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20. Triar
...dennoch hast du sie zu uns geführt geliebte Mutter. Und Heute denke ich, es war richtig von uns sie zu vor denen zu schützen die uns so fern sind, und ihnen deine Güte zu zeigen, und ich denke sie haben verstanden. Es ist falsch von uns gewesen, ihre Hilfe zu nehmen zu unserem eigenen Wohl, und ihre Leben zu gefährden als doch keine Aussicht war und selbst du dieses Land nicht erreichen konntest. Wissen sie denn, wie leid es uns tut, geliebte Göttin? Wissen sie denn, wie sehr wir ihnen dafür danken? Ich fürchte sie tun es nicht ... und fürchten tue ich mich vor diesem Tage, da sie ein weiteres mal aufbrechen in dieses verlorene Land. Für uns Schwestern war stets gewiss, mit ihnen zu ziehen, um ihnen wenigstens Heilung und Trost zu spenden. Und ich bete inständig zu dir, gütige Mutter, behüte uns und ...
„Geliebte Schwester, beeilt euch, das Tor öffnet sich!“. Die beunruhigende Stille, in der man selbst das Flüstern der Soldaten hörte unterbrach sich abrupt, als auf dem Platz inmitten der Festungsmauern, sich in wabernden Schleiern ein blau schimmerndes Tor sich auftat. Sorgfältig schlug die junge Frau das Buch in ihrem Schoß zu, ein mulmiges Gefühl bis tief in ihr Inneres tat sich auf, als sie die schimmernden Umrissen dunkler Erde und staubigen Gesteins inmitten der Schleier des Portales erkannte. „Sorgt euch nicht Schwestern. Tretet durch das Portal, beeilt euch, ein jeder von euch!“ Amelia’s Augenmerk fiel zurück auf die Erzgeweihte, ihr selbstsicheres Lächeln gab ihr die Sicherheit zurück, die sie brauchte um auch nur einen Schritt auf dieses magische Portal zu zutreten.
Sie hielt inne. Die Gesichter der Soldaten, wie sie zu Pferd oder zu Fuß auf das Portal zutraten und ohne zu zögern hindurch traten und inmitten der Gewebe verschwanden. Voller Mitleid sah sie ihnen zu, nicht wenige von Angst ergriffen doch nicht genügend um sie zu zeigen. Manche von ihnen jünger als sie selbst. Armer Zacharias, dachte sie und voller Mitleid sah sie ihm nach, als er durch das Portal schritt.
Sie schloß fest die Augen. „Vitama“, rann durch ihre Gedanken, „behüte uns Heute an diesem Tag besonders“.
Nun war es soweit, tief holte die junge Frau, die im Leben wohl noch nie auf solche weise gereist war, Luft und tat einen Schritt vor in die schimmernde Ebene vor ihr.
Ihre Sicht verschwamm, tausend Sterne, wie rotierend kleine Lichter ließen ihr jegliche Orientierung nehmen und plötzlich, ein hektischer Atemzug später, hatte sie festen Grund unter ihren Füßen und strauchelte vor gegen den gerüsteten Rücken einer der Soldaten.
Ihr Augenmerk richtete sich sogleich auf den Boden, fixierte die Gebirge und das Gestein zu ihren Seiten. Die Erde war tot, das Gestein von Staub und Moos bedeckt. Und wieder überkam sie eine tiefe Traurigkeit.
All das Land, so kahl und tot, so fern von deiner Liebe, deiner Güte und Herrlichkeit. Und ihr Blick fiel zurück auf das Portal. In sich umschlungene Fäden lösten das schimmernde Gewebe und langsam fiel es in sich zusammen. Ist sie die Letzte gewesen? Amelia schloß die Augen und versuchte sich zu orientieren.
„Schwester? Bleibt zurück und sorgt euch um die Verwundeten.“ Erklang es ihr und mit einem mal fixierte sie die sich allmählich bildenden Reihen der Kämpfer.
„Vitama und Bellum stehe ihnen bei.“
Es ging los. Langsam setzten sich die Reihen in Bewegung. Ihr Blick wanderte an ihren Seiten entlang. Heiler, Magier. Ihr Augenmerk schweifte im Marsch durch die Schlucht die Gebirgswände entlang, das dunkle Gestein der Ruinen, das gehärtete Feuer unter ihren Fußen in denen noch die Abdrücke längst vergangener Kämpfe zu sehen waren.
Aus Erzählungen kannte sie diesen Ort, doch niemals hätte sie ihn sich in solcher trostlosgkeit vorstellen können.
Schuhe! Ein absurder Gedanke in dieser Stunde, doch ihre Füße schmerzten unsäglich. Wie konnte nur ohne Schuhe an diesen Ort reisen!
Stockend kam sie zum stehen als die der Marsch die Schlucht verließ und ihr Augenmerk auf die Ruinen dieser gewaltigen Festung fiel. Die Mauern aus dunklem Gestein, bedrohlich wirkte sie und doch traten all die Kämpfer das Gemäuer ohne zu zögern.
