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 Betreff des Beitrags: Schattenspiele
BeitragVerfasst: 22.08.02, 14:57 
Einsiedler
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Warum?

Die Stimmen in ihren Kopf flüsterten schon längst nicht mehr. Nill, sie kreischten, schrieen und das Echo war sich noch lauter zurück. Ihr Herz schien einen Moment auszusetzen. Sie warf sich herum, ihr Geist verloren zwischen Bewusstlosigkeit und der schmerzenden Realität. Ihre Augen brannten und doch waren sie tränenleer.

Schmach, Schande, Versagen...

Warum hat er mich nicht getötet?




„ich kann keine Schwester töten“
Zorn mischte sich in ihre Gefühle.
Zorn, Hass und vor allem Rache...


Wieder stöhnte Sie voll Schmerz. Er hat gespielt. Die kalte, dumpfe Beklemmung beschlich sie wieder. Er hätte sie töten müssen. Sie konnte es nicht verstehen, nill... seine Aufgabe hätte es sein müssen sie zu töten.

„Sag mir deinen Namen, bevor ich sterbe will ich wissen wessen Klinge in mein Leben beendet“ Sie sah wieder den Schatten über ihr, die leichten Bewegungen die das Haar im Winde hielt. Als er sich vorbeugte und ihr seinen Namen zuhauchte umgaben sie, diese wie ein schattiger Vorhang. Dha...sie konnte sogar ihren duft riechen. Als er sich erhob betete Sie, leise, nur für sich. „Schweig Schwester“ Das kalte Metall ritzte die Haut über ihrem Kehlkopf. „Nenn mich nicht so!“ Fuhr sie ihn an. „Töte mich, aber nenn mich nicht so!“ Dünne Rinnsäle aus Blut liefen ihren Hals hinab. Die linke Hand krallte sich noch immer in den Ledereinband ihres Buches.

Faszination. Der Tod übte Faszination auf sie aus. Unendliches Leid erlöst durch Frieden. All die Jahre...und jetzt...Ruhe...und....Todessehnsucht.

Wie von ferne hörte sie die Stimme durch die Schatten der Gedanken dringen: „ Löse deine Hand von dem Buch und ich werde dich nicht töten“ Warum nannte er sie so. er war ihr Feind, ihr Tod, niemals würde sie seinen Glauben teilen, doch warum glaubte er sie würde es tun? Sättigte er sich an ihren Leid?

Der Schatten Spielt.

Die Bewusstlosigkeit schien sie hinabziehen zu wollen, doch sie kämpfte, kämpfte sie nieder um den Tode, dem Schatten in die Augen zu sehen, wenn er sie ihr leben aushauchen lassen wollte. Die Kreatur der Schatten über ihr, wirkte nicht erfreut, nicht belustigt, nill nicht einmal höhnisch. Wieder begann sie zu beten, leise, bedächtig, herausfordernd. „Schweig Schwester! Hast du nicht genug vom Tode gekostet?“ Das Buch neben ihr glimmte noch immer im Blauen Licht, immer noch Todbringend, immernoch nah genug. Sie hatte verloren, in Schmach und Schande. Vor dem Herren versagt. Warum tötete er sie nicht endlich? Wie lange währte dieser Kampf schon Erst Minuten? Stunden? Gar Tage? Erschöpfung machte sich breit. Lähmte die Glieder und ihre Hand glitt von dem Ledereinband des Buches.

"Ich verzeihe Dir!" Kalt klangen Die Worte durch den Nebel in ihrem Geist.

Kälte, Schwärze, wispernde Schatten....ihr Geist glitt langsam über in die Ohnmacht, sie konnte es nicht weiter aufhalten. Sie spürte wie er die Klinge von ihrem Kehlkopf nahm, spürte den nachlassenden Druck und bevor die schwärze sie umhüllte, hallte eine Stimme in ihren Kopf:

„Wir werden uns wieder sehen!“

Sie warf sich wieder herum, geschüttelt von den schreien, den Bildern, den Erinnerungen.
War sie tot? War der Tod so voll Schmerz und Leid? Voll Hass, Wut und Gedanken an Rache? Nill... Flüsternde Stimmen umgaben sie und Wärme durchflutete ihre Wunden und das Geschrei der Stimmen in ihrem Kopfe ebbte ab. Doch ihr innerstes blieb Kalt.


Rache und Hass

Er bestraft mich, er bestraft mich mit der Schande zu leben vor meinem Herren versagt zu haben. Er bestraft mich damit, das dieses Leid mich mein leben lang verfolgt, an ihn erinnert, meinen Hass schürt Doch ich werde mich Rächen.

Kalte Wut durchfuhr sie. Dha, dass wird er büssen müssen, koste es was es wolle. Denn sie kannte den Namen ihrer Rache:


Varg


Zuletzt geändert von Fayola: 22.08.02, 15:16, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 23.08.02, 00:52 
Einsiedler
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Der Abend war mild und die untergehende Sonne färbte die Dächer und Häuserwände in orangene und rote Töne und lies sie miteinander verschmelzen. Der wind war lau und wehte war zwischen den, noch vom Tage aufgeheizten Häuserwänden. Sie lies sich auf ihren Lieblingsplatze niedersinken und legte sorgfältig ihren Stab beiseite eben und stellte die schwere Tasche daneben ab.

Endlich Ruhe und wie friedlich es hier doch war.

Sie streckte die Füße wohlig von sich und lehnte den kopf weit in den nacken und senkte langsam die nunmehr schweren Lider. Die letzten Sonnenstrahlen wärmten ihr Gesicht und das erste mal seit dem Tage, schien sie wieder zu einer inneren ruhe zu finden. Sie lächelte still und sie fühlte wie sich mehr und mehr entspannte

Doch dann fühlte sie den Schatten. Er glitt über sie, lies diese ängstliche Beklemmung in ihr aufsteigen und sie glaubte nicht genug Luft zu bekommen. Aprupt riss sie den Kopf hoch und riss die Augen erschrocken auf.

Nill nicht er, ist er gekommen um mich zu quälen? Mir doch endlich den Tod zu bringen?
Sein selbstgefälliges, arrogantes Lächeln machte sie wütend. Doch behielt die Angst die Oberhand. Sie tastete durch das Gras nach ihrem Stabe

Weg...ich muss fort von ihm.....

Ihre Hand fuhr tastend durch das gras und als ihre hand den Stab umschloss, sah sie wie er drohend den Fuß auf den Stab stellte. Sie rutschte rückwärts vom Stamm herab und versuchte von ihm zu robben. Er sah auf sie herab, wie ein Jäger auf seine Beute und die kalte Angst schien ihr herz zudrücken zu wollen.

Dein Hass wird dich zerfressen....

„Mein Hass wird dein Tod sein“ warf sie ihm entgegen „geh!“ Er schmunzelte eisig und erwiederte: “Manche dinge scheinen sich auch ständig zu wiederholen.“ Ssie versuchte weiter zurückzuweichen“ Was willst du? Willst du mich quälen? Mich Töten?“ Er kam wieder näher.“ Was bringt mir dein Tod? Totes Fleisch und viel Blut!“ Als sie zurück wich brührte ihr Rücken den Stamm. „Du Kannst nur töten, das ist doch das was euer Götze euch lehrt!“ Er kam wieder näher „Wen habe ich getötet? Du weißt keinen einzigen! Du hast nichts begriffen und du willst es nicht begreifen! Du bist so verblendet das du es nicht sehen willst“ Wieder lächelte er eisig und fuhr fort „Du bist so unwissend!“ Zornesröte stieg in ihr Gesicht. „ Ich diene Astrael dem Herrn des Wissens, wie kannst du es wagen mich unwissend zu nennen!“

Was hat er vor? Will er sich an ihrer Angst und wehrlosigkeit laben?

„Was gibt er euch schon, euer Herr. Du bist Gefühllos und kalt!“ Sie klammerte sich an die rissige Rinde des Baumes um sich hinaufzuziehen. Er wiederholte ihre Worte, ohne das das eisige Lächeln von seinen Lippen schwand. Dann blitzschnell griff er mit beiden Händen zu ihren Wangen...

Nill... Das darf nicht passieren...

Sie versuchte ihren Kopf wegzudrehen, doch er schien das erwartet zu haben und verstärkte seinen Druck. Seine Lippen kamen näher und sie kniff die Augen fest zusammen. Als seine Lippen flüchtig die ihren berührten, löste sie ihre Hände vom stamm und lies sich wieder mit dem Rücken ins Gras fallen. Er stand über ihr und murmelte Worte, Worte die ihr fremd waren, doch ihren Blick fest auf seine Lippen bannten....

„Was denkst du jetzt wie kalt und gefühllos ich bin?“ Er stand über ihr, ein einziger Schatten, grausam und kalt. Sie antwortete ihn langsam und gedehnt. Ihre Zunge schien wie Blei. Nur noch verschwommen nahm sie ihre Antworten wahr, ohne sie wirklich geben zu wollen. Doch sie wusste , noch wehrte sie sich. Er durfte keine Kontrolle gewinnen...nicht über sie.

