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 Betreff des Beitrags: Die Tage des Wahnsinns
BeitragVerfasst: 5.09.05, 11:18 
Einsiedler
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„Was bei den Vieren....!“

Diese Worte durchdrangen seinen Kopf immer wieder. Siebenwind scheint so unwirklich, so fremd, im Vergleich zu den Städten Falandriens.

„Oh Rotenbucht, wie vermisse ich dich, deine Ruhe und deine Freuden. Es war alles so einfach damals. Zuhause bei Vater, mit den Freunden in der Taverne, die Frauen auf dem Schoss. Man hat sich keine Gedanken gemacht, man lebte einfach. Und nun ? Nun kämpft man nur um das ÜBERleben.“

Aufgebrochen aus der Tristes von Weib, Wein und Gesang, in eine Welt die so wirkt, als wäre es ein großer Traum, ein Alptraum. Was führte ihn hierher ? Er sprach immer wieder von Göttlicher Fügung, dass er hierher kam. Glaubte er das wirklich ? Führte ihn nicht etwas anderes her, was keiner außer er weiß....

Er liegt mit dem Rücken auf einer Wiese, die Wiese scheint verwildert zu sein, vor ihm ein Teich mit einem quakenden Frosch. Sein Blick gleitet durch den Sternenhimmel, es beruhigt ein wenig den Blick darauf zu verharren. Kurz schließt er seine Augen und streicht mit der Hand über seine Armschienen. Seine Gedanken schweiften von dem Leid kurz ab, zu der Person, von der so fasziniert war. Frauen waren sonst immer nur ein Luftobjekt für ihn. Auch war dies bei der ersten Begegnung mit ihr nicht anders. Sie trug ein Kleid, mit einem weiten Ausschnitt und zog ihn sogar noch höher, als sie mit ihm sprach. Sie versuchte mit ihm zu spielen und er wollte mit ihr spielen. Worte wie Honig versuchte er ihr um den Mund zu schmieren. Er wollte nur das eine. Aber sie wollte nicht, ließ ihn zappeln. Sie machte ihn nervös. Eine Augen wirkten unruhig und sie streuten von links nach rechts. Ihm faszinierte die Frau, Akora Dur. Sie war keine perfekte Frau, worum es ihn eigentlich sonst immer ging. Sie hatte eine außergewöhnliche Anziehungskraft, die ihn immer wieder zu ihr brachte.

Er öffnete die Augen wieder, sah kurz zu dem Turm, der ziemlich verwildert aussieht und schluckte kurz. Was waren das für Pflanzen und was für ein Mädchen, er verstand es einfach nicht. Zu viele Sachen geschahen in den letzten Tagen. Der Wall mit dem unbekannten Wesen. Das Erdbeben. Das Mädchen. Die Liste ist scheinbar nicht endend. Gleichzeitig sieht man so viele Leute, die das scheinbar gar nicht interessiert, die ihr teilweise dekadentes Leben weiter extensiv frönen.

„Es werde der Tag kommen, an dem jene von den Vieren bestraft werden, die sich nicht um ihre Gaben kümmern!“

Langsam erhebt er sich scheppernd vom Gras, blickt sich erneut um, als ob er scheinbar jemanden sucht und geht dann zu seinem Pferd.

„Frauen, verrückt! Was genau will sie von mir. Nur ein wenig Spaß oder doch mehr...“

Er greift nach den Sattel des Pferdes und hievt sich mit Kraft auf den Rücken des Pferdes.

„Akora, Liebes, kehre heil nach Hause und achte auf deinen Vater!“

Hallt es nur leise, wohl wissend, dass sie ihn wohl nicht hören wird. Leicht gibt er seinem Pferd die Sporen und reitet Richtung Falkensee.


Zuletzt geändert von Aekoric: 7.09.05, 13:43, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 7.09.05, 11:14 
Einsiedler
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Rothenbucht einige Monate zuvor:

Es war wieder ein heißer Tag in den Gassen der Stadt. Nur ein laues Lüftchen umspielte seine Wange. Der Kopf schmerzte noch, der Alkohol war sichtlich zuviel die Nacht. Freunde von ihm haben ihn in eine Hafenspielunke gebracht, eigentlich war er zu affektiert dafür. Billige Spielunken heißt meistens Schlägerein und Weiber, die mehr Dirnen ähnelten. Regelrecht reingeschleift wurde er, sein Blick wanderte angeekelt umher. Säufer, Verbrecher, Dirnen...und was saß da ? Sein Blick wanderte zu einer großgewachsenen blonden Frau. Sie schien aus der Reihe zu fallen, ihr Kleid edler, ihre Friseur toupiert. Die Männer setzten sich, Aekorics Blick wich nicht von der Frau.

