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 Betreff des Beitrags: Ein Abend im Carmar
BeitragVerfasst: 1.10.03, 14:04 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 26.09.03, 07:11
Beiträge: 16
Es war ein schöner Tag im Carmar. Zumindest der Vormittag, der aus dem dichten und niederschreiben einiger Zeilen für ihr neues Lied vorbeiging. Den Mittag verbrachte sie zusammen mit ihrer Freundin beim Scherzen und lustigen Streichen ausheckend. Einem ansehnlichen Holzfäller hätten die Beiden doch tatsächlich mit ihren Streichen um Hemd und Hose gebracht. Aber so doll wollten sie es gen Ende dann doch nicht treiben.

Auch der Abend begann so, wie es ein Abend sollte. Zusammen mit ihrer Freundin und knapp einer Handvoll Gästen sass sie Harfespielend und singend in der 'roten Seeschlange' und wusste noch nicht, dass sie bald von dem 'ehrenwerten Orden des Falken' mit Milch übergossen, beleidigt, gedemütigt, im Fluss gefoltert und danach in den Pranger geworfen würde. Nun, es würde ein interessanter Abend werden.

Carla hatte eben erst die letzte am Mittag niedergeschriebene Strophe ihres 'Liedes für Calin' gesungen und blickte verlegen ob der unvollendeten Zeilen in die Gesichter der dennoch klatschenden Gäste als die Türe aufschwang und eine Frau in Uniform die gemütliche Runde betrat, quer durch den Raum stiefelte und sich in ihrer Eleganz auf einen der Hocker an dem Tresen plumpsen liess.

Laut verlangte die nach der Wirtin und so erhob sich Carla und legte die Harfe bei Seite um die Uniformierte zu bedienen. 'Met!' verlangte diese und Carla konnte in ihrer dennoch guten Laune nur grinsen. Es war Krieg und so gab es weder Met noch Bier noch Wein noch Klaren noch Whiskey noch Bärenbrand in der Taverne. Wahrscheinlich sah es in den Lagern der Ordensschaften und Ritter anders aus, doch das einfache Volk war nunmal vom Krieg betroffen. So lächelte sie nur und meinte, dass sie ihr Milch ausschenken könne.

Knurrig brummend und laut werdend begann die verwöhnte Falkenschwester zu zetern, dass es nicht sein könne, dass ein ordentliches Haus keinen Met oder Bier ausschenken würde. Doch soweit, dass Carla ihr erklären konnte, dass die Grubenbuddler allen Hopfen aufgekauft hatten, liess die fauchende Frau es gar nicht kommen. Kaum dass sie ihr Glas Milch in den Händen hielt, schüttete sie es der nicht wenig verdutzten Schankmaid über die Kleidung.

Nun gut, so etwas mag kein Orken des öfteren vorkommen, doch Carla war nicht wenig überrascht, wie sehr der Umgang mit den Grünhäuten auf den 'ehrenwerten Orden des Falken' abgefärbt hatte. Dennoch blieb sie ruhig und strich nur lächelnd das Geld vom Tresen. Zumindest war das Glas bezahlt gewesen und sie hatte in ihrer Tasche genug Kleidung um sicher ein gutes dutzend Milchgläser zu verschütten. Doch als ob die 'Dame' noch nicht genug Unheil gestiftet hätte für diesen Abend wuchtete sie ihren 'ehrenwerten' Arsch vom Hocker und stieg hinter den Tresen.

Und wohl nur der EINE kann sagen, wo sie das Glas Bier hergehext hatte, welches sie dann einer anderen Frau vor die Füsse kippte. Doch was genau vorgefallen war konnte Carla sich nur ausmalen, denn sie war in der Zwischenzeit in der Küche gewesen und hatte die milchbesudelten Kleider gegen frische gewechselt. Jedenfalls konnte dank eines jungen Herren und seiner tatkräftigen Hilfe schlimmeres erst einmal abgewandt werden und die 'ehrenwerte' Trollin vom Stamme des Falken verliess die Taverne. Nachdem nun das Ferkel endlich gegangen war, spendierte Carla den übrigen Gästen - es waren ohnehin nur noch zwei eine Runde Most und trank selbst mit. Es hätte dennoch ein schöner Abend werden können.