Seine Stimme klang verzerrt an ihr Ohr. „ Bist du sicher das du es so kalt und gefühllos empfandest? Du wirst dich noch danach sehnen!“

Was redet er da? Wie sollte sie sich nach jemanden sehnen der ihr feind war? Niemals würde sie zu einer von ihnen werden? Glaubte er immer noch daran?

Sie spürte wie die Beklemmung und Lähmung nachliessen. Ihr Verstand und auch ihre sicht schien wieder klarer zu werden.

Sie lag im Gras, allein, von Varg schien keine Spur mehr zu sein. Sie schloss die Augen und hoffte nur still das dies nur ein böser Alptraum war...


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BeitragVerfasst: 23.08.02, 16:42 
Edelbürger
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Unter einem mächtigen Baum am Teich rutschte er aus dem Sattel und der sich ins Gras werfende Schatten gewann an Kraft je mehr die Sonne sich dem Horizont näherte und schien es als würde der Schatten auch in der Dunkelheit weiterbestehen.
Mit langsam, fast lautlosen, jedoch sicheren Schritten ging er auf sie zu und der Schatten um seiner Gestallt flackerte in ihrer Nähe unruhig auf. Dieser Schatten weitete sich, verzerrte und streckte seine Hände nach ihren Füßen aus und wanderte zu ihrem Kleid auf.
Varg blickte ausdruckslos zu ihrem Lächeln ab und schmunzelte in sich wie er sie so sah... lächelnd, sich diesmal seiner Nähe nicht bewusst.
Ohne den Blick von ihr abzuwenden, zog er die schwarze Stoffhandschuhe von seinen Fingern während sein Schatten wie geleitet zu ihrem Gesicht aufwanderte. Dann zuckte Fayola zusammen und wie das Feuer von dem Licht schreckte der Schatten von ihrer Gestalt... sie öffnete die Augen und keuchte:

„Nill!“

Sein blutroter Umhang flattert vom Wind getrieben links von ihm fort... jedoch gehalten an den Knöpfen an der Weste.

„Ja“ sprach er trotzig entgegen und seine rötlich braunen Lippen formten sich zu einem eisigen Schmunzeln.

Erschrocken von seiner Gestalt fiel sie vom Baumstamm, auf welchem sie eben noch saß, nach hinten ins Gras und robbte wie ein verwundetes Tier, auf den Ellbogen stützend, nach hinten weg.
Varg folgte ihr auf jedes Robben hin weiter bis sie mit dem Rücken an den Stamm eines Baumes anstieß und hilflos zu ihm aufsah...
Mit gespreizten Beinen und den Händen wie so oft hinter dem Rücken über Kreuz gelegt, sah er erhaben zu ihr, dass seine Haltung sogar arrogant erschien.

„Was willst du? Mich quälen?“ stammelte sie...

“Was denkst du, was meiner einer will?“

Ohne zu zögern, aber auch ohne nachzudenken sprach sie vom Boten des Todes und Verderbens... Doch wer sollte solch Motive haben? Ein Reich voller Leichen? Nein, das hatte er nicht im Sinn...

„Dann muss ich dich leider enttäuschen, Schwester.“

Zorn und Hass kamen in ihr sichtlich auf... sie fragte nach dem was er sei und wie er es sich anmaßen könne, so mit ihr zu sprechen.
Die Antwort im Moment konnte sich nur auf ihren Hass beziehen, welcher ihn anzog wie das Licht die Mücken...
Er ist ein wer, welcher gepeitscht von ihrem Hass, zum Kampf gezwungen wird... doch unbeugsam ist er...und stets wird er rastlos sein, um sich zu erwehren.

„Mein Hass wird dein Tod sein!“

Ihr Hass wird sein Tod sein? Ihre Götter nähren sie mit Hass, auf dass sie ihnen als Marionette diene... was anderes konnte er in ihren Worten nicht entdecken, welche so harsch und bedachtlos gesprochen waren. Sie sprach, er hätte vielen den Tod gebracht, doch kamen ihm wahrhaftig keine in den Sinn... sie war so unwissend, so verblendet... ihre Worte schienen nicht aus einem freien Geist entsprungen, sondern wie von wem fremden auf Stein gemeißelt... seine „arme“ Schwester. In ihrer Hilflosigkeit, sich nicht mehr mit klaren Worten „verteidigend“ wich sie aus...

„Niemals werde ich so kalt sein wie ihr...
..so leblos...
...gefühllos.“

„Gefühllos...“
wiederholte er es für sich.

Der Tardukai schmunzelte äußerlich nochmals eisig und kniete zu ihr. Sie sollte fühlen wie gefühllos und kalt er wirklich ist. Seine Hände schnellten rasch vom Rücken aus nach vorn zu ihrem Gesicht hin, wo er sie an ihren Wangen fest ergreifen konnte und ihren Kopf starr vor sich hielt. Ihr Versuche sich zu wehren, waren halbherzig getan und waren nicht mehr als ein Alibi für sich selbst, damit die Lüge weiter für sie bestehen konnte.
Der Schatten legte sich wie ein Schleier über sie und langsam, mit funkelnden Augen, näherte er sich mit seinen warmen Lippen ihren und gab ihr einen flüchtigen, aber sanften Kuss.

Er nahm die Hände von ihr und richtet sich wieder auf. Ihr Blick ruhte gebannt auf seinen Lippen und er sprach flüsternd zu ihr ab, dass seine Worte sich in ihren Ohren säuselten...

„Wie kalt bin ich wirklich?
Wie gefühllos?
Wie leblos?
Du weißt vieles nicht...“


„Nill, hör auf damit...“

„Du weißt, dass es anders ist... doch beruhigen dich diese Lügen, weil du es dir nicht eingestehen kannst, dass es anders ist als es dir bisher erschien... wahrscheinlich mochtest du es und wirst dich danach sehnen.“ sprach er schmunzelnd.

„Du verstehst nicht was du hasst!
Was ist es für ein Gefühl, den Kuss vom vermeintlichen Feind geschmeckt zu haben?“

“...es e..ke..lt mich an...“

„Tut es dies wirklich?“


Wie seine letzten Worte noch verklangen, war er schon fort... von der Nacht heimgeholt.


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BeitragVerfasst: 24.08.02, 21:39 
Edelbürger
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Umnächtet vom Dunkel erhob sich vor Varg ein prächtiges Gebäude aus Marmor, welches in einer anderen Schönheit vorzufinden war wie auch alles andere, wenn der Nachthimmel darauf abblickt.
Varg kannte nicht den Grund, warum er da stand, nur fühlte er wie er dorthin geleitet wurde. Einsetzend mit einem Gesang hob er den Blick abrupt an und blickte starr, die Haltung vollkommen ruhig, auf das Gemäuer als wolle er hindurch sehen.

Dann sah er sie, seine verblendete Schwester, welcher sein spöttisches Mitleid gewiss war. Sie schien zu putzen und Tücher zu falten, doch war dies von Interesse? Nein!
Sie ging nun ab, nahm er an, denn sie verschwand aus dem Blickfeld, welches ihm durch das offene Fenster ermöglicht wurde und sein Kopf wanderte, obwohl er sie nicht sehen konnte, mit ihren Bewegungen ab bis das penetrante Geräusch des Öffnens und Schließens zu hören war, welches die Augenlider zum nervösen Tanzen brachte.

Fayola stand unter dem Torbogen und schien Varg nicht zu bemerken, welcher abseits des Laternenlichtes stand. Sie sah lächelnd zum Nachthimmel auf, welcher wie erwartet seine Sterne preisgab. Aber wider Erwarten brach eine flüsternde Stimme gewaltsam die Stille der Nacht.

„Schön... nicht wahr?“

Das Licht wich seiner Gestalt als er aus dem Schatten trat und wie sich Fayola seiner bewusst wurde, drehte sie sich panisch um eilte zum Tor, an welchem sie hielt und mit zittrigen Händen nach den Schlüssel suchte. Doch ehe sie ihn ins Schloss stecken konnte, fiel er zu Boden, auf Grund des Griffes Vargs, welchen sie an ihrem linken Arm zu spüren bekam. Sie bückte sich nach diesem, doch sein Fuß kam ihr zuvor und sie schrak zurück. Anstelle ihrer nahm Varg nun den Schlüssel auf und hielt ihr den Schlüssel hin, welcher in seiner linken Handfläche ruhte.

Sie konnte ihn sich nehmen und sie versuchte es auch. Doch wie sie den Schlüssel berührte, schnappte die eigentlich so offensichtliche Falle zu und er ergriff ihre Hand. Panisch ob seiner Berührung versuchte sie ihm die Hand wegzuziehen, jedoch verlor ihre Hand an Kraft, welche von seinem Daumen gestreichelt wurde. Varg genoss ihre Angst, ihre Panik... und mit jedem Zischen aus ihrem Munde wurde er motivierter fortzufahren.

