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 Betreff des Beitrags: Gedanken des reuigen Sünders Jamil
BeitragVerfasst: 1.09.03, 14:38 
Ehrenbürger
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*besorgt und kämpfend um das Seelenheil jenes Jamil nahm Calmexistus Salanus als Diener Astraels sich dieses Menschen an*

* OOC: Jamil kann in den Foren nicht posten *

Zeit.. er hatte hier drin kein Gefühl mehr für Zeit...in dieser verdammten Zelle. Aber war das wichtig? Wenigstens hatte er nun Zeit zum Nachdenken. Oh ja es gab vieles über das er nachdenken musste. Der Meister, er war nicht noch einmal gekommen, hielt ihn das Eisen wirklich fern oder waren es die beiden anderen? Die Beiden anderen...die Novizin der Vitama und der schwarze Ritter...sie hielten ihn für verrückt einem Geweihten Astraels zu vertrauen. Sie verbargen sich und das was sie waren. Warum? Aus Angst? Angst wovor? Vor dem Meister? Oder vor dem Ordo Astraeli? Er hatte keine Angst... nicht mehr. Er vertraute Vater Calmexistus. Er hatte ihm zu gehört in der Nacht im Fort... als einziger hatte er ihm zu gehört.. er wusste es nun.. das was er niemals erzählte. Doch die Dunkelheit war noch immer da. Doch nun war es anders... nach all den Jahren.. war da nun endlich Licht. Und Hoffnung? Und Freiheit? Nein, frei war er bereits... ja sie hatten ihn eingesperrt, hatten ihn geschlagen...doch das war ihm gleich...Folter war ihm nicht fremd.. der Meister war bei Ungehorsam niemals zimperlich gewesen. Es war nicht mehr wichtig... er wartete...wartete und dachte nach. Nicht Hass war die Waffe gegen Lüge und Unwissenheit... Vater Calmexistus hatte Recht gehabt.
Und nun wartete er, sah immer wieder schweigend zur Tür. Er wusste nun was er zu tun hatte... . Es würde gefährlich sein, ja, tödlich. Und es gäbe sicher einen einfacheren Weg.. .
Aber er wollte es so. Warum? War es die Faszination für die schwarze Magie die er noch immer verspürte?

Verraten und verkauft! Wie im Wahn kreisten seine Gedanken immer wieder um diese zwei Worte: Verraten und verkauft...verraten und verkauft... . Da war dieser Junge.. er wusste wer er war.. obwohl der Meister nie über die Viere gesprochen hatte.. erkannte er die Robe. Ein Diener Morsans. Am Anfang hatte er noch darüber gelacht. So konnte man es auch auslegen: „Aus der Dunkelheit ins Licht...“ Doch dann war Vater Calmexistus gekommen und ihn hatten in eine Krypta gebracht.. und nun war da nur noch Angst... Angst vor der Dunkelheit... es erinnerte alles an damals als sein Meister ihn mit den Untoten eingesperrt hatte...er hatte panische Angst vor dem Tod...fürchtete sie würden ihn hier in der Dunkelheit lassen...für immer... . Vater Calmexistus hatte ihn verraten... er hatte ihn in dieses dunkle, kalte Loch geworfen und nun würden sie zusehen wie er hier elendig starb! Verraten...verraten...verraten...von dem Mann dem er vertraut hatte....wie damals... .
Er rollte sich auf dem Bett zusammen und starrte auf das Kohlebecken....die einzige Lichtquelle in der Düsternis des Raumes.

Er war wieder gekommen... obwohl ihm dies wie er sagte verboten war. Vater Calmexistus war wieder gekommen... wie er sagte weil er es wollte und nicht nur aus Pflicht. Mit Worten voller Verständnis, voller Trost und Vergebung, die ihm die Wut und den Zorn nahmen. Zurück blieb nur der Schmerz... verzehrender, brennender Schmerz... und Reue. Als Vater Calmexistus ging betete er... .

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Furchtbar ist es, zu töten.
Aber nicht andere nur, auch uns töten wir, wenn es nottut.
Da doch nur mit Gewalt diese tötende Welt zu ändern ist, wie Jeder Lebende weiß.


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BeitragVerfasst: 2.09.03, 11:30 
Einsiedler
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Er fürchtete die Dunkelheit...nicht die Dunkelheit in der Krypta...sondern die die dort draußen auf ihn wartete. Vater Calmexistus war mit einem Ritter, Athos, gekommen. Es weckte die Dunkelheit in ihm...als Vater Calmexistus nicht alleine kam...sondern mit einem Ritter...es wollte den Ritter töten.. ihm die Kehle durch schneiden....sein warmes Blut vergießen.... verzweifelt kniete er nieder, betete mit zitternder Stimme... .


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BeitragVerfasst: 2.09.03, 22:48 
Einsiedler
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Wieder war der Junge gekommen, vom Ordo Morsan, doch diesmal nicht um ihm Essen zu bringen sondern mit einem Eisenkragen... . Er wusste was das bedeutete, er legte den Kragen, auf dem der Name des Ordens stand, an und gab dem Jungen den Schlüssel zurück...er folgte dem Jungen zögernd nach draußen...er wusste die Dunkelheit wartete auf ihn...dort draußen... der Junge ging mit ihm vor die Stadt...gab ihm einen Dolch....und wieder schrie die Dunkelheit in ihm: TÖTE IHN! ...Doch er tat es nicht sondern sammelte Äste und Früchte wie der Junge es wünschte... der Junge setzte sich auf einen umgestürzten Baum, so glaubte er doch als er von seiner Arbeit auf sah war er verschwunden...und wieder schrie die Dunkelheit in ihm: FLIEH ! ....Doch er ging zur Krypta zurück in den dunklen Raum....kniete nieder und betete.... .


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BeitragVerfasst: 4.09.03, 09:44 
Einsiedler
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Er hatte gebetet zu den Vieren... gefleht nur um das eine was für ihn noch von Bedeutung war.. und er hatte eine Antwort bekommen... Vater Calmexistus war gekommen... und er hatte seine Antwort bekommen... und wieder war da nur Verzweiflung... Verzweiflung, Dunkelheit und Tod.... war es wirklich nur die Liebe der Viere die er verspürte? Aber warum sagte er ihm dann erneut dass er nicht nur aus Pflicht hier war? Warum diese Verzweiflung und Qual? Er spürte den Triumph seines Meisters...er wusste der Meister hatte keine Angst... nein er war siegessicher.. er spürte ihn wie er geduldig gleich einer Spinne im Netz dort draußen wartete.
Er erwog hinaus zu gehen und zu kämpfen... aber das wäre sein Untergang...er würde verlieren.... und es würde schlimmer werden als der Tod... er ihm seine Seele nehmen... hatte er das nicht bereits? Und wieder flüsterte die Dunkelheit in ihm: Komm... komm in die Dunkelheit... Nein! Noch nicht... und nicht so... .
Er bat Vater Calmexistus ihn zu lehren von den Vieren... er würde lernen und dann würde er kämpfen... .
Sollte er leben würde er seinen Schwur halten zu dienen den Vieren auf ewig.... denn hatte er seine Antwort nicht bekommen?
Als er wieder in der Dunkelheit alleine war kniete er nieder und betetet zu Astrael... .


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BeitragVerfasst: 4.09.03, 11:34 
Ehrenbürger
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Es war ein einsamer, stiller Ort, an dem die Gestalt in dunkler Robe saß, eine Schale mit Wasser neben sich, die andere mit Blut, ihrem Blut.
Das schmale Felsdach spendete Schutz vor Regen und Wind und die Frau, dir dort saß, rührte sich nicht.

Klar klang ihre heisere Stimme durch Wind und Wetter, ohne Stocken, in vollkommener Gewissheit.

"Oh Herr, steinig ist der Weg, den wir zu Dir gehen,
staubig ist der Pfad und voller Hindernisse,
seine Seiten sind gesäumt mit Dornen
und die Hunde laufen am Rand, die Wanderer zu reissen.

An Dir aber, Einziger, finde ich Deine Vollkommenheit,
damit die Kraft, voranzugehen
damit den Mut, nicht anzuhalten
damit die Gewissheit, dass der Pfad der rechte ist
damit die Demut, mich und den Weg nicht zu verkennen
damit die Stärke, mich über mich selbst zu erheben
auf alle Zeit.