„Aekoric, du kriegst du nie im Leben!“ Die Männer lachten schallend auf und bestellten sich Bier und einige Rothenburger Klare. Aekoric erhob sich dann langsam und schritt auf die Frau zu, man konnte regelrecht sehen, wie die Blicke zunahmen, als er näher an Sie herantrat. Keiner wagte es scheinbar an diese Frau heran. Aekoric trat vor ihr und verneigte sich.

„Was macht eine Rose in einer Wüste, Gnädigste?“ Er lehnt sich entspannt auf die Stuhllehne und blickt zu ihr. In dem Moment hob sie das erste mal Ihren Blick und schaute ihn aus ihren funkelnden Blauen Augen an. „Ich sehe, ich bin nicht alleine in der Wüste...“ und deutete mit der Hand neben sich.

Das feixen der Männer ebbte sofort ab, alle Freunde starrten fassungslos an den Tisch.

„Sagt Gnädigste, was verschlägt euch in diese Spielunke ? Ihr seht aus, als könntet ihr an weit besseren Tischen sitzen und dort verkehren.“ Aekoric lehnte sich ruhig auf dem Stuhl zurück und suchte immer wieder die Augen der Frau. „Sagt, seid ihr immer so neugierig ?“ erwiderte die Frau. „Nur wenn ich eine Frau sehe, die mein Herz zum rasen bringt, mein Blut zum stocken, mein Atem zum ruhen. Nur dann, und auch nur dann, werde ich so neugierig.“ Ein Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen wieder. „Die Liebe führt mich hierher, besser gesagt weg von den Gehobenen. Ich wurde enttäuscht und missachtet. Geliebt und betrogen.“ Das schmutzige Weinglas in ihren Händen schwenkte mehrmals, dann blickte sie wieder zu ihm. „Ihr seid doch auch nicht anders. Ein junger Bursche, der das Abenteuer sucht, die Freuden Vitamas frönen will. Ihr würdet mir doch sonst nicht solche Schmeicheleien sagen.“

Sie war nicht dumm, das merkte er nun, aber er versuchte das Spiel fortzusetzen. „Und wenn ich auf ein Abenteuer aus wäre, um mich der Herrin mit euch hinzugeben, würdet ihr dann ablehnen?“ Plötzlich hörte man ein lautes Poltern vor der Tavernentür. Eine Handvoll Stadtwachen traten herein und man sah, wie die Spannung rasch stieg. Hier, wo Verbrecher ein und auskehrten, herrschte oft Anarchie und jeder dachte, er wäre gesucht. „Im Namen Ihrer Majestät...“ fing scheinbar der Feldmeister an, als einige Tische polterten und Menschen auf die Türe zurannten. Die Wachen hatten Mühe den Ansturm gerecht zu werden, die Waffen waren bei der Enge nicht einsetzbar. „Lasst uns lieber gehen, Gnädigste, ich glaube die Feier ist gerade zu Ende gegangen.“ Aekoric sah wie einige aus dem Hinterausgang der Taverne liefen, er schnappte sich die Hand der Frau und folgte mit raschen Schritt den anderen. Es würde nicht lange dauern, bis weitere Wachen kommen würden und er wollte es nicht verantworten, dass man Ihn seinem Vater vorführt.

Die frische Luft durchströmte seine Lunge, er blickte sich zu allen Seiten um, die Frau weiterhin in der Hand. „Wir müssen aus dem Hafenviertel heraus!“ Abrupt beschleunigte er, sie nach den ersten Schritten eher stolpernd, in eine Nebengasse. „Weiter, weiter, Gnädigste!“ Sie schlängelten sich durch die engen Passagen durch. Vitamalin schimmerte am Firmament über die unbeleuchteten Straßen der Stadt. Es waren immer mehr Schritte zu vernehmen, scheinbar rückte das Wachbatallion aus, um die Unruhen am Hafen zu bändigen.

