham Radem. Sie beendeten gerade Gespräch, es ging um einen Herold der heute eine Ankündigung im Hochelfen Viertel verlesen hatte. Es schien eine Meinungsverschiedenheit gegeben zu haben, denn obwohl die Nachricht gut war schienen einige der Fey nicht glücklich darüber.

Eine kleine Insel hat der König den Fey geschenkt, doch scheinen einige obgleich unglücklich da sie noch immer unter der Krone es Menschen stehen. Ach, wieder vergesse ich die Zeit, ich sah so viele Biundai Könige kommen und gehen. Hilgorad ist für mich nur einer unter vielen, und ein Weiser unter vielen. Wissen die Fey hier den nicht das einige der höchsten Berater Hilgorads Fey sind? Und das diese schon Berater für die Könige vor Hilgorad waren und die davor? Wir leben mit den Biundai, nicht gegen sie. Doch diese allgemeine Stimmung unter den Fey, habe ich hier auf der Insel ja schon häufig erlebt.

Ich denke ich werde die nächsten zwei oder drei Tage mich in Meditation zurückziehen und ein wenig durch die Wälder um Brandenstein wandern.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 23.04.02, 14:24, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mondstag, 21. Dular – Silberne Tore und eine gefiederte Rose
BeitragVerfasst: 23.04.02, 14:25 
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Zwei Tage voll Ruhe und Meditation haben mir gut getan. Mit viel mehr Energie kann ich jetzt wieder meinen Tätigkeiten Folgen. Schwarze Rose schickte mir eine Nachricht das heute an Abend im Theater ein treffen der Rosen sei. Auch hörte ich von einem Fey das ein Treffen aller Fey’haim im Viertel in Rohehafen, kurz vor dem Treffen mit den Rosen. Das lies sich gut verbinden. Am frühen Abend sattelte ich Jess und lies ihn gemütlich nach Rohehafen traben.

Dort angekommen ging ich ins Theater und fand wie erwartet Schwarze Rose und fragte ihn ob er mich ins Viertel begleiten würde, wir hatten noch etwas mehr als eine Stunde bis zum treffen der Rosen. Im Viertel in der großen Säulenhalle hatte sich schon eine Gruppe Fey versammelt. Nach einer kleinen weile begann Fayola, die das Treffen einberufen hatte, zu reden. Es ging wieder um die Insel, scheinbar hatten sich die Gemüter gelegt und ein Architekt hatte erste Pläne entworfen was mit Insel zu tun sei. Dieser trat dann auch vor und erzählte von seinen Visionen. Plastisch beschrieb er seine Träume von einer Marmor Brücke mit silbernen Toren die auf die Insel zu einem Turm der Elfen führen soll. Die Träume und Visionen des Mannes sind wahrlich beeindruckend, doch beachtete ich die Rede kaum, auch als er die Versammlung zum Ufer führte und die Pläne detaillierter beschrieb, blieb ich mit Schwarze Rose etwas zurück. Es schien mir das ihm wir mir Gebäude und Prunkbauten nicht zu wichtig sind. Für mich sind sie nur ein Rahmen um das Bild. Das Volk, die Wesen die darin Wohnen machen die wahre Seele der Stadt aus. Das prächtigste Schloss bringt nichts ohne Bewohner die es bevölkern und ihm Leben schenken. Und so kann es sein das man den weisesten unter allen Männern oder Frauen vielleicht in einer erbärmlichen Baracke finden kann oder sogar ganz ohne Dach über Kopf auf der Strasse lebend. In Gedanken war ich schon beim treffen der Rosen. Als die Fey wieder in die Halle zurück gingen, verließen Schwarze Rose ich die Versammlung.

Am Eingang des Theaters wartete schon ein Mann in einer Braunen Robe gekleidet, mit einem braunen Kopftuch bedeckt. Seine blonden Haare waren Lang und wellig, einen kurzen Bart hatte er. Schwarze Rose stellte mir den Mann als Feder vor, er hatte ihn in Rohehafen getroffen und herausgefunden das er Schreiber und Dichter sei. Schwarze Rose hatte ihn überzeugt ein Theaterstück zu beginnen für die Premiere des Theaters. Miriam schloss sich uns später noch an und wir sprachen über das Stück in den Speiseräumen des Theaters.

Feder ist ein mysteriöser Mann, spricht er doch vollkommen offen über sich und sein Leben, sprechen seine Augen doch dann und wann eine andere Sprache. Trotz, oder gerade deshalb wieder einmal scheint er für die Rosen ideal geeignet. Was haben die Rosen nur das sie Leute wie Feder oder Grinsekatze anziehen? Die etwas zu in sich tragen was auf eine bewegte und geheimnisvolle Lebensgeschichte hinweist, und dadurch eine gewisse Magie in ihre Kunst und ihre Werke legen können die eine Faszination des Geheimnisvollen hervorruft.

