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Als ich aufwachte, war es dunkel, nichts deutete darauf hin, dass es Tag werden könnte. Und doch hatte ich das Gefühl, es sei nicht mehr Nacht. Langsam und mühseelig erhob ich mich. Als ich nach draußen ging, war das Gras unter meinen Füßen nass, aber es hatte nicht geregnet. Es schein, als wäre es der Morgentau, doch die Dunkelheit umgab mich immer noch, wie eine niemals helle Höle in den Tiefen eines Gebirges. Als ich zum Himmel schaute, sah ich keine Licht, nicht einmal einen Stern, geschweige denn den Mond.
Es war kalt, wie mitten in der tiefsten Nacht und doch, langsam begannen die Vögel zu singen. Ich ging ein paar Schritte weiter zum Bach, beugte mich zum Wasser hinunter und wusch mir das Gesicht. Ein Fisch stupste an meine Hand, als ich sie ins Wasser hielt, so als wäre er gerade aufgewacht, aus seinem nächtlichen Schlaf und suchte nach seinem Frühstück. Ich sah dorthin, wo die Sonne erwachen sollte, doch es war dunkel. Kein morgendlicher Sonnenstrahl drang zu mir und langsam wurde mir mulmig. War es doch immer jeden Tag meines Lebens hell geworden, warum heute nicht? Vorsichtig setzt ich mich auf einen daliegenden Baumstamm, gleich neben mir. Mein Rücken tat weh, so wie jeden Tag. Ich merkte das meine alten Knochen das nicht mehr lange mit machen würden. Gottseidank war das Wetter in letztes Zeit sehr trocken gewesen, sodass mir nicht auch noch Feuchtigkeit beschwerden bereitete.
Ich spürte langsam wärme auf meiner Wange, wie von Sonnenstrahlen.
Plötzlich begriff ich es.
Tränen flosen aus meinen Augen, welche ins Dunkel starrten.
So schloss ich sie, um sie nie wieder zu öffen, denn es war sinnlos weiter darauf zu warten, dass es hell werde würde.
Denn nun wusste ich, dass der letzt rest meines Augenlichts erloschen war.
Zuletzt geändert von Ayen: 26.07.02, 04:33, insgesamt 1-mal geändert.
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