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Rothenbucht einige Monate zuvor:
Es war wieder ein heißer Tag in den Gassen der Stadt. Nur ein laues Lüftchen umspielte seine Wange. Der Kopf schmerzte noch, der Alkohol war sichtlich zuviel die Nacht. Freunde von ihm haben ihn in eine Hafenspielunke gebracht, eigentlich war er zu affektiert dafür. Billige Spielunken heißt meistens Schlägerein und Weiber, die mehr Dirnen ähnelten. Regelrecht reingeschleift wurde er, sein Blick wanderte angeekelt umher. Säufer, Verbrecher, Dirnen...und was saß da ? Sein Blick wanderte zu einer großgewachsenen blonden Frau. Sie schien aus der Reihe zu fallen, ihr Kleid edler, ihre Friseur toupiert. Die Männer setzten sich, Aekorics Blick wich nicht von der Frau.
„Aekoric, du kriegst du nie im Leben!“ Die Männer lachten schallend auf und bestellten sich Bier und einige Rothenburger Klare. Aekoric erhob sich dann langsam und schritt auf die Frau zu, man konnte regelrecht sehen, wie die Blicke zunahmen, als er näher an Sie herantrat. Keiner wagte es scheinbar an diese Frau heran. Aekoric trat vor ihr und verneigte sich.
„Was macht eine Rose in einer Wüste, Gnädigste?“ Er lehnt sich entspannt auf die Stuhllehne und blickt zu ihr. In dem Moment hob sie das erste mal Ihren Blick und schaute ihn aus ihren funkelnden Blauen Augen an. „Ich sehe, ich bin nicht alleine in der Wüste...“ und deutete mit der Hand neben sich.
Das feixen der Männer ebbte sofort ab, alle Freunde starrten fassungslos an den Tisch.
„Sagt Gnädigste, was verschlägt euch in diese Spielunke ? Ihr seht aus, als könntet ihr an weit besseren Tischen sitzen und dort verkehren.“ Aekoric lehnte sich ruhig auf dem Stuhl zurück und suchte immer wieder die Augen der Frau. „Sagt, seid ihr immer so neugierig ?“ erwiderte die Frau. „Nur wenn ich eine Frau sehe, die mein Herz zum rasen bringt, mein Blut zum stocken, mein Atem zum ruhen. Nur dann, und auch nur dann, werde ich so neugierig.“ Ein Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen wieder. „Die Liebe führt mich hierher, besser gesagt weg von den Gehobenen. Ich wurde enttäuscht und missachtet. Geliebt und betrogen.“ Das schmutzige Weinglas in ihren Händen schwenkte mehrmals, dann blickte sie wieder zu ihm. „Ihr seid doch auch nicht anders. Ein junger Bursche, der das Abenteuer sucht, die Freuden Vitamas frönen will. Ihr würdet mir doch sonst nicht solche Schmeicheleien sagen.“
Sie war nicht dumm, das merkte er nun, aber er versuchte das Spiel fortzusetzen. „Und wenn ich auf ein Abenteuer aus wäre, um mich der Herrin mit euch hinzugeben, würdet ihr dann ablehnen?“ Plötzlich hörte man ein lautes Poltern vor der Tavernentür. Eine Handvoll Stadtwachen traten herein und man sah, wie die Spannung rasch stieg. Hier, wo Verbrecher ein und auskehrten, herrschte oft Anarchie und jeder dachte, er wäre gesucht. „Im Namen Ihrer Majestät...“ fing scheinbar der Feldmeister an, als einige Tische polterten und Menschen auf die Türe zurannten. Die Wachen hatten Mühe den Ansturm gerecht zu werden, die Waffen waren bei der Enge nicht einsetzbar. „Lasst uns lieber gehen, Gnädigste, ich glaube die Feier ist gerade zu Ende gegangen.“ Aekoric sah wie einige aus dem Hinterausgang der Taverne liefen, er schnappte sich die Hand der Frau und folgte mit raschen Schritt den anderen. Es würde nicht lange dauern, bis weitere Wachen kommen würden und er wollte es nicht verantworten, dass man Ihn seinem Vater vorführt.
Die frische Luft durchströmte seine Lunge, er blickte sich zu allen Seiten um, die Frau weiterhin in der Hand. „Wir müssen aus dem Hafenviertel heraus!“ Abrupt beschleunigte er, sie nach den ersten Schritten eher stolpernd, in eine Nebengasse. „Weiter, weiter, Gnädigste!“ Sie schlängelten sich durch die engen Passagen durch. Vitamalin schimmerte am Firmament über die unbeleuchteten Straßen der Stadt. Es waren immer mehr Schritte zu vernehmen, scheinbar rückte das Wachbatallion aus, um die Unruhen am Hafen zu bändigen.
Er löste Ihre Hand dann, als sie in Sicherheit schienen. Sie lächelte ihn ein wenig durchzaust an und drückte sich gegen Ihn. „Nicht nur Sprüche, sondern auch Taten, folg mir, ich werde dir auch ein paar Taten zeigen...“
Zuletzt geändert von Aekoric: 7.09.05, 11:18, insgesamt 1-mal geändert.
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