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Auf den kalten Stufen, die in ein Kellergewölbe ohne Überbau führen, dessen Wände noch nach frischem Ton und feuchter Erde riechen, hockt eine junge Frau in einfacher Rüste. In den Händen hält sie einen Hut mit einer geschwungenden Feder, der der Grösse nach das Haupt eines erwachsenen Mannes bedeckt. Sie dreht ihn selbstvergessen wieder und wieder und sieht hinab in den vom Kerzenschein erhellten Raum.
Monde... Halbmond... liebliche Rosen... gefällige Zeilen... leere Truhe... Fels am Fluss... Federhut... oh welch schlechter Dieb und Lügner...
Der Blick aus blanken Augen erfasst die roten Blüten, die vor dem zerwühlten Bette locken, wandert ab zu den Hunden, die träge und leise schnarchend in der Ecke zusammengekauert ruhen.
... bezeichnend für diese jämmerliche Meute ...heissen den Halunken willkommen... ein Klagen den Monden... ein Weilchen in völliger Vergessenheit... Flucht im Gebaren und gar so ein schlechte Lügner
Noch während sie sich erhebt, kehrt sie sich schon dem Ausgang zu, schlägt den Umhang schützend über die Schultern und trägt den Hut behutsam mit sich.
Er hat einen Eigentümer... dunkler Halbmond... war dies nun Eure Finte oder habe ich Euch so sehr verdrossen?
Zuletzt geändert von Secora: 9.05.05, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.
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