Zumindest bis die Türe aufschwang und die 'Ehrenwerte' mit zwei ihrer Brüdern hineinpolterte und sich die Hände in die Hüfte schwingend postierte. Ihre Brüder stellten sich neben sie und verlangten in einem Ton, der sich zwischen dem Gezirpe einer Grille und dem Grollen des Donners befinden mochte, dass man sich an seiner 'ehrenwerten' Knappin entschuldigte. Lächelnd stand Carla auf, postierte sich seinerseits vor dem Manne mit dem papageienfarbenen Brustgefieder und sprach eben jenes Wort aus. Nickend bestätigte der 'Ehrenwerte des Falkenordens' ihr dies, doch als sie selbst für die bekleckerte Kleidung eine Entschuldigung einforderte, so bekam sie von der 'ehrenwerten' Dame nur Beleidigungen und freche Worte an den Kopf geworfen. Ein Grinsen schob sich auf Carlas Lippen, denn sie hatte sich schon längst ein Bild der Frau gemacht. Klein war das Bild, verschrumpelt und auf dem Bild mochte die 'ehrenwerte' Frau des Falkenordens mehr wie eine kleine verschrumpelte Kartoffel mit Augen aussehen als das getroffene Mädchen, welches ihr Beleidigungen an den Kopf warf.

Dann wandte sich die 'Ehrenwerte' um und verliess die Taverne wieder und als Carla sah, dass sie auch wieder Gäste zu versorgen hatte, wandte sie sich ebenfalls um und ging zu dem grossen Mann, der am Tresen Platz genommen hatte. Doch bevor sie ihn bedienen konnte, stand der 'ehrenwerte' Herr Laurec Liewellyen hinter ihr und ergriff hart ihren Arm. Gelinde gesagt war Carla verdutzt ob der Behandlung wo doch die Entschuldigung ausgesprochen war und sie sich um die Gäste und um die Sauerei, welche die 'ehrenwerte' Frau hier hinterlassen hatte kümmern musste.

Doch Laurec liess nicht locker und keine zwei Minuten später sass sie mit ihrer Freundin im Pranger ohne eine Ahnung zu haben, was sie denn nun schon wieder angestellt haben sollte. Doch der EINE mochte schon wissen, was in den Köpfen der Männer und Frauen des 'ehrenwerten Ordens des Falken' vorging, denn nach einer kurzen Unterredung wurde sie gefesselt aus dem Pranger gezerrt und zum Fluss hinunter gezerrt. Böses ahnte sie schon, als man sie durch die Stadt zerrte und so wandte sie ihre Gedanken an die Götter, dass sie dem Treiben Einhalt gebieten würden. Doch als sie an den Händen gefesselt von den Dreien über die Brüstung der Brücke gehievt wurde, wusste sie, dass die Götter ihr hier kaum helfen konnten.

Das Seil riss an ihren Gelenken als sie zur Hälfte in das eisigkalte Wasser eintauchte, schnitt ihr tief in das Fleisch und der Schmerz durchzuckte ihren ganzen Körper. Doch trotzig wie sie war, biss sie die Zähne zusammen und strampelte so gut es ging in der kalten und von Unrat durchzogenen Brühe. Von oben hörte sie das Lachen doch sie konnte kaum noch antworten. Vor Schmerz tanzten ihr Sterne vor den Augen und das Wasser unter ihr schien sie ebenso quälen zu wollen wie die Drei vom 'ehrenwerten Orden des Falken'.
Carla wusste nicht, wie lange sie so gehangen hatte, doch es musste eine Ewigkeit gewesen sein. Als sie mehr als unsanft wieder nach oben gerissen wurde hatten sie ihre Kräfte fast gänzlich verlassen und sie plumpste wie ein nasser Sack auf das harte Holz der Brücke. Zittern und frierend lag sie nun dort, nicht fähig ihre Hände zu spüren und zu bestimmen, was ihr mehr weh tat. Die Gewissheit, dass die Viere ihren Blick von den Dreien abgewandt haben mussten oder ihr eigener geschundener Körper.

Doch Herr Laurec Liewellyen vom 'ehrenwerten Orden des Falken' liess ihr keine Zeit um zu Kräften zu kommen. Unbarmherzig zog und zerrte er an dem Seil und schleifte Carla erst über die Brücke um sie mit einem kräftigen Ruck die Stufen hinunterzureissen. Blitze schienen durch ihre Gelenke und die Arme hinauf zu zucken und liessen Carla immer wieder kurz das Bewusstsein verliereun um sie dann schmerzlich wieder in diese vom Krieg zerfressene Wirklichkeit zu holen. Carla konnte nicht sagen, wie lange sie der 'ehrenwerte' Laurec sie so durch die Strassen zerrte, doch irgendwann fühlte sie, wie das unbarmherzige zerren und ziehen aufhörte und sie angehoben wurde. Ihr Kopf sank nach hinten und abermals umfing sie die gnädige Bewusstlosigkeit.


