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 Betreff des Beitrags: Eitelkeiten eines Beschwörers
BeitragVerfasst: 17.11.05, 13:16 
Festlandbewohner
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Registriert: 28.01.02, 17:21
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Wohnort: Berlin
Unruhig war mein Schlaf diese Nacht. Wie seit Wochen schon, ständig wirrten Gedankenfetzen und Bilder in meinem Geiste herum, waberten Wahn und Wahrheit im Gleichschritt durch mein Hirn und zermalmten alles was noch geordnet waren. Stets sprach diese Kinderstimme zu mir verführerisch lockend, doch misstraute ich ihr, wusste ich doch um seine Stärken und sein Vermögen. Doch diese Nacht, dieses Traumgesichte, war anders, ich wandelte durch Seinen Glaspalast der Illusionen. Jeder Schritt war ein Verhängnis kein Tritt war gewiss, war dort nun Boden oder der tiefe Fall gewiss. Wer konnte es wirklich abschätzen. Ja es musste sein Hort sein. Nichts war gewiss und in meinen Träumen holte mich nun zu sich oder drängte mein Geist zu ihm. Seit Jahren schon habe ich es vermieden mich wieder mit ihm auseinanderzusetzen und seiner Domäne. War es doch im nachhinein gesehen eher jugendliche Vermessenheit sich gerade an dieser Domäne zu versuchen. Und eigentlich war mein Geist verschont geblieben bis zu dieser Prüfung, bei der ich wieder einmal nahe an einem der Kreaturen Angamons stand und durch dieses Portal, durch das jener seinen Helfer rief, fiel wohl der Blick des Verführers wieder auf mich. Fern dem eigentlichen Tun dieser Nacht, drückte sich sein dräuender Blick erneut auf mein Haupt und drohte es zu zermalmen nur Kraft der Gedanken und wirren Träume die er mir nun allnächtens sandte.
Ich war wie ein getriebener und musste die Selbstbeherrschung und die Initiative zurückgewinnen, wenn ich nicht in den Wahnsinn abgleiten wollte, den er mir schon vom Tage meiner Geburt an verheissen hatte. So reifte in mir wieder der Plan, jenen zu rufen und zu zwingen, den die Bücher Zunge und Auge nannten und der Tod geheissen wird. Ich wusste wohl um die Beschwörungsparaphernalia und die Gefahren, die damit verbunden waren. Doch wenn ich wieder Ruhe in meinem Geiste haben wollte, musste ich seinen Boten zeigen, dass er mich nicht bezwingen konnte. Ich musste ihn zwingen. Also brach ich von meiner Bettstatt auf, die so wenig Erholung mir noch versprach. Ich kramte meine alte Grimoire hervor, dass Lebenswerk meines Meisters und dessen. Ich kannte dies Ritual und die Bereitung der Paraphernalia noch immer auswendig, solcherlei vergisst man nicht mehr, es war und bleibt wie die Erinnerung an den ersten Kuss, stets präsent und gegenwärtig. Doch sorgsam las ich es wieder und wieder und machte mir Notizen, denn jenen der zu achtlos mit diesen Mächten spielte, wurde unweigerlich von ihnen zerrieben.
Und so stand es geschrieben:

...der Kreis des Rufens solle gemacht sein aus dem Kalk gerösteter Eulenknochen, welche abgelöscht im weissen Staube des Geleges jener selben Eule, denn sie ist die Allegorie der Weisheit und des Sehens in der Finsternis.Zum Bedrängen und Zwingen jenes Dämon nutze den Quartzsand aus den zerbrochenen Fensterscheiben eines Astraelgefälligen Baus, Glas ist die Illusion an sich, bedenke dies, sie ist durchsichtig und doch manifest, gibt den Blick frei und verhindert das Fortkommen, nichts ist ihm wohlgefälliger, doch nimm sie von einem geweihten Orte, denn damit übertölpelst du ihn, strebt er nach diesem Glase, dass ihn so erfreuet, wird er daran vergehen und durch diesen inneren Hader wird er geschwächt und für dein Zwingen empfänglich. Die Kerzen seien dir gemacht aus dem Fette eines Juristen oder Richters. Den Niemanden Irdisches bewundert er mehr, denn jene de das Wort drehen und wenden, wie es ihnen gefällt und der Geruch ihres Todes ist ihm ein Wohlgefallen.

Ein Nicken nur bedurfte es und ich wusste, dies alles war möglich, die Nacht war noch am wirken so wollte ich mich aufmachen und versuchen alles recht zu bereiten.

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"Es wird der Diamant an sich selbst nur erkannt.
Denken lernst du im Denken, das Wahre erkennst du am Wahren.
Liebe nur, wenn du schon liebst, nichts durch die bloße Kritik."
Ludwig Feuerbach


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