Dankbar bin ich für dies, Dein Werk
in Dankbarkeit bin ich Dein
Es gibt nichts neben Dir und nichts über Dir
mein Leben ruht in Deinen Händen
meine Seele ist Dir zu Ehren
meine Kraft nach Deinem Willen
mein Handeln für Dein Werk auf Tare
ich bin Dein und bin, um zu dienen."


Sie tauchte ihre Fingerspitzen in die Schale mit Wasser, dann in die mit dem langsam zäher werdenden Blut.
Mit Blut zeichnete sie sich ein senkrecht stehendes Auge auf die Stirn, sicher und ruhig als habe sie das schon hunderte Male getan, ein Siegel für ihre Worte.

"Meine Hand, die Deinen auf Tare zu schützen,
meine Hand, Deine Feinde auf Tare abzuwehren,
mein Wille, sie zu besiegen
für ihre Lügen, gegen sich und andere,
für ihre Grausamkeiten, gegen sich und andere,
für ihre Sklavenketten, an sich und anderen:
Ich bin der Dornbaum, an mir soll ihr Trug zerschellen."


Auf die linke Hand folgte ein in sich gedrehter Kreis, auf die rechte ein Kreuz, beide aus dem dunklen Blut der Frau auf ihre Haut gezeichnet.
Den Rest aus den Schalen, erst Wasser, dann Blut, goß sie aus, so dass kristallklare und rubinrote Tropfen wie Tränen über ihre bloßen Füße rannen und sich miteinander mischten.

"So kann ich nicht anders und will nicht anders:
Ich erflehe Reinigung, denn ich habe Makel
Ich erflehe Stärke, denn ich will sie geben
Ich erflehe Mut, denn ich will ihn spenden
Ich erflehe Klarheit, denn ich will erkennen."


Dann versank sie in Schweigen, mit weit geöffneten, leeren Augen als sähe sie in der hereinbrechenden Dunkelheit ganz eigene Schatten, vielleicht solche, die nie ein anderer als sie würde sehen können.
Reglos blieb sie an dem kleinen Platz und lauschte der Finsternis.


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BeitragVerfasst: 6.09.03, 10:32 
Einsiedler
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Vater Calmexistus war gekommen um ihn in die Kapelle der Vier zu bringen...der Weg dorthin war schwer ....voller Qual...immer wieder murmelte er das vor sich hin was ihm Vater Calmexistus aufgetragen hatte zu beten: Ihr heilgen Vier vergebt mir... .
In der Kapelle trug er ihm auf zu beten...ununterbrochen ohne Speis und Trank, ohne Schlaf...immer und immer wieder die Vier demütig um Vergebung zu bitten... und er betete... mit dem Wissen dass er stärker war als der Mann den er einst Meister genannt hatte... er war den Weg in die Dunkelheit gegangen und er war stark... nun bat er dafür um Vergebung... .
Laut betete er immer und immer wieder dieselben Worte: „Ihr heilgen Vier vergebt mir...“
Doch im Geist vollendete er den Satz.... Ihr heilgen Vier vergebt mir, denn ich bin den Pfad in die Dunkelheit gegangen, habe gewandt die macht der Finsternis gegen den der sie mich lehrte... oh Ihr heilgen Vier vergebt mir meine Schwäche... .

Schweigend kniete er in der Kapelle, eigentlich sollte er müde sein hätte er doch kaum Ruhe gefunden, nach der im Gebet durchwachten Nacht, nach der Arbeit und.... nach dem Lied der Klage... in der Sprache seiner Heimat.... die so vertrauten Worte.... und hatte dafür die Kapelle verlassen... ohne Qual und Strafe durch den Meister wie auf dem Weg hierher.... oder doch?
War die Strafe diesmal nur die Versuchung? Er bemerkte es kaum... so sehr konzentrierte er sich auf die Frau.... auf ihre Worte..... Vater Calmexistus wollte ihn in Ketten legen lassen....?
Wofür? War er nicht freiwillig hier? Glaubte er wirklich er würde fliehen?
Er ging zurück in die Kapelle kniete nieder und betete.... bat um Vergebung.... .
Wieder murmelte er leise mit gesenktem Kopf: „ Ihr heilgen Vier vergebt mir... .“
Freudig hatte er die ihm auferlegte Busse erfüllt, auch wenn er müde war.... er sprach die Worte: „ Ich danke Euch, Ihr heilgen Vier, dass Ihr mir gnädig seid und mich Busse tun lasst. So will ich Euer Diener sein.“ Er sprach voller Dankbarkeit.... wollte glauben.... und dann war da diese Frau.... wohl eine Novizin des Ordens.... erst schien sie freundlich, gar besorgt..... bis sie erfuhr wem er gedient hatte... dann war da nur noch Hass.... sie nannte ihn einen Schlächter... wünschte dass die Viere ihn zerfetzen mögen...
Warum tat sie das? Was hatte er ihr getan? Sah sie nicht wo er war? Er kniete vor ihr, weinte wie sie... . Sie kannte ihn nicht, wusste nicht warum er IHM gedient hatte...kannte nicht die Qual und den Schmerz.... und doch verdammte sie ihn... so wie alle....außer Yartasha.... .
Sie war anders... wieder fand sie Worte des Trostes und dafür war er ihr dankbar.... sie sagte er müsse den Tod durch seinen ehemaligen Herren nicht fürchten.... sprach vom ewigen Frieden in den Hallen Morsans... und er bat die Viere um Gnade, um Erlösung.... er bat Yartasha ihn zu erlösen... doch sie wollte nicht, sagte sie könne ihn nun nicht mehr erlösen... nun da er die Viere um Vergebung bat... bereit war zu Glauben.... .
Sie ging mit ihm vor die Kapelle....meine es gäbe so viele schöne Orte in der Stadt.... beinahe hätte er für einige Momente all die Qual und den Schmerz vergessen....doch da waren die Schatten, die Diener seines Meisters..... und die Novizin des Ordo Astraeli, diesmal verdammte sie ihn nicht sondern drehte sich wortlos um und ging.... und da war der Mann.... die stumme Drohung... er sagte Yartasha er wäre müde... oh ja er war müde... sie gingen zurück in die Kapelle und er sagte ihr er würde sich hinlegen.... doch wartete er nur bis sie fort war um dann noch einmal hinaus zu gehen....doch der Mann war fort.... wie er es erwartet hatte.
Kurz blickte er aus, sah zum Altar... dann glitt sein Blick zur Tür hinter der Vater Calmexistus verschwunden war.... .
Und leise murmelte er, was in der morgendlichen Stille der Kapelle beinahe laut, zu laut klang: „ Ihr heilgen Vier vergebt mir...“ dass ich hoffe sie kommt wieder... dass ich hoffe Talisha kommt wieder ... und er erinnerte sich an ihre Worte: „ Er liebt...“.