Es ließ sie los... aber nur damit das Spiel voranging. Sie wich zurück und mit ihren Schritten wurden auch seine getan, welche auf dem Marmor kalt klingend wiederhallten bis sich seine „Schwester“ mit dem Rücken zur Wand befand.

Sie hielt ihre Hände schützend nach vorn ausgestreckt, doch blieb dies ohne Wirkung. Nahe war er ihr und seine rechte Hand führte er zu ihrem Hals, welche zuerst weggeschlagen wurde. Schnell und voller Kraft schnellte die Hand zu ihrem Hals und packte sie unsanft. Sie keuchte auf, legte den Kopf in den Nacken und rang um Luft. Seine Finger wanderte zu ihrem Nacken hin, wo sie sich leicht hineindrückten während der Daumen ihren Schnitt an der Kehle befühlte... oder streichelte?

Ihre flehenden... oder bittenden? ...Worte nahm er nicht wahr. Allein konzentrierte er sich auf das Tun, das stets von einem eisigen Schmunzeln begleitet wurde. So senkte er den Kopf zu ihrem Hals, zu der Wunde ab, woran ihre schwachen Versuche sich zu wehren nichts ändern vermochten. Er saugte ihre Wunde zwischen seinen Lippen an und tastete sich langsam zu ihrem Mund auf...
Was folgte und geschah, war nicht real, gestrichen und vergessen... ein stechender Gedanke, ein Name... Sarah.


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BeitragVerfasst: 25.08.02, 20:26 
Einsiedler
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Sie hörte wie der prasselnde Regen auf dem marmornen Pflaster vor dem Fenster abnahm, als sie das letzte Handtuch und den letzten frischen Bademantel in seinem Fach verstaut hatte. Sie sang vor sich her und es schien ihr nicht bewusst, dass es ein altes Lied, fern aus ihrer Vergangenheit war. Summend polierte sie zuletzt noch den goldenen Kandelaber, bis er wieder glänzte. Sie ließ das Tuch sinken und in den Korb für die zu waschende Wäsche fallen und sah sich zufrieden um. Dha, das reichte für heute. Sie ging zur Tür drückte sie auf um sie dann hinter sich wieder zu schließen. Sie öffnete den Riemen an ihrer Tasche und zog den passenden Schlüssel heraus, steckte ihn ins schloss und drehte ihn um die Tür zu verschließen. Nachdem sie ihn wieder aus dem Schloss gezogen hatte, verstaute sie ihn wieder in der Tasche. Sie trat unter den Torbogen ins Freie. Die Luft war noch immer sehr feucht und die Wiesen rochen nach dem frisch gefallenen Regen. Sie atmete tief ein und sah lächelnd in den sternenklaren Nachthimmel.

„Gut das es aufgehört hat zu regnen!“
„Schön nicht wahr?“


Die dunkle Stimme kam aus den dunklen Schatten direkt vor dem Haus und sie erschauerte, als sie der Gestalt bewusst wurde, die aus den Schatten trat. Angst erfasste sie.

Nill...
Wieso ist er hier? Wie hat er sie finden können? Ich kann fliehen... in das Haus.


Panisch schossen ihr die Gedanken durch den Kopf und sie eilte zurück in den Vorraum. Ihre Hände nestelten fahrig an dem Riemen der Tasche und lösten ihn endlich. Sie tastete in der Tasche nach dem Schlüssel... es musste nur Sekunden dauern, doch schien es ihr wie Stunden.
Schon hörte sie die schritte nah hinter sich und ihre zitternden Hände versuchten den Schlüssel in das Schloss zu stecken, als eine Hand ihr Handgelenk kraftvoll umschloss. Der Schlüssel entglitt ihrer Hand und landete klirrend auf dem Boden.

„Nun willst du die Nacht nicht mehr genießen?“ Sein Ton war gespielt fragend. Sie zischte ihn wütend an: „Die Nacht wäre schöner... ohne dich “
Er schmunzelte und antwortete ruhig: „Die Nacht war noch nie ohne mich... und dennoch hast du alle vorigen genossen.“ Leise und tonlos erwiderte sie: „Du warst nie in meiner Nähe... so konnte ich sie genießen!“ Sie erntete ein Lachen. „ Bist du dir genauso sicher wie du es warst als du meintest ich wäre kalt und gefühllos?“ Sie wand den Blick ab
„ Dha, meine Meinung hat sich nicht geändert und wird es auch nicht!“ Er lächelte sie eisig an. „War das eine Aufforderung?“ Sie reckte tapfer das Kinn vor und erwiderte: “ Nill, aber sag... üben die Viere doch eine so große Faszination auf dich aus, dass du wieder hier bist?“ Er schien sichtlich amüsiert zu sein. „Wer sind schon die Viere?“ „Was willst du dann?“ erwiederte sie schnell darauf. „ Mich unterhalten!“

Sie versuchte von ihm zurückzuweichen und er lies es sogar zu. Sein lächeln war kühl und aufs eine weise sogar diebisch. Sie bückte sich nach dem Schlüssel doch schon stand sein Fuß darauf, ihn damit fest an den Boden bindend. Sie erhob sich wieder und wich wieder einen
Schritt zurück. Er beugte sich herab und hob ihn auf und spielte mit ihm in seiner Hand. Dann schloss er ihn ein in seiner Faust. Sie sprach leise und wütend. Ihre Augen blitzen vor Hass auf: „Gib ihn mir! Sofort!“ Sie überwand sich und sprach beherrscht weiter: „ ...bitte!“ Er drehte die Hand und öffnete die Faust, so das der leuchtend blaue Schlüssel auf seiner offenen Handfläche lag. „Nimm ihn dir!“ Sie kam wieder einen Schritt näher und hob erst zögerlich ihre Hand, griff dann aber schnell nach dem Schlüssel. Doch seine Reflexe waren gut und als er ihre Hand auf seiner spürte, umfasste er ihr Handgelenk und hielt sie fest. Ein Schrei der Überraschung glitt über ihre Lippen. Der Stab aus der anderen Hand fiel klappernd auf die Kacheln, als sie diesen los ließ und gegen seine Schulter drückte um ihre Hand zu befreien. Doch er ließ es nicht zu, drückte er noch fester zu. „ Du...“ Sie atmete Tief ein um sich zu beherrschen. „Du... Bastard! Lass mich los, sofort!“ Sie wehrte sich, kalte Angst umklammerte ihr Herz und sie versuchte seine Hand und Schulter wegzudrücken.

Er löste seinen Griff, doch ließ er ihre Hand nicht los. Sein Lächeln war wie klirrender Frost und er hielt ihre Hand, streichelte dabei mit dem Daumen immerwährend über ihre Hand.

Wieder stieg der Nebel auf, trübte ihre Sicht, nahm ihr den Atem. Panik durchschlich sie, doch fühlte sie sich nicht in der Lage sich zu wehren. Warum tat er das, hätte er sie nicht einfach töten können damals, anstatt wie ein immer wieder kehrender Alptraum vor ihr zu stehen? Sie hörte ihre Stimme durch den Nebel, unkontrolliert nicht gewollt und scheinbar unendlich gedehnt. : „ Hör auf damit!“ Er hauchte ihr ins Ohr und sie erschauerte: „ Womit soll ich aufhören? “ Sie sah zu ihm auf und sein Blick fing den ihren ein.

Etwas schrie in ihr, etwas in ihr rief zu sie müsse dem entfliehen... jetzt!

Sie riss wie verbrannt die Hand zurück und zwinkerte heftig und sah zu Boden um den Blick weiter auszuweichen. Sie wich zurück, weiter und weiter bis sie die kalte Wand hinter sich spürte, doch vernahm sie durch den Nebel auch das Klappern seiner Stiefel auf den marmornen Kacheln. Er folgte ihr. Wieder saß sie wie ein Tier in der Falle, die Flucht schien unmöglich, doch sie hielt den Kopf gesenkt, um seinem Blick auszuweichen. Sie streckt abwehrend die Hände vor sich, doch schien er sich daran nicht im geringsten zu stören, sondern schritt unermüdlich weiter. Ihre Hände berührte seine Brust und sie versuchte ihn zurückzudrücken. Das Blut rauschte in ihren Ohren und die Panik verschleierte ihren Blick. Er hob seine Hand, sie nahm sie nicht ganz wahr, schaffte es doch sie wegzuschlagen, doch wieder schnellte sie hervor und ergriff ihren Hals. Sie trommelte mit den Händen gegen seine Brust, schwächerwerdend, weil die Angst sie lähmte. Er strich über ihren Hals, über die wunde an der Kehle, die er ihr einst selbst zugefügt hatte und legte die Lippen darauf, leicht an ihr saugend. Sie rang nach Luft, die Angst schnürte ihr beinahe die Kehle zu. Seine Lippen wanderten ihren Hals hinauf suchten ihre Lippen und fanden diese. Sie biss nach ihm, versuchte ihn weiter von sich zu drücken, doch der Nebel im Geiste und die Angst lähmten sie mehr und mehr. Wieder biss sie nach ihm und ein kleines Rinnsaal Blut floss aus einer kleinen Wunde an der Oberlippe. Er grollte und biss zurück und sie stöhnte vor Schmerz.