Durchnässt, zitternd und in den durch das Schleifen vollkommen zerschundenen Kleidern legte man sie zurück in den Pranger wo sie ihre Strafe absitzen sollte. Nur schwach fühlte sie ihren Körper, der an allen Stellen zu brennen schien. Doch als sie die fürsorgliche Stimme der anderen Frau hörte und spürte, die sie sich um sie sorgte, da wusste sie, dass zumindest Vitama ihre Hand noch immer schützend über sie hielt und dass alles gut werden würde. Zitternd lag sie in den Armen der anderen Frau und trotz der Schmerzen zierte ein Lächeln ihre Lippen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 1.10.03, 18:36 
Einsiedler
Einsiedler

Registriert: 23.09.03, 17:58
Beiträge: 119
Ein wenig geschafft und durchnässt vom Regen trat die Knappin in die Taverne ein. Schon als die Türe aufging und alle Gespräche verstummten wäre es wohl besser gewesen einfach zu gehen. Aber nach dem langen Training des Sires sollte ein kleiner Schlaftrunk in aller Ruhe wohl nicht Schaden. Mit einem leisen Seufzen setzte sie sich und legt den Umhang neben sich am Tresen auf den Hocker.

Die Bedienung kam heran..sie hatte die Frau vorher noch nie gesehen, aber sie sah sie an als hätte sie persönlich ihre halbe Familie auf dem Gewissen. Die Frage herunterschluckend meinte sie nur freundlich: "Einen Krug Met bitte werte Frau" worauf die Bedienung "Milch" antwortete. Die Knappin runzelte ein wenig die Stirn. "Ich glaube ihr habet mich missverstanden, ich bat um einen Krug Met."

Erneut "Milch". Die Knappin maß die Bedienung mit einigen Blicken und dann die Reihe der Fässer mit einem ruhigen Blick. "Ihr wollt mir also sagen euer Etablissement führe nur Milch?". "Es ist Krieg" kam es nur kurzangebunden von der Bedienung zurück.
"Nun dann bringt mir ein Glas Milch werte Frau" meinte sie leicht resignierend. Soviel wohl zum Thema Schlaftrunk.

Kurze Zeit später Stand die Bedienung wieder vor ihr. Das Glas Milch nur zu dreivierteln gefüllt, und kaum auf dem Tresen abgestellt, schalmeite der Knappin ein "60 Dukaten" entgegen. Ihr Blick wandte sich wieder zu der Bedienung. "60 Dukaten?" "Krieg ihr wisst ja" erneut bar jeder Freundlichkeit. Langsam aber sicher begann der Geduldsfaden der Knappin überstrapaziert zu werden. "Ihr verlanget für ein geradeso halbvolles Glas Milch 60 Dukaten?" "Es ist doch fast voll" kam die Antwort.

Dies genügte. Sichtlich verärgert kippte die Knappin der Bedienung die Milch über die Kleider. "Und jetzt bringt mir ein neues Glas Milch" während sie der Bedienung die 60 Dukaten für das erste Glas abzählte. Was dachte sich diese Frau? Wollte sie etwas Streit beginnen. Nun das war ihr wohl gelungen. "Die neue Milch wird im Vorraus bezahlt" Genug...jetzt war es genug.

Mit einem schon merklich angesäuerten brummen erhob sie sich und ging auf die Tresentüre zu. Es war wirklich genug sie würde jetzt dieser Frau zeigen was es heisst sie zu veralbern. Garantiert war dort irgendwo noch etwas anderes als Milch. Garantiert zahlte jeder andere keine 60 Dukaten. Mit Schwung legte sie die Hand an das tresentürchen und wollte sich hinüberschwingen als eine andere Frau sie am Umhang zurückriss.