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BeitragVerfasst: 8.09.03, 12:18 
Einsiedler
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Wieder kniete er mit gesenktem Kopf dar, doch dies Mal stumm, in Gedanken versunken.
Was hatte sich geändert seit dem Angebot, der Drohung seines ehemaligen Herren?
Er wäre ihm gefolgt... doch nun... Yartasha hatte alles verändert.... ihm wieder Kraft und Trost gegeben.... sie sagte sie würde sterben.... und er war entsetzt....entsetzt und voller Trauer... sie war die einzige.. eine unter Tausend.... und dafür würde er sterben....nicht für Vergebung und Gnade der Vier... es gab keine Vergebung, keine Gnade...weder die des Einen noch die der Vier... aber das war nun gleich...er wusste er würde sterben.... er konnte beinahe spüren wie der Mann die Bolzen prüfend in der Hand drehte.... .
So wie damals Sarim...
Sarim dreht den Bolzen prüfend in der Hand, nahm dann einen anderen und legte ihn in die Armbrust ein. Ohne großes Interesse sah der Junge ihm dabei zu.
„So. Und jetzt nimm!“ Auffordernd hielt Sarim ihm die Armbrust hin. Abwehrend hob der Junge die Hände. „Ich will aber nicht!“ Sarim stieß ein verärgertes Grunzen aus.
„Der Meister hat mir befohlen dir zu zeigen wie man damit umgeht, also lernst du es auch, verstanden!“ „Mir gleich was der Meister sagt!“ erwiderte der Junge trotzig. Verärgert drehte er sich um und ließ Sarim einfach stehen.
Er verließ das Zeltlager, wollte einfach nur alleine sein.
Nach einiger Zeit blickte er zurück auf das Lager, er sah wie die Männer sicher bereit machten, sie würden bald reiten. Wieder drehte er sich um und sah gedankenverloren in die Wüste hinaus.
„Er wird nicht erfreut sein..“ Hörte er hinter sich die heisere, krächzende Stimme Asmids.
Der Junge dreht den Kopf und sah über die Schulter zu dem auf einen Stab gestützten alten Mann.
„Sarim drängt zum Aufbruch,“ der Alte drehte den Kopf und blickte aus zusammengekniffenen Augen zum Lager. Die Krieger waren bereits aufgesessen und ritten in raschem Galopp aus dem Lager.
„Sie werden töten,“ der Junge klang betrübt.
„Ja..“
„Sie werden alle töten... .“ Der Junge drehte sich wieder um und starrte in die Wüste hinaus um die Tränen zu verbergen die in seine Augen traten.
„Worum weinst du?“ Die Stimme des Alten klang freundlich, voller Mitgefühl.
Der Junge schwieg und starrte weiter vor sich hin.
„Um sie?“ Der Junge nickte leicht.
Asmid seufzte leise. „Mein Junge, sie würden auch nicht um dich weinen,“ sanft legte er ihm die Hand auf den Unterarm.
„Sie sind ungläubige, die die Wahrheit nicht sehen.“
„Und deshalb müssen sie sterben und wieder kehren zu untotem Leben? Das ist grausam!“
Wütend drehte sich der Junge zu dem alten Mann um.
„Niemand hat das verdient!“
„Wirklich?“ Ruhig zog Asmid die Hand zurück.
„Sie sind grausam und brutal! Einige der Männer dort,“ er deutete mit dem Daumen über die Schulter zum Lager. „Haben ihre gesamte Familie, Freunde, Verwandte an die Häscher der Kirche verloren! Die hatten auch keine Gnade, mit niemandem! Es gibt keine Gnade merk dir das! Nicht bei so was wie denen!“ Der alte Mann war aufgebracht und sprach nun voller Verachtung.
„Diese Schlächter! Mörder!“ Der Junge zuckte zusammen und wich ein Stück vor dem alten Mann zurück.
„Also wein mir nicht um sie!“ Wütend drehte er sich um und ging zum Lager zurück.
„Asmid!“ Hastig lief der Junge dem Alten hinter her.
„Asmid,“ wiederholte der Junge noch einmal als er diesen eingeholt hatte und nun langsam neben ihm her ging. „Meine Mutter glaubt an...“ er unterbrach sich da er den Alten nicht noch mehr verärgern wollte. „..ich halte sie nicht für eine Mörderin....“ Der Junge blickte fragend zu dem Alten auf.
Asmid brummte nur unverständlich vor sich hin und humpelte weiter in Richtung Lager.
„Sie werden doch wohl kaum alle so sein? Niemand ist gleich dem anderen... .“
Verärgert knurrte Asmid und sah den Jungen wütend an.
„Doch sie sind alle gleich! Und mancher gleicher!“
Verwirrt sah der Junge ihn an.
„Gleicher?“
„Ja,“ murrte der Alte. „Diese Wahnsinnigen die Ihr leben den Vieren weihen! Verblendete!“
Der Junge sah immer noch von der Seite zu ihm auf.
„ Der Orden des Astrael! Ich dachte du kennst diese Ketzer?“
Der Junge nickte leicht. „Ja, aber...“
„Aber was? Diese verblendeten Narren! Nicht besser als der Orden Bellums!“
„Bellum?“
„Der Herr des Kampfes, der Ehre, des Mutes und der Schmiedekunst... .“ Er begann mit ruhiger Stimme die Vier aufzuzählen: „ Astrael, der einäugige Herr des Wissens und der Magie..., Morsan, der Herr des Schlafes und des Todes.... und Vitama, die Herrin des Lebens und der Liebe... .“ Dann wurde seine Stimme hart und kalt: „ Alles verblendete Narren! Und nun komm, wenn wir schon nicht mit den anderen mit reiten dann können wir auch gleich zum Meister zurück.“
Der Junge zuckte nur mit den Schultern.
„Lassen wir uns lieber Zeit... es eilt ja nicht.. .“
„Der Meister wird dich bestrafen.“
Wieder nickte der Junge nur.
„Für einen der die Vier so verachtet weißt du ziemlich viel über sie..“ murmelte er leise.
Asmid schwieg und verschwand in einem der Zelte.


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BeitragVerfasst: 10.09.03, 11:24 
Einsiedler
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Zuerst wusste er nicht wo er war.. es war kalt, er lag zitternd im Bett... in einem Bett??!! Entsetzt versuchte er sich aufzusetzen, lies sich jedoch gleich darauf stöhnend zurück sinken als ein brennender Schmerz durch seinen Rücken zuckte und der Raum sich um ihn zu drehen begann. Er erinnerte sich wieder... an die Selbstgeißelung auf dem Marktplatz im Regen und dann die Erneute Geißelung in der Kapelle... . Doch das erklärte nicht was er hier machte... dunkel erinnerte er sich an Vater Calmexistus, der neben ihm saß und.... wieder lächelte er... .
Blickte an die Decke...irgendwo musste ein Krug mit Wasser stehen fiel ihm ein...er war durstig... er drehte den Kopf...ja neben dem Bett stand ein Krug mit Wasser... Wasser...Wasser...wirr tanzte dieser Gedanke durch seinen Verstand.... er leckte sich über seine aufgesprungenen Lippen... er starrte den Krug an..... Ath.... .
Was tat er hier eigentlich?
Warum lebte er überhaupt noch?
Warum du noch lebst? hörte er die höhnische Stimme seines ehemaligen Meisters.
Weil ein schneller Tod Gnade bedeutet und du hast keine Gnade verdient, mein Junge.
Du wirst mir diene gleich ob du willst oder nicht!

Er bäumte sich auf, keuchte heiser und leise: „Nein!“
Ach? Wirklich nicht? Und das nur wegen diesem elenden Geweihten? Wach endlich auf! Es geht ihm nur darum dich zu bekehren und wenn du dabei stirbst kümmert es ihn nicht! Ein Ketzer weniger!
„Nein! Ihr lügt!“ krächzte er heiser.
Ich lüge? Und du? Du willst mir doch nicht erzählen, dass du ihm vertraust?
Doch? Warum sagst du ihm dann nicht alles, deinem geliebten Vater?
Seine Stimme war voller Spott und Hohn.
Warum redest du dann noch mit mir? Ich weiß du hasst mich. Und doch redest du mit mir und nicht mit ihm?
Er versuchte sich stöhnend aufzurichten, wieder drehte sich der Raum um ihn. Hastig schloss er die Augen, atmete einige Mal tief durch und murmelte leise: „ Ich sage es ihm....ich werde ihm alles sagen... .“
Und nun? Kriechst du in die Kapelle und betest? Er hörte das höhnische Lachen seines Meisters.
Stirb gut, „mein Sohn“.
Es war eisig kalt im Raum und er fühlte sich sehr schwach.
Doch er musste aufstehen...musste in die Kapelle.... irgendwie kam ihm der Gedanke dass sein ehemaliger Meister Recht hatte. Doch nein! Er irrte sich! Es war falsch dass er hier im Bett lag. Er wollte beten und Buße tun.
Zitternd stand er auf. Er fühlte sich schwach ... unendlich schwach... er taumelte einige Schritte... fiel zu Boden und kroch weiter auf die Treppe zu.... .