Irgendwann wich er zurück sie kalt anlächelnd und sie spürte wie die kalte Wut und der Hass wieder in ihr hinaufkroch. Sie schritt vor und im nächsten Moment landete ihre Hand klatschend auf seiner Wange. Überrascht, doch seine kalte Fassade nicht verlierend nahm er die Ohrfeige hin, wand sich um und verschwand in der Nacht.

Sie hielt sich taumelnd am Kandelaber fest und wie sooft in den letzten Tagen wünschte sie sich, er hätte sie getötet, als diese Qualen erleiden zu müssen.


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 Betreff des Beitrags: Verrat und Entführung
BeitragVerfasst: 26.08.02, 09:30 
Einsiedler
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Auf dem Marktplatz herrschte wie sooft in letzter zeit eine rege Betriebsamkeit. Seit die Bank umgezogen war auf den Marktplatz, hatte der Tumult sich ebenso nach dort verlagert. Sie schritt durch die Menge der plaudernden Gestalten in bunten Kleidern. Dort wurden Waffen angeboten, am anderen Ende Schnitzwaren. Sie lächelte, unter Menschen fühlte sie sich momentan wohler.

Hier wird er mich weder suchen, noch würde er sich aufhalten unter all den Menschen. Es wäre zu riskant für ihn.

Sie drängte sich zu dem Tor durch um den Marktplatz zu verlassen, als Ihr ein Mann entgegenkam, er schien zu schwitzen und wirkte außer Atem. Die unförmige Robe, lies seine Gestalt fast nur erahnen und unter der Kapuze blitzte ein roter Pferdeschwanz hervor. Sie musterte ihn nur flüchtig und versuchte an ihm vorbei zugehen, als er sie am Arm berührte.

„Seid ihr Fayola, die Geweihte?“ Sie nickt kurz: „Dha, das bin ich“ Er lächelte erleichtert, doch der unruhige Ausdruck in seinen Augen schien nicht zu schwinden. „ Ich suchte nach euch, man sagte ihr könntet helfen. Ich muss euch etwas zeigen, es ist unheimlich wichtig!“ Sie runzelte leicht die Stirn und versuchte nachzuhaken: „Was wollt ihr mir denn zeigen, guter Mann?“ Er schüttelte hastig den Kopf. „ Das kann euch hier nicht sagen. Habt ihr ein Pferd? Dann treffen wir uns gleich am Westtor!“ Er eilte davon und sie ging ihm nach bis zu ihrem Scartum der brav vor der „Goldenen Harfe“ wartete. Sie tätschelte ihn und fütterte ihn mit einer Birne, die sie in ihrer Tasche gefunden hatte. Seine warmen Nüstern schnappten nach der Birne und er schien über diese Belohnung sehr erfreut. „Danke fürs Warten Niah’ma!“ Sie schwang sich behände auf seinen Rücken und übte dann einen leichten Schenkeldruck auf seine Flanken aus.

Tu ich wirklich das richtige? Ich kenne ihn doch nicht und brauchte er wirklich Hilfe? Aber andererseits, weshalb sollte ich ihm nicht helfen, nur weil ich ihn nicht kenne? Er wirkte so unruhig, er wird nicht spaßen.

Als sie am Westtor ankam wartete er bereits auf sie. Sie diskutierten eine weile welchen weg sie einschlagen sollten, bevor sie sich in Bewegung setzten und Richtung Schieferbruch ritten.
Der schien freundlich zu sein und unterhielt sich nett mit ihr, was eine wirkliche Erleichterung war, nach den Geschehnissen der letzten Tage und inzwischen schalt sie sich der dummen Gedanken, er könne spaßen. Sie ritten weiter, doch bei Schieferbruch lenkte er das Pferd ab und trabte in Richtung Finsterwangen. Er bemerkte ihren Unmut anscheinend recht schnell, denn sofort sprach er beruhigend auf sie ein“: Wir müssen in die Nähe der Stadt Finsterwangen, es befindet sich leider dort!“

Ob es etwas ist, von dem die Leute meinten es hätte alle Tiere unruhig gemacht? Bruder Anaih meinte auch sein Pferd hatte gescheut und alle anderen Tiere in der Nähe schienen auf einmal sehr unruhig. Umso besser das ich dort hinreite um nachzusehen.

Sie folgte ihm über den Weg, dann bog er wieder ab und ritt in den Wald hinein. Langsam trabte sie hinterher, lag fast auf ihrem Pferd um den tiefhängenden Ästen auszuweichen. Aber da vertraute sie Scartum, er fand mit seinen Hufen den Weg. Irgendwann stockte sie und sah ihn einfach nur fragend an. „Wir müssen nah an die Stadt heran, dort, weiter hinten, an einem Wasserloch." Sie nickte kurz und folgte ihm weiter. Durch die Sträucher und Bäume vernahm sie Stimmen und kurz erhaschte sie einen Blick auf die anwesenden, die dort verweilten. Es waren ihre Geschwister aus Avindhrell. Sie konzentrierte sich weiter darauf dem Biundai zu folgen, bis sie an das besagte Wasserloch kamen. Er hielt sein Pferd und bat sie ebenfalls abzusteigen. Langsam glitt sie vom Rücken des Pferdes und sah sich um. „Was wollt ihr mir zeigen?“ Er deutete in den dunklen Schatten eines Baumes, in dem sich die Umrisse einer Gestalt abzeichneten. Sie trat etwas näher und versuchte angestrengt aus der Entfernung in dem Schatten etwas zu erkennen.

Hinter ihr ertönte ein erschrecktes, Wiehern und als sie sich umwand sah sie wie ihr Scartum davon preschte und der Mann die Hand senkte. Er musste ihn geschlagen haben.

„Was soll das...?“ Sie sah zu dem Mann und hinter sich vernahm sie ein Geräusch und sie wand sich wieder um. Eine Gestalt in schwarzer Rüstung trat aus dem Schatten.

„Fayola, wir wollen dir die Wahrheit näher bringen, damit du sie endlich begreifst, verstehst und dich nicht weiter von den falschen Göttern verblendet wirst.“

Sie sah sich gehetzt um, von der Gestalt in der Rüstung zu dem Mann. Dieser zog die Kapuze vom Kopf und sah sie schweigend an. Sie kannte ihn nicht, prägte sich doch sein Gesicht ein.

Würde das jedoch noch nützen? Was hatten sie vor? Glaubten sie, das sie mit ihrem sinnlosen Geschwätz sie bekehren könnten?

Die Gestalt neben ihr zog sich langsam die Handschuhe aus und hob den Helm vom Kopf. Als sie sein Gesicht erkannte, erschrak sie noch mehr. War es nicht so offensichtlich gewesen, hätte sie sich das nicht denken müssen? Sie entdeckte die Lücke zwischen den beiden und rannte los um sich hindurchzudrängen und zu fliehen. Vargs Hand schnellte vor und packte sie an der Kehle um sie festzuhalten. Erschrocken schnappte sie nach Luft. Sein Griff wurde fester, würgte sie und ihr Geist begann sich wieder vor Angst und Ohnmacht zu vernebeln. Sie röchelte und versuchte zu Atem zu kommen, doch der Griff war zu fest. Er hob sie nur mit der Hand an ihrer Kehle in die Luft, so das ihre Beine hilflos in der Luft hingen. Die Ohnmacht schien sie zu ergreifen und es schien ihr auch der beste Weg zu sein, als Flucht vor dem Schmerz.

Er ließ sie los und wie ein Stein fiel sie auf den Waldboden und schnappte nach Luft, röchelte noch immer und wand sich auf den Bauch. Ihre Stirn presste sich an den Waldboden und sie rang noch immer nach Atem, während Übelkeit in ihr aufstieg.

„Steh auf!“

Herrschte er sie von oben herab an, doch sie konnte nicht, ihre Glieder fühlten sich weich an, wie Butter. Der andere Biundai riss ihren Arm in die Höhe und sie sah den Dolch aufblitzen. Sie wimmerte leise immer noch schwer atmend und die Angst lähmte sie. Seine Stimme klang verzerrt und weit entfernt, seine Worte jedoch, erreichten ihren Geist nicht. Seine Klinge senkte sich und schnitt in ihren Arm.