Nun wirklich jenseits der Reizschwelle fuhr sie herum und schlug der Frau mit dem Handrücken ins Gesicht "Waget es nicht mich nochmals anzufassen" fuhr die Knappin die andere an, welche nach nochmaligem hinsehen die mittlerweile den Obrigen wohlbekannte Frau Wollframm war. Halb kochend vor Wut schwang sie sich über die Tresentüre und ging zu den Fässern, eines nach den anderen abklopfend. Einige leer andere noch ein wenig gefült. Und sogar Eierlikör stand noch herum. Das schlug dem Fass nun endgültig den Deckel aus dem Boden. Nur halb nahm sie das Geschrei von Frau Wollframm wahr. Doch es galt ihr, und sie nannte sie eine "dreckige Hure".

Mit mühseeliger Beherrschung zapfte sie ein Glas und ging damit wieder vor den Tresen. Knappe Llewellyn hatte derweil die Aufrührerin Wollframm schon in Gewahrsam genommen. "Lasst sie bitte vortreten Laurec" meinte die Knappin beherrscht. Der andere Knappe ließ die Frau fahren und vor die Knappin treten. "Wie nanntet ihr mich Frau Wollframm?". Ein Mann hinter ihr hielt Frau Wollframm hastig den Mund zu. "Lasst die Frau sprechen.." meinte die Knappin zu ihm. Er ließ seine Hand langsam sinken, doch der erste Impuls der Frau war wohl überwunden und sie presste beherrscht die Lippen zusammen. "Nun Frau Wollframm ich hoffe ihr seid euch bewusst wie ihr mich nanntet. Als Dank hierfür" sie kippte langsam ihr glas und entleerte es vor den Füssen der Frau "sei euch genehmigt dieses mit dem Saum eures Kleides aufzuwischen". Es tat überraschend gut dieser Furie von Frau das Getränk vor die Füsse zu kippen, musste sichd die Knappin eingestehen.

Schon kam die Bedienung wieder heran und verwies sie lautstark der Taverne. Nun sie hatte eh vor zu gehen. Dies hier würde ein Nachspiel haben. Mit gemessenen Schritten verliessen Knappe und Knappin die Taverne, woraufhin sich die Knappin zur Kaserne begab und einen Ritter von den Geschehnissen unterrichtete.

Sichtlich erschrocken und erbost bat jener zum Ort des Geschehens geführt zu werden, um sich ein Bild davon zu machen.

Erneut kam es mit dem Ritter vor Ort zu heftigen Streiteren, welche jedoch mit einer Entschuldigung der Bedienung, welche zugegebener maßen recht halbherzig ausfiel und einer Entschuldigung der Knappin endete. Schlussendlich bat die Knappin die Bedienung noch um eine Unterredung unter vier augen vor der Taverne um diese Dinge aus der Welt zu schaffen.

Während der Sire und der Knappe in der Taverne verblieben Schritt sie nach draussen und wartete. Lange Zeit geschah nichts. Dann stieg der Tumult an, und der Knappe führte nacheinander die Bedienung Carla und Frau Wollframm aus der Taverne in den Pranger. Die Knappin seufzt lautlos und begab sich mit in den Pranger um mit der Bedienung zu reden.
"Warum wenn ich fragen dürfte, habt ihr mich so behandelt. Ich habe euch vorher noch nie gesehen und kann mich nicht erinnern euch je Leid zugefügt zu haben". Wieder unverschämt und ohne einen Funken Reue sagte sie "Ihr ward zur falschen Zeit am falschen Ort" und bot an ein Lied zu singen, statt auf die Frage weiter einzugehen. Auch das weitere Gespräch verlief in herablassender Art, und erneut wurde die Knappin gereizter und verärgerter.

Schlußendlich ließ sie die Bedienung Carla an den Händen fesseln und führte sie ab zur Brücke über dem Goldquell. Eigentlich hasste sie solche Dinge, dachte sie während der Ritter und der Knappe ebenso wie sie schweigend am Geländer lehnten und zu der Frau hinabblickten...welche auch im Wasser noch grinste und zeterte. Aber es gab Grenzen. Und diese war am heutigen Abend überschritten worden. Endgültig.

Ohne Gelächter wurde die Frau wieder aus dem Wasser gezogen und in den Pranger verbracht. Vielleicht würde ihr dies ein wenig beim nachdenken helfen.

Wahrscheinlicher, würde es so weitergehen, denn diese Insel schien aus Bürgern und Freien binnen kurzer Zeit Helden wieder des Königs zu machen. Aber das, nein das würde sie nicht zulassen. Nicht auf diese Art und Weise.


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