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BeitragVerfasst: 11.09.03, 09:26 
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Er war fast bis zur Kapelle gekommen doch hatte ihn Vater Calmexistus vorher gefunden und wieder nach oben ist Bett geschafft. Er war viel zu erschöpft, wollte sich hinlegen und so folgte er ihm willig als Vater Calmexistus sagte sie sollten zuerst wieder nach oben gehen und dann beten. Wieder setzte er sich neben sein Bett, hielt seine Hand, sagte irgendetwas über morgen und dass er schlafen müsse.
Er schlief und diesmal versuchte er nicht wieder zur Kapelle zu kommen.
Er träume wirr von seiner Heimat:
Er war am Nir mit seinem Vater... nein dieser Mann war nicht sein Vater, war es nie gewesen, dass wusste er nun.
Er war mit diesem Mann am Nir, Fische fürs Abendbrot fangen wie sie es sooft getan hatten.
Doch diesmal war etwas anders, diesmal wusste er dass jedes Lächeln, jedes freundliche Wort Hohn waren!
Sie setzten sich ans Flussufer und angelten.
Schweigend saßen sie da, er konnte die Bedrohung, die Gefahr spürten.... .
Und dann beugte er sich nach vorne, sah auf die von Wellen gekräuselte Wasseroberfläche des Nir.... und sah seinen ehemaligen Meister hinter sich stehen.
In schwarzem, wallenden Gewand... .
Er wollte aufspringen, weglaufen, schreien, irgendetwas doch er konnte nicht... .
Alles begann sich zu drehen, zu verschwimmen.... .
Als er wieder klar sehen konnte war er nicht mehr am Nir... er sah ein junges Mädchen in einer schwarzen Robe mit untergeschlagenen Beinen vor einer Felswand sitzen und vor ihr stand ein vielleicht 20 Astrael alter Mann... .
Er kannte ihn.... hatte ihn längst in Morsans Hallen geglaubt... .
Und nun lebte er... doch was tat er da.... war er gar ein Anhänger des Einen?
Er hörte seinen Meister leise lachen eher erneut alles verschwamm.... .
Er sah den Mann mit seiner Schwester vor dem Hausseiner Eltern stehen, sah wie er mit seiner Schwester redete...
er brauchte nicht zu hören was sie sprachen, konnte es sich denken.... .
Nein, dieser Mann war kein Anhänger des Einen, was jedoch fast noch schlimmer war... er war kein Mörder der ihn töten sollte.... .
Wieder hörte er die leisen, höhnischen Worte seines Meisters: „ Tod ist Gnade..“
Er spürte panische Angst in sich aufsteigen, es würde viel schlimmer werden als der Tod.... dieser Mann würde alle zerstören, ihm alles nehmen.... .
Nein, er würde nicht kampflos aufgeben! Doch was sollte er tun? Fliehen? Er wusste nicht wohin und außerdem war er viel zu schwach dafür.
Er konnte nur waren... . Wieder erinnerte er sich an die Worte von Vater Calmexistus...was war morgen oder besser gesagt heute?
Würden sie ihn doch den Flammen übergeben?


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BeitragVerfasst: 14.09.03, 10:20 
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Er betete leise, murmelte immer und immer wieder dieselben Worte vor sich hin nur unterbrochen von einigen in seiner Muttersprache. Er versuchte das Gespräch mit Vater Calmexistus zu vergessen, versuchte zu vergessen dass sein „Meister“ wohl einmal nicht gelogen hatte.
Er war ein Narr gewesen sich gegen ihn zu stellen. Entweder er spielte mit und tat was der Meister sagte oder dieser würde mit ihm spielen.
Und nun stand er alleine da, alleine gegen die Viergottgläubigen und die Anhänger seines Meisters.
Er wollte seinem Meister nicht dienen. Er wusste es gab noch einen anderen Weg.... einen Weg weder dem Meister zu dienen noch von ihm benutzt oder weiter gequält zu werden... .
Dann waren wenigstens all die Schauergeschichten die man sich bei den Anhängern des Einen über die Kirche der Vier erzählte wahr...und sie hatten vielleicht wieder eine neue. Schließlich wusste der Meister fast alles. Aber brach er damit nicht seinen Eid?
Würde sein neuer Herr ihm dies vergeben? Er wusste es nicht, wusste jedoch auch nicht was er sonst tun sollte. Wieder betete er leise in seiner Muttersprache, wieder bat er um Hilfe und um Vergebung.... .


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BeitragVerfasst: 14.09.03, 16:18 
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Trotz aller Zweifel und Sorge, auch übermüdet ob der schlaflosen Nacht wußte Calmexistus um seine Pflichten, die er zu erfüllen hatte.

Eine dieser Pflichten war es, zu beginnen mit den Vorbereitungen, welche notwendig waren, für jene Messe, bei der auch jenem Jamil die Sünden vergeben werden sollten. So begann er damit, Briefe aufzusetzen für die höchsten Würdenträger der Orden der heilgen Viere, in denen er um eine Audienz bat, auf daß die heiligen Eminenzen auftragen, was er zu tun habe für die Vorbereitung dieser Messe zu Ehren und zur Lobpreisung der heiligen Viere.

Während er diese Briefe verfasste, legte er häufig seine Feder bei Seite und dachte nach. So fragte er sich, ob er recht tat im Namen der heilgen Viere. War er gewachsen dieser Aufgabe, der er sich selbst zu stellen wünschte noch vor einiger Zeit? Unsicher war er sich, als er an die letzten Gespräche mit jenem Jamil dachte. Auch dachte er an jene Frau Greifenstein, die Anklage, welche erhoben wurde gegen jene und welches wohl Schicksal jener Frau Greifenstein sein werde.

Was ist Gerechtigkeit? Diese Frage beschäftige ihn, während er nachdachte, doch schrieb er dann weiter an den Briefen udn nahm sich fest vor, nochmals die Beichte jenem Jamil alsbald abzunehmen.

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Furchtbar ist es, zu töten.
Aber nicht andere nur, auch uns töten wir, wenn es nottut.
Da doch nur mit Gewalt diese tötende Welt zu ändern ist, wie Jeder Lebende weiß.


Zuletzt geändert von Calmexistus: 14.09.03, 16:19, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.09.03, 08:26 
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Wieder war Vater Calmexistus gekommen, hatte ihm befohl mit in die Kapelle zu gehen und ihm dann gesagt wie er die Vier zu Lobpreisen hatte. Wusste er eigentlich war er damit anrichtete? Bis jetzt hatte er nicht gewusst wie er die Vier preisen und loben sollte, hatte es deshalb nur in seiner Muttersprache getan, sodass ihn niemand verstand doch nun... . Er wusste nicht was ihm erlaubt war zu sagen, so tat er wie ihn Vater Calmexistus geheißen und sprach immer nur ein kurzes Wort des Lobes. Nur vor der Waage Astraels konnte er nicht anders, sprach einige Worte in der Sprache seiner Heimat. Er nahm an Vater Calmexistus missbilligte dies obwohl er es nicht laut aussprach. Flüchtig fragte er sich warum? Hatte er ihm nicht gesagt er solle die Vier lobpreisen? Wenn ihm nicht gefiel wie er es tat sollte er ihm doch einen anderen Weg zeigen! Außerdem zweifelte er daran, dass Astrael ihn nicht erhören würde nur weil er irgendwelche rituellen Formen nicht einhielt, schließlich wusste er es nicht besser.
Nun kniete er vor dem Altar, betete leise:

Ihr heilgen Vier erhört mich.
Astrael, ich trage meine Last vor dich. Hilf mir damit.
Morsan, ich trage meine Schuld vor dich. Erlass sie mir.
Bellum, ich trage meine Sünden vor dich. Vergib sie mir.
Vitama, ich trage meine Schwäche vor dich. Stärke mich.
All dies trage ich vor Euch.
Ich bitte um Hilfe, Erlassung der Schuld, Vergebung der Sünden und Stärke.
Ihr heilgen Vier erhört mich.

Er wusste nicht wie oft er dies leise vor sich hin murmelte, doch irgendwann musste er eingenickt sein.
Zuerst wusste er nicht was ihn aufschrecken ließ denn es war still, im morgendlichen Dämmerlicht der Kapelle war kein Geräusch zu hören außer seinem eigenen heftig gehenden Atem. Doch dann wusste er es, spürte er es... ihn wieder.... . Seinen „Bruder“! Er kam hierher...würde er nach ihm suchen? Was wusste er? Gleich was er wusste es würde wohl ziemlich einseitig sein. Was sollte er tun? Er hob den Kopf und sah zur Waage.

