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 Betreff des Beitrags: Der Einbruch
BeitragVerfasst: 12.06.05, 13:47 
Altratler
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Die Exkursion mit ihrem Vater ins tote Land war anstregend gewesen. Ein Grund mehr, warum sie sich freute endlich nach Hause zu kommen, die Füsse hochzulegen und zu entspannen.

Nichts ahnend und mit einem zufriedenen Seufzen schloß sie die schwere Eisentür zu ihrem Turm auf, doch was sie erblickte machte jegliche Vorfreude auf einen behaglichen Tagesausklang zu Nichte. Pergamentrollen lagen hinter den Regalen verstreut auf dem Boden. Spinnenschleim war aus dem dafür vorgesehenen Behälter auf die Steinfliesen verteilt worden. Ein umgeworfener Krug hinterlies eine riesige Wasserlache und das Kettenhemd war achtlos gegen die Vitrine geworfen worden.

Ihr Vater lief fast in sie hinein, als sie so abrupt im Eingang stehen blieb um das Chaos in Augenschein zu nehmen. "Warst du das, Vater!" es klang mehr wie eine Aussage als eine Frage. "Nein," entgegnete dieser seiner Unschuld bewusst "es waren bestimmt deine dämlichen Flohfänger!" Sie rollte mit den Augen. Wann immer er eine Bierlache auf dem Boden verursachte, er etwas umwarf oder dreckig machte, waren es die Katzen.

Sicher darüber, dass es nicht ihre Tiere waren, durchsuchte sie die Kisten um eine Bestandsaufnahme der fehlenden Dinge zu machen. Ein paar tausend Dukaten, Seide im Wert von 20 000 Dukaten und noch einige andere Kleinigkeiten.
Nichts, was sie nicht hätte verkraften können.

Im oberen Geschoss sah es nicht minder durcheinander aus, aber ausser Lebensmittel und dem tavernengleichen Vorrat an Alkohol gab es hier nichts zu holen. "Bei mir fehlt nichts, meine Staubschichten sind unangerührt." rief ihr Vater aus seiner Kammer herab. Kein Wunder, der Gestank nach altem Käse, der dort oben herrschte, hat sie vermutlich in die Flucht geschlagen. Dachte sie sich. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass die oberen Turmzimmer unangerührt gewesen waren.

Vom Einbruch nicht im mindesten aufgewühlt, legte sich der alte Mann schlafen, jedoch nicht ohne seine Schadenfreude darüber Kund zu tun, dass ihm nichts fehlte. Sie spielte einen Moment mit dem Gedanken ihm einen Dieb auf den Hals zu hetzen um seiner guten Laune einen Dämpfer zu verpassen. Schob die Idee aber rasch beiseite. Alles was man ihm stehlen würde, würde er sich sowieso auf seine subtile bettlerische Art bei ihr wieder zurück holen.

Sie machte sich daran das Chaos aufzuräumen und dabei den Boden akribisch zu untersuchen, was für Außenstehende womöglich zum Lachen komisch aussah. Sie fand in den Farnen vor der Haustür nicht gerade wenige verbogene Dietriche und ein Haar, welches sie nicht zuordnen konnte.

Ein Haar. Ein hämisches Grinsen schlich über ihre Züge. Daraus würde sich sicherlich etwas machen lassen. Jetzt, wo der oder die Einbrecher gesehen hatten, dass es hier etwas zu holen gab, würden sie sicherlich wieder kommen. Das galt es mit entsprechenden Mitteln zu verhindern. Eine abschreckende Massnahme musste her.

Mit großen Schritten erklomm sie die Treppen. Es waren Vorbereitungen zu treffen.

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„Probleme können nicht von den Personen gelöst werden, die diese erst verursacht haben.“


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BeitragVerfasst: 12.06.05, 23:20 
Altratler
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(OOC: Hat nicht wirklich etwas mit dem von Thara zu tun, passt aber thematisch.)