Erst nachdem ich Feder versicherte, dass die Rosen seine Identität als Feder achten und nicht nach anderem suchen würden, willigte er ein sich den Rosen anzuschließen. Eine gefiederte Rose ist nun ein Teil des Kreises aus Rosen, versteckt und verkleidet unter einem Braunen Mantel aus Federn, die für ihren Herren schreiben und sprechen. Wahrlich eine interessante Rose.

Nachdem Treffen, bei dem wir viele Einzelheiten über das Theater besprachen, fragte mich gefiederte Rose ob er mich ein Stück begleiten könnte, denn er hatte noch ein anliegen. Auf dem Weg nach Brandenstein überraschte er mich, so bot er mir an als Schreiber für den Boten zu schreiben. In Brandenstein angekommen redeten wir lange darüber, für mich sind seine Gedanken klar und offen, doch die Frage blieb ob Heinrich da einstimmen könnte. So sagte ich ihm das ich Morgen sagen könnte ob er für den wird schreiben können. Er verabschiedete sich und lies mich in Gedanken zurück.

Kurz zuvor, als wir beide in Brandenstein angekommen waren, hatte ich den letzten Momenten einer Messe zu ehren Bellums beigewohnt. Eine gespenstische Veranstaltung, mehrere Dutzend schweigende Männer und Frauen aus verschiedensten Völkern die der Rede des Erzgeweihten folgten. Seine stimme hallte laut über Marktplatz und es war mir fast als hätte er die Kraft alle diese Leute mit allein seiner Stimme zu kontrollieren, wäre er nicht ein Mann Gottes und hätte gute Absichten, wer weiß zu was er fähig wäre. Wieder einmal wurde mir klar wie gefährlich viel Macht in einer Hand sein kann. Ich war froh das die Messe bald vorbei war und ich hoch zu Feder gehen konnte.

Nachdenklich sitze ich hier nach diesem ereignisreichen Tag. Morgen habe ich einen Kesselflicker bestellt der endlich die Schlösser an den Türen der Redaktionsräume auswechselt.


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 Betreff des Beitrags: Wandeltag, 22. Dular – Schlüsselgedanken
BeitragVerfasst: 23.04.02, 15:06 
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Am Nachmittag war der Kesselflicker da und wechselte die Schlösser aus. Ich sprach auch noch einmal kurz mit Feder, er wird als Rawen Feder für den Boten schreiben. Einen Bund mit Schlüssel nahm Heinrich, einen weiterer Ich, einen dritten überreichte ich am Abend Sagoth Morbias. Ich besprach mit ihm ein paar organisatorische Details unter anderem die neuen Gehälter für die Redakteure.

Während dem Gespräch wichen wir immer mehr vom Thema und begannen über Mächte, Kräfte und die Natur zu philosophieren. Ich erzählte über die Lehre des Terthao und meinen Weg des Gleichgewichts. Mir wurde einiges über den Mann klar, und ich muss sagen, ich bewundere seinen scharfen Verstand, auch wenn er auf einer anderen Seite des Gleichgewichts läuft. Nicht in der Mitte wie ich, sondern links am Rand entlang. Ich hoffe er strauchelt nicht eines Tages und fällt die Klippe hinab, doch wenn er es schafft weiter am Rand zu balancieren werde ich ihm nicht im Weg stehen.

Ich zitierte den Vers über die Entstehung der Gegensätze den ich vor ein paar Tagen niedergeschrieben hatte, und Sagoth fragte mich was das Terthao sei. Ich sagte nichts. Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe fällt mir ein weiterer Vers des Meisters aus Ma’ahn ein der mich im meinem Handeln, oder besser in meinem nicht Handeln über Sagoths Meinung bestätigt.

„Handeln ohne Taten

Erhöhet die Weisen nicht,
So dass die Leute keine Ränke spinnen und nicht streben;
Schätzet seltene Gegenstände nicht,
So dass die Leute nicht stehlen;
Entfernt aus der Sicht die Dinge des Begehrens,
So dass die Herzen der Leute nicht verwirrt werden.