Herr, hilf mir!
Was soll ich tun? Man wird mir wohl kaum die Gelegenheit geben mit ihm zu sprechen und selbst wenn warum sollte er mir zuhören? Wie soll ich ihm nur die Wahrheit zeigen? Wie Eure Gnade, mein Herr? Er würde mir nicht zuhören, mich für einen Narren halten.
Oder sollte ich Vater Calmexistus davon erzählen? Doch wie kann ich, oh Herr, spielt er doch seine Spiele mit mir und quält mich! Wie kann ich ihm vertrauen? Ich will ihm ja vertrauen, manchmal scheint es als würde er mich verstehen, meinen Schmerz, meine Qual und.... meine Sehnsucht, oh Herr ist das Frevel? Ist das Sünde? Ich verstehe dich nicht, Herr sag mir warum, auf dass ich verstehe!
Herr, hilf mir!
Ich kann mich doch nicht gegen meinen eigenen „Bruder“ stellen! Ich bin diesen Weg freiwillig gegangen. Doch er? Würde auch er ihn gehen wenn er deine Gnade, deine Herrlichkeit sieht, Herr? Ich weiß es nicht. Wird nicht die Liebe zu dem Mann den er „Vater“ nennt größer sein als zu dir ,mein Herr? Ich weiß nicht welche dunkeln Geheimnisse er verbirgt, ich kenne nur meine eigenen... . Er, sein „Vater“, kennt sie wohl, doch mit mir sprach er nie darüber.
Und mein „Vater“? Wieder ist da die Frage, kann ich ihm wahrlich vertrauen? Doch dienen wir nicht beide dir, oh Herr? Herr, zeig mir, dass ich ihm vertrauen kann wie ich dir vertraue!
Herr, hilf mir!

Leise erhob er sich, trat zur Waage, kniete davor nieder und küsste sie.
Leise und flehend murmelte er: „Herr, hilf mir... .“
Trat dann wieder vor den Altar und kniete nieder.
Wieder begann er leise zu beten: „Ihr heilgen Vier erhört mich. ...“


Zuletzt geändert von Jamil: 15.09.03, 17:31, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 16.09.03, 09:47 
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Er kniete in der morgendlichen Stille der Kapelle vor dem Altar und betete kaum hörbar, bat um Hilfe und Vergebung, ehe er den Kopf hob und zum Schwert Bellums sah.
Langsam stand er auf trat vor das Schwert, kreuzt die Arme vor der Brust, ballte die Fäuste und kniete vor dem Schwert nieder.
Mit leicht gesenktem Kopf und geschlossenen Augen begann er leise zu Beten:

Du das Licht der Gerechten
heiliges Schild Falandriens.
Und Klinge der Ehre
Erhöre die Worte deiner Brüder.
Du, Das Licht der Gerechten lasse dein Licht wandeln über den Leibe Tares
leuchte jenen deinen Weg die vom Weg der Gerechten sich abwandten.
Erhelle dein Licht mein Herz auf das es ewig für die Gerechtigkeit schlägt.
Denn du bist as Licht der Gerechten.
Du, das heilige Schild Falandriens lasse den Mut in mir entflammen
um die Schwachen bis zum letzten Tropfen meines Blutes
mit meinem Leib der dein Schild sei zu verteidigen.
Denn du bist das heilige Schild Falandriens
Du, die Klinge der Ehre reiche mir die Kraft und das Ehrgefühl
die Unschuldigen zu verschonen.
Sei mein Verstand der Griff deines Schwertes den du weise zu nutzen weißt
Und sei meine Kraft deine Klinge die Deine Feinde
zurück ins Licht zu führen vermag.
Denn du bist die Klinge der Ehre.
So erhöre die Worte deiner Brüder.
Denn du bist das Licht der Gerechten.
Das heilige Schild Falandriens.
Und die Klinge der Ehre.

Schweigend verharrte er noch einen Augenblick, ehe er sich erhob, vor die Waage trat erneut nieder kniete und dies küsste.

Herr, wie gerne würde ich auch dich preisen. Doch vermag ich dies nur mit meinen eigenen Worten.
Herr, ich danke dir für eine Antwort, so sehr sie mich auch Schmerz... bedeutet es doch dass ich nun jedes Wort abwägen muss, reden und doch nichts sagen... kein Wort wird mehr offen gesprochen werden.. ich weiß nicht was ich getan habe, doch ich weiß dass Vater Calmexistus mir nicht vertraut. Sieht er meine Reue nicht? Nein, nur Ihr allein, wisst ob ich wahrlich bereue... und doch schmerzt es mich.... schmerzt mich zu sehen wie er, dem ich vertraute, mehr als alles vertrauen wollte sich von mir abwendet.
So bleibst mir nur du, oh Herr.
Hilf mir, oh Herr!
Hilf ihm, oh Herr, auf dass er erkennen möge die Wahrheit... und den Schmerz den er mir zufügt... .
Herr, ich danke dir für deine Gnade, dass du mich sehn lässt dein Licht, erkennen lässt deine Wahrheit,. deine Weisheit.

Wieder küsste er die Waage und erhob sich leise um wieder vor den Altar zu treten, nieder zu knien und leise zu beten.. .


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BeitragVerfasst: 20.09.03, 11:50 
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Er verstand noch immer nicht ganz warum dieser Mann, Magister Edomawyr ihn verhört hatte und er wusste nicht was er mit Vater Calmexistus besprochen hatte. Doch er würde schon wissen was er tat und er hatte ihm befohlen dem Magister zu gehorchen, so würde er es tun. Auch wenn die Antworten auf die Fragen des Magisters nur das Nötigste enthielten. Antworten und doch nicht antworten, jedenfalls nicht so wie er gekonnt hätte. Doch das war gleich sie schienen auch so mit seinen Antworten zufrieden und genau das hatte er beabsichtig. Doch warum erzählte er Vater Calmexistus dann in der Beichte von den Anderen? Warum sagte er ihm er würde sie davon überzeugen sich ihm zu zeigen? Er konnte nicht von ihnen verlangen dass sie einem Mann trauten von dem er nicht einmal selbst wusste ob er ihm trauen konnte... . Oh ja, natürlich hatte Vater Calmexistus auf die Frage ob er ihm vertraute mit „Ja“ geantwortet. Doch wer hätte schon mit „Nein“ geantwortet? Was gab es für einen Beweis für die Wahrheit seiner Worte? Die 100 Schritt die er die Kapelle nun verlassen durfte? Wohl kaum! Auf den Straßen liefen genug Wachen herum die ihn wahrscheinlich gleich verhaften würden wenn er die Kapelle verließ und selbst wenn dem nicht so war. Wohin sollte er gehen? Trug er doch noch immer den Eisenkragen mit dem Namen des Ordo Morsan... . War nicht allein dies der Beweis für die Lüge in seinen Worten? Wie konnte er nur so eiskalt lügen, vor den heilgen Vier! Hier in der Kapelle, vor dem Altar! Wie konnte er da nur lügen?
Er wollte nicht glauben dass Vater Calmexistus log!
Er wollte ihm vertrauen!
Und nur deshalb erzählte er ihm von den Anderen.
Er wollte dass auch sie sahen was er sah, fühlten was er fühlte für diesen Mann... .
Und deshalb würde er es ihm zeigen, ihm vertrauen, ihm alles offenbaren, keine Geheimnisse mehr, keine!
Dann würden auch sie es empfinden, das Glück, die Geborgenheit, die Sicherheit... .
Leise rief er nach den Anderen... .

Ja, ich höre dich,
hörte er aus weiter ferne die helle, klare Stimme einer Frau.
Du willst ihn wirklich hierher bringen? Du, Narr! Siehst du seine blaue Robe nicht?
Er ist ein Geweihter Astraels!! Er benutzt dich nur! Er wird dich töten, wenn er dich nicht mehr braucht und uns dazu! Ich dachte du kennst dieses Spiel vom Reden und nichts sagen?
Genau das spielt er mit dir! Er redet, lässt dich das hören was du hören willst! Und doch sagt er nichts! Wach auf! Erkenne die Wahrheit!