Er löste Ihre Hand dann, als sie in Sicherheit schienen. Sie lächelte ihn ein wenig durchzaust an und drückte sich gegen Ihn. „Nicht nur Sprüche, sondern auch Taten, folg mir, ich werde dir auch ein paar Taten zeigen...“


Zuletzt geändert von Aekoric: 7.09.05, 11:18, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 7.09.05, 14:08 
Einsiedler
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Rotenbucht in der Baronie Rotenschild Eine Expertise über die Stadt

„Stinken ist kein Ausdruck für diese Stadt. Der Moloch herrscht hier. Eine Stadt der Seefahrer und des Gesindels. Kaum einer verweilt hier länger freiwillig.

Beeindruckend sind nur die Handwerker, die trotz des übel riechenden Duftes, hier ihre Arbeit verrichten und diese Baronie zu der ältesten und besten Werft Galadons machten. Handwerklich geschickt scheinen Sie zu sein, aber riechen tun sie scheinbar alle hier nicht mehr.

An den Pieren der Stadt Rotenbucht reihen sich die Werften aneinander. Der Hafen ist eindrucksvoll, seine Größe beachtlich. Ketsch, Schoner, Gaffelschoner, die Grenzen der Betakelung scheinen hier keine Grenzen zu kennen. Nicht umsonst beginnen viele Schiffe hier Ihre Reisen. Oft als Transport von Waren und Gütern, aber einige wurden als reine Fahrgastschiffe umgerüstet, um den Strom nach Siebenwind zu unterstützen, was sicherlich auch ein lukratives Geschäft sein wird.

Die Straßen sind zum Großteil platt getretener Sand, nur wenige Straßen wurden mit Stein gefertigt. Jene befinden sich im Stadtzentrum. Dort säumen die Tempel der Viere, das Rathaus und der Sitz des Barons den Hauptplatz. Der Platz ist so angelegt, dass die Tempel in die Vier Himmelsrichtungen zeigen, jedem Gott seine Himmelrichtung zugeordnet.
Am Rande des Platzes befindet sich ein reich verzierter Markt, auf dem man illustre Dinge erwerben kann. Aus allen Teilen Falandriens scheinen Sie zu kommen. Stoffe und Düfte aus Endophal, Leder und Getränke aus den Nordlanden. Hier merkt man auch nicht, wie erbärmlich die Einwohner an den Randbezirken und am Hafen sind.

So man hier einmal vorbeikommt, lohnt sich nur hier der Besuch.“

Ultan Grembald
Geograph und Städtekundler im Dienste Ihrer Majestät


Zuletzt geändert von Aekoric: 7.09.05, 14:08, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 9.09.05, 13:58 
Einsiedler
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„Was bei den Vieren ist nur in dich gefahren, du missratener Sohn!“ Sein Vater tobte bitterlich. Seine Hände formten sich zu Fäusten und die Haut verfärbte sich weiß, wo seine Knöchel waren. Sein Gesicht war voller Zorn, das Blut schoss im ins Gesicht. „Was ist nur in dich gefahren, habe ich dich nicht gelehrt, dass du die Gesetze und Tugenden achten solltest ?“ Sein Vater sank auf die Knie. Sein Atem beruhigte sich langsam. „Ich schäme mich für dich, mein Sohn. Ich habe dich immer geliebt und dir alles gegeben, was du wolltest. Du hättest doch etwas sagen können...“ Aekoric stand vor seinem Vater, er blickte zu ihm herunter, atmete schwer durch und verließ dann rasch den Vorhof Richtung Stadt.

Einige Stunden zuvor....

„Aus dem Weg Gesindel!“ hallte ein Freund von Aekoric zu einem Bettler. Er schubste ihn aber fast im gleichen Atemzug beiseite. Nebel lag über der Stadt, der Wind am von Südwesten. Aekoric und 3 seiner Freunde, alles Kinder von recht Einflussreichen Personen in Rotenbucht, suchten einmal mehr ihr Vergnügen. Aekoric war Sohn eines verarmten Landadels. Schon seit Generationen üben sie nun schon andere Tätigkeiten aus, um Ihren Lebensstandard zu halten. Wahrlich nicht leicht für einen Mann, der seine Frau kurz nach der Geburt seines Sohnes verlor, alles alleine zu regeln.

