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 Betreff des Beitrags: Der Fall Isgrim
BeitragVerfasst: 18.11.05, 12:59 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 24.08.04, 11:45
Beiträge: 152
Da stand er nun, in Mitten des Schatten eines Kellerraums. Die lange schlanke Gestalt, gehüllt in eine weite Robe, die Kapuze zurück im Nacken. Tiefe dunkle Augenringe zieren das, eh schon schmale markante Gesicht. Abgemagert scheint es zu wirken, die Wangenknochen zucken vor Anspannung. Völlig ausgezerrt scheint er zu wirken, als habe er Tage lang nicht mehr in den Schlaf gefunden. In tiefster anstrengung, in tiefsten Gedanken versunken. Nun war es also geschehen. Nach so langer Zeit, nach der Zeit er Lügen, der Heuchelei. Nun waren ihm seine eigene Mittel, mit denen er nun schon so lange arbeitete, selbst zum Verhängnis geworden. Wie lange hatte er nun schon hier auf dieser Insel verweilt, wie lange in seinen Lügen gelebt? Wie lange seinen Mitmenschen geheuchelt?

Verrat.

Das war das Wort, was ihm die letzten endlos wirkenden Zyklen, immer wieder durch seine Gedanken zerrte, ihm den letzen Nerv zu rauben schien. Er wurde Verraten, das was er immer zu verhindert suchte, es war geschehen. Nun gab es kein zurück mehr. Alle Zelte waren abgebaut, Spuren waren verwischt worden, die meisten seiner wichtigen Güter waren umgeschichtet, auf andere Fächer verteilt. An Menschen gegeben, welchen er nun Vertrauen musste.

Vertrauen!

Bei diesem Gedanken wurde ihm übel. Sein Magen schien sich zu drehen, Bleiche stieg ihm zurück ins Gesicht. Bald würde es sich wie ein Lauffeuer über die Insel ziehen. Dieser Mann, dem so viele vertraut hatten, ein Diener des Einen. Ja! Jetzt war es endlich raus. Endlich... . Keine Lügen mehr, Nein. Nun war seine Zeit gekommen. Seine Zeit aus seinem Käfig zu treten, die Ketten zu sprengen. Es war Zeit noch tiefer in die Schatten zu steigen, als er es sich je vorzustellen vermochte. Nun war es Zeit, sein Schicksal in die Hände des Herren zu legen. All jene Heuchler, jene deren Augen verschlossen sind. Jene die der Hure und dem Schlechter heuchelten. Jene welche die Erfindung Morsan fürchteten. Den Tod. Pahh, er wäre nur ein neuer Anfang. Die Missgeburten welche glaubten, ihre übernatürliche Gabe von ihrem Allwissenden Dummkopf erhalten zu haben. Ja all jene würden bald begreifen, begreifen, dass seine Macht weit mehr vermag, als sie sich vorstellten. Irgendwann, dass wusste er, würden wieder Städte brennen. Der Herr in seiner Allmacht zurück nach Tare kommt, sein Land wieder unter seine Herrschaft zu nehmen. Ja, dann würden sie alle Leiden, alle die sich ihm weiter verschließen. Alle die schwach sind.

Nun war es an ihm, dem Herren in seiner Vollkommenheit dienlich zu sein. Es würde die Zeit der Rache werden. Verräter werden sterben. Nein, sie werden Leiden. Leiden. Er wird sich daran laben, sich ergötzen an der Schmach des Schwachen. Isgrim war nun Tod. Sein neuer Weg, er würde hart werden, das wusste er. Er würde ebenso entsetzlichen Schmerz, großes Leid erleben. Doch er würde auferstehen, aus den Schatten heraustreten, mit neuer Macht erstarken.