NEIN! Er wehrte sich dagegen! Er wollt nicht glauben dass Vater Calmexistus log!
Hör mir zu, ich diene der Herrin Vitama und ich warne dich vor ihm! Bedeutet das nichts?
Auch ich diene den heilgen Vier! Warum hörst du auf ihn und nicht auf mich? Du weißt dass ich nicht lüge! Hier gibt es keine Lüge!

Ja, er wusste sie sprach die Wahrheit. Sie war davon überzeugt was sie sagte. Das hieß jedoch nicht dass sie auch recht hatte!
Dann hörte er eine tiefe, männliche Stimme, sie hat Recht, Junge. Wenn du ihn hierher bringst wird er auch über uns einiges wissen. Zuviel finde ich! Und du bringst uns alle damit in Gefahr! Nicht nur dass er versuchen wird uns zu finden und verhaften zu lassen! NEIN! Der Meister wird versuchen uns zu töten! Glaubst du er wird einfach zu sehen wie du einen Geweihten hierher bringst? Hier wo auch er sehr angreifbar ist? Er würde hier nicht mal einen Hochgeweihten des Einen dulden! Warum sollte er dann einen Mann des Ordo Astraeli hier dulden? Außerdem hatten wir eine Vereinbarung! Hier ist der Glaube gleich! Keine Vier! Kein Einer! Nicht mein Herr und nicht Kendras Herrin!
Nein! Nein! Ihr versteht mich nicht! Er war der Verzweiflung nahe! Warum verstanden sie nicht? Warum sahen sie nicht die Wahrheit?
Die Wahrheit?
wieder sprach die Frau zu ihm. Die Wahrheit? Dass du dich danach sehnst er wäre dein Vater? Ihre Stimme klang spöttisch, voller Hohn. Das ist er nicht! Er ist GEWEIHTER!!! Das ist eine billige Redewendung, dass er dich „Sohn“ nennt! Mehr nicht!!!!
Sie schrie ihn nun fast an.
Einen Moment lang spürten sie nun Beiden, den Schmerz der jungen Frau über den Verlust ihrer Eltern, ihrer Freunde und wussten vom Preis für ihr Leben, ihrer Seele... .
Ehe sie sich wieder Beherrschte und das Gefühl verschwand.
Dann hörten sie ihre Stimme, eisig und kalt.
Dann hol ihn her! Zeig es ihm! Stürtz uns alle in Verdammnis! Ich werde mich vorbereiten, mich verhüllen und dann mit ihm sprechen auf dass du die Wahrheit siehst... .
Mir kann er keine Ketzerei vorwerfen diene ich doch der Herrin!

Nun hörte er wieder die Stimme des Mannes, diesmal klang sie besorgt.
Der Meister wird davon wissen und dich töten! Wenn du deine Kraft dafür gebrauchen musst dich zu verbergen wird es ihm ein leichtes sein dich zu töten! Ihr könnt euch beide nicht wehren! Wollt Ihr wirklich euer Leben in die Hand dieses Mannes legen?

Die Frau seufzte leise.
Ich werde mir irgendwas einfallen lassen, wie er uns schon nicht so einfach bekommt. Irgendwas wird mir schon einfallen... .

Sie klang nun sehr müde und nach einem kurzen Augenblick wusste er dass sie fort war.
Wenn Ihr wegen dir etwas zu stößt... .

Er hörte die Drohung in den Worten des Anderen ehe auch dieser sich zurückzog.
Wieder war er allein in der Kapelle... .
Leise begann er zu seinem Herren zu beten.... .


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BeitragVerfasst: 24.09.03, 10:31 
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Er war wütend! Doch eigentlich war er selbst dafür zu müde, er fühlte sich ausgelaugt und erschöpft. Zweimal hatte er gegen die Diener der elenden Vier verloren, zuerst gegen diese elenden Geweihten des Einäugigen und dann gegen den Diener der Hure Vitama. Und doch war er müde, todmüde. Er wollte nur noch schlafen... . Flüchtig überlegte er sich durch einen Zauber zu schützen, ein weiterer Kampf würde sehr gefährlich werden. Doch er kam zu dem Schluss dass ihn niemand angreifen würde, Jamil kniete in der Kapelle und murmelte glücklich und voller Liebe zu den widerwärtigen Vier irgendeinen Unsinn vor sich hin. Und die Novizin der Hure würde ebenso geschwächt sein wie er. Sollten sie denken dass sie gesiegt hatten, ihren Sieg genießen, diese elenden Geweihten! Er würde Jamil vernichten, langsam und qualvoll, würde ihm alles nehmen! Er würde ihn dazu bringen seinen Herren, den Gottkönig, den einzig wahren Gott, um Vergebung anzuflehen! Öffentlich! Vor aller Augen! Und dann, vielleicht würde er seinen gebrochenen Geist erlösen und ihn töten, aber eigentlich wäre der Triumph noch um so größer wenn die die doch dachten ihn bekehrt zu haben ihn töteten. Der Mann, den er so liebevoll „Vater“ nannte ihn anzündete. Leise lachte er bei diesem Gedanken, schleppte sich mühsam zu seinem schlichten Bett und ließ sich darauf sinken.


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BeitragVerfasst: 24.09.03, 19:05 
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Er saß vorne auf einer Bank der Kapelle und dachte über die gestrigen Ereignisse nach. Wie der arme Jamil zu ihm kam und ihn bat die Beichte abzunehmen. Wie er versucht hatte ihn davon zu überzeugen, dass die Herrin bei ihm sei und ihm vergeben hätte. Es war nicht leicht gewesen, doch er glaubte es einigermaßen gut geschafft zu haben, zumindest für einen Novizen. Ein leichtes Schmunzeln huschte über seine Lippen. Dann lies er die Ereignisse vor seinem inneren Auge weiterlaufen... Er sah wie er zusammen mit Jamil vor die Kapelle trat und er sah den Schatten. Der Schatten? Irgendetwas böses und kaltes ging von ihm aus, dass hatter er gespührt... doch sein Glauben war stärker gewesen. Er hatte sich zurückerinnert an seine Gefangenschaft im Lager des Einen... wie er schließlich im Wald angebunden und von der Herrin gerettet wurde. Sie war bei ihm und sie würde ihn auch gegen den Schatten verteidigen. Deutlich sah er, wie der Schatten langsam die Gestalt einer Person annahm. Er erinnerte sich, wie er mit dieser Gestalt gesprochen hatte, ja... man könnte beinahe von einem Kampf reden. Er hatte versucht Jamil davon zu überzeugen, dass ihm der Schatten nichts anhaben könnte... und doch lies der Schatten Jamil leiden... spielte ihm Illusionen vor. Verzweifelt sprach er ihm Mut zu, erinnerte ihn an die Herrin und was sie bedeutete und schließlich hatte die Folter durch den Schatten aufgehört, doch Jamil hatte sich nicht geregt, sein Puls gerast. Also hatte er sich dazu entschlossen Die Kraft der Herrin, die ihn durchströhmte, dazu einzusetzen ihn zu beruhigen. Er hatte seine Hände auf Jamil gelegt und sich konzentriert und zur Herrin gebetet und es hatte gewirkt. Doch dann...
Wer war diese Frau in der Kleidung einer Novizin der Herrin, die er gesehen hatte? Sie hatte ihm Mut zugesprochen, aber sie hatte auch gesagt, dass "er" geschwächt sei. Er wollte einfach nicht schlau daraus werden.
Schließlich erhob er sich von der Bank und kniete sich vor das Nest, vorne beim Altar. Dann verfiel er in ein tiefes Gebet.

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Benion - vita et amor - Pater Brown Verschnitt, Häretiker und Lord der Vitamith - Geburtshelfer: 8 mal - Ehejahre-Rekordhalter
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BeitragVerfasst: 26.09.03, 09:09 
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Licht ist nur eine Illusion der Dunkelheit.
Freiheit nur ein Trugbild des Geistes.
Der Gottkönig die einzige Wahrheit
Und
Die Vier nur seine Prüfung.

Er würde nicht bis zum siebten Hellzyklus warten wie Vater Calmexistus es wollte. Wozu auch? Er würde gehen und nicht wieder kommen, vor den Einen treten, sterben. Worauf also warten? Auf den Geweihten der Vitama? Vielleicht hatte er es erkannt, hatte er die Dunkelheit in seiner Seele gesehen? Es war gleich. Es würde nur Dunkelheit geben, den Meister und den Dienst am Gottkönig. Er würde sich fallen lassen in die Dunkelheit und dann würde es nur noch Dunkelheit geben. Er wusste der Meister würde auf ihn warten und er würde erneut unterliegen. Er würde vergehen in Schmerz und Qual... .