Darum:
Wo der Weise regiert,
Hält er ihre Herzen leer,
Macht ihre Bäuche voll,
Schwächt ihre Begehren,
Stärkt ihre Leiber:
So dass die Leute frei von Wissen und von Begierden sind,
Und die Listigen nicht versuchen einzugreifen.
Durch Handeln ohne Taten
Mögen alle in Frieden Leben.“


So handle ich ohne zu tun.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 25.04.02, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Mittentag, 23. Dular – Leere Gedanken
BeitragVerfasst: 24.04.02, 01:07 
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Die Gedanken von gestern lassen mich nicht los. Dabei sind sie nur leer. Heute war kein besonders arbeitsreicher Tag, ein neuer Redakteur stellte sich vor, Mithraudor. Doch war ich etwas abwesend so in Gedanken war ich. Am Abend bin ich nach Rohehafen geritten in der Hoffnung dort irgendwie auf andere Gedanken zu kommen. Sprach mit ein paar Fremden in der Bank, als mir plötzlich im Kopf lebendig wurde. Grinsekatze kommt gerade herein, ich will mich gleich mit ihr unterhalten doch ein paar Wörter fliegen aus meinen Gedanken auf das Papier:

Das Terthao, das nicht genannt, behandelt oder besprochen werden kann.

Äther fragte darum Unendlich: Kennt ihr das Terthao?

„Ich weiß nicht“, erwiderte Unendlich.

Er frage Tatenlos das gleiche; und Tatenlos erwiderte: „Ich kenne das Terthao.“

„Also kennt ihr das Terthao. Könnt Ihr es näher bestimmen?“

„Gewiß. Ich weiß, dass das Terthao hoch, niedrig, zusammengefasst oder zerstreut sein kann. Das sind die Einzelheiten, die ich weiß.“

Äther berichtete Anfanglos von Tatenlos’ Worten und fragte: „So sagt also Unendlich, dass er nicht wisse, und Tatenlos sagt, dass er wisse. Wer hat recht?“

„Wer meint, er wisse nicht, ist tief; wer meint, er wisse, ist seicht. Jener hat es mit der inneren Wirklichkeit zu tun, dieser mit der äußeren Erscheinung.“ Äther erhob das Haupt und seufzte: „Dann weiß einer, der nicht weiß, in Wirklichkeit doch, und einer, der weiß, weiß in Wirklichkeit nicht. Wer kennt dieses Wissen ohne Wissen?“

„Das Terthao kann nicht gehört werden“, sagte Anfanglos; „was gehört werden kann, ist nicht das Terthao. Das Terthao kann nicht gesehen werden; was gesehen werden kann, ist nicht das Terthao. Vom Terthao kann nichts gesagt werden; was gesagt werden kann, ist nicht das Terthao. Begreift ihr das, was in allen sichtbaren Dingen unsichtbar ist? Das Terthao sollte nicht genannt werden.“

Und Anfanglos sagte: „Wenn einer auf eine Frage über das Terthao antwortet, kennt er das Terthao nicht. Sogar wer über das Terthao fragt, hat das Terthao nicht gehört. Über das Terthao kann nichts gefragt werden und auf diese Frage gibt es keine Antwort. Über das zu fragen, über das nicht gefragt werden sollte, heißt zu weit zu gehen. Eine Frage beantworten, die nicht beantwortet werden sollte, heißt die innere Wirklichkeit nicht erkennen. Wenn also diejenigen, welche die innere Wirklichkeit nicht erkennen, versuchen, Fragen zu antworten, haben solche Leute weder das Wirken des Alls beobachtet, noch begreifen sie die letzte Quelle. Darum können sie den Weltenberg nicht übersteigen und wandern im Reiche der großen Leere.“


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 24.04.02, 01:10, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Sonnentag, 24. Dular – Besuch in staubigen Hallen
BeitragVerfasst: 25.04.02, 16:25 
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Heute hat sich gezeigt das auch die Arbeit in den staubigen Redaktions-Räumen des Boten sehr amüsant sein kann. Bredo und ich saßen mit Anna zusammen und besprachen ein paar organisatorische Details, Anna verabschiedete sich, als kurze Zeit später ein Mann von Zamar herein geführt wurde. Er schien sich den Weg wohl durchgefragt zu haben, denn er fragte ob er hier bei den Schreibern richtig wäre. Er stellte sich als Bulwei Bärenschlag vor, und sprach einen Akzent der nicht einfach zu verstehen war. Er selbst kann wohl nicht lesen und scheint auch kaum Ahnung über die Boten zu haben, nur das wenn dort etwas steht es sich rumspricht. Und darum ging es ihn, denn wie er sagte, die „Landratten“ hier auf Siebenwind hätten keine Ahnung was ein wirklich starker Mann sei, und so wollte er jeden der denkt er wäre stark zum Kampf herausfordern.