[OOC: Ich würde mich freuen wenn alle, die nun !IG! davon Wind bekommen haben,
hier auch ein paar Worte schreiben würden. Ihre Gedanken, ihre Vorstellungen. Oder was
auch immer dazu passen könnte. Auf ,nun hoffentlich, weiteres interessantes Rollenspiel.]


Zuletzt geändert von Felsenfaust: 18.11.05, 13:28, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.11.05, 17:06 
Edelbürger
Edelbürger
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Registriert: 31.07.03, 14:28
Beiträge: 3012
Als Elena erwachte und feststellte, dass sie wohl auf einem der Stühle am grossen Tisch eingeschlafen war, noch erschöpft von der morgendlichen Jagd, erhob sie sich schwerfällig und ging langsam und noch etwas benommen die Treppe hinauf.
Sie brauchte ihr warmes, weiches Bett, vielleicht war ja auch Isgrim heimgekommen. Schön wäre es, dachte sie, hatte sie ihn doch die letzten Tage selten gesehen und immerhin wartete da noch eine kleine Überraschung auf ihn.

In ihrem Schlafzimmer umfing sie die restliche Wärme eines fast heruntergebrannten Kaminfeuers, sie legte einen Teil ihrer Fellkleidung ab, ehe ihr Blick auf eine mit einem einfachen Wachssiegel verschlossene Pergamentrolle auf der Bettdecke fiel. Stirnrunzelnd hob sie sie auf, brach das Siegel, entrollte sie und las die Worte, die dort zu Papier gebracht wurden.

Auch wenn sie noch schlaftrunken war, so berührten die Worte, die sie las, sie sogleich und liessen unweigerlich ihre Hände etwas zittern. Wieder und wieder las sie sie, während sie sich langsam auf das Bett setzte.
Sie verstand es noch nicht, aber es musste was Schreckliches passiert sein.

Stimmen wirbelten in ihrem Kopf durcheinander - Zacharias, wie er immer wieder seine Meinung über Isgrim kund getan hatte, Mama Jais Prophezeiung und letztlich Rabans Worte.
Und doch fand sie keine Ordnung in alledem.
Hatte er recht?
Wer log, nur um sie für sich zu behalten oder sie zu schützen?
Wer sagte überhaupt die Wahrheit?

Sie schluchzte leise auf und liess sich zurückfallen, schloss die Augen, sich an das Papier in ihren Händen klammernd, als wäre es ein letzter Halt, während Tränen langsam über ihre Wangen hinabrollten.

Nein, sie fühlte sich jetzt ganz und gar nicht stark.

Eine Weile verharrte sie so, sah aus verschwommenen und von Tränen verschleierten Augen zur Zimmerdecke, ehe sie erneut auf das zerknitterte Papier sah, was sie zu ihren Augen hob.
Leise erneut aufschluchzend strich sie über ihre brennenden Augen, erhob sich wackelig und ging zum Kamin hinüber. Sie warf das Papier hinein, legte noch etwas Holz dazu und liess sich auf die Kissen vor dem Kamin nieder und sah zu, wie das Papier allmählich von den höher schlagenden Flammen verzehrt wurde.

Und traf ihre Entscheidung.

_________________
Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
James Bond: And the second?
Q: Always have an escape plan.


Zuletzt geändert von Kikia: 18.11.05, 18:18, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.11.05, 20:23 
Edelbürger
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Beiträge: 6702
Wohnort: Hamburg
Stunde um Stunde schuftete er nun im Haus des Handelsbundes zu Falkensee.
Bediente Kunden, gab ihnen Ratschläge und verkaufte schlussendlich seine Ware.

War er soweit fort...so weit fort von seiner Heimat?

Er schloss hintersich die Türe zu und zog sich auf sein Pferd, ohne Befehl und ohne Zaum und Zügel ritt das Pferd herum gerade Wegs auf seine Heimat zu.