Gottkönig, Dir diene ich und nur Dir allein!
Gottkönig, Blut vergossen vor dir!
Gottkönig, Dein Jäger bin ich!
Gottkönig, Seelenräuber bin ich in deinem Namen!
Gottkönig, Dir diene ich und nur Dir allein!


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BeitragVerfasst: 27.09.03, 11:46 
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Er war sehr zufrieden mich sich. Er hatte gesiegt und genoss seinen Triumph. Nein! Nicht er hatte gesiegt sondern sein Herr, Angamon! Wieder lachte er leise, er hatte nur vorgehabt Jamil mit schwarzer Magie zu quälen, doch das! Einfach herrlich! Zuerst sein Angriff mit Magie und dann der Angriff der Attentäter bei dem dieser elende Diener des Schlächters niedergestreckt wurde. Das Leid und Verderben welches der Gottkönig untern den Anhängern dieser elendigen Vier streute... . Wieder lachte, lebend war Jamil ein viel besseres Werkzeug, auch wenn er dem einzig wahren Gott nicht dienen wollte würde er es tun. Genau wir die Beiden anderen, eigentlich war Jamil sogar nützlicher, war er doch an der Front beim Feind. Und nun gab es vielleicht einen elenden Diener des Schlächters weniger. Leider hatte er sich seine Seele nicht holen können, obwohl dieser freiwillig sein Blut für Jamil vergossen hatte.
Aber das ließ sich sicher noch nachholen... .

Er sah die Leute undeutlich um den verletzten Schwertbruder stehen, sah sich selbst neben ihm knien, sah den Bolzen der aus seiner Brust ragte, sah das Blut dass aus der klaffenden Wunde spritze... . Er trat näher und sah emotionslos und kalt auf Tharesus herab. Er beugte sich über ihn, berührte mit Zeige- und Mittelfinger der linken Hand das Blut... es schien noch frisch und warm... langsam hob er die Hand, langsam, unendlich langsam tropfte das Blut von seinen Fingern hinab.... mit einem rötlichen glühen wie von einer kleinen Flamme traf es auf das Amulett welches in seiner Rechten ruhte... . Mit einem dünnen Lächeln blickte er auf die kleine rote Perle, welche die Seele des Schwertbruders symbolisierte... .
Das ist nie geschehen, hörte er eine Frauenstimme hinter sich. Er blickte zu der jungen Frau in der Robe der Novizen der Vitama auf.
Ohne zu antworten erhob er sich und blickte zum Bellumsschrein. Die Gestalten der anderen verblassten nun und sie standen alleine vor dem Schrein.
Ja, aber das lässt sich nachholen, seine Stimme war kalt und eisig.
Lange her, dass ich dich so sah, Jamil, ihre Stimme klang nun voller Bedauern und Mitgefühl.
Nenn mich nicht so! Wütend drehte er sich zu ihr herum und blickte sie mit kalten rot glimmenden Augen an.
Wie machst du das eigentlich? Du bist im Bellumsschrein... . Und doch hier... .
Die Macht meines Herren, des Gottkönigs... .
Erwiderte er kalt. Abwehrend hob sie die Hand.
Ich dachte du hättest sie gespürt, die Macht der heilgen Vier, Ihre Gnade, Ihre Liebe... und nun dienst du Ihm?
Ohne zu antworten verschwand er... .


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BeitragVerfasst: 29.09.03, 11:23 
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Das Licht war nur eine Kerze... .
Es gab nur die Dunkelheit... .

Zuerst Schwertbruder Tharesus und nun Vater Calmexistus... . Er wusste dass es seine Schuld war, die Worte den Novizin des Astrael bestätigten nur was er dachte. Er hatte es nicht gewollt, war voller Verzweiflung, hatte zu den heiligen Vier gebetet, gefleht, doch sie schienen ihn nicht zu hören... auch wenn er es für einen Moment glaubt. Doch dann klagte er ihn an und es war nur noch Qual und Leid in ihm. Nun wollte er sie nicht mehr spüren, sie hatten ihm alles genommen, nun war es gleich ob die Vier ihm vergeben hatten. Es gab nur noch die Dunkelheit! Er hatte ihnen vertraut, Astrael vertraut und er hatte ihn verraten, hatte ihm erneut seinen Vater genommen. Und er ging, hinaus in die Nacht, suchte die Dunkelheit.
Die Novizin glaubte er wolle fliehen... . Fliehen? Wovor? Vor der Dunkelheit? Vor seinem Herren? Nein! Er wusste nun warum er hier war, warum sein Herr es so wollte: er sollte Leid und Verderben über seine Feinde bringen. Und ob er es wollte oder nicht er tat es... . Er diente seinem Herren, er diente ihm gut und doch hasste er sich dafür, hasst den Mann der ihm dass angetan hatte und suchte die Dunkelheit, rief nach ihr.
Und sie kam, umfing ihn riss ihn fort... . Zu einer Lichtung im Wald, ein Lagerfeuer, die Bäume nur undeutliche Schemen... . Und er tanzte, tanzte freudig mit der Dunkelheit, gab sich dem Wahnsinn hin, ließ sich fallen. Flüchtig spürte er wie sich Jarod zurück zog, vor seinem Wahnsinn und seine Raserei, vor dem Feuer, welches alles zu verschlingen begann... . Er spürte wie er kam, der den er „Meister“ nannte, er kam und tanzte mit ihm und doch wusste er noch ehe der Kampf begonnen hatte, dass er verlieren würde, doch es war ihm gleich.
Irgendwann der entscheidende Angriff, der letzte alles Hieb... und es war vorbei, noch ehe er habbewusstlos zu Boden sank, verschwand der Wald... . Noch ehe er die Augen öffnete wusste er wo er war: Am Ufer des Nir, im Lager des Meisters, er war gefesselt an einen Pfahl... er wusste was nun kommen würde.... .

Sie war müde, fühlte sich ausgelaugt und erschöpft. Es hatte sie viel Kraft gekostet mit dem Novizen der Herrin zu sprechen und ihm Jamil zu zeigen, wie er litt, wie er brannte... . Sie wusste, dass nur die dunkel Magie des Meisters ihn vor dem Tode bewahrte. Ihre Barriere wurde schwächer, doch sie musste sie aufrecht erhalten, denn nur sie schütze sie vor dem Wahnsinn Jamils. Doch es waren einfach zu viele Zauber für einen Tag, zuviel was an ihren Kräften zehrte... . Als dieser Magier versuchte in den Zauber einzudringen, war nur sie da, sie versuchte ihm zu erklären dass nicht sie die Gefahr sei, doch ehe sie ihm vom „Meister“ erzählen konnte, spürte sie ihn, er duldete keinen Verrat... . Und dann war der Magier fort... .
Und ihr blieb nur der Kampf mit dem Meister... .

Er beobachtete sie nur, Kendra, die Novizin der Hure, Jamil, der den Geweihten dieses Einäugigen vertraute und den schwarzen Magier, den Bannwirker, der für alles verantwortlich war. Er beobachtete sie, wie ein unbeteiligter Zuschauer, interessiert doch gleichgültig. Er wusste warum er sich von Bellum abgewandt hatte, nach dem Tod seines Sohnes. Die Vier waren gleichgültig und kalt! Er hatte Jamil gewarnt, sie hatten ihn alle gewarnt aber er wollte ja nicht hören. Er begann leise zu beten, zum Einen, zum Gottkönig, zum einzig wahren Gott. Er würde hören, denn er war nicht wie die Vier... .
Als er Jamils Wahnsinn und Raserei, spürte erhob er sich seufzend vom Feuer und zog sich zurück, kehrte in seinen Körper zurück.