Ich war mir nicht sicher ob ich den Mann für seinen Mut oder seine Naivität bewundern sollte, aber Bredo und ich wollten ihm helfen seine Herausforderung anzukündigen. Denn es mag jedem selbst überlassen sein sich darin zu versuchen alle „Landratten“ Siebenwinds in einem Duell zu besiegen. Das Gespräch mit Bulwei war äußerst kurzweilig und Bredo und ich machten uns danach gleich daran für ihn den Artikel zu setzen. Vielleicht hört man ja noch vom ihm, vielleicht schafft er es ja sogar stärkster Mann Siebenwinds zu werden.

Kurz nachdem Bulwei gegangen war, kam ein mysteriöser Mann in einer Schwarzen Kutte in die Redaktionsräume. Er wollte weder seinen Namen sagen noch wollte zunächst sein Anliegen preisgeben. Erst als ein anderer Gast, Graudorn ein Gesandter der Stadt Tiefenbach der wegen einer Ankündigung gekommen war, gegangen war, offenbarte er sein Anliegen. Die Archive nach Artikeln über Angamon durchsuchen, wollte er. Ich stockte zunächst, doch nach ein paar Momenten des Überlegens schickte ich ihn fort. Ich sollte mit Herrn Morbias mal über diesen seltsamen Mann reden.

Ich wollte noch mit Bredo die Räume in der Burg Schieferbruch besichtigen, doch es war schon dunkel geworden. Ich tat etwas unüberlegtes und belegte Bredo mit einem Wunsch des Lichtes, damit wir nicht auf die Sonne warten müssten. Doch ich hatte nicht bedacht das Hobbits die Magie nicht gewohnt sind, und sogar Angst davor haben. Bredo war geschockt und ich musste ihm erst vorsichtig erklären um was es sich bei dem Wunsch des Lichtes handelt.

Es erinnerte mich wieder daran wie Fremd sich die Völker Tares zum Teil doch sind, und trotzdem doch so nah beieinander leben können, und sollten. Ich frage mich warum mir die Macht gegeben ist und den Halblingen nicht. Wo liegt da der Sinn? Doch die Gesetze der Natur zu verstehen, dass ist wohl nicht einfach. Oder vielleicht doch? Vielleicht ist es gerade weil wir denken, dass es schwer wäre, so schwer? Wenn wir einfach entscheiden würden sie zu begreifen, würden wir sie dann begreifen?

Ein Vers formt sich wieder in meinen Gedanken den ich vor langer Zeit gehört habe.

„Erkenntnis des Ewigen Gesetzes

Erreiche die äußerste Passivität;
Halte fest an der Grundlage der Ruhe.

Die zehntausend Dinge nehmen Gestalt an und steigen zur Tätigkeit auf,
Ich aber sehe zu, wie sie zur Ruhe zurückkehren.
Wie Pflanzen, die üppig sprießen,
Aber zur Wurzel zurückkehren, der sie entsprossen sind.

Zur Wurzel zurückkehren, ist Stille,
Es heißt zum eigenen Schicksal zurückkehren.
Zum eigenen Schicksal zurückkehren heißt, das ewige Gesetz finden.
Das ewige Gesetz erkennen ist Erleuchtung.
Und das ewige Gesetz nicht erkennen heißt Unheil herbeirufen.

Wer das ewige Gesetz erkennt, ist duldsam;
Da er duldsam ist, ist er unparteiisch;
Da er unparteiisch ist, ist er königlich;
Da er königlich ist, ist er im Einklang mit der Natur;
Da er im Einklang mit der Natur ist, ist er im Einklang mit dem Terthao;
Da er im Einklang mit dem Terthao ist, ist er ewig,
Und sein ganzes Leben ist von Unheil bewahrt.“


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 25.04.02, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: *ein paar heraus gerissene Seiten*
BeitragVerfasst: 2.05.02, 02:30 
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*Die Einträge vom 25. bis zum 30. Dular fehlen. Sieben Seiten wurden aus dem Buch heraus getrennt, etwas Blut haftet an der Seite mit dem neuesten Eintrag.*


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 Betreff des Beitrags: Mondstag, 1. Trier – Ungewohnte Gefühle
BeitragVerfasst: 2.05.02, 02:31 
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Ich habe die letzen Einträge aus meinem Tagebuch entfernt, denn ich habe in ihnen etwas über einen Freund geschrieben und das Harfenspiel geschrieben was nicht niedergeschrieben werden sollte. Dieser Freund wurde heute lebensgefährlich verletzt. Ich will nicht viel darüber schreiben denn in mir brodelt ein Gefühl das ich schon seit langem vergessen gedacht hatte.