Aekoric war selbst zu Stolz seinen Vater immer nach Goldstücken zu fragen. Nie wollte er abhängig von jemanden sein, notfalls musste er andere Wege finden. So verband er meistens das eine mit dem anderen. Wohlhabende Frauen, die einsam schienen oder das ein oder andere erleben wollten. Oft gaben sie ihm das ein oder andere Zubrot. Jedenfalls allemal lohnenswert für ihn.

An jenem Tag war es aber, dass Aekoric kein Geld mehr hatte, aber seine Freunde wieder mit dem Geld um sich werfen wollten. Ihm war mulmig zumute, er wusste, dass es er jemanden finden musste, der sein extravagantes Leben unterstützt. Nur so konnte er weiter seinen Lebensstil halten und das machen, nach was es ihm trachtete.
Der Tag verlief aber anders als gewollt. Keine Dame war alleine da und es wurde immer mehr bestellt, edelste Weine, Trüffel und Wachteln. Schweiß rann ihm die Stirn herunter, er wusste, dass er das bezahlen musste. Flüchtig schaute er sich um, er musste etwas finden, wie er die Rechnung bezahlen konnte. Er sah nur einige Paare zusammensitzen, jeder reicher als der andere. Sein Blick fiel auf eine besonders goldbeschmückte ältere Frau. Ihr Gatte, jedenfalls schien er es zu sein, stand auf und verschwand in das Nebenzimmer.
Seine Möglichkeit zu handeln; er ging zu der Frau hin und versuchte seinen Charme spielen zu lassen. Die ältere Frau schien wahrlich nicht begeistert zu sein von seinen Worten. Diese Worte prallten an ihr ab und man sah, wie Aekoric immer unruhiger wurde. Er lehnte sich dann weit zu ihr hervor, die Hand an ihre Kehle gehend, den Körper davorschiebend, damit niemand diese Tat sehen konnte. „Gib mir dein Geld! Ich brauche es!“ Er drückte die Kehle der Frau zusammen, sie zappelte und röchelte leise, aber es war zu laut im Raum. Alle frönten ihr dekadentes Leben weiter. Sie griff zu einem Beutel und reichte ihn ihm. Er lies sie los, eilte zu dem Tisch seiner Freunde und warf den Beutel nur lässig auf den Tisch. „Nehmt ruhig noch einen Schluck auf meine Kosten. Zahlt dann später, ich muss los.“

Eilig rannte er aus dem Gasthaus, die herrlich flankierten Gassen des edlen Rotenbucht, zu dem Haus seines Vaters. Dort angekommen, gesellte er sich rasch zu seinem Vater und half ihm bei den Arbeiten am Haus.

Es vergingen vielleicht einige Stunden oder auch nur Minuten. Die Zeit kam ihn jedenfalls unendlich vor, als einige Soldaten der Wachkompanie auf das Grundstück kamen. Aekorics Vater trat auf sie zu, die Soldaten mit Hellebarden und schwerer Rüste bestückt, und sprach dann. „Kann man euch helfen, werter Hauptmann?“ Dann tuschelte der Hauptmann zu Aekorics Vater. Sein Vater schoss scheinbar die Schamesröte sowie der Zorn in den Kopf. Er drehte sich zu Aekoric um. Und schrie ihn dann an.....


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BeitragVerfasst: 12.09.05, 10:17 
Einsiedler
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"Jeder hat seine Bürden zu tragen, manche sind größer, manche sind kleiner. "

Er konnte es nicht hören. Nein, er wollte das nicht mehr hören!

Sie sprach von Ereignissen, die ihm vor Wochen, vor Monaten, vor Jahren passiert sind, fern von hier auf dem Festland. Sie erzählte es so plastisch, als sei sie dabei gewesen, als sei sie ein Teil davon gewesen. War er verrückt geworden ? Konnte sie das wirklich wissen ? Ist Magie dabei, vielleicht Hexerei ? Er kniete vor dem Schreine Vitamas, sein Atem sich nicht beruhigend. Er wusste nicht, wie er damit umgehen soll. Seine Gedanken drehten sich im Kreis.