Ihr gequälter Schrei zeriss die Stille des Waldes. Vögel stoben auf aus den Baumkronen, und die zwei Pferde um sie herum schnaubten erschrocken und stapften mit den Hufen auf dem Waldboden. Doch der Mann schien sich nicht daran zu stören und er schnitt weiter. Sie fühlte wie ihr warmes Blut aus der Wunde quoll. Sie wand ihren verschwommenen Blick langsam zu dem Geschehen. Nein es war nicht, einfach eine Wunde, er schien mit dem Dolch auf ihrem Arm zu zeichnen. Er wischte ihr Blut vom Arm, verschmierte es, jedoch war es nun ersichtlich. Eine Rune, ein einziger Buchstabe. Die Wunde brannte wie Feuer und sie spürte wie der Schmerz sich weiterzog, verwandelte und ihre Seele durchdrang. Er war nicht mehr körperlich, sondern er durchdrang ihren Geist. Dunkele Schatten griffen nach ihrem Herzen, nährten sich an ihrem Schmerz und an ihrer Pein und ihr Geist begann in die Ohnmacht hinüberzugleiten. Ein Wispern ertönte in ihren Ohren. Zuerst verstand sie nicht, was sie sagen wollten. Sie hörte ihr Blut in den Ohren rauschen. Die Stimmen wurden lauter sprachen sanft und leiteten sie in die schützende Ohnmacht. Sie vernahm die Stimme der Götter, ihr versprechen sie zu beschützen und nie glaubte sie ihrem Herren näher zu sein, als wie just in diesem Moment. Sie fühlte noch, durch den dunklen Schleier, wie ihr Körper zu zittern begann und sich wand vor Schmerz und Seelenqual, bevor ihr Geist in dem grauen Nebel versank.


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BeitragVerfasst: 28.08.02, 19:45 
Edelbürger
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Ungewohnt angespannt saß Varg im Sattel und blickte auf den dunklen Teich vor den Toren Finsterwangens. Der Wald schien still, doch umkreisten ihn wahnsinnig gewordene Tiere und die Diener seines Herren, welche sich in der Nähe klappernd zu sammeln schienen.
Der alte und zugleich mächtige Baum, welcher schon seit einer halben Ewigkeit Zeuge des Zeit war, wachte schützend über Varg, der sich ruhig verhielt und wartete...

Dumpfe Huftritte über dem Waldboden wurden von Vargs Ohren vernommen. Ein Mann ritt vorbei... der, auf wen Varg die ganze Zeit gewartet hatte, gefolgt von einer Frau... einer Elbin.

Es war seine Schwester.

Sie sah sich irritiert um, fragte, was sie hier solle und was es nun zu sehen gäbe. Varg fühlte sich unwohl... es war nicht ehrenhaft, zu dem er zustimmte... eher war es feige und hinterlistig. Doch nun gab es kein Zurück mehr. Würde er nun fortreiten, wäre es Versagen.

„Versagen ist Verrat. Verrat bedeutet Tod.“ Kam ihm in den Sinn.

Zwar war der kleine Magier nicht annähernd eine Gefahr, doch „Versagen“? Niemals!
Er ließ die Zügel aus den Händen fallen und rutschte ab... das davongejagte Pferd Fayolas nahm er kaum wahr, doch auch dies schien Varg wenig zu gefallen.

Langsam nahm er sich den Helm vom Kopf und packte sie am Hals als sie zu fliehen versuchte sobald sie ihn erkannt hatte. Sofort begann sie zu röcheln, doch griff er nur fester und hob sie in die Höhe. Äußerlich von ihrem um Luft ringenden Ausdruck unberührt, betrachte er sie einfach nur mit ausdrucksloser Miene.

Als er in ihren Augen das Leben schwinden sah, ließ er sie wie einen Stein zu Boden fallen. Mit einem dumpfen Geräusch fiel sie eher hart als sanft ins Gras.

Varg sah auf sie und forderte sie auf, dass sie sich erheben sollte, doch gab seine harte Stimme nicht das wieder, was er dachte, was er fühlte... war es wieder Mitleid? –Seufzen-

Der „Herr“ bat ihn, die Klinge zu segnen, aber Varg lehnt deutlich ab, denn er wollte sie nicht sterben sehen... leiden ja... denn Leiden bedeutet Fühlen und führt leicht zum Hass – Hass welchen Varg sich noch zu Nutze machen wollte.
Der Magier setzte seinen Dolch an Fayolas Arm... sie schrie und flehte und Varg kämpfte innerlich an, sie dem Magier nicht fortzureißen und ihn zu erschlagen für die Schmerzen, welche er ihr antat.

Er schloss die Augen, doch das Weinen und Wimmern blieb...

Der Magier hatte getan, was für ihn zu tun war. Nun sollte er gehen... Als er fort war, nahm Varg Fayola in seine Arme als wolle er ihren Schmerz in sich fangen. Nahe an seiner Brust zitterte sie... schützend umschlang er sie... sie verlor ihr Bewusstsein.


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BeitragVerfasst: 29.08.02, 18:24 
Einsiedler
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Als sie erwachte war sie wieder da... die alte, kalte Wut. Ihr Blick wanderte auf das rote Mal auf ihren Arm und verstärkte das Gefühl des Hasses um so mehr.

Sie sagten er war im Begriff sie zu töten als sie sie fanden. Seine Hände waren an ihrer Kehle und schienen sie zu würgen.

Sie erhob sich mühselig und noch steif vom Schlafe in der ungewohnten Haltung.

Er hatte es wieder tun wollen. Aber es würde nicht passen. Er hatte schon sooft die Möglichkeit gehabt und es doch nie getan... was war sein Ziel? Ihre Ergebenheit?

Bitter dachte sie zurück. Sie war allein, allein auf sich gestellt. Würde sie Hilfe überhaupt noch akzeptieren? Bruder Anaih sagte, er wolle mit ihr gehen, sie beschützen. Ihre Wut begann sich zu verstärken.

Er will nur auf mich aufpassen, weil er denkt ich würde die Götter verraten. Er will bloß derjenige sein, der sagen kann: „Ich hab es ja gewusst, ihr ist nicht zu trauen!“ Vielleicht will dich dein Ordensbruder sogar brennen sehen?

Fragte sie sich innerlich. Ob Hochwürden Donarius ihm geglaubt hätte? Er hatte immer zu ihr gehalten, doch wo war er jetzt?

Nill, er hat nicht immer zu dir gehalten. Erinnere dich an Golrak Fayola! Hat er nicht auch geglaubt du würdest die Götter verraten?

Ihre Gedanken streiften weiter. Weiter zu Jarail. Sie sah sein Gesicht vor ihrem geistigen Auge und hörte seine Stimme in ihren Gedanken. „Miol ât!“

Fayola wo ist er nun? Seine Worte heiße Luft, er hat dich vergessen, vielleicht verlassen und eine neue Iama. Wo war er bei deinen Qualen, bei deinen Schmerzen? Er hat sich nicht einmal nach dir erkundigt, ein elender Egoist, der nicht an dich denkt. Nill, nicht einmal besucht hat er dich. Was bist du doch für ein dummes Kind Fayola!

Schmerz legte sich bei diesen Gedanken um ihr Herz und heiße Tränen stiegen in ihre Augen. Verraten wurde sie, von all denen die sie mochte und liebte, wegen diesem Scheusal, dass wie ein Schatten immer an ihrer Seite zu bleiben schien.

Du hasst ihn nicht wahr? Versuchst ihm auszuweichen wie die Sonne dem Mond am Firmament. Er versucht dich zu manipulieren, dich zu quälen. Und diese Narbenrune, das was er dir antat, spürst du wie das Böse und Schlechte von ihr ausgeht und dein Herz vergiftet. Es dich quält, deine Träume verdunkelt. Er nahm dir den Weg, ihn verraten zu können. Nill das wird er nicht schaffen... nicht bei dir, du wirst einen Weg finden ihn zu vernichten, auch wenn es dein Tode sein sollte...

Tod... Das Wort hallte nach in ihrem Kopf und ein tausendfaches Echo warf es zurück. Sie fühlte kurz über die Narbe an ihrer Kehle, den leeren Blick, auf den Arm gerichtet. Sie würde es verhindern. Sie musste Hochwürden Rengis aufsuchen, denn nur sie besaß die Kraft, diese Narben verschwinden zu lassen. Dann würde sie es ihm schon zeigen. Dann wird sie ihn endlich verraten können, ohne Qualen, ohne Schmerzen.

Bilder schlichen vor ihrem geistigen Auge entlang. War da nicht eine an seiner Seite, für die er mehr empfand? Die Erinnerung an das Bild am Teiche blitzte auf vor ihrem geistigen Auge und rief ihr Aussehen in ihr Gedächtnis. Dha, was würde aus ihm wenn er feststellt sie ist verschwunden? Gar tot? Sie leckte sich über die Lippen und ein bitteres Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. Das wäre ein Weg, doch egal welchen sie wählen würde, sie musste sich beeilen, denn wenn Varg auch nur erahnte was sie mit den Narben vorhatte, würde er es verhindern wollen. Und dann wird sie es ihnen zeigen, all denen die ihr misstrauten und sie im Stich ließen... Bruder Anaih, Donarius und Jarail .

Der Blick ihrer tiefgrünen Augen glänzte fiebrig und der aufkeimende Wahnsinn sprach aus ihnen. Sie musste sich beeilen...