Wut...

Doch die Wut ebbt langsam ab und wird von etwas ersetzt was ich noch viel weniger mit mir vereinen kann. Etwas was gegen jede meiner Prinzipien steht aber es ist da.

Rache...

An den feigen Tardukai. Ich kann mich selbst kaum noch erkennen, ich werde wohl erst langsam wieder zur Ruhe kommen und Morgen klarere Gedanken und Worte dafür haben. Ich verstehe nicht warum sie so feige gehandelt haben, können sich nicht das fragile Gleichgewicht wahren, das besteht? Nun ist es wohl zu spät. Ich werde mich zum Harfenspiel mit einigen Freunden treffen und das weitere vorgehen besprechen. Vorerst werde ich wohl nur beobachten, denn es scheint als ob mein Freund es überleben würde. Ich kann seine Hilfe gut gebrauchen.

Ich werde in Zukunft vorsichtiger sein mit den Einträgen in meinem Tagebuch sein, es ist zu gefährlich im Moment, denn ich könnte mit zuviel Information meine Freunde gefährden. So schreibe ich die nächsten Wochen etwas spärlicher.

Über Ehre sprachen diese dunklen Paladine. Ein Vers darüber kommt mir in den Sinn.

“Jenseits von Ehre und Schande

Wer weiß, redet nicht.
Wer redet, weiß nicht.
Fülle aus seine Öffnungen,
Schließe seine Pforten,
Mach stumpf seine Schneiden,
Löse seine Schlingen,
Mildere sein Licht,
Versenke seinen Wirbel,
Das ist mystische Einheit.

Dann können Liebe und Hass ihn nicht berühren,
Gewinn und Verlust ihn nicht erreichen,
Ehre und Schande ihm nichts anhaben.
Darum ist er immer der Geehrte der Welt.“


Mein Hass und mein Rachegefühl zerfließt mit diesem Vers, doch muss ich handeln für das Gleichgewicht.


Zuletzt geändert von Jarail du Soleil: 2.05.02, 02:33, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.07.02, 03:19 
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*Die Einträge einiger Monate fehlen.*


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 Betreff des Beitrags: Mittentag, 23. Querler – Rückkehr der Stille
BeitragVerfasst: 25.07.02, 03:21 
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Stille kehrt zurück in meinen Geist. Verworren waren meine Gedanken die letzten Monate. An dem Tag, den die Biundai als Geburtstag feiern, war ich verloren in Gedanken über Stille, Zeit, Raum und Suche. Noch ein Jahr, dann ist es soweit.

Ich suchte Sinn und Antwort, die Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte sind verflogen, sind an mir vorbeigezogen. Viel habe ich davon vergessen, viel kann ich nicht mehr vergessen sosehr ich es mir auch wünsche. Doch eine Sache ist geblieben, die Einsamkeit von Myneil in meinem Herzen. Nur eine Sonne scheint mit den Weg, nur ein Licht weist mir selbst in dunkelster Nacht die Trittsteine in der Furt, nur ein funkeln zeigt sich meinem Auge wenn ich die tiefsten Seen überquere, und die abscheulichsten Dinge sehe.

Denn eines bleibt immer gleich, mein Verlangen nach Sinn, doch ebenso gleich bleibt dieses Verlangen unbeantwortet. Ich habe aufgehört zu schreiben die Monate, nur noch Sinnhaftes im Boten verfasst. Jedoch ist mir nun klar geworden das auch so kein Sinn im Tun zu finden ist. Jedoch weiter beschreiben was ich Tue auf Siebenwind?

Seltsames geschieht um mich herum, doch es bleibt mir fast gleich, denn in Jahren, in Jahrzehnten, in Jahrhunderten ist es schon lange vergessen. Welch Bedeutung hat eine Verlautbarung der Ritter und des Barons im Angesicht des Wechsels der Gestirne? Welch Kummer bedeutet mir eine verletzte Schwester, nieder gerissen von einem Ork, wenn ich ach doch nichts tun konnte, und jede Hilfe schon getätigt ist. Und doch kann ich nicht in Gleichgültigkeit verharren, nie konnte ich es.

Ich würde Leben geben, nur niemand nimmt es mir.

Niemand verlangt es von mir, zu geben für das was ich bereit wäre es zu geben. Denn nur ein Licht scheint auf meinem Weg. Du meine Sonne scheine für mich ewig.

Die Zeit verfliest wie ein reisender Strom. Ein Alter Baum im kalten Norden wächst schneller als meine Suche voranstreitet. Denn sie hat kein Ziel...


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