Seine Gedanken drangen einige Stunden zurück. Er befand sich mit ihr im Wald. Er verspürte seit Tagen etwas wie Liebe, oder war es nur Gewohnheit dieses zu fühlen. Vielleicht war es auch keine Liebe, sondern einfach nur Zuneigung für jemanden. Er konnte es nicht definieren, er hatte noch nie geliebt. Sie liebte ihn nicht, sie wollte nur ein Abenteuer, ungebunden. So wie er sich es eigentlich immer gewünscht hatte. Ungezwungen. Nur die Vorteile aus einer Beziehung genießen. Und sollte einer von beiden dieses nicht mehr wollen, sollten beide Ihre Wege ohne Probleme alleine gehen können.
Im ersten Moment war er überfordert, es war einfach zu viel. Er wusste wie er darauf reagieren soll, Verzweiflung dehnte sich in ihm aus. Nie hatte er sich wirklich Gedanken um seine Gefühle gemacht, nie hat er dies benötigt. So war er seinen Gefühlen auch nicht bewusst und jenes führte ihn wohl zu dieser Verzweiflung. Wie ein kleines Kind saß er auf dem Gras, sie vor ihm stehend. Er konnte sie gerade nicht ertragen. Er musste weg. Mit ruhigen und nachdenklichen Schritten durchquerte er die Stadt. „Wohin soll ich gehen ?“ Seine Beine bewegten sich wie im Rausche, seine Gedanken weit von seinem Kopf entfernt. „Gebe mir ein Zeichen oh Herrin!“

Felas Strahlen tänzelten über den Horizont und strichen über sein Gesicht. Langsam öffnete er seine Augen. Die Nacht war anstrengend, er fiel in einen tiefen, aber unruhigen Schlaf. Seine Gedanken waren klar, wie nie zuvor. Er wusste was passieren muss und er werde dieses auch halten können.


Zuletzt geändert von Aekoric: 12.09.05, 11:44, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 12.09.05, 13:33 
Einsiedler
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"Adel ist kein Geburtsrecht...
Ich habe Ritter beim ersten Anzeichen einer Schlacht in Panik ausbrechen sehen, und ich habe gesehen, wie der niedrigste Knappe einen Speer aus seinem Körper zog, um ein sterbendes Pferd zu beschützen."


So lehrte es ihm sein Vater. Nicht der Stand sei entscheidend, sondern die Taten die jeder ausführt. Jeder hat die Möglichkeit etwas zu erreichen, was schier unmöglich gilt. Solange er den Mut, die Kraft und den Glauben hat, kann er dies schaffen.

Aber sein Ziel war es nicht das Zeichen des Adels auf seiner Brust zu sehen, sondern adelig zu handeln. So wie dieses Wort einst geschaffen wurde.

Als er seinen täglichen Ritt zum Wall machte, merkte er das etwas nicht stimme. Der Wall war verlassen, keiner seiner Kameraden war da. Er wartete kurz am Wall, mit der Hoffnung, das noch jemand auftauchte. Keine Menschenseele verharrte dort. „Wo sind denn alle?“ Sein Weg führte ihn dann zurück in die Stadt. Als er abgesattelt hatte, sah er ein weißes Pferd. Er kannte es, Aaskaraja. Er führte sein Hengst neben das Pferd und tätschelte dem Ross an die Seite. Dann flüsterte er einige sanfte Worte in das Ohr des Tieres. Was er nicht bemerkte, Akora stand kurz hinter ihm, sie schien ein wenig überrascht und sichtlich nicht in der Lage zu reagieren. Ein recht klobiger Feinwerker machte sich hinter ihm bemerkbar. Er dreht sich um und sah insgesamt drei Personen. Den Feinwerker, eine junge Frau und Akora. Ohne einen Gedanken zu verlieren straffte er seine Uniform und trat auf Akora zu. Jene blieb wie angewurzelt stehen, wohl etwas erwartend.


Aber bevor es soweit kommen konnte, sagte sie ihm, dass sie zu tun hatte. Ob er nun jetzt mitkommt oder später, sei deshalb nicht von belang, besonders nicht, da er noch etwas wegen dem Wall klären wollte. „Ich komme nach.“ So verabschiedete er sich von ihr und ging Richtung des Marktes. Schnell erfuhr er auch, weswegen niemand mehr am Wall war. „Die Rechte entzogen?!“ Wieder einmal wirkte er mehr als aus dem Konzept gebracht. „Wer soll das denn jetzt machen?“ „Das Banner...“ hörte er nur. Er sah niemanden vom Banner am Wall, schon seit Tagen nicht. Er war es leid, irgendwie geriet alles aus den Fugen. Das erste mal, dass er still wurde und in die Ferne blickte.