Als der letzte Dunkelzyklus sich langsam erhebt und das Tuch der Nacht sich über Siebenwind legt, beugt sich ein Mann mit orangenem gefiderten Haar in seiner Wohnung, der kleinen Heilerhütte kurz nach Falkensee, zur Vitamastatue auf dem Tisch hinab und küsst den Sockel. Dann kniet er hin und formt mit den Händen einen nach unten gerichteten Halbkreis. Dann beginnt er zu sprechen:

Oh große Mutter, bitte verzeih, dass ich dich so spät noch störe. Ich weiß du hast uns die Diebeskunst geschenkt. Doch ist es wirklich in deinem Willen, dass nun auch schon deine Diener und Heiler bestohlen werden? Diejenigen die selbst nichts haben und ihr Leben für andere geben? Ich kann es nicht verstehen. So bitte ich dich: sorge dafür, dass die Diebe, die uns bestohlen haben, dies nicht so schnell wieder tun können. Sollen sie nie wieder diejenigen bestehlen, die dir dienen und dies ohne Eigennutz. In tiefster Demut bitte ich dich, dein Diener.

Anschließend zeichnet der Mann wieder den Halbkreis auf seine Brust. Dann nimmt er eine Kreide und tritt vor die Haustüre. Dort setzt er die Kreid an und zeichnet einen nach unten gerichteten Halbkreis auf die Türe, dabei leise die Worte murmelnd:

Ich bitte dich Vitama um deinen Segen für dieses Haus. Möge es bewahrt bleiben vor Feuer, Gewalt und Dieben.

Als er fertig ist leuchtet der Halbkreis auf der Türe kurz auf und scheint dann fast wie eingebrannt. Daraufhin lächelt der Mann und betritt wieder das Haus.

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Benion - vita et amor - Pater Brown Verschnitt, Häretiker und Lord der Vitamith - Geburtshelfer: 8 mal - Ehejahre-Rekordhalter
Querdenker aus Leidenschaft.


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BeitragVerfasst: 18.06.05, 15:14 
Altratler
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Wohnort: Dur´sches Imperium
Hell, wie viele kleine Diamanten leuchteten die Sterne am dunklen Himmelszelt. Eine laue Nacht, nichts ungewöhnliches für diese Jahreszeit, brach über die Insel herein. Eigentlich war es schon fast zu warm für ein Feuer und dennoch loderten klein gehaltene Flammen auf den obersten Zinnen des Turmes. Davor saß eine rothaarige Frau, deren Kapuze so tief ins Gesicht geschoben war, dass lediglich die Kinnpartie rötlich erhellt wurde. Wie das Wispern des Windes, der ungehalten durch den Wald rauscht, klang die Stimme.

Beraubt und bestohlen,
Eingedrungen in mein Heim, ganz unverholen.
Umgangen die Rankenwache,
so sinne ich nun nach Rache.

Der Mutter Hilfe erbitt ich mir,
Bittere Träume, die Anzahl der Nächte sind vier.
Unruhig der Schlaf, rastlose Ruh,
Der Eindringling soll spüren, der Turm sei tabu.


Scharf blitzt der Dolch im Nachtlicht auf. Ein kleiner Piekser in die Fingerkuppe. In der Farbe von Wein quillt ein runder Tropfen Blut hervor. Das gefundene Haar, des Diebes wird säuberlich darin getränkt. Sie schließt ihre Augen, faltet das Haar in den Händen zusammen, wie einen Spatzen, den man am Wegfliegen hindern musste und konzentrierte sich auf die Bilder, die sie wünschte, den Einbrecher sehen zu lassen.

Es könnte passieren, dass der Delinquent in den nächsten vier Nächten folgenden, immer gleich bleibenden, Traum hat:

In dämonisch rotes Licht getaucht liegt der Turm da. Die überwuchernden Ranken bewegen sich wie giftige, lange Schlangen und bilden beinahe ein Gemäuer für sich. Ein weiterer verbogener Dietrich fällt zu Boden und wird achtlos unter die ausladenden Farne geschoben. Schnell, schnell, ehe jemand kommt. Unruhig wandert der Blick über die Lichtung, zu den Bäumen, deren Äste dürre, knöcherne Schatten werfen, die nach ihr greifen wollen. Geh schon auf, verdammte Tür. Raus aus dem Sichtfeld ungebetener Augenpaare, weg vom feindlich gesinnten Wald, der meinen Tod zu wünschen scheint.