Er, den die anderen „Meister“ nannten, war äußerst zufrieden mit sich selbst. Natürlich wusste er dass dies alles das Werk des Gottkönigs war, doch war es einfach herrlich die Macht des Einen zu sehen. Er lachte voller Triumph als der Geweihte im Wahn Jamil anklagte und er sich voller Verzweiflung der Dunkelheit zu wandte. Er war zu ihm gegangen und hatte mit ihm gekämpft, hatte wie erwartet gewonnen, kämpfte Jamil doch ohne nachzudenken. Und dann quälte er ihn... . Und schütze ihn gleichzeitig, er wollte dass er litt, nicht dass er starb.
Flüchtig beobachtete er die anderen als er Jamil dort hatte wo er ihn haben wollte... . Die kleine Dienerin der Hure Vitama, brachte einen Fremden, auch eine Diener der Hure hierher!
Doch nütze ihr dies wenig, schwächte die Närrin nur, er würde nichts tun können ohne sich selbst ihn Gefahr zu begeben. Er lächelte als sie wieder verschwanden, zog sich dann zurück, Jamil würde auch ohne seine unmittelbare Gegenwart leiden und es schütze ihn vor dem Magier, der nach der Ursache forschte, er fand nur Kendra. Er ließ sie eine zeitlang mit dem Magier reden, ehe er die Geduld verlor und zu ihr ging... .


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BeitragVerfasst: 29.09.03, 12:16 
Altratler
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Mit einem Aufschrei richtete er sich im Bett auf. Wo war er? Was war geschehen? Sein Puls und seine Atmung raste. Und er erinnerte sich zurück... Schmerz der wie Nadeln stach... ein brennend er Jamil. Dann erkannte er wo er war. Noch immer lag er im Bett im Hospiz, schweißgebadet und erschöpft. Langsam sah er hinüber zu dem Nachbarbett in dem Jamil lag. Wie hatte all dies begonnen?

Bruder Calmexistus wurde in die Kapelle gebracht. Er war sehr verwirrt und leidete unter Kopfschmerzen. Es war wohl Amnesie... ja, so war es gewesen. Er hatte Jamil und Bruder Jeremias gebeten Samira zu holen. Ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen. Sie hatte ihn dann behandelt... die Ursache geheilt. Die Folgen zu heilen würde jedoch schwieriger werden.
Jamil nahm sich das ganze wohl sehr zu Herzen. Er wollte dem Geweihten das Gedächtnis zurückbringen, indem er ihn mit Magie auf eine Gedankenreise bringen würde.
Schwach schüttelte er den Kopf. Er konnte ihn überzeugen davon abzulassen und lies ihn dann allein um ins Hospiz zu gehen.

Wenig später dann wurden Samira und er zum Pranger geholt. Dort wurde Jamil gerade hineingebracht - bewusstlos. Samira und er traten hinzu, doch sie konnten die Ursache für seine Bewusstlosigkeit nicht finden und deshalb bat er darum einen Magier kommen zu lassen. Was war, wenn Jamil es doch mit Magie versucht hatte, dies aber nicht gelang und sie sich auf ihn zurückgeworfen hatte? Er hatte keine Ahnung von den arkaenen Künsten.

Kurz darauf - sie hatten Jamil ins Hospiz gebracht - versuchte eine der hinzugeeilten Magierinnen die Ursache für Jamils Bewusstlosigkeit herauszufinden. Sie sprach seltsame Worte und schien erst Schmerz zu empfinden, dann jedoch beruhigte sie sich wieder und als sie die Augen öffnete wirkte sie sehr nachdenklich. Sie müsse über etwas nachdenken, hatte sie gesagt. Und er wusste auch worüber... die Novizin, sie musste sie gesehen haben.
War es von da an schief gelaufen? Nein... noch nicht von da. Er seufzte leise. Er hatte seine Hand auf Jamils Stirn gelegt, hatte die Augen geschlossen und sich konzentriert. Sie war hier, ganz sicher. Doch wie würde sie sich ihm zeigen? Und dann war da der Schmerz... er wusste was das zu bedeuten hatte - Jamils Meister war hier. Doch schon bald lies der Schmerz nach, wich Wärme und erneut erschien die Novizin. Sie erzählte ihm, dass sie - wie auch Jamil - einst dem Meister gedient hatte und das Jamil nicht versucht hatte Bruder Calmexistus zu helfen. Es war wohl alles nur ein Missverständnis. Doch er wollte mehr wissen. Er wollte wissen wie er Jamil helfen konnte, wie er den Meister vertreiben konnte. Und da streckte sie ihre Hand aus und er ergriff sie.
Das Gefühl war unbeschreiblich... er fühlte sich, als würde er aus seinem Körper gezogen und dann stand er plötzlich auf einer Lichtung. Sie erklärte ihm, dass dies Jamils Erinnerungen seien und sie sich an einem Ort der Zuflucht befinden würden. Die Novizin hatte ihm vor Jamil zu zeigen, damit er endlich begriff was vor sich ging und so folgte er ihr. Plötzlich war da ein Fluss und ein Lager. Und mitten im Lager... ein Scheiterhaufen... und darauf... Jamil. Der Meister lies ihn leiden. Doch was konnte er tun? Wie konnte er Jamil befreien? Die Novizin erzählt ihm, dass Jamil Calmexistus als seinen Vater ansah und das nur er im Stande sei, ihm zu helfen. So würde er ihn also so schnell wie möglich zu ihm bringen müssen. Dann brachte sie ihn zurück in seinen Körper.

Leicht schüttelte er seinen Kopf. Von nun an war alles falsch. Ein anderer Magier war da... hatte eine Halskrause für Jamil gebracht, so dass dieser keine Magie wirken könnte. Doch was war, wenn dadurch die Novizin geschwächt würde? Er konnte - er durfte es nicht zulassen! Doch er war zu schwach und Nianor hielt ihn ab. Warum glaubte ihm nur niemand? Der Gedanke lag heiß wie ein glühender Stein auf seiner Seele und brannte sich langsam hindurch. Nicht Anais, nicht Edomawyr und auch nicht Nianor hatten ihm geglaubt... nur Samira. Doch sie meinten, dass sie noch nicht genug getan hätten und so musste der Magier wohl mit einem Ritual begonnen haben. Er hatte es nicht mitbekommen... hatte nichts dagegen machen können. Und Jamil wurde immer bleicher, je weiter das Ritual fortschritt. Er brüllte Edomawyr an, er solle doch endlich aufhören, doch dieser fuhr ungestört fort.
Er wusste, dass man Magier nicht bei ihren Beschwörungen unterbrechen durfte, doch konnte er einfach zulassen, dass Edomawyr Jamil aus Unwissenheit umbrachte? Nein... das hätte er nicht machen können. Und niemals wäre er auf den Gedanken gekommen, dass er den Magier beinahe tötete...
Tiefe Trauer und Verzweiflung stand nun auf seinem Gesicht. Ja, er - Benion, Novize der Herrin Vitama - hatte ihn fast getötet. Es hieß die Herrin vergibt. Er sellbst predigte es die ganze Zeit... doch würde sie auch ihm vergeben? Er wußte es nicht... Also hatte er den Kontakt zur Herrin gesucht, hatte gebetet und sie gebeten Herrn Edomawyr ihre Liebe zu zeigen... ihn abzubringen von seinem Ritual. Und es hatte gewirkt, dass wusste er, als der Magier zusammenbrach. Anais war entsetzt und sagte etwas, doch er achtete nicht darauf. Die Welt um ihn herum verblasste. ER hatte einem Geschöpf Vitamas Leid zugefügt. ER hatte wider all dem gehandelt, was er hoch hielt. Schnell eilte er zu dem Bewusstlosen und versuchte ihm zu helfen, doch sein Schmerz war nicht körperlicher Natur... und so war es zu viel geworden... er ging hinab um mit seinem Elend allein zu sein.

Später dann kam Rose und Edomawyr ging es wieder besser... er hatte es nur noch wie hinter einem Schleier erlebt.
Durch seine Trauer und Verzweiflung hielt er es nicht für möglich in die Kapelle zurück zu kehren... er bat Samira also um ein Bett.
Samira... die einzige Person die an ihn glaubte... die zu ihm hielt. Erschöpft lies er sich dann in sein Bett zurücksinken und schloss die Augen um weiterzuschlafen.

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Benion - vita et amor - Pater Brown Verschnitt, Häretiker und Lord der Vitamith - Geburtshelfer: 8 mal - Ehejahre-Rekordhalter
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