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BeitragVerfasst: 3.09.02, 20:57 
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*Gedanken ueber eine Goetzengeweihte*

Fayola, Schande und Schmach ueber dir.-
Kommst einen Fremden nach, in deiner Naivitaet und deiner Gier.
Zum Duesterpfad bring ich dich, dort soll aller Anfang sein.
Befreien werde ich dich, aus den dreckigen Klauen der Vier.
Ein Denkzettel verpassen das tue ich dir!
Doch trotzdem bleibst du den Fangarmen der Goetzen geweiht-
langsam, langsam, dass sage ich dir, wird auch dir die Anwesenheit des Einen in dir ereilen

Dieses zeichen sei Botschafter Fayola!
*erhebt den Dolch zum Himmel*


[ooc Soll KEIN Reim sein. mein Char reimt nicht in seine Gedanken und wenn, dann nicht sehr gut :D ]


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BeitragVerfasst: 5.09.02, 12:23 
Festlandbewohner
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Eigentlich wollte er such nur schnell etwas zu trinken holen und sich dann wieder vor das Feuer auf das Bärenfell legen um einmal wieder zu schlafen.
Doch als er noch ganz wirr die Treppe herunter kam, in Gedanken noch dei der letten Nacht, nur mit einer Hose bekleidet, da sah er es: ein kleines, unscheinbares Zettelchen, das da so ganz alleine und verloren auf dem Tresen lag, dierekt neben einer leeren Kanne Apfelwein.
Die Gedanken begannen in seinem Kopf zu hämmern: war es die Nachricht, auf die er so sehr wartete? Und wie würde sie ausfallen?
Mit zittrigen Fingern entfaltetet er das kleine graue Zettelchen, danach jedes einzelne Wort voll Hoffnung verschlingend. Als er die kurze Nachricht fertig gelesen hatte, schloss er langsam die Augenm und der Zettel wurde in seiner Hand, die sich zu einer Faus ballte zerknittert.
Warum nur? Warum? Hatte er nicht einen Schwur geleistet? Wenn er sein Leben voll in ihren Dienst stellt und sie verteidigt, dann wird auch sie immer für ihn da sein und immer für dich sorgen, wann immer er ihre Hilfe benötigt...
Doch seit sie zerschlagen wurde, galt der Schwur da nicht mehr?
Iritiert, müde und enttäuscht stand er da: in der rechten Faust den Zettel, sich mit der Linken auf dem Tresen abstützend.
Sie wollten nichts mehr mit den Dunklen zu tun haben, erst recht nicht jetzt.
Waren es denn nicht immer seine Brüder und Schwestern, die als erste die Klinge zogen, wenn sich auch nur kleinste Verdacht auftat, einer könnte dem eine angehören?
Langsam schüttelte er den Kopf. Alles ändert sich.Traurig dachte er an die getöteten und verschollenen Geschwister. Sollte das alles umsonst gewesen sein?
Schwer seufzte er.
Er hatte ihr doch seine Hilfe versprochen, seiner Iama seine ganze Vergangenheit offen gelegt, mit allen Einzelheiten. Ihr so viel erzählt, wie nie jemandem zuvor.
Hatte er das denn überhaupt jemals? Jemandem etwas über sich erzählt?
Langsam schütteltte er den Kopf. Wohl nicht.
Doch er bemühte sich diese Gedanken beiseite zu schieben.
Er hatte ihr Hilfe versprochen, Rache zu nehmen. Sie sollte ihre Rache bekommen. Und auch er würde sich für sie rächen.
Schnell legte er seine Rüstung an, den Weg durch den Wald nehmen zu müssen, beunruhigte ihn immer ein wenig, war er doch nicht wie seine Brüder aus den Auen und den Wäldern. Doch es wr der schnellste Weg, hin zu diesen.
Schnell gieng er hinaus, sperrte ab und ritt sofort los.
Selbst die Waldwölfe und Rothirsche konnten seine Jagdlust nicht wecken, er bemerkte sie nicht einmal.
Wenig später erreichte das Dorf.
Doch irgendetwas war anderst, anderts als gestern, als er mit einem Bruder der Städte hier gewesen war.
Alld ie schönen Blumen, die er gestern noch eingehend betrachtet hatte, waren verwelkt. Nach kurzem Umherirren im Dorf fand er endlich einen seiner Brüder.
Er erzählte ihm nicht, warum er gekommen war, es schien in den Hintergrund getreten zu sein. Vielmehr beunruhigten ihn die welken Blumen, wie dir, vor der der Elf saß.
Als er ihn nach dem Grund für das Welken der Blumen frug, wurde er aus dem Dorf geführt, an einen Baum, dessen Anblick ihn erschaudern liessen: der Boden zum Fuße des Baumes war von Blut getränkt, drei dolche steckten im Baum.
Die Geschichte die ihm der Rabe krächzte, sie verwirrte ihn etwas. Und obwohl der Rabe sehr seltsames sprach, so war ihm doch eines klar: die Dunklen waren hier gewesen...an viel mehr wollte er nicht denken.
Er erzählte ihm seiner eigene Geschichte, von seiner Iama, von ihren Qualen.
Der Rabe lauschte seinen Worten scheinbar aufmerksam und schenkte ihm eine seiner Federn: er solle sie seiner Iama geben, sie solle ihr Leichtigkeit der Seele verleihen.
Als der Rabe in die Krone des mächtigen baumes geklettert war, giengt er schweigend zur Furt vor dem Dorf zurück, wo er sein Pferd angebunden hatte.
Aus irgendeinem Grund zog es ihn nochnmals ins Dorf.
Und als ob sie ihn gerugen hätten, fand er einige seiner Brüder und Schwestern.
Sie wirkten sehr betrübt, dennoch versuchten sie ihm Aufmerksamkeit zu schenken, ihm und seinen Worten über die Geschichte des Rabes, die sie längst kannten, auch seinen seinen Befüchtungen und Ängsten lauschten sie, doch etwas verwirrte ihn: auch wenn sie noch so aufmerksam schiene, ihr Geist schien abzuschweifen, Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen suchend.
Und auch dass er Hilfe benötige, liess er anklingen.
Doch allen Anwesenden war klar, dass es an diesem Tage nicht sinnvoll war, das Gespräch weiter zu fühern, so wurde für den nächsten Tage eingeladen.
Und er kam wieder.
als er die Furt überquert hatte huschte sogar ein Lächeln über seine sonst eher unbewegte Miene, als er viel Blumen neu blühen und Miriamel mit dem Rücken zu sich vor einer solchen Blüte sitzen sah.
Nur leise sprach er das "Sah´lien" aus, doch seine Freude wandelte sich in Sorge, Schrecken und Angst.
Einer der Unbekannten Elfen kam zu Miriamel, offensichtlich um sie zu trösten. Warum genau konnte er nicht sehen, und auch ihre Worte konnte er nicht alle erhaschen, doch eines hörte er heraus, vielleicht spührte eer es auch nur instinktiv.
Miriamal war zerferssen von Kummer und Leid. Und dies beunruhigte ihn, diese Elfe, deren Mundwinkel doch sonst fast immer ein Lächeln umspielte. Nun so voll Trauer und Schmerz.
Ihm wurde klar, dass er heute wieder nichts erreichen würde, wie konnte er auch so vermessen sein und glauben, dort Hilfe zu bekommen? Dort, wo das Leid so unendlich gross schien.
Langsam ritt er wieder nach Hause.
Leisen Schrittes gieng er hinauf und durchqueerte ebenso leise den Festsaal, obgleich niemand in der Tavrne war, seine Iama war bereits vor seinem Ritt nach Avindhrell zurück in den Tempel gegangen. Wie ungern hatte er sie gehen lassen. Nicht zu wissen, ob er sie wiederkommen würde, es zerfrass ihn innerlich.
So setzte er sich auf das Fell vor das Feuer, dass immernoch brannte.
Es war wohl eine der wenigen Stellen, an denen er die Wärme eines Feuers ertragen konnte, war er doch bis zu seiner Ankunft auf Siebenwind nur Eis, Kälte und Dunkelheit gewohnt - und er liebte es, versuchte diesen Zustand hier auf Siebenwind wieder und wieder zu geniessen, wenn auch die Winter hier lange nicht so kalt und lang waren, wie er sie gewohnt war, doch er gab sich damit zufrieden.
Nun sass er vor dem Feuer und blickte nachdenklich hinein, beobachtete die Flammen bei ihrem Tanz.
Er schien zu überlegen. Es müssen wohl Stunden vergangen sein, in denen er so bewegungslos vor dem Feuer saß. Hin und wieder warf er eine weiteren Scheit Holz hinein um das verlöschen des Feuers zu verhindern, jetzt, wo er sich so sehr an das Spiel der Flammen gewohnt hatte.
Doch dann schien etwas mit ihm zu geschehen.
Ohne jedes Anzeichen standt er auf und gieng zur Bank und holte dort eine längliche, aber recht flache Kiste heraus und gieng damit wieder zurück.
Vor dem Feuer öffnete er diese langsam indem er den Deckel zunächst leicht anhob und dann zurückschob. Das Feuer warf geisterhafte Schatten, auf das was is der Kiste lag: eine Axt, fast größer als die, welche manche Orken benutzen; es war die Axt, die er vor langer Zeit einem getötetem Trollkrieger abgenommen hat.
Sie wiess wenige, leicht unbeholfen wirkene Verzierungen auf, und obgleich ihrer Größe schien sie leicht.
Mit beiden Händen nahm er sie heraus und legte sie auf seine Knie.
Als er sie dort sicher abgelegt hatte, holte er einen Schleifstein aus der Kiste.
Seine volle Aufmerksamkeit scheinbar auf die Axt gerichtet, begann er sie sorgfälltig zu schleifen. Doch in ihm brodelte es. In Gedanken zählte er all die Leute auf, die er auf Siebenwind nun getroffen hatte, und bei jedem musste er feststellen, dass er von ihm keine Hilfe erwarten könne, sei es, weil derjenige einfach zu jung war oder dass man ihm die Hilfe schlicht verweigern würde, unter noch so großen Bezeigungen, dass man wirklich gerne geholfen hätte...
Seine Miene spiegelte Verbitterung wieder, die sich mit Zorn zu mischen begann.
Rache. Auch in seinem Kopf hämmerte dieses Wort nun immer mehr.
Rache für das, was du ihr angetan hast.
Leise murmelde er diese Worte vor sich hin, die Verbitterung wisch aus seinem Gesicht, bis seine Mine nahezu ausdruckslos war und nur hin und wieder huschte ein Schatten voll Zorns über sein Gesicht.
Er war noch immer am Leben hämmerte es immerwieder in ihm.
Noch immer stiftete er Leid. Zuviel Leid. Brachte es den Falschen.
Noch nie hatte er so großen Hass gefühlt, so starkte Entschlossenheit.
Er hatte noch keine Menschen getötet, doch ihm würde er den Tod bringen, und wenn er alle töten musste, die ihm nachestanden oder die ihn schützten, um an ihn heranzu kommen, diesen Feigling.
Und sollte Galtor kommen, um mich über den dunklen Pfad zu Morsan zu führen, so war es Morsans Wille, mich zu sich zu rufen.
Leise, wie um niemanden zu wecken, schloss er die Kiste, steckte den Schleiftstein in eine seiner Taschen und band die Axt auf den Rücken. Er sollte sie ab diesem Zeitpunkt nur noch sehr selten abnehmen.
Nachdem er die Kiste zur Bank zurück gebracht und in sein Fach gelegt hatte kehrte er lange nicht heim, sondern ritt ein Gebet murmelnd durch die Stadt.
Morsan, du der Schweigsame, der Unergründliche,
der über meinen Schlafte wacht, der du dich in Schweigen hüllst.
Sende Lifna, die Sanfte, deine Lafay,
Schütze mich im Schlafe, bewahre mich vor falschen Träume,
wenn ich selber es nicht vermag.