Leise klackt das Schloss. Geschafft, nichts wie rein. Draußen beginnt der Wind, wie ein einsamer Wolf zwischen den Stämmen hindurch zu heulen. Die Tür fällt hinter dem Eindringling zu. Ein Rütteln ergibt, dass sie zu ist. Darum werde ich mich nachher kümmern.
Schnell wird sich vergewissert, dass niemand zu Hause ist. Ein paar schlafende Katzen ist alles, was sie vorfindet. Die erste Kiste lässt sich mühelos öffnen. Hastig wird alles durchwühlt. Ah…Seide, einen guten Preis wird sie erzielen. Dukaten, kann man immer gebrauchen.

Sie zuckt zusammen. War da nicht ein Kratzen an der Tür? Sie stopft übereilt die Beute in die Tasche. Genug, für heute. Ein andermal vielleicht mehr. Schwungvoll wendet sie sich zur Tür um sich diesem Problem zu widmen. Geschickt werden die Dietriche ins Schloss geschoben, doch nichts rührt sich. Es klappt nie beim ersten Mal. Beruhigt sich der Dieb. Aber auch die weiteren Versuche scheitern und der Stapel unnütz gewordener Dietriche am Boden vermehrt sich, wie Ameisen, die aus ihrem Nest krabbeln, nachdem jemand drauf getreten ist.

Ein grässliches Quietschen an der Tür, das in den Ohren schmerzt und einen Schauer über den Rücken jagt. Als würde jemand absichtlich mit einer Kreide über die Tafel kreischen. Der Eindringling weicht mit klopfendem Herzen zurück, blickt sich hastig nach den Fenstern um, wo jetzt nur noch graues, stabiles Mauerwerk ist. Sie dreht sich um die eigene Achse. Im Turm ist nichts mehr, aller Inventar wie vom Erdbeben verschluckt. Sie findet sich nackt in der Mitte des Raumes wieder, versucht die Blöße mit den Händen zu verdecken. Ein Schaben an den Wänden lässt sie herum fahren. Als würde eine unsichtbare Gestalt dort etwas hinschreiben, tauchen an allen vier Wänden dieselben in scharlachrot gehaltenen Buchstaben auf, die nach und nach einen Satz bilden.

„Zerquetscht, wie ein Insekt endet der Eindringling, der sich hier noch mal blicken lässt.“

Als sie die Zeilen liest kommt es ihr so vor, als würde eine Stimme hinter ihrer Schläfe die Worte bedächtig betont mit sprechen.

Ein Beben erfüllt den Turm. Die Mauern zittern und…sie bewegen sich…bei allen Göttern, sie kommen direkt auf mich zu… Kriechend langsam und doch mit einer Schnelligkeit, die jeden Versuch doch noch zu fliehen im Keim erstickt, rollt das Gemäuer in ihre Richtung. Sie eilt von einer Wand zur nächsten, panisch darum bemüht das Unvermeidliche aufzuhalten.

5 Schritt. Es muss dich irgendwo einen Schalter geben.
4 Schritt. Nur nicht verzagen, es wird nicht passieren
3 Schritt. Warum hilft mir denn niemand? HILFE! Ein stummer Schrei.
2 Schritt. Warum spulen sich ausgerechnet jetzt Bilder aus meiner Vergangenheit in meinen Gedanken ab?

1 Schritt.

Die eisigen Mauern berühren ihre Schultern. Pressen ihren Körper zusammen, wie der Alchimist seine Reagenzien. Haut platzt und gibt den Lebenssaft frei. Knochen splittern, bersten in ihrem Inneren. Ein unbeschreiblich schmerzhafter Druck.

Nein. NEIN!

Schweiß mag die Stirn bedecken, als der Eindringling aufwacht.

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