„Ich werde es ihr sagen!“ hallte es nur durch seinen Kopf. „Meine Gedanken werden nie wieder so klar werden wie jetzt!“ Er machte sich auf den Weg zu ihr. Seine Rüstung entledigte er sich, bevor er bei ihr war.

Sie hatte zwar noch Besuch, aber er wollte Sie nicht stören. Er setzt sich an den Teich und träumte von Momenten in seinem Leben. Vieles war nur flüchtig. Nichts von Dauer.

„Zeit, etwas unendliches auf dieser Welt. Sie scheint zwar dahin zu rinnen, aber im Grunde vergehen nur einige Sandkörner in einer riesigen Sanduhr. Unser Leben ist nur kurzfristig hier, so genieße es!“

Akora setzte sich neben ihn. Wir wusste nicht, wie sie anfangen sollte. Als Sie ihn dann fragte, zu welchem Ergebnis er kam, fing er ein wenig seine Gedanken über das Leben schweifen zu lassen. Er hatte sich viele Gedanken in den letzten Tagen darüber gemacht. Nur knapp entging er den Tod im Ödland, als ihn zwei Oger niederschlugen.

„Ich gebe zu, dass es sicher einfacher wäre ohne eine Beziehung. Keine Verpflichtungen, nur die Vorteile genießen. Das ist das, was ich seit jeher tat. Und es werde mich sicherlich nicht schwer fallen, dieses wieder zu tun.“

Sie zögerte erst, sie wusste nicht, ob es gut sein wird. Doch dann legte Sie ihren Arm auf sein Oberschenkel und stütze ihren Kopf auf seine Schulter. Was in ihr vorging, weiß er nicht, er wünschte sich nur zu erahnen, was sie dachte. Irgendwie fühlte er sich wie ein offenes Buch in ihrer Nähe, sie dagegen wirkte immer so verschlossen, wenn es um wirklich interessantes gehe.


Zuletzt geändert von Aekoric: 12.09.05, 13:34, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 19.09.05, 13:52 
Einsiedler
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Wohnort: Falkensee Ghetto
„Liebe ist nur ein Hirngespinst! Das einzige nach was man trachtet, ist die Zuneigung eines anderen. Zuneigung heißt aber nicht Liebe. Hierbei sind Verpflichtungen von Nöten, die vieles komplizierter erscheinen lassen.

Manche wenige sagen, dass die Liebe nicht existiert. Auch ich gehöre zu denjenigen. Die Freude an der puren Lust, das ungezwungene Zusammensein, und sollte man jemals genug voneinander haben, gehe man seine Wege getrennt.“

Philosoph aus Rothenbucht
12 n. Hilgorad


Der Wind peitschte über das Eiland. War diese Insel verflucht oder soll hier die Entscheidung zwischen den Göttern fallen ? Übernatürliches trat hier überall auf. Es wirkte fast wie ein kommender und gehender Alltag. Das Ross trabte ruhig über den Pfad, Blut rann ihm die Seite herunter.

Es schienen so viele Intrigen zu sein. Ein jeder agierte nicht für die Gemeinschaften, sondern wohl eher für sein eigenes Wohl. Vermag es jemand zu ändern ? Die Frage ist wohl nicht zu beantworten, aber es schien unwahrscheinlich.

Hass. Zorn. Wut. Warum tragen diese Menschen so was in sich ? Sind Sie vielleicht die Feinde ? Der Mensch ist von zerstörerischer Natur, gegen alles und jeden der „anders“ ist. Sie denken nicht darüber nach, sie handeln erst mit brachialer Gewalt. Es ist wie ein Puzzle, es fügt sich alles im Leben zusammen.

„Trugbilder, soweit mein Auge reicht. Nichts scheint wie es ist. Ich scheine blind zu sein. Niemand der meine Augen öffnen vermag oder will. So laufe ich weiter ohne sehen zu vermögen, was ich doch so sehr wünschee.“

Unbekannter Schriftsteller
25 v. Hilgorad


Zuletzt geändert von Aekoric: 19.09.05, 13:52, insgesamt 1-mal geändert.

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