Als er im Morgengrauen heimgekehrt war, ritt er zum Teich hinter der Taverne, stellte sich in den Schatten eines Baumes, immerwieder die selben Worte sprechend.
Morsan, ing Zalgiz
Morsan, bringe ihnen Schlaf

Morsan, degal Corp
Morsan, gib mir einen leichten Tod

Als die Sonne die Stadt dann entgültig erhellt hatte, band er sein Pferd vor der Taverne an, streichelte es sanft, gab ihm einen Apfel und verschwand in der Taverne, nu rim dort den ganzen Tag über im Eck vor dem Kamin im oberen Stockwerk zu sitzen und immerwieder Gebete sprechen, Morsan in diesen um Beistand bittend.

Als dann erneut die Abenddämmerung einbracht, nahme einen Brifbogen heraus, immernoch im Eck vor dem nun wieder brennendem Feuer sitzend, und begann disenen Im Schattenspiel der Flammen zu beschreiben.
Als er damit fertig war, versiegelte er diesen, zog sich seine dunkle Robe über und ritt ohne jede Eile zum Magierturm, immerwieder an den Mann denkend, den er einst im Walde bei der Prüfung seines Schüler traf...

Er warf den Brief ungesehen ein, und ritt ebenso ohne Eile zurück, noch immer Gebete vor sich hin sprechend, die langsam zu einem ständigem Singsang wurden.
Auf dem Heimweg ritt er am Tempel vorbei, suchte leise und erfolgreich nach den Räumen seiner Iama, sank neben ihrem Bett auf die Knie, flocht ihr die schwarte Rabenfeder ins Haar, küsst sie sachte auf die Stirn und verschwand so lautlos aus dem Tempel, wie er gekommen war und ritt zurück zur Taverne, legte sich oben auf das Fell vor dem Ofen, in dem nur noch die Asche glühte und ihre Hitze verströhmte und fiel in einen leichten Schlaf, der voller Träume und Visionen war.
Am nächsten Tag würde er sich auf die Suche machen, und erst nach einigen Tagen wieder in die Stadt zurückkehren.


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BeitragVerfasst: 8.09.02, 14:19 
Einsiedler
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Nebel umwallte ihre bloßen Füße. Sie sah an sich herab und bemerkte das nur eine dünne, graue Robe sie bedeckte und an ihr hing wie ein alter Sack. Der Nebel stieg und senkte sich wie ein stetiges Atmen. Gehetzt sah sie sich um in dem dunklen Raum. Die Stille umfing sie wie eine lähmende Kraft und die Furcht in ihr stieg. Wo war sie? Warum war sie allein?
... schon wieder allein. Der Gedanke durchzuckte sie wie ein eiskalter Blitz. Hatte sie ihn getötet? Ist er durch ihre Schuld gestorben? Sie begann zu rennen, während heiße Tränen ihre Wangen hinabschossen. Wo war er? Sie lief und der Nebel um sie herum stieg höher und höher. Sie irrte umher und fand den Ausgang nicht, konnte nicht hinaus und ihn nicht finden. Wer sollte ihm denn helfen, oder war es gar zu spät? Der Nebel nahm ihr die Sicht, den Atem und betastete sie mit kalten Fingern. Dann veränderte er sich. Das helle, dunstige Grau des Nebels verfärbte sich in pulsierendes Rot. Sie sank auf die Knie und schrie aus Leibeskräften.


Sie schrie noch immer als sie erwachte und rang keuchend nach Luft. Kleintiere flüchteten in die Büsche und einige Vögel stoben erschrocken auf. Sie lag auf der Lichtung wo sie vor Erschöpfung zusammengebrochen und eingeschlafen war. Scartum stand neben ihr auf der wiese und schnaubte unruhig. Er scharrte mit der rechten Vorderhufe im Gras und sah sie vorwurfsvoll an. Sie erhob sich mit einem leisen Stöhnen und jedes einzelne Körperglied schmerzte wie in einem stillen Vorwurf. Sie sah hinauf zu dem Himmel. Sie musste ungefähr 2 stunden dort gelegen haben. Kein wunder das ihr Körper dies nicht mehr zulassen wollte. Ging es doch schon seit einigen Tagen so. Sie zog sich erschöpft auf ihr Pferd und lag mehr auf ihm als das sie saß. Sie musste einen furchtbaren Anblick bieten. Doch es war ihr egal. Sie musste ihn finden und sie musste Miriamel finden. Leise flüsterte sie in das zuckende Ohr des Pferdes. „Lauf niah’ma! Ich verlass mich auf dich. Ich bin am Ende“ Sie zupfte das Tuch über die Nase, welches ihr Gesicht zum Teil verbarg. Scartum trabte langsam los, geschickt den Büschen und kleinen Farnen ausweichend. Sie schloss ihre Lider und versuchte in seinem Laufrhythmus mitzugehen. Der gleichmäßige Schritt machte sie schläfrig und sie fiel in einen Dämmer- und Wachzustand...