Beunruhigende Stille. Nur ein leises zirpen hier und dort, ein dumpfes rasseln wie es von Insekten üblich war – unheimlich. Die Soldaten drangen weiter in das Gemäuer ein. Amelia’s Augenmerk galt nun dem freien Platz im Hofe dieser Vorbaute. Als plötzlich das Zirpen und Rasseln lauter wurde, und die Erde erschüttert wurde, wie von tausenden und abertausenden kleinen Füßen.
„Gebt acht! Zurück!“, schrie mit einem male einer der Kämpfer. Und um die Eindringe herum brach die Erde auf und aus jedem Loch und jeder dunklen Ecke brach Geröll und kamen zahllose schwarz glänzender Insektenkörper zum Vorschein.
Amelia schrak zurück und machte einen Satz zur Seite um den Greifzangen des Käfers der direkt vor ihr aus der Erde brach. Hektisch suchte sie Deckung innerhalb der engen Gänge, um sie herum die schützenden Körper der Kämpfenden, die allesamt in schrillem Klang die Waffen zogen und sich den Insekten entgegen warfen.
„Vitama steh uns bei ...“, rann es über ihre Lippen, suchend hielt sie Ausschau nach ihren Schwestern, hier irgendwo mussten sie sein. Und wenn ihnen bereits etwas geschah? Schnell verflog der Gedanke als sie die Erzgeweihte zwischen den schützenden Kriegern sah.
„Schwester, dieser Ort soll für die Verletzten sein, sie sollen ein jeder hierher gebracht werden!“, rief die junge Geweihte aus, als sie sich hektisch den Weg durch das Geröll der Gemäuer bahnte, dem einzig sicheren Platz an diesem Ort entgegen. Ein weißer Baum inmitten von Marmor besetzten Kacheln, ein guter Ort um die Verletzten zu bewahren. Die Kämpfe irritierten sie, ihre Schultern schmerzten von den ungewollten Schlägen die sie abbekam, als sie sich durch die Menge drängte, während die Krieger gegen die anspringenden, riesigen Käfer sich stellen. Ehe sie den Platz erreichte und sich über die bereits dargelegten Verletzten beugte. „Ihre Wunden sind bereits geschlossen, sorgt euch um die schwerer Verletzten.“, hörte sie unbestimmt aus der Menge heraus.
Dann wurde es still. Die Insekten schienen geschlagen, ihre leblosen Hüllen lagen reihenweise und aufgebahrt vor den erschöpften Soldaten. Und sie wurden weiter in die Räume hinein gerufen.
Nur die Heiler blieben bei den Verletzten, ihrer Sorge ganz gewidmet. Und lediglich die Laute, die Schreie und das Waffengeklirre drang bis zu ihren Ohren aus den Tiefen der Gewölbe, zwischen denen immer wieder ein Verletzter nach dem anderen zu ihnen gebracht und versorgt wurde. Dann wurde es still.
Dem erschöpften Magus vor ihr nickte Amelia zu, dass es ihm drang zu gehen und zu helfen sah selbst ein kleines Kind mit einem Blick. „Ich sorge mich um sie, geht nur und seht nach.
Ruhe – beruhigende Ruhe. Selbst die schwer verletzten schienen sie zu spüren. Amelia legte ihre Hand beruhigend, sanft auf die Stirn des Mannes vor ihr, dessen Oberkörper durchstoßen von einem langen, schwarzen Stachel war, der nunmehr blutbeschmiert neben ihm lag.
„Haltet stand, dort kommen sie wieder!“ Wie aus weiter ferner drangen die Schreie zu ihr. Das klirren von Waffen und Rüstungen drang kaum zu ihr durch. Wie in einem Traum, dachte sie in jenem Moment. Wie in einem Traum, der so unwirklich scheint, dass man all dem nicht gewiss sein kann. Sie schüttelte den Kopf und warf die Gedanken beiseite, und wieder überkam dem kleinen Ort an dem die Verletzten geborgen eine sichere Ruhe.
„Beruhigt euch, eure Wunden sind nicht tief, ihr könnt schon bald wieder gehen und ihnen ...ahh.“, abrupt endeten ihre Worte. Wie betäubt sog sie tief und schreckhaft ihre Lungen voll von Luft und starrte auf den Ruhenden herab. Ein stechender, brennender Schmerz durchzog ihre Schulter, die Brust herab und als sie wie in Trance herab blickte und dem zirpen hinter ihr lauschte, da sah sie das schwarze Gebein das wie ein großer Stachel aus ihrem Leib ragte. Keuchend schloß die junge Frau die Augen und sank herab auf den dort verletzt Ruhenden ...
[ooc]Bestimmt alles andere als 100% so geschehen da ich nicht alles mitbekam bzw. kaum etwas. Kann aber gerne ergänzt werden. Dies sind die Eindrücke meines Chars.
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