"Der ehemalige Oberjäger des Jalabarons..der hier in unsrem Dorf lebte hat uns mit seinen Lügen getäuscht..er ist dem dunklen Jäger verfallen..die Wölfe werden ihn fangen und richten vor den Goden...solche Lügen können und werden wir nicht dulden...er wird seine Strafe erhalten...wie sein Name war?....Isgrimm."


Er stand da, sein trüber dunkler Blick auf die neuerwählte Dorfvorsteherin gebannt.
Wut pochte in ihm auf, Zorn stieg in ihm hoch und Hass machte sich breit.
Wollte er sich nicht ändern? - Wollte er sich nicht mehr in dieserlei Angelegenheiten einmischen?
Erst fragte ihn der Ritter Caeden über Dinge aus die er vergessen wollte - und nun das.

Seine Stimme erhob sich, laut und deutlich über die Köpfe der Nortraven hinweg, denn er hatte seine Entscheidung getroffen.


ER hat keinen Namen mehr!


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BeitragVerfasst: 19.11.05, 15:02 
Einsiedler
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Registriert: 27.01.02, 13:20
Beiträge: 169
Wohnort: In "deinem" Schrank!
Trauer, Wut, Zorn und Verzweifelung.
Der trieb des puren Lebens, das Knurren eines gehetzten Tieres. All dies blitze in den einsam flackernden Lichtern der Stadt Falkensee vor ihm. In weiter ferne lagen die Straßen, geschmückt für eine neue Darbietung, vom Schein der Überzeugung gerechtfertigt. So penibel vorbereitet, dekoriert, dass dies viele der Statisten nichteinmal ahnten, als sie sich zwischen den Kulissen bewegten.

Die größte Bühne Tares lud mit offenen Händen zu der Vorführung eines weiteren unbedeutenden Einzelschicksals ein. Und so laut war der Aufschrei, der das neuste Drama verkündete, dass selbst er ihn auf den Zinnen seines Turmes vernehmen konnte, der all die Annehmlichkeiten versprach um das Publikum zu locken, all die stilisierte Dramatik preiste, die man erwarten durfte.

Es verdiente einen Namen, der salzige Geschmack seiner spröden Lippen über die er leckte bot die Muse,
"Die Jagd nach Tränen und Blut"
Ein würdiger Name für solch Trivialität.

Doch in all ihrer Vermessenheit, in all ihrer Perfektion in der sie vor ihm aufgespannt waren, durfte er wirklich dem Drang nach kindlicher Belustigung nachgeben und die Fäden ergreifen, während er sich in stummer kindlicher Freude als stiller Betrachter in den Rängen hielt?

Ja sie luden zum spiel, ein kindliches, dessen man sich in seinem Alter nicht mehr her gab. Doch sollte man wirklich eine so herzliche, offene Einladung eines Spieles ablehnen?

Manchmal ist es angenehm sich der leichten Unterhaltung zu widmen, manchmal vermag das Simpelste ein Lächeln zu erzwingen.

Ein leises Lachen wurde vom schneidenden Wind zerissen und auf das weite Meer getragen. Kein boshaftes, kein Zynisches oder gar belächelndes...
Nein es war das leise Lachen eines Kindes, das zufällig ein Spielzeug auf seinem Wege fand, und mit den erquickenden Lauten für den Bruch der Langeweile dankte.

Genüsslich ergriff er einen der Fäden und zupfte kurz daran, folgte mit seinen Augen dem dünnen schimmernden Faden um sich von der Hölzernen bewegung der Puppe überraschen zu lassen.

Ein lächeln zog auf seinen Zügen ein auf.
So jung fühlte er sich schon lange nicht mehr!

_________________
Bild

Ich fing alle Wunden ohne Rücksicht ein
Ließ keinen Schutz zurück für all die Menschlein - wein'!
All der süße Schmerz von Draussen kam herein
Den Trost will ich nicht missen, nie und nimmer - nein!


Zuletzt geändert von Shroud: 19.11.05, 15:07, insgesamt 1-mal geändert.

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