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BeitragVerfasst: 14.09.02, 23:05 
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Er hatte sie gefunden...wollte mit ihr reden...
Doch dieser dumme Biundai musste ihre Wunden aufreissen...
Sie fragen, warum ihre Kleidung ihr Gesicht so schwarz sei. Er war so verwirrt, dieser Biundai...ihre Kleidung war grün, wie immer, und ihr Gesicht leicht weisslich.
Damit nicht genug, nein, er muste sie auch noch fragen, ob sie zu dem Einen beten würde...
Am Liebsten hätte er ihn fortgejagt...doch seine Schwester wollte hören, warum der Biunda sprach, was er sprach...
Er sagte, Vitama hätte ihm die Sicht vernebelt...
Er konnte sie nur wenig fragen und erfuhr nichr mehr, als er nicht schon wusste: das er eine verletzliche Stelle hätte und dass er auf seine Iama Acht geben sollte.
Und doch war etwas seltsam: sie wirkte so...verändert, als sie seinen Namen, den Namen Varg hörte...sie sprach davon, dass es seiner Iama nicht so gienge wie...und immer an der Stelle brach sie ab...
So ritt er noch einige Tage durch die Gegend, ohne Ergebnis; hin und wieder erlegte er einen Waldwolf oder einen Grizzly...ein Freund sagte ihm ein paar Tage zuvor, er kenne einen Schneider, der für ihn Rüstungen mache, und nur das Leder wolle...
So erreichte er nach einigen Tagen mit viel Leder Schieferbruch.
Er brachte seine Stute zum Stehen und betrachtetet die Statue vor der Stadt. Er wusste nicht, wie lang er sie betrachtet hatte, bis es hell war.
Er war etwas müde, und auch depremiert; so setzte er sich auf die Stufen, in den Schatten der Statue und blickte zu Boden.
Den Reitr bemerkte er nicht – wie auch, es war einer von vielen, die an ihm vorbeiritten.
Dann, als er den Kopf leicht hob, sah er, wie ein Mann vor ihm in die Knie gegangen war. Schwarzes, langes Haar, dunkelblaue Kleidung. Als er an diesem vorbeisah, erblickte er eine Frau: graue gekleidet, rote Haare. Wieder blickte er auf den mann vor sich. Er dachte es sich, doch bevor er sich sicher war, begann der Unbekannte vor ihm zu sprechen: „Zulan...?“
Langsam hob er eine Braue. Woher wusste er seinen Namen?
Doch anstatt ihm zu antworten blickte er ihn nur musternd und fragend an. Das sollte aslo der mächtige Tardukai Varg sein? Leicht schmunzelnd schüttelte er den Kopf.
Varg fragte ihn, was er vorhabe. Diesmal antwortete er ihm, wieder mit einem leichten Schmunzeln: „Wo wäre denn da die Spannung, wenn ich das verraten würde?“ Auf elfisch fügte er hinzu: „Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst.“
Ohne seine Antwort gross zu beachten, richtet Varg erneut eine Frage an ihn: „Wer hat dir den Auftrag gegeben?“ Erneut hob er neine Braue. „Auftrag?“ Er schüttelte den Kopf. „Niemand gab mir einen Auftrag“ Und wieder stellte Varg ihm eine Frage: „Doch was ist dein Anntrieb, Zulan?“ Er überlegte kurz. Antrieb? „Nun...den zu finden, der meiner Niama seo viel Leid gebracht...“ Mittlerweile bemerkte er auch den Elf. Wie lange er schon da war konnte er nicht sagen. Diesmal stellte Varg keine Frage „Das hast du wohl...oder er dich...“
„So, hat er das? Ich sehe nur einen Unbekannten vor mir.“ Noch immer blickte er Varg voller Gelasseneheit an. Vielleicht fühlte er sich dadurch bedroht, denn Varg liess seine Rechte zu seiner rechten Schultr hochwandern. Wollte er eine Waffe ziehen? Mit leichtem Spott in der Stimme frug er ihn: „Was nun? Willst du mich töten?“ Ein leicht höhnisches Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Dachte er im Ernst, er würde ihm damit Angst machen, ihn zu Morsan zu schicken, zu seinem Herrn? Zu dem, der ihn schon mehrmals wieder zurückgeschickte hatte. Und selbst wenn er ihn diesmal behlaten sollte...alleine der Gedanke an ewige Ruhe und Zufriedenheit erfüllten ihn mit vollkomener Gelasseneheit. Dieser Mann vor sich würde nie in Morsans Hallen kommen können. Er nahm sich vor, für seine Seele zu beten, dass die Qualen, die sie früher oder später erleiden werden muss, nicht all zu groß sein würden. Doch irgendetwas stimmte mit Vargs Schatten nicht: er bewegte sich wie Flammen, die duch einen Windhauch gestöhrt wurden, als würde er von seinem Besitzer weg wollen. Wollte ihn sein Schatten angreifen oder wollte er vielmehr vor seinem Besitzer fliehen? Der letzte Gedanke brachte ihn erneut zum Schmunzeln. Varg´s Hand war mittlerweile wieder von seiner Schulter zurückgeglitten – ohne eine Waffe gezogen zu haben. Vielleicht hatte er bemerkt, dass er ihm mit dem Tod keine Angst einjagen konnte.
Ohne ein weiteres Wort war Varg aufgestanden, zu seinem Pferd gegangen, aufgestiegen und davon geritten. Als er ausser Sichtweite war musste er laut lachen. Er wusste nicht recht warum. Ob der lächerlichen Drohung, dem Verstecken Hinweis, ihn in Ruhe zu lassen – oder vielleicht auch, weil ihn sein Schatten doch etwas beunruhigt hatte – über solche Dinge hatte er viele Geschichten gehört. Sein Bruder blickte ihn fragend an.
Kopfschüttelnd erhob er sich von den Stufen. „Putzig, dieser Varg“ Er stieg auf.
„Sag, mein Freund, was macht meine neune Rüstung?“
Zusammen ritten sie zurück nach Rohehefen. Doch irgendwie war auch die Reaktion seines Bruders seltsam gewesen, als er Vargs Name nannte. Nachdem er seine Rüstung erhalten hatte und sie sich wieder getrennt hatten – sein Niah musste weiter – nahm er sich vor, mit ihm zu reden – als bald sich die Situation ergäbe...
Am gleichen Abend traff er einen alten Bekannten, von dem er glaubte, er sei geköpft worden – so war es ihm erzählt worden. Doch während dem Gespräch wurde er etwas nachdenklich und er frug ihn, ob er auch zu denen gehöt habe, die ihm die Hilfe verweigert hatten. Doch dieser wusste nichts, welche Hilfe er denn benötige. Er erzählte seinem Freund die Geschichte, bekam aber als Antwort, dass er soch doch eher im Hintergrund halte...
Keine Absage...immerhin. Und: er verwies ihn auf einen, den er nur halb kannte, doch von dem er viel gehört hatte. Vieles, was ihm helfen könnte. Er nannte seinem Freund den Ort, an dem er oft zu finden sei verbunden mit der Bitte, ihn doch zu ihm zu schicken.
Auch ihre Wege trennten sich danach.
Etwas Hoffnung war ihn ihm aufgekeimt. Er konnte auf Hilfe hoffen und er wusste wir Varg aussah – und Sahra...sie musste es gewesen sein...
Dass er seine Iama schon länger nicht gesehen hatte machte ihn etwas nervös...
Er nahm sich vor, diese Nacht ein wenig zu schlafen – nachdem er in den letzten Tagen auf seiner Suche so gut wie nie geschlafen hatte – und wenn, dann nur auf dem Rücken seines Pferdes...
Er hatte kaum seine Schlafstätte erreicht, sich teilweise seiner Rüstung entledigt, als er merkte, wie müde er wirklich war. Langsam schloss er seine Augen und fiel in einen nicht seh tiefen, unruhigen und traumreichen Schlaf...
Am nächsten Morgen war es ihm, dass er nicht wusste, war es ein Traum oder war es Realität? Als hätte ihm Lifna in seinen Träumen eine Antwort gegeben, wurde es ihm plötzlich klar: Varg hatte ihn gefunden, weil er wusste wie er aussah. Und es gab nur eine einzige Person, die wusste, dass er seit über einem Mondlauf wieder seine dunkelblaue Robe und die Axt auf dem Rücken trug: Miriamel...
Hatte sie ihn verraten? Oder hatte Varg sie gezwungen...
Voll Tatendrang kleidete er sich an, stieg auf sein Pferd und rittnach Avindhrell.
Wie er aber schon befürchtet hatte, war sie nicht da. War sie geflohen oder vielleicht entführt worden?
Und dann noch dieser völlig unnötige Zwischenfall...kopfschüttelnd ritt er wieder heim. Man hatte ihn hinaus geworfen. Konnten sie denn seinen Zorn und nicht einmal seine Sorge verstehen? Er hatte nie etwas gegen andere Rassen gehabt, schon gar nicht gegen seine Brüder aus dem Wald...aber das...das einzige was man ihm entgegenbrachte war Spott...dann sollten sie doch selber sehen, was passieren wird und wie sie damit fertig werden würden..
In Rohehafen traff er seinen Niha wieder...und als hätte er seine Gedanken gelesen, sagte Tekham zu ihm, dass er mit ihm reden müsse...
Während des Gespräches in der Taverne erzählte Tekham ihm, dass er Fayola gefunden habe – und dass sie sich Sorgen um ihn machte...er musste unwillkürlich schmunzeln.
Er warnte Zulan davor, nichts leichtsinnig und schon gar nicht alleine zu unternehmen.
Leise seufzte er. Nunja, vielleicht würde er doch noch Hilfe bekommen...
Etwas reuhmütig erzählte er Tekham von den Vorfällen in Avindhrell...er schien etwas Verständniss zu haben, doch bat er ihn, irgendwann zurückzugehen und sich zu entschuldigen, auch wenn es ihm momentan nicht als notwendig erschien, so war er sich sicher, dass es in Zukunft so sein würde.
Er würde den Rat seines Niham befolgen – und er würde seine Iama finden...


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